Wasserstoff-Experte über die Frage: “Wasserstoff eine Zukunfts – oder nur Brückentechnologie?”

Copyright Abbildung(en): David Wenger

Seriengründer und Tech-Investor Frank Thelen hat auf LinkedIn für sich die Frage beantwortet, ob Wasserstoff eine Zukunfts – oder nur Brückentechnologie ist. Diesen Artikel konnten wir am gestrigen Donnerstag auf unserem Portal mit dir zu teilen. Ebenfalls auf LinkedIn hat sich Dr.-Ing. David Wenger zu Wort gemeldet, seines Zeichens anerkannter Experte für Wasserstofftechnik und Gründer mehrerer Firmen auf diesem Gebiet – seine Antwort auf die Frage von Thelen wollten wir dir ebenfalls nicht vorenthalten.



Lieber Frank Thelen,

danke für den Artikel. Nach 16 Jahren an vorderster Entwicklungsfront in der Branche traue ich mir einige Einschätzungen zu.

Ich habe mal folgenden Satz gelernt: „Wenn du die falsche Frage stellst, ist die Antwort egal.“ Das bedeutet in diesem Kontext folgendes: Wasserstoff ist weder Zukunftstechnologie noch Brückentechnologie – Wasserstoff ist schon heute ein Grundstoff. Es werden pro Jahr etwa 500 Milliarden Normkubikmeter, das sind etwa 50 Millionen Tonnen, produziert, vor allem für die Petrochemie und die Düngerproduktion. Wasserstoff ist durch das Haber-Bosch-Verfahren, mit dem Kunstdünger produziert werden, eine elementare Grundlage unseres weltweiten Wohlstands. Und das seit über 100 Jahren. Vom Sex-Appeal eines „Fancy-KI-autonome-Elektro-Drohne-Startup“ ist das weit entfernt. Wasserstoff ist tägliches Brot für Chemiefabriken auf der ganzen Welt.

Bei der Produktion dieses Wasserstoffs werden pro Jahr etwa 500 Millionen Tonnen CO2 emittiert. Das ist viel. Und wenn man diesen Wasserstoff nun durch Erneuerbare Energien und Elektrolyse produzieren würde statt aus Erdgas, würde man dieses CO2 einsparen. Und darum geht es in dem „Wumms-Paket“ und der Nationalen Wasserstoffstrategie, die mit neun Milliarden ausgestattet ist.

Der Weltmarktführer für Elektrolyseanlagen heißt ThyssenKrupp. Keine Firma, die im Verdacht steht, ein sexy Investment-Geheimtipp zu sein. Aber mutmaßlich eine Firma, die so im Ruhrgebiet Arbeitsplätze schafft oder zumindest erhält. Das motiviert Politiker aller Couleur. Die zweite Motivation ist, dass die EU ein Drittel des Erdgases von einer einzigen Firma – Gazprom – bezieht. Das ist eine gigantische geopolitische Abhängigkeit. Diese zu reduzieren macht viel Sinn.

Ob Wasserstoff im Verkehr sich durchsetzt, bleibt abzuwarten. Im Wesentlichen hängt es von der weiteren Entwicklung der Batterietechnologie ab. Die Frage ist aber weniger entscheidend als man aufgrund der hitzigen Diskussionen meinen könnte.

WTT / Transport and Environment

Spannend finde ich, dass sehr viele Leute die abgebildete Grafik zitieren. Sie ist so eingängig, dass man kaum auf die Idee kommt, sie zu hinterfragen. Und doch ist sie falsch. Warum? Sie beginnt mit „100% Erneuerbare Energie“, d.h. mit einem Stromangebot, das einfach da ist. Das ist aber faktisch nicht so. Erneuerbare Energien fluktuieren, und Angebot und Nachfrage können nicht automatisch zur Deckung gebracht werden. Es braucht dazwischen einen Speicher. Diese Speicher sind entweder gigantische Batterieparks (an die ich Stand heute nicht glaube) oder ein chemischer Energiespeicher. Und der wird Wasserstoff heißen. Die Wirkungsgrade werden sich so nivellieren.

