EnBW: "E-Auto auf Jahre die vorherrschende Lösung"

EnBW: „E-Auto auf Jahre die vorherrschende Lösung“

Copyright Abbildung(en): Boumen Japet / Shutterstock.com

Seit gut fünf Jahren fährt Timo Sillober elektrisch. Das gehört quasi zum Job. Schließlich ist er Leiter Verkauf und Betrieb beim Energieversorger EnBW und kümmert sich in dieser Funktion auch um den Aufbau der Ladeinfrastruktur für E-Autos. Und er hat im großen Fuhrpark des Unternehmens schon alle möglichen Fahrzeuge ausprobiert. Angefangen beim Opel Ampera-e über VW e-Golf, Mercedes EQC und das Model S von Tesla. „Inzwischen„, sagt er, „bin ich bei einem Tesla Model 3 Long Range gelandet.

Das sei persönliche Neugier gewesen, dienstliche Verpflichtung – aber eben auch die Überzeugung, dass mehr für den Klimaschutz getan werden müsse. „Als Vater von vier Kindern im Alter zwischen drei und neun Jahren ist man da in einer besonderen Verantwortung.“ Mit Schnelllade-Stationen könne man konkrete Beiträge leisten – zur Mobilitätswende und zum Klimaschutz.

Der Diplom-Kaufmann war vor seiner Zeit bei EnBW für Siemens und Vodafone tätig. Und in allen drei Unternehmen, sagt er, habe er interessante Übergänge erlebt. Bei Siemens den Wechsel zu IT-Technologien bei Vermittlungsanlagen, bei Vodafone den Sprung vom Telefon zum Smartphone und den Niedergang von Nokia. „Bei EnBW erlebe ich jetzt gleich mehrere Transformationsprozesse. Von fossilen zu erneuerbaren Energien – und die Entwicklung der Elektromobilität.“ Nicht aus Sicht der Fahrzeughersteller, sondern aus der Sicht der Kunden. Das sei ein spannender Prozess. Trotz mancher Vorbehalte in der Bevölkerung.

Derzeit passieren nach Ansicht Sillobers viele Dinge, die den Wandel befördern. Die Themen Klimaschutz und Nachhaltigkeit hätten einen deutlich höheren Stellenwert erhalten. Das zeige sich bei EnBW etwa am deutlich gestiegenen Interesse an nachhaltigen Tarifen mit Grünstrom. „Außerdem kristallisiert sich immer stärker heraus, dass der Batterie-Antrieb zumindest in den nächsten 20 Jahren die vorherrschende Lösung sein wird.“ Was danach komme – Wasserstoff oder eine andere Technologie – sei noch offen. „Das alles wird die E-Mobilität sicher befördern und das Umdenken in der Bevölkerung beschleunigen – unabhängig von Steuererleichterungen und Umwelt-Boni.

Bei seinen rund 40.000 Kilometern pro Jahr lade er natürlich an den hauseigenen Säulen. Entlang der deutschen Autobahnen sei das Netz schon gut ausgebaut – Schnell-Ladestationen von EnBW fänden sich inzwischen an jeder dritten Raststätte. Bei Tesla schaue er nur aus beruflichem Interesse vorbei – zumal EnBW inzwischen mehr High-Power-Charger unterhalte als der US-Autobauer.

In den Jahren habe sich viel getan. Anfangs habe das Unternehmen 50 kW geboten. Das sei damals ausreichend gewesen, heute aber zu wenig. „Inzwischen haben wir die alle Ladepunkte auf Leistungen von 150 bis 300 kW aufgerüstet.“ In einem E-Auto mit entsprechender Ladeleistung schaffe man es da locker mit zwei kurzen Ladepausen in einem Tag von München nach Leipzig und zurück.

Skeptikern rät Sillober, ein Elektroauto und das Laden der Batterie einfach mal auszuprobieren. Sie würden dann feststellen, wie einfach und schnell das gehe. „Und sie werden sicher das leise Dahingleiten in einem E-Auto schätzen.“ Hierzulande würden stattdessen gerne Ängste gegen E-Mobilität geschürt. „Da wäre es gut, die Diskussion zu versachlichen.

Quelle: edison.media – „Wir sind noch in der Hochlaufphase“

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In den Auskünften des Herrn Sillober steckt natürlich Geschäftsinteresse. Trotzdem: Wo er recht hat, hat er recht.
An der E-Mobilität und an einem forcierten Ausbau von Lademöglichkeiten und Schnellladesäulen führt kein Weg vorbei. Gefordert sind bezüglich der Lademöglichkeiten nicht die Autohersteller, sondern die Energieversorger. Die müssen das übernehmen. Dann stehen die Schnellladesäulen allen Nutzern offen und nicht nur den Fahrern von bestimmten Automarken. Außer EnBW, ein wenig eon und ein paar Stadtwerken sehe ich da aber fast nichts an allgemein zugänglichen Schnellladesäulen zum vernünftigen Tarif.
Was ich mir wünschen würde, wäre eine Preisübersicht: So wie an Tankstellen große Schilder mit dem kWh-Preis. Jetzt lädt man und wundert sich hinterher über eine überhöhte Rechnung, wenn man Pech hat.
Gibt es bei uns nicht sowas wie eine Preisauszeichnungsverordnung?

Skeptikern rät Sillober, ein Elektroauto und das Laden der Batterie einfach mal auszuprobieren.

So sieht es aus. Die meisten, die gegen E-Autos wettern, haben noch nie in einem drin gesessen. Kaum einer möchte nach dem ersten BEV wieder zurück zum Verbrenner.

BEVs die einigermaßen anständig Langstrecke fahren können, kosten für den Otto-Normal-Verbraucher noch viel zu viel. Das ein Tesla Model 3 einigermaßen praxistauglich abbilden kann, was ein Dacia Sandero kann, ist keine Meisterleistung. Damit man es bei Autobahntempo (Tempomat 160-180) mit der Reichweite eines Diesel aufnehmen kann sind Batterien oberhalb 200kwh nötig. E-Autos werden Verbrenner verdrängen, aber nicht in 10 Jahren, sondern vielleicht in 20.

Last edited 1 Jahr zuvor by Dagobert

Private PHEV-Nutzer nennen hier immer sehr hohe elektrische Anteile, aber dem ist allgemein nicht so …

In Deutschland liegt der mittlere elektrische Fahranteil von Privatfahrzeugen bei 43%, …

Für Dienstwagen sind die 18% in Deutschland …

(Quelle: isi.fraunhofer.de – PDF – September 2020)

… mehr als die Hälfte der Strecke wird im Mittel von Privatpersonen mit Verbrenner gefahren.

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