Brennpunkt Brennstoffzelle: Wasserstoff die zukunftsträchtigere Fortbewegungsart?

Copyright Abbildung(en): Wolfgang Plank

Die Zahl will Ferry Franz nicht in den Kopf: Fünfeinhalb Terawattstunden sauberer Strom gehen der Republik Jahr für Jahr verloren. Durch Stillstand. Physikalisch zuvörderst – aber auch politisch. Bei Sturm nämlich werden Windkraft-Anlagen gestoppt. Nicht etwa, um sie vor Schaden zu bewahren, sondern weil sie sonst zu viel Elektrizität einspeisen würden. „Würde man mit diesem Strom Wasserstoff erzeugen“, sagt der Direktor von Toyota Motor Europe, „könnten mehr als eine Million Mirai ein Jahr lang fahren.“

Dafür, dass endlich dieser Konjunktiv verschwindet, kämpft Franz mit anderen klugen Köpfen in der Nationalen Plattform zur Zukunft der Mobilität. Das Gremium berät die Bundesregierung. Ein schwieriger Job. Wer sich um den Antrieb von morgen Gedanken macht, hat mit der deutschen Politik seine liebe Not. Angefangen bei der Kanzlerin, die sich so gerne als eine des Klimas gibt, haben sich nahezu alle, die etwas zu sagen haben, ruckzuck auf das Akku-Auto geeinigt. Hauptsache schnell unter irgendwelchen Grenzwerten. Thema durch.

Ferry Franz | Toyota

Erst langsam reift die Erkenntnis, Wasserstoff könnte womöglich die zukunftsträchtigere Art der Fortbewegung sein. Da muss man gar nicht die Endlichkeit von Rohstoffen bemühen – schon ein eisiger Winter zeigt die Grenzen der Akku-Technik. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) und dessen Verkehrs-Kollege Andreas Scheuer (CSU) zählt Franz zu den Technologieoffenen, auch in VDA-Präsidentin Hildegard Müller hat das umweltfreundliche Gas eine mächtige Fürsprecherin – ebenso bei vielen Zulieferern. Doch für den Durchbruch auf breiter Front reicht das nicht. Noch nicht.

In Japan und Korea scheren sie sich derweil wenig um deutsche Politik. Auch bei Toyota bauen sie E-Fahrzeuge, mit und ohne Stecker – aber denken eben weiter. Seit fast 25 Jahren setzt der Konzern auch auf die Brennstoffzelle – und wurde für den Mirai längst nicht mehr so belächelt wie 1997 für den ersten Hybrid-Prius. Nur Hyundai treibt die Technologie ähnlich konsequent voran und hat mit dem Nexo mittlerweile ebenfalls die zweite Generation Wasserstoff-Auto im Angebot. Mercedes stieg nach dem halbherzigen Versuch des GLC F-Cell dagegen alsbald wieder aus.

Doch so sehr alle hierzulande die Batterie preisen – sie ist trotz technischer Fortschritte immer noch schwer, verschlingt massiv Rohstoffe, macht in der Folge politisch abhängig – und ganz sicher ist es keine Errungenschaft, wenn für sie Kinder im Kongo Kobalt aus der Erde kratzen. Nebenbei: Die von Deutschland ersehnte Position des Weltmarktführers haben bei der Akku-Technologie längst andere inne.

Wolfgang Plank

Beim Wasserstoff hingegen bestehen noch Chancen. Das im Überfluss vorhandene Gas enthält pro Kilo so viel Energie wie 3,3 Liter Diesel. Es erzeugt mit dem Sauerstoff der Luft Strom, treibt einen E-Motor im Wagen – und hinterlässt nichts als ein paar Tröpfchen harmloses H2O. Zapfen lässt sich wie gewohnt, es dauert nicht länger als beim Sprit, und eine Ladung reicht für 500 Kilometer und mehr. Kein Vergleich mit einem Akku-Auto, das womöglich schneller kraftlos wird, als man eine freie Ladesäule findet.

Doch die Technik hat – noch – ihren Preis. Das liegt am Platin in der Brennstoffzelle und an den geringen Stückzahlen der Autos. Der erste Mirai wurde quasi von Hand gebaut, erst mit der zweiten Generation kam so etwas wie Fließband-Produktion. Andererseits: Immer mehr Bürgermeister holten sich ein solches Modell in den städtischen Fuhrpark, sagt Franz. „Tolles Auto, zukunftweisend – und eben kein SUV.“ Davon könne ein Signal für die gesamte öffentliche Verwaltung ausgehen.

Und es gibt weitere Lichtblicke. Bosch steigt gemeinsam mit Powercell Sweden massiv in den Markt für Brennstoffzellen ein. In Stuttgart glaubt man, dass in zehn Jahren an die 20 Prozent aller E-Autos weltweit mit Wasserstoff fahren werden. Den Durchbruch dürften die Nutzfahrzeuge bringen, deren CO2-Ausstoß nach EU-Vorgaben bis 2025 um im Schnitt 15 Prozent sinken muss, bis 2030 um 30 Prozent. Daimler und Volvo testen hier bereits massiv. Und mit fallenden Kosten wird die Brennstoffzelle dann auch in Pkw vermehrt zum Einsatz kommen.

Wolfgang Plank

Das Hautproblem aber müssen rasch andere lösen: Das deutsche Tankstellen-Netz ist mit grobmaschig nicht böswillig beschrieben. Aktuell kommt Wasserstoff aus gerade mal 92 Zapfsäulen – es sollten laut diversen Ankündigungen längst sehr mehr sein. Ein Verbund aus Gas-Unternehmen und Autobauern plant mittlerweile an die 400 Säulen bis 2023. Selbst das wäre noch nicht einmal die Hälfte der 1000, die der Gas-Hersteller Linde für erforderlich hält.

Andererseits: Bei Kosten von rund einer Million Euro pro Zapfsäule beliefe sich die flächendeckende Investition auf eine Milliarde – ein Betrag, den der Staat in den Hochzeiten der Pandemie beinahe im Tages-Takt an staatlichen Hilfen ausreichte. Oder anders gerechnet: Allein durch den Verzicht auf einen einzigen Kilometer Autobahn-Bau irgendwo im Lande wären gleich Dutzende Tankstellen finanziert.

Und genau hier gleichen sich beide Technologien. Entscheidend sei nicht, ob es vier- oder fünftausend Euro Zuschuss zum Kauf eines Wasserstoff-Autos gebe, sagt Ferry Franz. Und auch die Subvention an der Zapfsäule spiele letztlich keine Rolle. „Die Sache steht und fällt mit der Infrastruktur.“ Aktuell wirbt er auf einer Deutschland-Tour dafür, dass in einem ersten Schritt jede deutsche Mittelstadt eine H2-Tankstelle sponsert. Schwerlastverkehr und Omnibusse könnten in der Startphase für eine tragfähige Auslastung sorgen. Zumal Wasserstoff in diesem Bereich nur 350 bar Druck erfordere – und damit anders als bei den 700 bar für Pkw keine teure Kühlung. Alles andere komme dann nach und nach.