Deutschland wird nach übereinstimmenden Expertenmeinungen nicht in der Lage sein, genügend Erneuerbare Energien zu produzieren. Wir werden auf Importe angewiesen sein. Wie wird das gehen? Per Kabel? Wir schaffen es ja noch nicht einmal, ein Kabel von Norddeutschland nach Süddeutschland zu legen, um den überschüssigen Windstrom zu verteilen. Entsprechend unwahrscheinlich ist es, dass wir eins von Tunesien über Italien nach München legen. Desertec hat es versucht und ist gescheitert. Auch hier wird Wasserstoff der Weg sein, und die aktuell politisch bevorzugten (Nicht-EU)-Länder sind Marokko (Sonne+Wind) und die Ukraine (Wind). Die Pipelines sind da, man muss sie „nur“ umnutzen.

Lange Rede kurzer Sinn: Wir sollten das Thema mal ausführlich diskutieren, gerne auch unter Einbeziehung der Frage, ob Deutschland als Innovationsland auf dem Holzweg ist und wir die Dinge zerreden, während Hyundai 6 Milliarden in das Thema investiert und schon heute Weltmarktführer für Brennstoffzellensysteme ist.


Über den Autor: Dr.-Ing. David Wenger ist ein weltweit anerkannter Experte für Wasserstofftechnik und Gründer mehrerer Firmen auf diesem Gebiet. In den letzten 16 Jahren hat er mit der Wenger Engineering GmbH von Kalifornien bis Australien für fast alle Firmen in der Branche Entwicklungen vorangetrieben, vor allem im Bereich Wasserstofferzeugung, -speicherung und Tankstellen.

Um das Thema noch weiter zu fördern, hat er Anfang März die Mission Hydrogen GmbH gegründet, die sich schnell zu einer weltweit führenden Wasserstoffmarketing-Firma entwickelt hat. An den wöchentlichen Wasserstoff-Webinaren mit Vertretern des Deutschen Bundestages, des amerikanischen Energieministeriums oder von Firmen wie Linde, Nel oder Loop sind im Schnitt über 1.000 Teilnehmer dabei.

Am 08. Oktober organisiert Mission Hydrogen die weltweit größte Wasserstoffkonferenz, die Hydrogen Online Conference mit rund 10.000 Teilnehmern. Das Live-Ticket ist kostenlos. www.wenger-engineering.de, www.mission-hydrogen.de, www.hydrogen-online-conference.com.

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35 Antworten

  1. Na da ist doch endlich mal einer der Ahnung hat. Jeder Chemie Student weiß nach dem ersten Semester: Wasserstoff wird großindutriell produziert und zu einem großen Teil zu Ammoniak (Haber-Bosch Verfahren bei 300bar und rund 700°C, man kann sich also denken was das an Energie kostet) und dann zu Dünger umgesetzt. Das ist auch nichts bahnbrechend neues sondern wird eben seit Jahrzehnten betrieben.

  2. Ist es ein WUNDER, das jemand der im Bereich Marketing arbeitet , sein Produkt hypen will?

    Aber dadurch wird es nicht besser, schöner oder umweltgerechter. Den Wasserstoff wird zu mehr als 90% aus Öl oder Erdgas hergestellt.

    Und das wird sich auch nicht in 5-10 Jahren ändern lassen, da die EE nicht konsequent ausgebaut wird. Siehe Bayern mit 10H….

    Und das die dauernde Wandlung der Energien in der Wasserstoffkette mit BZ unsinnige Verluste erzeugen hat auch schon wohl jeder realisiert.

    Im Endeffekt wird die Nutzung entscheiden und die wirtscahftlichkeit.

