Toyota baut Wasserstoff-Zentrum in den USA aus

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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
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Toyota stellt die Weichen für die Zukunft: Das Forschungs- und Entwicklungszentrum von Toyota Motor North America (TMNA) in Kalifornien wird jetzt zum „North American Hydrogen Headquarters“ (H2HQ), wie der Hersteller mitteilt. Mit diesem Schritt untermauert der Mobilitätskonzern sein Engagement für Brennstoffzellentechnik und wasserstoffbasierte Produkte und Technologien, die den Weg in eine nachhaltigere Gesellschaft und Wirtschaft ebnen sollen.

In den unlängst modernisierten Büros des H2HQ-Campus werde die Forschung und Entwicklung ebenso vorangetrieben wie die Kommerzialisierung und der Verkauf wasserstoffbezogener Produkte und Technologien, so Toyota. Zusätzlich will das Unternehmen unter anderem ein Schulungszentrum für Kunden und ein flexibles Microgrid errichten, das die Energiewende mit Batteriespeichern, Generatoren und grüner Stromgewinnung unterstützt.

Neben einer 230-kWP-Photovoltaikanlage sind vor Ort unter anderem ein stationärer 1-MW-PEM- Brennstoffzellengenerator, eine 325-kW-Festoxidbrennstoffzelle (SOFC) und ein 500-kWh-Batteriespeicher geplant. Bis 2026 soll das Microgrid einsatzfähig sein und den Energiebedarf des kompletten Campus decken.

Toyota entwickelt seit mehr als drei Jahrzehnten Wasserstoff- und Brennstoffzellenlösungen. Wir werden diese skalierbare, emissionsfreie Technologie als Teil unseres elektrifizierten Portfolios weiter vorantreiben“, erklärt Ted Ogawa, Präsident und CEO von Toyota Motor North America. „Mit der Umbenennung des Standorts in North American Hydrogen Headquarters unterstreichen wir unsere Führungsrolle bei der Entwicklung von Brennstoffzellen, die die CO2-Emissionen real senken.

Auch in Europa soll Wasserstoff vorangetrieben werden

Das H2HQ ist Teil einer umfassenden Umstrukturierung: Mit der sogenannten „Hydrogen Factory“ hat die Toyota Motor Corporation im vergangenen Jahr eine neue Abteilung in Japan geschaffen, um alle wasserstoffbezogenen Arbeiten an einem Standort zu bündeln und die kundenorientierte Entwicklung und Fertigung von Brennstoffzellen- oder wasserstoffbezogenen Produkten zu beschleunigen. Auch für Europa ist eine „Hydrogen Factory“ geplant, um das Geschäft anzukurbeln und die Verbreitung von Wasserstoff-Ökosystemen und -Infrastrukturen zu fördern.

Das neue H2HQ in Kalifornien werde nun Wasserstoff-Initiativen auf dem nordamerikanischen Markt vorantreiben – im Einklang mit der globalen Unternehmensstrategie. Hierzu gehört unter anderem Brennstoffzellentechnik für leichte und schwere Nutzfahrzeuge, für die stationäre Stromerzeugung und für Anwendungen in Häfen. Die in Kalifornien gelegene Forschungs- und Entwicklungsanlage verfüge bereits über den größten Toyota Leistungsprüfstand (1,2 MW), einen skalierbaren Prüfstand für stationäre Anwendungen und eine Wasserstofftankstelle, die sowohl leichte als auch schwere Nutzfahrzeuge mit Kraftstoff versorge.

In den kommenden Jahren seien mehrere neue Projekte geplant, um die Führungsposition im Bereich der Brennstoffzellen zu erhalten und auszubauen. Toyota will am Sitz des H2HQ auch ein nachhaltiges Bildungszentrum einrichten, das sich nach Voranmeldung besichtigen lasse. Besucher sollen vor Ort mehr über die Nachhaltigkeitsvision des Unternehmens erfahren und welche Rolle Wasserstoff dabei spielt.

Kalifornien hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt, um saubere Luft, CO2-Neutralität und eine lebendige Wirtschaft zu erreichen. Die Investition von Toyota und die damit verbundene Ausweitung der Forschung und Entwicklung zu wasserstoffbasierter Brennstoffzellentechnologie in unserem Bundesstaat ist ein Beispiel für Innovationen, die die Entwicklung und den Einsatz von emissionsfreien Transportmöglichkeiten beschleunigen werden – insbesondere im Zuge der Dekarbonisierung des Güterverkehrs“, ergänzt Liane Randolph, Vorsitzende des California Air Resources Board (CARB).

Mehr als 30 Jahre Erfahrung mit Wasserstoff

Toyota forscht bereits seit mehr als 30 Jahren an der wasserstoffbasierten Brennstoffzellentechnik. Neben anderen Anwendungen beispielsweise für Schwerlasttransporte und die Stromerzeugung wurde in dieser Zeit unter anderem der Toyota Mirai entwickelt, die weltweit erste in Serie produzierte Brennstoffzellenlimousine.

Wasserstoff-Toyota-Mirai-Paris
Toyota

Das kalifornische Fuel Cell Development (FCD) Team war in die Entwicklung eingebunden und arbeitete eng mit Partnern aus der Industrie zusammen, um die notwendige Infrastruktur im US-Bundesstaat aufzubauen. Dass sich das Antriebskonzept skalieren lässt, bewies 2017 die Integration von zwei Mirai Brennstoffzellen-Stacks in schweren Lkw. In Zusammenarbeit mit der Paccar-Marke Kenworth wurden gleich zehn Lkw als „Proof of Concept“ mit dem emissionsfreien Antrieb ausgestattet, um die Dekarbonisierung im Logistikverkehr an Häfen zu fördern. 2023 wurde die Kommerzialisierung des Projekts vereinbart.

Auch abseits des Mobilitätsbereichs wurde und wird die Brennstoffzellentechnik eingesetzt – zum Beispiel als stationäre Anlage, um Strom im Rahmen der LPGA-Golftour zu liefern. 2023 baute Toyota zudem einen 1-MW-Brennstoffzellen-Stromgenerator für das National Renewable Energy Laboratory in Colorado, um die Microgrid-Tests in der Einrichtung zu unterstützen. Zu Jahresbeginn wurde ein Prototyp eines stationären Generators für die Notstromversorgung des Klickitat Valley Health Krankenhauses in Goldendale (Washington) entwickelt.

Quelle: Toyota – Pressemitteilung vom 02.05.2024

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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