Wolfgang Plank

Wer dagegen nur den Akku im Blick hat, verbaue sich womöglich Ziele in der Zukunft, glaubt Franz. Alles was rund um die Uhr Einsatz sei, komme an Wasserstoff kaum vorbei. Gerade im Bereich Logistik. E-Autos hätten deutlich längere Standzeiten – oder nähmen auf Dauer Schaden durch immerwährende Schnellladung.

Dass Wasserstoff gerne als „Champagner der Energiewende“ dargestellt wird, bringt nicht bloß Franz auf die Palme. Der Verein HyCologne etwa bemüht sich seit 2007 darum, den in der chemischen Industrie ohnehin als Nebenprodukt anfallenden Wasserstoff zu nutzen. Dieser müsse im Grunde auch als „grün“ eingestuft werden, sagt Vorstandschef Albrecht Möllmann. Schließlich werde keine zusätzliche Energie zur Gewinnung eingesetzt. Er sei „ein Geschenk, dass einfach nicht angenommen wird“.

Eine der Ursachen sieht Möllmann im „dogmatischen Kampf“ von VW für das Batterie-Auto. Dabei sei unter Fachleuten im Grunde unstreitig, dass Wasserstoff zumindest bei schweren Lasten und langen Strecken der Antrieb der Zukunft sei. Und das auch ohne immense Kosten. Allein im Raum Köln/Rheinland fielen pro Tag etwa 20 Tonnen Wasserstoff als Abfallprodukt an, so der HyCologne-Chef. „Das würde reichen, um die kompletten Bus-Flotten der Region zu betreiben.“

Es ist wie mit den Windrädern…

Über den Autor

Wolfgang Plank ist freier Journalist und hat ein Faible für Autos, Politik und Motorsport. Tauscht deshalb den Platz am Schreibtisch gerne mal mit dem Schalensitz im Rallyeauto.

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Wasserstoff im Bereich der PKW Mobilität macht nach wie vor keinen Sinn auch wenn hunderte von Artikeln immer wieder so tun als wäre das die Lösung. Wasserstoff gehört in die Ortsnetze als Langzeitspeicher für Stromnetze aber sicher nicht in PKW´s. Man tut immer so als würde der Wasserstoff direkt aus dem abgeschalteten Windrad in den Tank des Toyota kommen. Ein „Brüller“!
Die Infrastruktur dazwischen kostet Milliarden, zumindest wenn man es flächendeckend machen wollte. Ein Himmelfahrtskommando. Es wird Zeit solch oberflächliche Artikel, die sich wie Werbung für Toyota lesen, nicht mehr weiter zu verbreiten. Wir werden es ja evtl. erleben was sich schneller durchsetzt.

Ich finde E Fahrzeuge oder Hybride zum Pendeln auch ganz klasse.
Für Camper fällt ersteres definitiv aus.
Jetzt möchte ich hier mal an das Gewissen der überzeugten E Fahrer rütteln.
Der Kobalt Abbau ist hochgradig ungesund und unter den Umständen in den Schwellenländern absolut inakzeptabel.
Es ist quasi so als würde man Blutdiamanten als Schmuck tragen.
Kommen wir zu dem Wasserstoff.
Dank dem Jahrzehntelangen Lobbyismus in Deutschland wird dem Energieträger Wasserstoff das Leben schwer gemacht.
Darüber sollte man mal nachdenken.
Großaktionäre aus den Erdölfördernden Ländern hatten da eine klasse Arbeit gemacht.
Schlußendlich macht Japan alles richtig.

Jetzt mal nicht auf die Argumente der Wasserstoff-Lobby hereinfallen und nachplappern.

1) Gerade für Camper wären E-Fahrzeuge ideal.

Da gibt es viel Fläche für Solarzellen und wenn sie auf dem Platz stehen, dann könnten PV-Anlagen des Platzbetreibers am Tage die Batterien laden. Wenn mit Induktionsherden gekocht wird, dann fallen die Gasflaschen weg.

2) Das Kobalt-Argument.

Der Batterieforscher Maximilian Fichtner, Direktor am Helmholtz-Institut für elektrochemische Energiespeicherung in Ulm, …

… der Abbau von Kobalt etwa im Kongo muss oft herhalten für alternative Fakten. Klar ist: Es gibt im Kongo Kinderarbeit in illegalen Minen, die unter mehr als fragwürdigen Bedingungen insbesondere von den Chinesen ausgenutzt werden. Aber: Die gab es auch schon vor dem Elektroauto.

… wie Batterieforscher Fichtner sagt: „2025 werden völlig kobaltfreie Batterien auf dem Markt sein.“

(Quelle: cleanthinking.de)

3) Lobbyismus

Schon um 1995 beschäftigten sich Fahrzeugbauer intensiv mit Brennstoffzellen-Pkw. Daimler-Benz stellte mit dem Necar II (New Electric Car) ein Forschungsfahrzeug vor.[16] Es folgten weitere Prototypen.

Das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Baden-Württemberg erklärte 2011, man wolle künftig den Ausbau einer Wasserstoff-Infrastruktur für eine zukunftsfähige Energienutzung und nachhaltige Mobilität unterstützen.

(Quelle: Wikipedia)

Politische Unterstützung gab es schon vor 10 Jahren für Wasserstoff und gibt es immer noch.

Obwohl für H2 viel grüner Strom gebraucht wird, hat die Politik Windräder sabotiert, da offensichtlich in Deutschland (vielleicht auch in Europa) kein Wasserstoff hergestellt werden soll, lieber will man ihn per Schiff aus Afrika und Südamerika nach Europa importieren.

Die über 800 Mitglieder starke Hydrogen-Allianz will H2 durchsetzen – warum?

Irgendwer muss den langen H2-Transport per Schiff bezahlen, aber das werden nicht die Mitglieder der Hydrogen-Allianz sein, sondern die viele Bürger und kleine Firmen, die den Wasserstoff nutzen müssen, wenn sie erst einmal H2-Fahrzeuge gekauft haben.

Die Mitglieder der Hydrogen-Allianz haben dann supergünstigen grünen Wasserstoff für ihre Produktion, so wie die großen Konzerne heute den Strom dank Windräder und PV-Anlagen extrem günstig beziehen können, weil die Bürger die Kosten für grünen Strom über die EEG-Umlage bezahlen.