    1. Können Sie sich nicht vorstellen, das dieser Dr.-Ing. etwas mehr Wissen und Erfahrung bei diesem Thema hat als Sie?

      Ich riskiere hier gerne mal eine Korrektur oder Konkretisierung vom Dr.-Ing.:
      Ich wiederhole den folgenden Text schon einige Monate, bis mich entweder jemand widerlegt oder es aufhört mit der Behauptung Energieverschwendung:
      In einer umfangreichen Studie von Agora Energiewende mit Fassung 3/2018 kommt ein BEV zu einem Wirkungsgrad von 69% und ein FCEV zu 26% (Faktor 2,8). Die geht aber von 70% el. Wirkungsgrad des Elektrolyseurs aus und berücksichtigt die Wärmenutzung nicht. Geht man aber von derzeit machbaren 85% el. Wirkungsgrad aus. Kommt man schon auf 32% statt 26% (Faktor 2,2). Berücksichtigt man noch die Wärmenutzungsmöglichkeit von 5-10% durch Sektorenkopplung und berücksichtigt man noch die Wärmenutzung im Fahrzeug (Winter), dann kommt man nur noch auf 40-50% Mehrverbrauch an Energie. Berücksichtigt man dann noch den Energieverbrauch bei der Herstellung (Akku vs. Brennstoffzelle), dann hat sich das Thema Energieverschwendung in Luft aufgelöst. Sie sehen man muss in Gesamtzusammenhängen denken und bewerten.

        1. Ich wiederhole hier meinen Text an Herrn Doesegger, der hat auch mal auf das Strategiepapier von diesem Prof. verwiesen:

          Jetzt wundere ich mich nicht mehr, woher manche blödsinnigen Behauptungen kommen. Dass sich ein Uni-Prof. für sowas hergibt ist traurig. Das als relativ ausgeglichen zu betrachten ist schon seltsam. Die zwanzig Seiten strotzen nur so von Fehlern oder Manipulationen.
          Ich erkläre es mal an einem einzigen Beispiel.

          Zitat: “Es sei noch erwähnt, dass Wasserstoffautos mit Brennstoffzellen ebenfalls eine recht große Batterie benötigen. Ein Daimler GLC F-Cell Plug-In hat sogar eine Lithium-Ionen-Batterie mit 13,5 kWh Kapazität. Die Batterie wird für den Kaltstart des Brennstoffzellensystems, für die schnelle Leistungsbereitstellung bei starker Beschleunigung und vor allem für die Rekuperation benötigt, denn ansonsten geht die Bremsenergie von Brennstoffzellenfahrzeugen wie bei konventionellen Pkws verloren.”
          Obwohl er an anderer Stelle den Nexo erwähnt der lediglich eine 1,56 KWh-Akku hat, nimmt er für diese Behauptung den Daimler, der gar kein reines FCEV ist, sondern sich als Hybridfahrzeug darstellt, welches ohne FC 50km nur mit der Akku fahren kann.

          Ich könnte nun Seitenweise aufzählen, was da alles falsch dargestellt ist. Wenn Sie schon was Neutrales lesen wollen, dann bitte das was in einem anderen Thread HIKER gelinkt hat. Da muss man sich etwas Zeit nehmen, um das zu studieren. Ich gehe zwar nicht unbedingt mit allen Schlußfolgerungen konform, aber die Datengrundlagen sind sehr sauber recherchiert.
          https://www.zukunft-mobilitaet.net/169895/analyse/elektroauto-brennstoffzelle-synthetische-kraftstoffe-ptx-ptl-kosten-infrastruktur-rohstoffe-energiebedarf-wirkungsgrad/?utm_source=Newsletter+%7C+Elektroauto-News.net&utm_campaign=426b357040-Mail_from_09102017_COPY_01&utm_medium=email&utm_term=0_a13cad7d1b-426b357040-154199393

      1. Geht man aber von derzeit machbaren 85% el. Wirkungsgrad aus… gibt ja auch Akkus mit >500wh/kg. Wichtig ist das der Energiespeicher auch unter realen Bedingungen wirtschaftlich ist und kein Millionengrab. Wir in Österreich können da ja ein Lied singen, es gibt glaub ich kein anderes Land mit einem fertig gebauten AKW das nie in Betrieb genommen wurde.
        Meiner Meinung nach sollte grüner Wasserstoff zuerst den aus Erdgas ersetzen und dann könnte man ihn als Energiespeicher, Ersatz für Erdgas (50/50 soll ja möglich sein) nutzen.

