Ex-BMW-Manager Krause soll StreetScooter übernehmen wollen

Ex-BMW-Manager Krause soll StreetScooter übernehmen wollen

Copyright Abbildung(en): Deutsche Post DHL Group / StreetScooter

Die Deutsche Post soll einen Käufer für den Elektrotransporter-Hersteller StreetScooter gefunden haben. Wie die Welt berichtet, soll das Luxemburger Unternehmen Odin Automotive, welches erst Mitte September gegründet wurde, alle Anteile an der Post-Tochter StreetScooter Engineering mit Sitz in Aachen übernehmen. Dies gehe aus einer Anmeldung beim Bundeskartellamt hervor.

Der Hauptgesellschafter von Odin ist in der Branche bekannt: Es ist der Manager Stefan Krause, der einst Vorstand bei BMW und der Deutschen Bank war und sich nun vor allem in der E-Mobilen Start-up-Szene austobt. Bereits Mitte September hatte das Manager Magazin berichtet, dass Krause Interesse bekundet habe und angeblich 100 Millionen Euro als Kaufpreis genannt hatte. Krause war zuletzt in führenden Positionen bei den E-Mobilitätsunternehmen Canoo, Fisker und Faraday Future tätig und wurde vor gut einem halben Jahr stellvertretender Vorstandschef beim kanadischen Rohstoff-Unternehmen Rock Tech Lithium.

Weitere Gesellschafter von Odin sind der Welt zufolge der in Singapur lebende Finanzexperte Djamal Attamimi vom indonesischen Kohleminenkonzern Toba Bara sowie der Manager und Unternehmer Matthew Paul Richards vom indonesischen Telekommunikationsunternehmen Trikomsel Oke. Weder StreetScooter noch die Deutsche Post haben bislang zur Kaufabsicht von Odin Automotive Stellung bezogen.

Für die Deutsche Post war StreetScooter trotz günstiger Voraussetzungen in einer aufstrebenden Branche ein Verlustgeschäft: Allein 2020 setzte der Logistikriese 318 Millionen Euro in den Sand, nach 115 Millionen Euro Fehlbetrag im Jahr 2019. Insgesamt war die Post sieben Jahre lang für StreetScooter verantwortlich. Der ursprüngliche Plan war, zunächst eine eigene Flotte an Elektro-Zustellfahrzeugen aufzubauen und das in Deutschland entwickelte und produzierte Fahrzeug dann auch an Dritte zu verkaufen.

Allerdings nahmen die Schwierigkeiten mit der Zeit überhand. Von Technikproblemen war die Rede, von einer zu geringen Zuladekapazität, von weit hinter den Planungen liegenden Produktionszahlen. Anfang 2020 beschloss die Deutsche Post schließlich, die defizitäre Produktion einzustellen. Nun scheint die Zukunft von StreetScooter gesichert. Das zeigt sich auch durch einen Blick auf aktuelle Stellenanzeigen. Aktuell sucht das Unternehmen beispielsweise Softwareentwickler für autonome Logistikanwendungen.

Quelle: Welt – Sieben Jahre Elektro-Odyssee – Post verkauft verlustreichen StreetScooter

Über den Autor

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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lassen wir uns überraschen wie das weiter geht.

Sah ja sehr vielversprechend aus und wurde gnadenlos ausgebremst durch die Aktionäre weil keine Weitsicht und Investitionsstau.

Man kann sich eben keine Intelligenten Aktionäre aussuchen bei der Deutsche Post DHL Group.
So ist das eben in AGs

es bleibt spannend

Ich weiß jetzt nicht, ob da eine Satire misslungen ist. Aber für den unwahrscheinlichen Fall, dass nicht, will ich angemerkt haben, dass das Produkt Streetscooter nicht gut und die Produktion sehr ineffizient ist. Da haben viele Interessenten völlig zu Recht abgewunken.

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