„…und ganz sicher ist es keine Errungenschaft, wenn für sie Kinder im Kongo Kobalt aus der Erde kratzen.“

Dies hier in einem Artikel zu lesen, fühlt sich an, als wäre ich bei B*** online. Welcher E-Auto Hersteller baut heute Batterien mit Kobalt aus diesen Quellen ein? Und mal ehrlich, das Kobalt aus den besagten Quellen wurde und wird vornehmlich für andere Konsumgüter genutzt, nur gibt es hier keinen Aufschrei. Tatsächlich kommt Kobalt in fast allen Akkus vor. Doch dazu gibt es keine Aufmacher. Das ist so bigott. Mit dem Artikel fühlen sich alle bestätigt, mit dem umweltfreundlichen Fahren lieber noch 10 Jahre zu warten, denn das BEV ist sooooo böse.

Ich habe nichts gegen eine breite und objektive Information über verschiedene Technologien, vor allem hier, aber das hier ist unterstes Niveau der tendenziösen Berichterstattung.

Wie sagte Prof Dr. Volker Quaschning sinngemäß? Alle essen gerne Schokolade, wenn man sie dann fragt, ob sie nur Fairtrade Schokolade kaufen, zucken alle mit den Schultern. Bei Kakaoanbau ist Kinderarbeit Gang und Gäbe. Man könnte es sogar als Verbraucher einfach ändern. Tut man aber nicht. Es gibt ja auch kein Feindbild zu bekämpfen. Aber bei E-Autos ist Kinderarbeit auf einmal im Fokus. Obwohl man auch für die Härtung von Kurbelwellen Kobalt benötigt. Egal, interessiert keinen.

Und ein Punkt wird immer übersehen. Tesla baut kobaltfreie Akkus. Problem gelöst? Der Scheinwerfer dreht sich weg, die Kinder sind nicht mehr im Fokus, aber es geht ihnen keinen Deut besser. Die machen das ja nicht zum Spaß, sondern weil man so Geld verdienen kann damit es ihren Familien besser geht. Nicht dass es das jetzt besser machen würde, aber kobaltfreie Akkus lösen die Probleme dieser Menschen auch nicht.

Farnsworth

der schawachsinn nimmt einfach kein Ende „Doch so sehr alle hierzulande die Batterie preisen – sie ist trotz technischer Fortschritte immer noch schwer, verschlingt massiv Rohstoffe, macht in der Folge politisch abhängig“ und der Wasserstoff der dann im Ausland produziert werden muss um billiger zu sein und in genügenden Mengen, macht uns nicht abhängig ?????? und die Brennstoffzelle benötigt keine Rohstoffeoder was kein Platin und was ich für seltene und teure Rohstoffe
„Zumal Wasserstoff in diesem Bereich nur 350 bar Druck erfordere – und damit anders als bei den 700 bar für Pkw keine teure Kühlung. Alles andere komme dann nach und nach.“ ja bei 350 bar hat der PKW und LKW aber dann auch nur die halbe reichweite, und was soll dann nach und nach kommen?? ander Brennstoffzelle wird ja auch erst seit den 60Jahren herumgeforscht man man man da fällt mir nichts mehr dazu ein

oh je was habe ich hier für eine Katastrophale rechtschreibung hinterlassen sorry dafür

Zitat im Artikel: Das Hautproblem müssen rasch andere lösen. Ihnen, Robert, sehe ich die Rechtschreibfehler nach, denn Sie sind ehrlich, emotional, engagiert. Aber das „Hautproblem“ der Fleischmütze da oben in dieser tendenziösen Soße – katastrophal. H2 bitte nur noch in der Shampoo-Werbung/Haarfärbe-Promotion.

…ausgerechnet Vollglatze Blank ist mit einer Wasserstoffblondine am Start. Gemeinsam haben sie Zwillinge, die beide seit Jahren im Gard-Haarstudio herumlaborieren, Abt. Drei-Wetter-Taft. Entwickelt haben sie Wasserstoff-Peroxid, um die schwarzen Büschel, die allen Beteiligten schon aus den Ohren herauskommen, blond zu färben. Blöd nur, daß die blauäugigen Aspiranten Kopfhörer auf haben, weil sie sich per Anhalter auf dem Weg zum Mars befinden. Doch Vorsicht: Mars bringt verbrauchte Energie sofort zurück. Und das „Hautproblem“? Die Frisur hält nicht.

siehe meinen Kommentar vom 18.06. ca. 12:00 Uhr: Methanol als H2-Träger scheint ein sinnvoller Ansatz zu sein: Infrastruktur (nämlich das Tankstellennetz!) ist vorhanden, Akkus brauchen nicht so groß zu sein, Transport, Lagerung, Befüllung (und sonstige Eigenschaften) wie Benzin, ist aber kein fossiler Treibstoff, sondern CO2-neutral, weil er aus in der Luft bereits vorhandenem CO2 gewonnen wird.

Und aus Wasser, das an manchen Produktionsstandorten mit viel Sonnenenergie nicht oder zu knapp vorhanden ist…Entsalzung hingegen verschlingt nochmal zusätzliche Energie, der ohnehin dramatisch schlechte Wirkungsgrad sinkt weiter….

Macht es Sinn den überschüssigen Strom zu verwenden um H2 herzustellen? Ja!
Macht es Sinn diesen H2 in PKW zu vertanken? Nein!

Wer als Land das Ziel hat komplett ohne fossile Energieträger auszukommen muss alle Bereich auf regenerative Energien umstellen in denen heute fossile Energieträger zum Einsatz kommen:

  • Wohnraumheizung
  • Flugzeuge
  • Schiffe
  • Stahl und Zementindustrie
  • LKW
  • PKW
  • Allgemeine Stromerzeugung

Das ist eine Menge Energie. Die 5,5 Terawattstunden die aktuell verloren gehen sind ein Tropfen auf dem heißen Stein. Die Lage ist eher die, dass es eine ungeheure Herausforderung sein wird diese Menge an benötigter Energie regenerativ zu erzeugen.

Selbst wenn alle Dächer mit Photovoltaik versehen wären und man jeden freien Fleck mit Windrädern versieht wird es eine knappe Kiste. Daraus folgt, dass wir sehr schonend mit der Energie umgehen müssen. Die Wirkungsgrade müssen hervorragend sein, damit wir mit dem regenerativ erzeugtem Strom auskommen.

Daher macht H2 bei PKW keinen Sinn. Batteriefahrzeuge sind im Längen effizienter. Würden alle PKW in Deutschland im Wasserstoff statt Batterie fahren bräuchte man doppelt bis dreifach zu viel Energie. Das können wir uns nicht leisten.

Der Wasserstoff wird für die anderen Bereich benötigt, bei denen wir keine Alternativen haben wie im Flug- und Schiffsverkehr oder bei der Zement- und Stahlindustrie.