        1. Seien Sie froh, dass das AKW nie in Betrieb genommen wurde. Also 500 Wh/kg für einen PKW wären schon schön, wo gibt es das zu kaufen? Elektrolyseure mit 82% el. Wirkungsgrad können Sie kaufen. 85% ist gerade die Maßgabe bei einem Rotterdamer Großprojekt, welches noch in der Planungsphase ist. Zuerst wird H2 dort kommen, wo Erfahrungen im Großmassstab gesammelt werden müssen. Die Technik als solche ist da und bewährt. Bevor man Energie verschwendet und grünen Strom abregelt, sollte man H2 aus diesem Strom erzeugen. Wenn diese Mengen überschritten werden, dann kann man Anfangen zu substituieren. Das Endziel ist 2050 ein 100%-EE-System (also CO-frei) zu erreichen. Und ist nach Meinung aller Experten der Energiewirtschaft nur mit H2-Speicherung erreichbar.

          1. Sie sind doch Ingenieur. Betrachten Sie doch mal den Gesamtwirkungsgrad, der ist nämlich entscheidend. Es kann doch nicht ernsthaft sein, das sich ein Ingenieur einen winzig kleinen Aspekt herausgreift, den optimiert, aber den Rattenschwanz an Problemen einfach stur ignoriert.
            Ich bin auch Dipl. Ing. (FH) Maschinenbau und mir wird das langsam peinlich, was Sie hier schreiben.

          2. In Deutschland wird sicher Wasserstoff eine größere Rolle spielen als z.b. in Österreich hier wäre es sinnvoll Pumpspeicherkraftwerk auszubauen. Die wären wesentlich effizienter.

          3. Lieber höchst anonymer Silberbart, Sie sollten das unsachliche 180-Grad-Spiel Herr Trump überlassen, der kann das besser. Ich musste lachen über diesen untauglichen Versuch, mich zu diskreditieren. Ich argumentiere ja gerade immer ganzheitlich und Sie lassen alles außer acht was Ihnen nicht passt. Wer hier schon länger neutral mitliest weiß das. Sie machen sich so nur lächerlich.
            Wenn Sie doch auch Ingenieur sind, dann machen Sie mal eine genau Berechnung. Ich biete das Thema Wirkungsgrad ja schon länger an und bis Heute kam da nichts dagegen.

          4. Den Elektrolyseur mit 82 % elektronischer Wirkungsgrad würde ich gerne mal sehen. Gibt’s da ne Quelle? Also 82% find ich reichlich optimistisch. Es gibt eigentlich Grenzen für solche Wirkungsgrad, mal sehen ob noch ne Info kommt.

          5. Für Dominik meinen Text vom 28. April 2020 um 00:21 Uhr https://www.elektroauto-news.net/2020/baden-wuerttemberg-will-wasserstoff-roadmap-erarbeiten?unapproved=69767&moderation-hash=1632c3fa2ebdbf137d512635bf07275a#comment-69767

            Das ist das aktuellste Projekt für grünen Wasserstoff. Der elektrische Wirkungsgrad des Elektrolyseurs beträgt 85%. https://www.iwr.de/news.php?id=36641
            Was aktuell kaufbares, was auch schon auf Markt angewendet wird:
            https://www.sunfire.de/de/produkte-und-technologie/sunfire-hylink 82%el.
            https://www.h-tec.com/produkte/me-4501400/ zwar elektrisch noch nicht ganz so gut, aber bei Wärmenutzung (wie bei einem BHKW) extrem gut.
            Bei obigen Link von gestern reden wir übrigens nicht über ferne Zukunft, sondern über ein sich in der konkreten Entwicklung befindliches Großprojekt in Rotterdam.
            Oder auch sehr interessant wenn man wissen will wohin der Weg führt:
            https://www.solarify.eu/2019/01/15/163-hochtemperatur-co-elektrolyse-erfolgreich-getestet/

