TÜV-Verband fordert Vorfahrt für Elektromobilität

TÜV-Verband fordert Vorfahrt für Elektromobilität

Copyright Abbildung(en): Valdis Skudre / Shutterstock.com

Der TÜV-Verband hat von der Bundesregierung zusätzliche Anstrengungen bei der Förderung der Elektromobilität gefordert. Stärkere Anreize für die Anschaffung eines Elektroautos, ein massiver Ausbau der Ladeinfrastruktur in Kombination mit einer besseren Aufklärung über die bereits heute möglichen Reichweiten sowie höhere Sicherheitsstandards seien notwendig, um der Elektromobilität den entscheidenden Schub zu geben und die Klimaschutzziele zu erreichen. In strombasierten Kraftstoffen (E-Fuels) sieht der TÜV-Verband für den Pkw-Sektor dagegen nur sehr geringes Potenzial für Umweltverbesserungen.

Parallel dazu müsse die Sicherheit der Elektromobilität weiter verbessert werden, um die Akzeptanz für die neue Technologie nicht zu gefährden. Aus Sicht des TÜV-Verbands müssen Prüforganisationen einen besseren Zugang zu sicherheitskritischen Fahrzeugdaten erhalten, die öffentliche Ladeinfrastruktur von unabhängigen Stellen regelmäßig geprüft und die elektromagnetische Verträglichkeit von E-Fahrzeugen stärker berücksichtigt werden. Für die technische Sicherheit von Wasserstofffahrzeugen seien eigenständige Rechtsvorschriften notwendig, um beispielsweise die Dichtheit des Systems analog zu Gasfahrzeugen prüfen zu können. Seine Empfehlungen an die Politik hat der TÜV-Verband in einem aktuellen Positionspapier zusammengefasst (hier als PDF zu finden).

„Die Elektromobilität sollte ab sofort an erster Stelle stehen, um möglichst schnell ein nachhaltiges, bedarfsgerechtes und bezahlbares Verkehrssystem aufzubauen. Der Individualverkehr muss CO2-neutral werden, wenn wir die Klimaschutzziele erreichen wollen.“ – Jannis Dörhöfer, New Mobility Experte beim TÜV-Verband (VdTÜV)

Laut der „TÜV Mobility Studie 2020“ hat eine breite Mehrheit der Bevölkerung erkannt, dass Handlungsbedarf in Sachen Klimaschutz besteht. 69 Prozent der Bundesbürger sind der Ansicht, dass aufgrund der Klimabelastung durch den Verkehr ein grundsätzliches Umdenken im Bereich der Mobilität notwendig ist. Immerhin ein Drittel der Deutschen kann sich derzeit vorstellen, in den kommenden fünf Jahren ein Elektroauto anzuschaffen. Eine geringe Reichweite, zu wenig Ladestationen und ein hoher Anschaffungspreis sprechen aus Sicht der Befragten allerdings häufig noch gegen den Kauf eines Elektrofahrzeugs.

Die Akzeptanz für die Elektromobilität ist kein Selbstläufer und muss aktiv gefördert werden“, sagte Dörhöfer. „Höhere Reichweiten und ein Ausbau der Ladeinfrastruktur sind wichtig. In der Regel reicht die vorhandene aber schon heute Technik aus, um den privaten Mobilitätsbedarf der meisten Menschen decken zu können. Darüber müssen wir verstärkt informieren, um der Angst vor dem Liegenbleiben zu begegnen.“ Darüber hinaus müssten Autobesitzer über den Zustand des Stromspeichers in ihren Fahrzeugen Bescheid wissen, da die Leistungsfähigkeit von Batterien im Laufe der Zeit abnimmt. Eine Prüfung des so genannten State of Health einer Batterie müsse daher Teil der periodischen Hauptuntersuchung werden.

Quelle: VdTÜV – Pressemitteilung vom 03.08.2020

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8 Antworten

  1. Der TÜV könnte in Kooperation mit E-Auto-Herstellern und Werkstätten eine Drive-in-Inspektion anbieten, die zeitlich und finanziell attraktiv sein sollte.

  2. Im Prinzip ist es haben die vom TÜV genommen schon recht.
    Mit ihren Prüfungen habe ich wollen sie aber nur eine zusätzliche Einnahme Quelle
    E Autos und brauchen ja keine asu. Die Einnahmen sind Fälle da schon mal weg

  3. Der TÜV sollte sich vielleicht mal auf seine eigentlichen Aufgaben besinnen und dafür sorgen, dass von ihm geprüfte Fahrzeuge Verkehrssicher sind und sich aus der Tagespolitik raushalten. Für die meisten Prüfer ist so ein Elektrofahrzeug doch mit Sicherheit noch ein Buch mit sieben Siegeln.

  4. Die deutschen wollen kein E Auto
    Wann kappiert ihr das?
    Eh ihr das verstanden habt ist die Wirtschaft in Deutschland tot!!
    Werdet endlich wach
    Ihr macht alles kaputt

    1. Vieeleicht sollten sie endlich wach werden und der realität ins auge blicken die disruption hat schon angefangen die verbrenner verkäufe brechen derzeit massiv ein während die E-autos verkäufe trotz corona alle rekorde brechen allein im juli fast 20.000 neue E-Autos sind schon 5% aller fahrzeugverkäufe letztes Jahr waren es nur ca. 1,8% wenn unsere autokonzernene nicht sofort alles auf e-mobilität setzen werden sie denselben weg wie nokia gehen nämlich in die absolute Bedeutungslosigkeit

    2. An Bernd:
      Wir werden dank der Pandemie und Wetter langsam wach, die Erde braucht uns nicht! Aber wir die Erde! Kapieren Sie das? Wir ALLE müssen unser Verhalten ändern! Haben Sie Kinder / Enkelkinder? Ist Ihnen alles egal, oder doch nicht? Durch Ihr Verhalten und weiterer Verweigerer generieren wir eine hohe Arbeitslosigkeit, der Verbrenner ist TOT !!! Mitsubishi stellt die Entwicklung neuer Verbrenner ein, warum wohl? Hier ein Sensor da ein weiterer Turbo usw. um den Motor zu verbessern oder durch Softwareschummelein. Die E-Technik ist nicht aufzuhalten. Gehen Sie ca. 130 Jahre zurück, da sind die Gegner auch auf die Barrikaden gegangen, hätten die sich weltweit durchgesetzt würden wir heute noch auf Pferden reiten und Sie könnten ihren geliebten Verbrenner nicht fahren. Das nennt man Fortschritt!
      Wenn Sie den Krach eines Auspuffs benötigen oder den Gestank inhalieren wollen dann bleiben Sie doch diesem Forum einfach bitte fern.
      Der E-Techniker (E-Smart für die Stadt, Tesla Model S für die Strecke)

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