Ich gehe mal anders an die Frage heran. Laut Strom-Report.de gibt es in Deutschland eine installierte Windkraft-Leistung von 62708 MW. 5,5 TWh entsprechen demnach nicht einmal 90 Volllaststunden. Würde irgendeine Bank eine Elektrolyse-Anlage finanzieren, die keine 90 Stunden im Jahr unter Vollast läuft? Also meine Bank bestimmt nicht.
Mir ist schon klar, dass diese Abschaltungen regional unterschiedlich erfolgen und in manchen Ländern folglich auch größer ausfallen. Aber selbst wenn wir die 90 Stunden verzehnfachen, ist das immer noch eine verdammt schlechte Auslastung der Anlagen.

Der Einwand scheint mir grundsätzlich berechtigt.
Es gab gerade eine Studie über die Zusammensetzung der Kosten bei der Produktion von Wasserstoff. Den grössten Einfluss haben die Stromkosten. Die Kapitalkosten für die Anlagen sind prozentual erstaunlich tief.
Das heisst, dass man in Europa schon vor Ort mit Überfluss-Strom H2 produzieren kann, aber wirklich nur dann, wenn er sehr billig oder kostenlos ist. Mit der geplanten ca. Verfünffachung der grünen Stromproduktion zur Gewährleistung der Dekarbonisierung, dürfte Strom tendenziell noch weit häufiger sehr billig oder gar kostenlos verfügbar sein.
Zusätzlich kann an bevorzugten Orten, wo sehr steter Wind oder gleichzeitig Wind und viel Sonne vorhanden ist (Kalifornien, Westsahara, Namibia, Chile, Australien Ostküste, etc.) unglaublich billig konstant H2 herstellen (ca. 1.5 $/kg) und ihn zu brauchbaren Konditionen in die Industriezentren transportieren (ca. 0.2 $/1000km).
Der hier verwendete Wasserstoff könnte sich also wie folgt zusammensetzen

  • Lokal, mit Überschuss-Energie produziertes H2
  • Import-H2 aus prädestinierten Gegenden
  • Lokale Produktion in abgelegenen, schlecht erschlossenen Stationen (Farmen)

Alle drei Kategorien hätten in ein paar Jahren Gestehungskosten bis Ladestation in Europa (oder Japan, Korea) von so ungefähr 2.5 $/kg. Dazu kämen dann natürlich Margen, Gewinne, Steuern, etc.
Zu Zeiten mit teurem Strom wird Strom aus Wasserstoff günstiger sein als direkt erzeugter Strom, zu Zeiten von billigem Strom ist selbstverständlich letzterer günstiger. Anwendungen, welche den Bezug nicht gut verschieben können (z.B. Berufsverkehr), werden daher eher zu H2 neigen.

Die Fakten würde ich gerne sehen. Jedes Wohnhaus kann sich heute schon selbstversorgen. Mit dem picea System von HPs sogar das ganze Jahr. Je nach Größe des Betriebes können diese sich auch mit pv selbst versorgen. Bleiben noch die großen Industrien. Teils können sich diese auch mit pv versorgen der andere teil müsste vom Wind kommen. Voraussetzung wäre eine pv Pflicht bei allen Neubauten und umbauten, Ausreichend h2 Speicher und Intelligente Industrie. Es gibt in Bayern ein Fabrik die komplett co2 neutral produziert. Nicht desto trotz sehe ich Wasserstoff auch in der Zukunft als Alternative. Wie schon so oft diskutiert sehe ich zumindest im schwerlastverkehr keine Alternative. Und fangt nicht wieder die Diskussion mit 45min laden für die nächsten 300km an. Ihr wisst genauso das der Ausbau deutlich teurer wäre als die 1000 Wasserstoff Tankstellen. Nur auf eine Technologie zu setzen ist immer gefährlich.

Okay, das Picea System macht einen also unabhängig. Die Saisonalen Speicherkapazität liegt bei 600-3.000 kWh. Der Preis bei 70.000-100.000€. Mit einem Altbau kann man die 600 kWh wohl vergessen. Ich gehe mal davon aus, dass die große Variante 100.000€ kostet. Gehen wir mal von einer Lebensdauer von 20 Jahren aus, dann kann man in der Zeit bestenfalls 60.000kWh speichern. Damit kostet die gespeicherte kWh günstigstenfalls 1,66€. Wartungskosten noch nicht berücksichtigt. Kann jeder selbst entscheiden, ob er bereit ist das auszugeben.

Farnsworth

Beim Picea-System kommen ewa 15.000 Euro für die PV-Anlage dazu, also 115.000 Euro.

Stromverbrauch etwa 10.000 kWh für einen 4-5-Personen-Haushalt, wenn man eine PV-Anlage, Erdwärmepumpe-Heizung und ein E-Auto hätte. Für die Autarkie werden etwa 1.000 kWh als Speicher gebraucht – für Endkunden ist das Picea-System zurzeit am Günstigsten.

115.000 Euro geteilt durch 20 Jahre und 10.000 kWh wären 57,5 Cent pro kWh. Also etwa doppelt so teuer wie Strom aus dem Netz – dafür ist man mit dem Picea-System autark.

Die autarken PV-Strom-und-Energie-Systeme rechnen sich erst bei günstigeren Speicherpreisen, egal ob mit Wasserstoff- oder reinem Batteriespeicher (z.B. Redox-Flow-Batterie).

Da ihr auch immer von der Zukunft sprecht, glaubt ihr wirklich das der Stromkreis so billig bleibt? Die Kosten von picea werden ebenfalls sinken desweiteren sind bis zu 15.000€ Förderung möglich. Was ich euch eigentlich sagen wollte ist, wenn die Regierung endlich mal richtige Gesetze auf den Weg bringen würde wäre das Thema Strom gar kein Problem. Die Dächer und Fassaden von Großstädten haben so viel Potential. Von mir aus kann auch in die Batterie gespeichert werden, aber es ist ausreichend Potential vorhanden vorallem ohne landwirtschaftliche Flächen zu verbrauchen.

Das Problem ist ja, dass im Winter die Sonne nicht scheint. Die Frage ist, ob ich den Speicher größer mache oder lieber einen alternativen Generator installiere, wie eine Kleinwindanlage. Denn gerade im Winter ist es oft windig. So ein Teil kostet gerade mal irgendwas um 1.000 Euro. Und dazu noch einen größeren Speicher. Nicht vergessen, die Picea hat ja auch einen 25kWh Batteriespeicher. In Siedlungsgebiete sind Kleinwindanlage allerdings noch problematisch.