            Und zum Thema Überschußstrom. In einem 100%-EE-System (2050) wird es wegen sehr viel Fluktuation eine hohe H2-Produktion geben müssen. Der wird gespeichert und/oder in diversen Sektoren verwendet werden. Ob dazu auch PKWs gehören werden hängt der weiteren Entwicklung von Akkus ab. Habe ich alles in vielen Threads schon ausführlich erläutert. Aber die meisten PKW werden BEV sein (Klein- und Mittelklasse).

  3. Wir schreiben hier in einem Portal zur E-Mobilität. Da ja oft der Eindruck vermittelt wird, dass die Brennstoffzellen in der Breite die BEV ersetzen könnten, sind diese Kernsätze für mich entscheidend:

    “Ob Wasserstoff im Verkehr sich durchsetzt, bleibt abzuwarten. Im Wesentlichen hängt es von der weiteren Entwicklung der Batterietechnologie ab…”

    Ich denke, genau darum ging es auch Herrn Thelen. Der wertvolle GRÜNE Wasserstoff ist, wie im Artikel aufgeführt, für so viele Anwendungen unverzichtbar. Aber er ist in breiter Masse für den PKW-Einsatz extrem uneffizient und damit wenig geeignet. Es ist DAFÜR die pure Verschwendung.

    Wer im Gegensatz zu einem BEV einen hochkomplexen Brennstoffzellen-PKW mit u. a. hohen Wartungsaufwand kaufen möchte, soll es gerne machen und dann auch die Konsequenzen tragen, ob er mit denen zurecht kommt oder eben nicht.

    Wie fortschrittlich die Batterietechnologie sein wird, wird man seitens Tesla als Benchmark hoffentlich bald zum angekündigten Batterie-Investorentag erfahren.

    1. Es wird doch – weil es gerade so gut passt:
      Die NOW-GmbH hat nun endlich den Auftrag zum Bau von 1.000 Schnellladestationen ähnlich Vorbild Tesla per offizieller Ausschreibung erhalten.

      Mindestleistung pro DC-Ladepunkt: 150 kW. !! Ausbaufähigkeit und Mittelspannungsnetzanschluss sind Voraussetzung.
      Süffisant: Man sollte wissen, das die NOW-GmbH die nationale Leitstelle für “Bundesförderung Wasserstoff und Brennstoffzelle” ist…

      https://www.now-gmbh.de/de/aktuelles/presse/nationale-leitstelle-ladeinfrastruktur-bei-now-gmbh

      Nur mal so aus Erfahrung: Im Familenkreis fahren wir seit gut einem Jahr begeistert ein Tesla Model3 mit gut 60.000 km ohne eigene Ladestation an der Wohnung. Geladen wurde fast ausschließlich an den tesla-eigenen Superchargern ohne nennenswerte Probleme..

    2. 1+
      Es ergibt kaufmännisch keinen Sinn mir die Dachfläche mit dem 4fachen an Panels zuzuhauen, um daraus grünen Wasserstoff zu erzeugen, der dann wiederum für mein Auto als Energieträger zunutze kommt. Dann doch gleich in das rein elektrisch / batteriebetrieben Fahrzeug. Zumal ich denke, dass das Kraftwerk für das Einfamilienhaus unbezahlbar bleibt. Der grüne Gedanke ist bei beiden Verfahren annähernd gleich, sprich CO2-Rucksack.
      Der E-Techniker (E-Smart für die Stadt, Tesla Model S für die Strecke)

      1. @ Jürgen
        Genau so haben wir es auch für unser BEV gemacht. Wir haben uns übrigens bewusst vor gut drei Jahren für nur ein Auto in unserem Haushalt entschieden. Die beruflichen Gegebenheiten und die Fahrprofile sind halt günstig dafür. Wir haben es jedenfalls nicht bereut.
        Unsere Solaranlage werkelt seit Ende’19 bestens. (noch ohne eigenen Speicher)
        Das Tesla ModelY, dann aus deutscher Produktion als Ersatz für unser derzeitiges BEV, ist gesetzt.

