EnBW eröffnet neuen Flagship-Ladepark mit bis zu 300 kW Ladeleistung

EnBW eröffnet neuen Flagship-Ladepark mit bis zu 300 kW Ladeleistung
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EnBW /Fotograf: Endre Dulic

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 4 min

Ultraschnell und gleichzeitig komfortabel frische Reichweite laden – genau da, wo Elektroautofahrer sie brauchen. Wie das in Zukunft aussehen kann, zeigt der neue Flagship-Ladepark, den EnBW in Rutesheim eröffnet hat: In der Nähe des Autobahnkreuzes Stuttgart auf der Höhe von Leonberg ist auf der grünen Wiese ein öffentlicher und überdachter Ladepark mit acht Ladepunkten entstanden. Ausgestattet mit einer Leistung von bis zu 300 Kilowatt kann hier mit allen gängigen Anschlüssen (CCS, Chademo und auch Typ 2) innerhalb kürzester Zeit ordentlich Reichweite geladen werden: In nur fünf Minuten bekommen Elektroautos 100 Kilometer und ihre Fahrer echte CO2-neutrale Mobilität. Denn alle Ladepunkte werden zu 100 Prozent mit Ökostrom versorgt. Das Dach des Parks ist mit einer Photovoltaik-Anlage ausgestattet, die in das örtliche Stromnetz einspeist und auch den Standort selbst mit Energie versorgt.

Der neue EnBW-Ladepark zeigt dabei auch mit Blick auf den Komfort, wohin sich moderne Ladeinfrastruktur entwickelt: Ein großzügiges Dach bietet jederzeit Schutz vor der Witterung und eine einladende Beleuchtung sowie Videoüberwachung sorgen für ein sicheres Gefühl auch in der Dunkelheit, so EnBW in einer aktuellen Mitteilung. Für die schnelle E-Mail zwischendurch oder Unterhaltung während des Ladevorgangs sorgt ein öffentliches WLAN. Eigens von der EnBW entwickelte Kabelsysteme sollen die Kabelführung und damit die Handhabung beim Ladevorgang besonders komfortabel machen. Neben den Standorten auf Parkplätzen oder auch beim Einkaufen bieten Ladeparks wie in Rutesheim eine besonders komfortable Nutzung der Elektromobilität und sollen von EnBW nun bundesweit errichtet werden.

„Wir leben Elektromobilität aus Überzeugung und Leidenschaft. Deswegen laden unsere Kunden an unseren Schnellladern ausschließlich Strom aus regenerativen Energien, denn nur dann ist die Mobilitätswende auch tatsächlich eine nachhaltige. Und wir bieten unseren Kunden echten Lade-Komfort wie an einer Raststätte.“ – Timo Sillober, Chief Sales & Operations Officer EnBW

Der neue Ladepark ist auf einen modularen Ausbau ausgerichtet und so schon heute bestens für den weiteren Fahrzeughochlauf auf deutschen Straßen gerüstet. Er kann flexibel auf bis zu 16 Ladepunkte verdoppelt werden. Planung und Realisierung des Parks lagen als Generalunternehmer in den Händen der Dienstleistungssparte der Konzerntochter Netze BW, die auch die Betriebsführung übernimmt.

Ausbau der Schnellladeinfrastruktur in Höchstgeschwindigkeit

EnBW betreibt mit mehr als 450 Standorten bundesweit eines der größten Schnellladenetze für Elektromobilität. Hochmoderne Schnellladestandorte sollen dabei den strategischen Schwerpunkt bilden beim weiteren Ausbau der eigenen flächendeckenden Ladeinfrastruktur. Mit ihnen will das Unternehmen ultraschnelles Laden entlang der Autobahnen als auch im innerstädtischen Bereich genau dorthin bringen, wo E-Mobilisten dieses benötigen.

Mit dem Standort Rutesheim nimmt EnBW bereits den dritten großen Schnellladestandort innerhalb nur eines Monats in Betrieb: Anfang September hatte der Energiekonzern im Pilotprojekt „USP-BW“ mit dem Land Baden-Württemberg Deutschlands ersten urbanen Schnellladepark in der Stuttgarter Innenstadt eröffnet. Weitere 15 Standorte sind landesweit in Planung. Wenige Tage später folgte mit dem Kooperationspartner Tank&Rast im hessischen Werratal die erste Raststätte an einer deutschen Autobahn, unter deren Dach Schnelllader für Elektroautos in Reih‘ und Glied mit den Zapfsäulen regulärer Kraftstoffe stehen.

EnBW will allein bis 2025 rund 100 Millionen Euro jährlich in den weiteren Ausbau der Ladeinfrastruktur investieren und durchschnittlich jeden Tag einen neuen Schnellladestandort in Betrieb nehmen. Weitere Schnellladeparks, ob urban oder entlang von Verkehrsachsen, sind bereits in Planung. „Nachhaltige Mobilität leistet einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz. Damit immer mehr Menschen auf ein Elektroauto umsteigen, haben wir das EnBW HyperNetz aufgebaut und sorgen mit eigenen Standorten wie dem Flagship-Ladepark in Rutesheim für ein komfortables Ladeerlebnis,“ erklärt Sillober.

Über das EnBW HyperNetz

Das EnBW HyperNetz bietet E-Autofahrern Zugang zu einem der größten Ladenetze in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie zu insgesamt mehr als 100.000 Ladepunkten in sechs europäischen Ländern (u.a. Niederlande, Frankreich, Italien). Die bundesweit rund 450 Schnellladestandorte des Unternehmens soll bis 2021 auf mehr als 1000 Standorte ausgebaut werden. Mit diesem Wachstumskurs in der eigenen Schnellladeinfrastruktur als auch mit der Integration zusätzlicher europäischer Länder soll das EnBW HyperNetz also kräftig weiterwachsen. Seine Aktivitäten im Bereich der Ladeinfrastruktur ergänzt das Unternehmen mit einer in Deutschland beliebten App für Elektromobilität, der EnBW Mobility+ App. Sie findet stets die nächste Lademöglichkeit, zeigt Ultraschnelllademöglichkeiten an und ermöglicht ein bequemes, kontaktloses Bezahlen des Ladevorgangs.

Quelle: EnBW – Pressemitteilung vom 21.10.2020

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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