57,5Cent pro kWh für den „Traum“ der Autarkie. Wenn ich eine große PV-Anlage habe und von Frühling bis Herbst Strom für 8ct ernten kann und im Winter Strom und wenn sogar für 70ct/kWh aus dem Netz beziehe, was ja irgendwann auch hauptsächlich Windstrom plus gepufferten Ökostrom liefern wird, bin ich immer noch preislich unter dem Picea System. Wie gesagt Wartungskosten sind da boch nicht drin. Druckflaschenkontrolle, Wartung und Verschleiß der Brennstoffzelle, …

Autarkie ist ein schöner Wunsch aber in der Gemeinschaft (Netz) ist man einfach stärker und günstiger unterwegs.

Farnsworth

Autarkie ist ein schöner Wunsch aber in der Gemeinschaft (Netz) ist man einfach stärker und günstiger unterwegs.

Energiengemeinschaften – also dezentrale Strom- und Energieerzeugung – wäre eine gute Idee, um die einzelnen Haushalte und kleineren Firmen mit Strom und Energie zu versorgen, falls die eigene PV-Anlage und der kleinere Speicher nicht ausreichen.

Hier sollte die Politik nicht so stark den lobbygesteuerten Einflüsterungen der großen Konzerne lauschen – Motto: „Eine Hand wäscht die andere“ (vorteilhafte Gesetze für die Industriekonzerne gegen Spenden und Pöstchen für Parteien und Politiker).

Die autarken Systeme sind etwa doppelt so teuer wie Netzstrom, aber wir kommen wohl kaum ohne sie aus, um den großen Konzernen ihre EEG-Umlagen-Vorteile zu nehmen und sie an der Energiewende zu beteiligen.

Je mehr Autarkie der Bürger desto teuerer wird für den Rest und diese dürften die massiven Preissteigerungen beim Strom kaum hinnehmen – entweder sie investieren auch in Autarkie oder sie werfen die Industrie-Kuschler aus dem Parlament.

Spätestens in 10 Jahren dürfte das System zugunsten der Autarkie kippen, wenn sich die Regierung nicht gegen die Bürger und Wähler stellt – wie in vielen Diktaturen auf dieser Welt – und massiv die Autarkie-Bemühungen sabotiert.

Nicht vergessen im Herbst ist Bundestagswahl.

Größtmögliche Autarkie … aber zum kleinstmöglichen Preis. Wenn ich mir eine Kleinwindanlage kaufe, die im Winter meinen Akku auch mit Strom auffüllen kann, ist das in Zweifelsfall deutlich günstiger als ein Wasserstoffspeicher. Evtl. habe ich für den Notfall auch noch einen Methangenerator um den Akku zu füllen und zu heizen. Das muss ich ja nicht selber herstellen. P2X Methan könnte ich ja auch in der Druckflasche kaufen.

Meine Rechnung ändert sich ja nicht durch die PV Anlage. Habe ich nur eine PV Anlage kostet mich die kWh 8ct. Und eine gespeicherte kWh kostet weiterhin 1,66€. Ich finde, dass das ein krasses Missverhältnis ist. Die 1,66 kann ich ja jetzt durch alle möglichen anderen Ideen ersetzen. Es wird immer nur billiger werden.

Farnsworth

Kleinwindanlagen müssen schon ziemlich hoch und groß sein, damit sie genug Wind einfangen können und sich rechnen, eher für Firmen und größere landwirtschaftliche Betriebe.

Das E.ON Windrad 250 auf einen Blick

Rahmendaten

Gesamthöhe: 49,7 Meter

Nabenhöhe (Abstand des Windrotors zum Grund): 28,4 Meter

Anzahl Rotorblätter: 3 

Durchmesser: 42,5 Meter

Leistung: 250 kW

(Quelle: eon.de/de/gk/energieloesungen/kleinwindkraftanlagen.html)

Die „winzigen“ Kleinwindanlagen auf dem Hausdach sind eher eine Spielerei.

Selbst größere Anlagen mit 5 kW auf einen Mast in der Nähe des Hauses mit einen Preis von 25.000 Euro (schlüsselfertig) sind eher etwas für Selbstversorger, der damit erzeugte Strom ist nicht günstiger als der Netzstrom.
(Quelle: Unabhängiger Kleinwindkraftanlagenberater – Video auf Youtube)

Vielleicht wäre ja ein Elektro-Wasserstoff Hybrid eine gute Lösung für die Zukunft. Mit einer kleinen Batterie könnten die täglichen Strecken des Alltags mit energetisch günstigerem Strom gefahren werden und wenn man mal länger fährt, z.B. in den Urlaub, dann kann man zusätzlich über die Brennstoffzelle den gleichen E-Motor mit Wasserstoff antreiben. Dann kommt man vielleicht auch mit einem geringeren Versorgungsnetz entlang der Hauptrouten (Autobahn, Bundesstraßen) aus.

Ich würde zusätzlich noch einen kleinen Verbrenner und einen Holzvergaser einbauen. Man weiss ja nie…

….und einen Ballen Heu und ein Pferd dazu. Man kann ja nie wissen was man so braucht.

die Wasserstoff Fahrzeuge sind schon jetzt Hybride sie haben alle jetzt schon einen litium-Ionen Puffer-Akku damit sie überhaupt fahren uach der E-Motor ist ja jetzt schon der gleiche,
also warum 2 Antriebe mitschleppen wenn einer genügt????

Weil 200 kg Batterie für 150 km mit einem H2-REX besser, leichter, billiger, ökologischer und nützlicher sein werden als 600 kg Batterie.
Anob, Sie liegen völlig richtig. Ein grosser Teil der Welt sieht das auch so, z.B. Japan, Korea, Kalifornien, Australien, … Darum dürfen Sie das überall sagen. Ausser in einem Tesla-Fanboy-Forum, weil deren Guru mal gesagt hat, dass Wasserstoff nichts ist. Amen und Halleluja.

200 kg Batterie plus H2-REX inkl. H2-Tanks, da dürften an die 500 kg zusammen kommen, dafür gebe es von Akasol eine leichte 91-kWh-Batterie mit ca. 80 kWh netto und 400 km Reichweite.

@Jakob Sperling: Vergessen Sie den H2-REX, einfach statt dessen Gewicht und dem der H2-Tanks lieber eine größere Batterie verwenden und das Ganze wird einfacher und preiswerter.

Deswegen ist ja der neue Mirai auch 60kg schwer als ein Model 3 Long Range. Nur, dass der rein elektrisch nirgends hinfährt mit nur 1,2kWh Akku. Das Standard Ränge Model 3, was völlig ausreicht wiegt sogar 290kg weniger. Dabei hat der Mirai sogar 70Liter mehr Kofferraum als mein E-Up. Nur dass man die Rücksitze leider nicht umklappen kann. Und eingetragen sind zwar 5 Sitze, aber der Mitteltunnel ist so hoch, dass da maximal eine Babyschale auf den mittleren Sitz kann. Also auch nicht wirklich viel praktischer.