    3. Ich sehe das ähnlich.
      1. Grüner Wasserstoff wird viel zu kostbar sein um ihn einfach zu verheizen. Es gibt sehr viel kritischere Anwendungen wo es in den nächsten 20 Jahren keinen Ersatz für den Verbrenner gibt im Gegensatz zum Kfz z.B. Flugverkehr, Hochseeschiffe und Wasserstoff direkt chemisch eingesetzt wird wie Düngemitteln.
      2. Strom lässt sich nicht nur in Batterien und in Wasserstoff speichern, sondern auch in Druckluftspeichern, Pumpspeichern und geohydraulischen Lageenenergiespeichern (Heindl). Die beiden letzteren mit hohen Investitionen aber dafür auch hohem Wirkungsgrad.
      3. Die Netzgröße und ein Smartgrid, das Angebot und Nachfrage optimiert reduzieren den Speicherbedarf, dass nur für einen relativ kleinen Anteil des Gesamtstromverbrauchs/-produktion eine Speicherung benötigt wird
      Fazit: überall wo es jetzt schon Alternativen zum Wasserstoff gibt, seien es Batterien und Elektroautos, Pumpspeicher in Norwegen oder der Netzausbau, macht Wasserstoff aufgrund der hohen Umwandlungsverluste aus Ökostrom keinen Sinn. Aber ohne eine drastische Reduktion des Energieverbrauchs in den Sektoren wo es für ein erdölbasierte Technologie in absehbarer Zeit keinen Ersatz geben wird, wie eben der Flugverkehr, werden wir beim Klimaschutz die Kurve nicht kriegen. Ich befürchte letzteres.

    4. Wie kommen Sie zu der Erkenntniss, dass der Eindruck vermittelt wird, dass die Brennstoffzellen in der Breite die BEV ersetzen könnten?
      Davon lese ich nichts. Nur umgekehrt, dass FCEV Unsinn wären. Was widerum Unsinn ist. Fast alle Experten sind der Meinung FCEV ist nichts für kleine und mittelgroße Fahrzeuge. Das sehe ich auch so, zumindest bei dem derzeitigen Technikstand.

  4. Spätestens wenn die Akkutechnik bei etwa 600Wh pro Liter angekommen ist, gibt es für die Masse keinen Grund eine Brennstoffzelle zu verwenden. Und diese Energiedichte halte ich in den nächsten 5 Jahren für durchaus realistisch, da es nun immer mehr Meldungen zu neuen Akkutechnologie gibt und das auch von renommierten Firmen/Instituten/Personen.

  5. >Diese Speicher sind entweder gigantische Batterieparks (an die ich Stand heute nicht glaube) oder ein chemischer Energiespeicher. Und der wird Wasserstoff heißen. Die Wirkungsgrade werden sich so nivellieren.

    Erschließt sich mir überhaupt nicht. Das ist eine Argumentation nach dem Motto ‘Haben wir immer so gemacht’.
    Warum nivellieren sich Wirkungsgrade, nur weil zusätzliche Speicher (wie immer diese auch aussehen werden) benötigt werden, wenn der Anteil erneuerbarer Energien erhöht wird?
    Die Tabelle macht nur klar, daß rein für die Elektromobilität Wasserstoff wenig Sinn für PKWs macht – für alle anderen Einsatzzwecke sehr wohl.

    1. Er geht halt von dem derzeitigen bekannten Kenntnisstand der Batterietechnologien und -Möglichkeiten (incl. Verfügbarkeit, Kosteneffizienz, etc.) aus. Vermutlich wird sich aber bald gewaltig etwas zum Positiven ändern.

