Ford-CEO Farley fordert erschwinglichere Elektroautos und mehr Nachhaltigkeit

Ford-CEO Farley fordert erschwinglichere Elektroautos und mehr Nachhaltigkeit

Copyright Abbildung(en): Ford

Auch für die breite Allgemeinheit bezahlbare Elektroautos sollten für die Autohersteller zu den obersten Prioritäten gehören, sagte Jim Farley, Präsident und CEO des US-Herstellers Ford, einem Medienbericht zufolge. „Ich mache mir viele Gedanken über die Erschwinglichkeit“, sagte er auf einer Veranstaltung in Detroit. Dies sei eine Herausforderung, über die er oft des Nachts zu grübeln habe. Durchschnittsverdiener können sich viele aktuelle Modelle gar nicht leisten, sagte er. Die Autoindustrie habe „viel zu tun, um sie erschwinglicher zu machen.“

Noch sei es so, dass eine „erste Generation von E-Auto-Besitzern“ die Nachfrage ankurbelt. Dabei handle es sich vor allem um kaufkräftigere Kundschaft, „die Mustangs, Pick-ups und Nutzfahrzeuge“ will, und dabei vor allem „die besten Produkte“ in der engeren Auswahl habe, und weniger an günstigen Pendlerfahrzeugen interessiert sei. Der Ford F150 Lightning etwa, die erste rein elektrische Version des Pick-ups, sei komplett ausverkauft. Diesen Erfolg begründet Farley damit, dass der F150 – übrigens seit mehr als vier Jahrzehnten eines der weltweit meistverkauften Fahrzeuge überhaupt – nicht nur „sehr schnell“ sei, sondern auch ein Haus drei Tage lang mit Strom versorgen kann. „Ich denke, das wird die Elektrifizierung wirklich verändern“, sagt Farley über die Zusatzfunktion V2H, für Vehicle-to-Home.

Eine Schlüsselfrage für die Autohersteller sei, wie sich die Produktion auf die Arbeitsbedingungen auswirken wird. Die reinen Produktionskosten von Elektrofahrzeugen seien um gut 30 Prozent niedriger als bei Verbrennern. Die hohen Kaufpreise von E-Autos sind vielmehr auf das mit Abstand teuerste Bauteil zurückzuführen: Die Batterie, die allein gut ein Drittel der Materialkosten ausmacht.

Ein weiteres Problem sieht Farley in der Beschaffung von wichtigen Batterie-Rohstoffen wie Lithium und Kobalt. Farley legt demnach großen Wert darauf, die Batterieproduktion vor Ort in den USA anzusiedeln. Aber man müsse die gesamte Lieferkette bis zu den Minen hin im Blick haben. „Dort liegen die wahren Kosten, und die Menschen in den USA wollen keinen Bergbau in ihrer Nachbarschaft“, so Farley. „Wir werden also Lithium importieren und Kobalt von Ländern beziehen, in denen beispielsweise Kinderarbeit und Korruption weit verbreitet sind“. Dies seien Probleme, die schnell gelöst werden müssen, so der Ford-Chef. „Und wir haben nicht viel Zeit dafür.“

Quelle: The Detroit News – Ford CEO Farley calls for making EVs more affordable, bringing mining back to US

Über den Autor

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Newsletter

Erhalte jeden Montag, Mittwoch und Freitag aktuelle Themen wie „Ford-CEO Farley fordert erschwinglichere Elektroautos und mehr Nachhaltigkeit“ sowie die neusten Informationen aus der Welt der Elektromobilität kostenfrei direkt ins eigene Postfach. Kuratiert aus einer Vielzahl von Webseiten und Blogs.
Ja, ich möchte den gratis E-Mail-Newsletter von Elektroauto-News.net abonnieren. Die Datenschutzerklärung habe ich gelesen. Die Einwilligung zum Versand des Newsletters kann jederzeit widerrufen werden. Hierzu reicht es auf den Abmeldelink zu klicken, welcher sich in jedem Newsletter befindet.

Fakten & MeinungenDiskutiere mit der E-Community

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
2 Comments
Oldest
Newest Most Voted
Inline Feedbacks
View all comments

Farley sagte auch lt.

https://finance.yahoo.com/...

[I’m not giving up my ’73 Bronco or my Mustang 5-liter Coupe. But you know, if I have a third vehicle in the household, it’s probably going to be a Mach-E.]
–> „Ich werde weder meinen 73er Bronco noch meinen Mustang 5-Liter-Coupe aufgeben. Aber wissen Sie, wenn ich ein drittes Fahrzeug im Haushalt haben sollte, dann wird es wahrscheinlich ein Mach-E sein.“
Was die CEOs so von sich geben … 🙁

Last edited 23 Tage zuvor by Wolfbrecht Gösebert

Warum auch nicht? Der Wechsel zum elektrischen Antrieb ist ein langsamer Prozess. Rein rechnerisch wird es Jahrzehnte dauern bis der gesamte Verbrennerbestand umgewälzt ist. Mag sein, dass der Prozess eine Beschleunigung über Fahrverbote oder ähnliche Lenkungsmaßnahmen erfährt. Auch mag autonomes Fahren dabei helfen, dass gar nicht der gesamte Bestand erhalten bleiben muss.

Vor allem ist es auch ein Mindchange in den Köpfen, der nicht so einfach und nicht mit jedem machbar ist. Insofern ist es schlau, sich da auf einen langen Prozess einzustellen und eine integrative Einstellung zu zeigen. Zumal man sich vergegenwärtigen muss, ein privat angeschafftes Elektroauto ist nicht die Verkehrswende: Man verschwendet 100 % Ressourcen, indem man sie statistisch nur zu 5 % der Zeit teilweise nutzt und in dieser Zeit gerne noch einen Stau generiert.

Last edited 21 Tage zuvor by David

Diese News könnten dich auch interessieren:

Sono Motors zieht es an die Börse
Ford Mach-E GT: Der zügellose Mustang – Unsere Eindrücke
Stellantis und TheF Charging bauen öffentliches Ladenetz in Europa auf
2
0
Would love your thoughts, please comment.x
()
x

Deine Anmeldung zum Newsletter:
Ein letzter Schritt fehlt noch.

Vielen Dank für deine Anmeldung zum Newsletter von Elektroauto-News. Du erhältst in Kürze eine E-Mail, in der sich ein Link zur Freischaltung deiner E-Mail-Adresse befindet. Erst durch die Bestätigung des Links dürfen wir deine E-Mail-Adresse zum Versand unseres Newsletter freischalten (Double-Opt-In).