Das hat nichts mit „Fanboy“ zu tun. Das hat was mit Mathe und Physik zu tun. Wenn morgen ein Wasserstoffauto verfügbar ist, was günstiger als ein Elektroauto ist, weniger verbraucht und zu Hause betankt werden kann, dann bin ich bereit umzusteigen. Nur weiß ich, dass das nie der Fall sein wird. Da müsste schon ein sensationeller Durchbruch passieren. Und die Wahrscheinlichkeit ist so gering, dass mein vorletzter Satz mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit Bestand haben wird.

Farnsworth

Sie machen immer den gleichen logischen Fehler und glauben, Sie könnten eine systematische Begründung mit einem Einzelfall widerlegen. Das kann alles richtig oder falsch sein, aber mit einem Einzelfall (‚der Mirai ist schwerer als der XY‘) können Sie gar nichts belegen. Das ist Kindergarten-Logik.

Ein Model 3 ist ungefähr mit einem Mirai vergleichbar außer dass das Model 3 noch 30cm kürzer ist. Der Mirai hat einen deutlich geringeren Nutzwert (Sitzplätze, Kofferraum) und ist dabei auch noch schwerer. Maßgeblich für die Größe sind die H2 Tanks. Und die bekommt man nicht kleiner. Bei 700bar benötigt ein 5,6kg H2-Tank diesen Bauraum. Das bestimmt die Physik und keine Kindergartenlogik. Den 2,5 fachen Energieeinsatz bestimmt auch die Physik. Ein H2 PKW wird also immer eine Oberklasse-Limousine mit riesigem Mitteltunnel oder ein SUV ohne Kofferraummulde (siehe Nexo) sein.

Kompakt-, Klein- und Kleinstwagen werden schwierig bis überhaupt nicht umzusetzen sein. Batteriepacks kann man viel besser an den gegebenen Bauraum anpassen. Mein E-UP hat exakt den gleichen Stauraum wie der Verbrenner.

Letztendlich stelle ich mal wieder die gleiche Frage. Fährt irgendeiner von den H2 Befürwortern schon ein H2 Auto? Wenn nein, warum nicht?

Ich nenne mehrere Gründe warum ich kein Wasserstoffauto fahre:
-zu teure Anschaffung
-zu teure Betriebskosten
-zu teure Wartungskosten
-kann ich nicht zu Hause tanken
-zu hoher Energieeinsatz bei regenerativer Erzeugung im Vergleich zum BEV
-aktuell werden lediglich 5 Prozent des Wasserstoffs grün erzeugt. Der Rest kommt überwiegend aus Erdgasreformation. Ein Erdgasfahrzeug wäre effizienter.

Farnsworth

Ihre Schlüsselfrage ist also: „Fährt irgendeiner von den H2 Befürwortern schon ein H2 Auto?“. Sehen Sie nicht, wie nichtssagend (passendere Worte darf ich hier wahrscheinlich nicht verwenden) diese Frage ist?
Vor 15 Jahren hätte man also die gleiche Frage an BEV-Enthusiasten stellen können und ihnen damit beweisen, dass BEV keine Zukunft haben, oder?

Ein:“ ist mir momentan noch zu teuer.“ wäre ja eine ehrliche Antwort. Stattdessen gibt es ausweichende Antworten.

Ich sehe allerdings das FCEV niemals Konkurrenzfähig zum BEV für den Massenmarkt. In der Oberklasse, wo Geld keine Rolle spielt sicherlich.

Betrachten wir doch einfach mal folgende Aussagen:
„Wird irgendwann billiger“ Stimmt, durch Skaleneffekte ist da bestimmt noch etwas zu holen. „Wird irgendwann billiger als BEV“ wird schon unwahrscheinlicher. Auch im Batteriebereich wird gerade geforscht. Die Skaleneffekte noch nicht ausgereizt. „Die Betriebskosten werden irgendwan günstiger sein als ein BEV“ ist leider physikalisch unmöglich.
„Die Energiedichte wird zunehmen“. Nein, auch das nicht. Klar kann man H2 noch mehr komprimieren. Mit 1.500bar können die Tanks noch etwas kleiner werden. Die Effizienz sinkt dann allerdings drastisch wegen der nötigen Energie für die Kompression. Außerdem wird das Platzen eines Tanks mit steigendem Druck immer verheerender.

Wer auf günstige FCEV wartet, die preislich mit den jetzigen Verbrenner oder BEV mithalten kann wird sehr wahrscheinlich ewig warten.

Farnsworth

Sehe ich ähnlich. Nicht zu vergessen den erhöhten Feinstaub, den BEVs erzeugen. Das wird immer verschwiegen. In ein paar Jahren werden wir dann Wasserstoff – Fahrzeuge aus Asien importieren und massenweise BEV- Leichen auf den Schrottplätzen finden, die trotz Funktionstüchtigkeit für Kurzstrecken niemand mehr will.

„… den erhöhten Feinstaub, den BEVs erzeugen.“

Hier wird wohl auf die OECD-Studie bezug genommen, dass durch die erhöhte Gewichte der Autos mehr Reifenabrieb entsteht, aber das ist bei allen schweren Autos ein Problem, man denke nur an den SUV-Trend der letzten Jahre.

Jetzt wo durch die vielen schweren SUVs der Reifenabrieb kräftig gestiegen ist, werden Schuldige gesucht und da sollen jetzt die BEV als Schuldenböcke herhalten.

BEV muss man nicht als „Stadtpanzer“ bauen und man braucht auch keine riesengroßen Batterien (die zunehmend leichter werden) für die vielen Kurzstreckenfahrer, alles geht auch einige Nummern kleiner für 1-2 Personen, evtl. Kinder, und den Wocheneinkauf.

Dacia Spring, ein BEV, wiegt 1045 kg (laut Google), weniger als die meisten Verbrenner.

Ein FCEV ist kein bisschen leichter als ein BEV, falls sie auf dem erhöhten Feinstaub Ausstoß durch Reifenabrieb anspielen.

Farnsworth

Das gab es bis kürzlich, der MB GLC F-Cell war ein Wasserstoff Plug-In-Hybrid. Die Batterie war nur zu klein, um ausschließlich damit den RW Nachteil des (dort verbauten) H2 Stacks zu kompensieren. Außerdem gab es den Wagen nur als Leasing.

Lieber Wolfgang Plank!
In Überschrift und Artikel findet sich fast gleich formuliert:

„Brennpunkt Brennstoffzelle: Wasserstoff die zukunftsträchtigere Fortbewegungsart?“

Bitte doch etwas sorgfältiger schreiben (und vielleicht auch denken?): Weder »Brennstoffzelle« noch »Wasserstoff« sind eine Fortbewegungsart„!