      Kann man aus eigener Marketingsicht so machen – ohne auf die künftigen, vermutlich bahnbrechenden Entwicklungen (Tesla…) hinzuweisen… 😉

      1. So ist es auch bei den Brennstoffzellen. Ich hoffe auch sehr, dass Akkus den großen Sprung machen. Mir ist nämlich völlig egal ob sich BEV oder FCEV oder beides oder Hybride BEV mit FC-REX durchsetzen. Hauptsache ist doch der E-Motor den alle gemeinsam haben. Aber man sollte halt auch mal anerkennen, dass PEM-FC für FCEV auch große Sprünge gemacht haben. 90% Platinersparniss und 35% Volumenminderung sind doch nicht zu verachten, oder?

    2. Wasserstoff kann nur da Sinn machen:

      wo es wirtschaftlich oder technisch gesehen keine Alternative gibt.

      Und da wird es immer schwerer einen Konsens zu ermitteln, wo das sein soll…..

      Daher “wird Angriff gepfiffen” von der Wasserstofflobby, damit wenn die Verteilungen der vorhandenen Ressourcen erfolgt ist, der Prozess der Ausrichtung nicht mehr rational zurückgefahren werden kann…. und die Milliardeninvestionen zu rechtfertigen….

    3. Den meisten hier fehlen einfach die Kenntnisse aus dem Bereich Energiewirtschaft. Mobilität ist nur einer der sogenannten Sektoren. Mit Nivellieren ist gemeint, dass der Strom aus der BEV-Ladestelle aus einer Rückverstromung aus dem Wasserstoffspeicher kommt.

        1. Ihre Ausführungen in Ehren; aber woher wissen Sie, dass hier die Fachkenntnisse fehlen? So etwas zu behaupten finde ich schon ziemlich anmaßend, um nicht “arrogant” zu verwenden. Das wiederholte “Dipl.IngFH” deutet eher auf ein “älteres Semester”, was aber nicht Negatives sein muss – schreibt jemand mit “M. Sc.” (Maschinenbau), der es nicht für nötig hält, das ständig in den Vordergrund zu rücken.
          Sorry – Luft abgelassen…

          1. Ganz einfach aus den Kommentaren. Hier scheiben meistens die selben Leute, deren Kenntnisstand man beurteilen kann. Und manche sind nicht im geringsten daran interessiert, aus dem was Sie lesen, auch zu Erkenntnissen zu kommen. Bei Bestimmten lese ich regelmäßig Kommentare die man nur als Zumutung bezeichnen kann. Da werde ich dann gerne etwas arrogant. Man kann solchen Leuten nur so begegnen. Insbesondere Trolle aller Art lassen sich nicht von Argumenten beeindrucken.
            Wie Sie richtig vermuten bin ich kein Jungspund mehr sondern Jahrgang 1963. Ich verwende normalerweise gerne meinen Titel, denn es gibt im Internet nur zwei Herren die dann noch bei Recherche übrigbleiben. Und ich bin der eine der schon lange in verschiedenen Bereichen kommentiert. Ich stehe zu allem was ich fachlich schreibe und verstecke mich nicht hinter einem Pseudonym. Das käme mir nur in politisch gefärhrlichen Bereichen sinnvoll vor.
            In diesem Forum kommen vor allem die Tesla-Fanclubmitglieder und wollen nicht akzeptieren, dass es viele gute Gründe gibt, warum man gerade in Deutschland sich intensiv mit Wasserstoffwirtschaft beschäftigen muss.
            Ich verteidige regelmäßig BEV gegen Verbrennertrolle, aber meist FCEV gegen BEV-Trolle. Denn das können dann leider nicht soviele.
            Aber was ganz schwieig ist, hier den vielen Leuten ohne viel Wissen von Energiewirtschaft, klar zu machen, dass FCEV das kleinste aller H2-Themen ist. FCEV haben aus heutiger Sicht nur eine Chance bei großen Langstreckenfahrzeugen und nur wenn die Akkus nicht die versprochenen Sprünge machen. Aber deshalb da nicht auf Augenhöhe mit den Asiaten weiter zu entwickeln, wäre volkswirtschaftlich dumm. Interessiert natürlich kein Schweizer Teslafanclubmitglied. Ich hätte noch viel zu schreiben, lasse es aber mal dabei.