Je nach der gewünschten Aussage könnte es z.B. Antriebsenergie heißen …

Last edited 4 Monate zuvor by Wolfbrecht Gösebert

Wenn die Überschrift eines Artikels eine Frage ist, ist laut Betteridges Gesetz der Schlagzeilen die Antwort NEIN.

„… Antwort NEIN“

Stimmt: Wasserstoff im PKW ist tot, mausetot – nur wissen es immer noch nicht alle (oder wollen es nicht wissen!) in einigen anderen Bereichen werden wir H2 benötigen – nur ist noch nicht ansatzweise klar, woher diese Mengen an CO2-freiem Strom dafür herkommen soll!

Grundkurs Quellenkritik:

  1. Der interviewte Herr arbeitet bei Toyota
  2. Toyota baut Wasserstofffahrzeuge, die sie in Menge verkaufen müssen, um die Entwicklungskosten wieder einzufahren
  3. Artikel ist somit eher Werbung als valide Information
  4. FUD gegen BEV
  5. Aus die Maus 😉

Steht ja alles da. Euer Guru verdient an jedem Tesla, den die Chinesen fertigen und die deutschen Steuerzahler massgeblich mit-bezahlen.

Genauso wie bei Mercedes mit jedem Smart. Oder was ist die Kritik? Macht das Wasserstoff irgendwie zu einer besseren Lösung? Nein.

Farnsworth

FUD

Ich denke, Sie haben nicht verstanden was FUD meint.
Oder was macht Ihnen oder sonst jemandem z.B. Angst bei meiner Aussage?
Schlagworte völlig unpassend zu verwenden, wirkt eher peinlich.

Last edited 4 Monate zuvor by Jakob Sperling

… nicht verstanden was FUD meint.

Die Bedingung für {F/U/D/} ist doch bereits mit einem der Elemente erfüllt!

Die Wahrheit ist doch: Du willst P.T. nicht verstehen, gell?!

Ich denke, ich verstehe P.T. sehr gut. Ich bin einfach nicht mit ihm einverstanden. FUD ist hier schlicht eine blöde Antwort. Nicht alles, womit man nicht einverstanden ist, ist FUD.
Aber ich kann seine dauernden FUD ein Stück weit nachvollziehen. Ich wäre auch frustriert, wenn ich schon so lange hingehalten würde wie er mit seinem bestellten MY. Ich habe schon mit ein paar Klicks auf der Bestellseite dieses Hersteller bemerkt, dass ich bei einem solchen Lieferanten nie etwas bestellen würde. Man muss doch tatsächlich definitiv bestellen, bevor man den Liefertermin erfährt.

Ich denke, ich verstehe P.T. sehr gut …

Fein, da weißt du auch sehr gut, warum er deinem Satz:

Euer Guru verdient an jedem Tesla, den die Chinesen fertigen und die deutschen Steuerzahler massgeblich mit-bezahlen.

mit F/U/Desinformation beantwortet – und das IMO zu Recht!

Du meinst, wie bei meinem VW? Voraussichtliche Lieferung Ende März. Lieferung im Juli?

Farnsworth

6. Toyota ist der größte Automobilhersteller der Welt

Es hindert die großen Konzerne keiner, wenn sie Elektrolyse-Anlagen und Wasserstofftanks bauen, um die „Fünfeinhalb Terawattstunden sauberer Strom“, die sonst verloren wären in Wasserstoff umwandeln wollen – zumal sie ja so gut mit der Politik stehen.

Ich wäre sogar dafür, dass die Industrie den Überschuss-Strom umsonst bekommt, wenn sie ihn komplett abnimmt, um damit Wasserstoff zu produzieren und das Netz zu entlasten.

Den Irsinn mit den H2-Fahrzeugen sollte die H2-Lobby schnellstens vergessen, denn Scania hat richtig erkannt, das der rein batterie-elektrische Antrieb „effizienter, robuster und günstiger“ ist.

Polemik vom feinsten.
Nein die Ingenieure können alle nicht rechnen und verschmähen den Wasserstoff der einfach so in großen Mengen quasi an Bäumen wächst. Toyota ist hier um seine Jünger vor der Kobalthölle zu retten.

„schon ein eisiger Winter zeigt die Grenzen der Akku-Technik“ oder „Das im Überfluss vorhandene Gas enthält…“

😎 der Autor hätte mal besser recherchieren sollen

was für eine Schnapsidee! JEDE, wirklich jede Studie sagt eindeutig Wasserstoff + PKW = aktuell NO GO!
Es mag sich mal ändern, aber nicht 2021 und auch nicht 2025 – wir brauchen JETZT Lösungen, BEV ist der erste Schritt weg von Diesel und Verbrenner.
Wann kommt die Kostenwahrheit, wann grossräumige Fahrverbote für Diesel, wann wird die Förderung der neuen Technologie endlich auf die Verbrenner umgeschlagen?
Da stellt sich ein OEM Bezahlter Lappen hin und dann ist davon vielleicht noch in der Bild zu lesen…

Dieser Franz hat schon einiges richtig erkannt. Was bei vielen Kommentatoren nie verstanden werden kann.Besser würde er aber den H2 für eine richtige Ferry, oder aber zumindest für die Oberklasse beim Antrieb von Fahrzeugen vorsehen.
Der Mirai dafür darzustellen ist der falsche Weg. Das weiss auch Toyota, aber die haben damit wichtige Erfahrungen gesammelt wie es bei der Anwendung mit H2 weitergeht.MB hat die Flinte zu schnell ins Korn geworfen.
Dann als Hilfestellung für einige Schreiber hier.Fahrzeuge mit Brennstoffzelle sind keine Hybrids
Erneuerbare Energien gibt es nicht. Nur Umgewandelte.Und der Alkasol- Daniel redet wieder von Internet Lügen die es gar nicht gibt.Ihn gibt es als Leichtgewicht aber keine solchen Batterien.Der weiss auch nicht, dass Speicheranlagen nie autark sein können, und zusätzlich zu teuer und zu wenig haltbar sind.

Aktuell „die Leichte“ bei Akasol – 9 AKM 150 CYC (9 Batteriepack im Gehäuse), 98 kWh, ca. 560 kg, Lebensdauer ca. 4.000 Zyklen, Maße 1.720 x 700 x 300 mm.

“Da stellt sich ein OEM Bezahlter Lappen hin und dann ist davon vielleicht noch in der Bild zu lesen…“ sehr niveauvoller und sachlicher Kommentar, Herr Hofstetter.

Last edited 4 Monate zuvor by Ferry M. M. Franz

Was für ein Glück, daß Wasserstoff, nicht wie im Artikel beschrieben, In REINFORM im Überfluß vorhanden ist. Dann hätten wir noch ganz andere Probleme. Was für ein mieser Artikel. Niveau unterhalb der B…!

Im Ueberfluss vorhandene Energien sind Sonne und auch noch Wasser. Das Letztere da wo es von der Sonne mehr gibt, etwas weninger.
Um solche Energien, neben anderen mehr, zum Antrieb von Motoren nützlich zu machen, müssen sie umgewandelt werden.

Die Erkenntnis, dass Wasserstoff – aus überschüssiger und z.Zt. nur aufwändig speicherbarer WInd- und/oder Sonnenenergie gewonnen – der „Energieträger der Zukunft“ ist, spricht sich tatsächlich nur allmählich rum.
Was sich leider bisher noch langsamer rumzusprechen scheint ist die Tatsache, dass der Wasserstoff keine weitere Infrastruktur benötigt, wenn er denn in Methanol „gelagert“ wird. Methanol verhält sich nämlich – auch bezüglich Transport und Lagerung – sehr ähnlich wie Benzin. Dafür ist weltweit die Infrastruktur vorhanden.

Methanol wird aus – in der Umwelt bereits vorhandenem – CO2 und Wasserstoff hergestellt. Die Gewinnung von Wasserstoff (und damit auch von Methanol) unter Verwendung von Solar- und Windenergie scheint mir sowohl ökologisch als auch ökonomisch gesehen wesentlich klüger zu sein als mit Millardenaufwand eine völlig neue Infrastruktur von Ladepunkten zu etablieren. (Und ich werde den Verdacht nicht los, dass Volkswagen als größter oder zweitgrößter Autobauer dieses Planeten im Vertrauen auf die Marktmacht den radikalen Ansatz „nur noch BEVs bauen“ fährt. Andere Hersteller sind da wohl umsichtiger und vorsichtiger und halten sich (und uns Verbraucher) für alternative Entwicklungen offen.)

In einem Brennstoffzellen-betriebenen Fahrzeug extrahiert ein Methanol-Reformer (https://de.wikipedia.org/wiki/Methanol-Reformer) den Wasserstoff und setzt das CO2 wieder frei. Das ganze ist also – sofern der Wasserstoff mit Strom aus regenerativen Quellen gewonnen wird – CO2-neutral!
Fahrzeuge mit dieser Technik benötigen zudem weniger große Akkus, weil die Brennstoffzelle kontinuierlich lädt und der Akku vor allem als Pufferspeicher für kurzfristigen, hohen Strombedarf (z.B. beim Beschleunigen) erforderlich ist.

Eine umfangreiche Quelle über die praxisnahe Anwendungsentwicklung findet sich u.a. unter https://www.blue.world/

Wenn schon Wikipedia heran gezogen wird, dann auch das nicht verschweigen …

Vor- und Nachteile

… . Der Vorteil von Methanol ist in diesem Zusammenhang, dass dieses flüssig vorliegt und eine höhere volumetrische Energiedichte hat als Wasserstoff. Methanol ist jedoch wie auch Benzin giftig und leichtentzündlich. Problematisch ist die teure und störanfällige Palladium-Legierung, die nur eine mäßige Temperaturwechselbeständigkeit hat.

(Quelle: Wikipedia)

… wieder eine „teure und störanfällige“ Technik – dabei ist der rein batterie-elektrische Antrieb …

„effizient, robust und günstig“ (laut Scania)

… aber scheinbar soll unbedingt die Brennstoffzellen-Technik in Autos und Lkws untergebracht werden.

Die Wiederholung immer gleicher Stereotype macht es, egal wie oft man sie wiederholt, nicht besser.
Insgesamt verbleibt in den Autos zu wenig Platz, die Wartung ist erheblich aufwändiger und teurer als in BEV, wir haben zwar mitunter stehende Windräder, aber deren Strom lässt sich trotzdem viel effektiver in Batterien speichern, als per Elektrolyse vergast und dann zurück verstromt zu werden….
Von 50 kWh, die wir aktuell in einen Elektrolyseur schieben, kommen am Ende rund 20 kWh auf der Achse an, das ist absolute Verschwendung!

Bitte nicht falsch verstehen, ich arbeite selbst daran mit, mit alten Windrädern AUCH Wasserstoff zu produzieren…aber nicht für die sinnfreie Verbrennung oder Rückverstromung im PKW..sondern für die stoffliche/energetische Verwertung in Stahl und Aluhütten….
Bis wir den dortigen Bedarf an grünem Wasserstoff zu 100 % decken (Mehrere Mio Tonnen, wird wohl noch ein knappes Jahrzehnt vergehen. Bis dahin gibt es gar keine Überschüsse für den Verkehr.

Und die wenigen zitierten, scheinbaren Nachteile (Zum Beispiel mal drüber nachgedacht, dass man bei stationären 24 h Einsätzen auch Tauschbatterien einsetzen kann und somit das Ladezeitproblem nun wirklich sehr trivial löst?) von Batterien (die schon heut teilweise ihren Kobaltbedarf auf Null senken, Stichwort LFP) werden bis dahin nun wirklich ganz sicher verschwunden sein…..

Es gibt immer einige Wenige, die gegen den Strom schwimmen, manchmal kommt sogar was Vernünftiges dabei raus…Wasserstoff im PKW, Statdbuss oder LKW (mittlefristig vermutlich nicht mal auf der Langstrecke) gehört wohl eher nicht dazu.

Und ein anderer User schrieb es schon…mit Wasserstoff aus Chile und saudischen Wüsten (nur dort kann er derzeit zu marktfähigen Preisen produziert werden, wobei der Transport hierher schon wieder einen Teil davon verschlingt) mach wir uns NATÜRLICH nicht politisch abhängig.
Auch hierzulande ist das mal wieder ein Speiel nur für die ganz Großen, denn nur die können vielleicht irgendwann die notwendigen Skaleneffekte generieren.

Aber letztlich ganz einfach:
So lange ich als privater Nutzer eines PKW für sagen wir mal 20 kWh Fahrstrom irgendwas zwischen 1 (eigener Solarstrom) und 8 Euro (an der Schnellzapfe) zahle, werde ich nicht suchend durch die Republik düsen, um eine der seltenen Wasserstofftankstellen zu suchen, die mir dann für 9,80 Euro (oder mehr) ein Kilo (gleich 33 kWh Energiegehalt, wovon rund 20 kWh auf der Achsel landen) Wasserstoff reinzuziehen.
Rekuperation (ohne Zusatzbatterien), Fehlanzeige, Wartungsfrei? Fehlanzeige. Restgefahr durch Versagen technischer Bauteile: Nicht vollkommen auszuschließen, am Ende vermutlich erheblich höher als bei BEV.

Aber wir haben Religionsfreiheit…alles gut! 🙂

Last edited 4 Monate zuvor by Steffen

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