  6. Die Speicher müssen nicht unbedingt gigantische Batterieparks sein (obwohl dagegen nichts einzuwenden ist).
    Heute werden immer öfter Lösungen zusammen mit der Wirtschaft gesucht. Z.B. Schmelzbäder, die bei Stromüberangebot stärker aufgeheizt werden als notwendig und dann auch mal kurz vom Netz gehen können bei zu wenig Strom. Genauso funktioniert das bei grossen Kühlhäusern.

    Zukünftig werden PKW Akkus zu Pufferspeichern für das Netz. Wer kann denn wirklich eine Garantie von 1 Mio. km ausnutzen, wie jetzt schon von Toyota für den Lexus UX300e oder Proace elektro angeboten? So viele Ladezyklen sind wunderbar geeignet zur Rückspeisung.

    Es gibt auch interessante Speicherprojekte, die noch nicht im Fokus der Öffendlichkeit stehen. Z.B. werden gerade Wasserspeicher erforscht, die im Meer versenkt werden sollen. Bei Überschuss wird das Wasser gegen den Überdruck am Meeresboden herausgepumpt und bei zu wenig Strom fliesst es über eine Turbine wieder in die Tanks zurück.

    Nicht zuletzt stellt sich die Frage, ob bei EE nicht ein Überangebot zulässig ist. Der Strom kostet in der Erzeugung so gut wie nichts und Windräder lassen sich in Sekunden vom Netz nehmen. Genauso ist es bei PV Anlagen. Konventionelle Kraftwerke lassen sich viel schlechter und langsamer steuern und kosten dabei im Betrieb auch noch deutlich mehr.

    1. Hier stimme ich zu. Technologieoffenheit ist wichtig. Je nach Situation gibt es unterschiedliche Lösungen, welche optimal sind. Im großen Massstab setzt sich langfristig dann sowieso das wirtschaftlichste Konzept durch. Hauptsache es gelten faire Marktbedingungen.

  7. Was der Wasserstoff-Experte hier macht, ist Äpfel mit Birnen zu vergleichen.
    Die kritisierte Grafik zeigt die Effizienz der verschiedenen Fahrzeuge, Herr Wenger redet dann aber über stationäre Speicherung von Energie.
    Zur stationären Speicherung ist Wasserstoff sicherlich sinnvoll einsetzbar, bei PKWs ist es aber grundsätzlich effizienter auf eine zweimalige Umwandlung der Energie zu verzichten.

  8. Einige Punkte sind fraglich bis ungenau: “Experten sind der Meinung, dass in Deutschland nicht die erforderliche Menge Energie aus EE erzeugt werden kann”. Wie hoch wird der Energieverbrauch veranschlagt? Wie hoch der Stromanteil?” Sowie: “der Stromverbrauch für die Herstellung des Akkus gleicht den Wirkungsgradnachteil aus”. Wie hoch ist der Stromverbrauch für die Herstellung eines Akku? (pro kWh Kapazität)
    und: ” Strom muss Zwischengespeichert werden.” Warum muss Strom aus Wind und Sonne unbedingt zwischengespeichert werden wenn Bedarf vorhanden ist? Das stimmt definitiv nicht!
    Mit einem Akku von 40 kWh und einer realistische Laufleistung von 180.000 km, liegt der Effiziensvorteil deutlich über 50%.
    Natürlich gibt es auch andere Proportionen. (z.B. Akku mit 60 kWh und einer Laufleistung von 150,000 km. In der Praxis werden aber schon deutlich über 300.000 km erreicht ) Bei einer allgemeinen Bewertung sollte aber mit Durchschnittswerten gerechnet werden.

  9. Info zum Thema aus der SZ: “30. Juni 2020, 4:57 Uhr
    Technologie
    :
    Die Brennstoffzelle soll Daimlers nächstes großes Ding werden”

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