Elektroauto – Nachteile des Elektroantriebs

Elektroauto Nachteile
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Klar ist nicht alles Gold was glänzt. Elektroauto Nachteile gibt es, daher wollen wir diese nicht verschweigen und ein wenig genauer betrachten. So wie alle neuen Technologien anfangs höhere Preise mit sich bringen, verhält es sich beim Elektroauto nicht anders: Die Anschaffung ist vergleichsweise teuer. Neuheiten stecken in Kinderschuhen, das heißt, die Details sind noch nicht so erprobt wie bei anderen Gütern, an Verfeinerungen muss erst einmal gearbeitet, Erfahrungswerte dagegen können nur langsam gewonnen werden.

Inhaltsverzeichnis

Nachteile des Elektroautos / des Elektro-Antrieb

Der Anschaffungspreis für ein Fahrzeug mit Elektro-Antrieb ist definitiv höher als mit Verbrenner-Motor. Einerseits verschafft auch das den Innovationen das Flair von Luxus und Prestige – andererseits kann es sich einfach nicht jeder leisten. Dasselbe gilt allerdings auch für Neuwägen mit herkömmlichen Motoren. Ganzheitlich betrachtet ist die Wertung dieses Aspekts als Nachteil trotzdem gerechtfertigt.

Die Technik rund um den Elektro-Antrieb befand sich vor nicht allzu langer Zeit in Kinderschuhen. Mittlerweile kann man das so nicht mehr sagen. Die Verbesserungen der letzten Jahre lassen diesen Aspekt immer mehr verblassen. Etwa bei der Frage nach der Auflade-Dauer, die von aktuellen Modellen mit ihren großen Unterschieden individuelle Wahlmöglichkeiten belassen.

"We have to use cars much more efficiently. We have to look at alternative technologies of cars such as biofuels or, even more importantly, electric cars."

Fatih Birol

Eine gewisse Sensibilität bei extremeren Temperaturen beim Elektro-Motor ist zu bejahen. Denn der Energieverbrauch bestimmt sich, wie etwa bei einer Heizung, nach den vorherrschenden Temperaturen. Ausschlaggebend ist auch, welche Features man während einer konkreten Fahrt benutzt. So kann sich natürlich die Reichweite verringern, wenn wir während der Fahrt Heizung oder Klima verwenden. Genauso wie beim Energieverbrauch im trauten Heim auch. Ob und in welchem Ausmaß dies jedoch den Besitzer beeinträchtigen kann, ist nicht zuletzt eine Frage des Modells. Es gibt auch günstigere Angebote unter den Verbrennern, welche mit gewissen „Wehwehchen“ einhergehen und der Käufer nimmt sie bewusst in Kauf. Auch hier kann man das als Vorteil betrachten, nämlich für jene Konsumenten, die sich informieren und differenzieren. Auch das war bei den Verbrennern nicht in diesem Ausmaß möglich.

Ein kleiner Überblick über die Headlines von 2020 zu den Neuerungen zeigt uns einmal einen Lithium-Schwefel-Akku, der eine Reichweite von 1000 km aufweist. Natürlich nur im Labor – aber: es geht. Dann gibt es Forschungen, die sich mit einem würdigen Ersatz-Rohstoff von Lithium befassen. Interessante Ansätze werden immer wieder einmal hervorgebracht – die Entwicklung kann hier voranschreiten, während bei Verbrenner-Motoren nichts mehr geht.

Elektroauto Nachteile und die Reichweiten-Diskussion

Es stellt sich so gut wie für jeden die Frage nach dem Komfort. Schwere Ladekabel schleppen, sie mal wo verstauen, keine Ladestationen finden. Blackout im großen Stil. Die Apokalypse der Matchbox-Autos mit großer Steckdose vorne drauf droht. Diese „Argumente“ oder Gefühlseffekte waren vielleicht einmal bis zu einem gewissen Grad gerechtfertigt. Ein unbefriedigender Entwicklungsstand galt aber auch anno dazumal für Verbrenner-Autos, die man vor dem Starten aufziehen musste wie einen Wecker und eine Reichweite von maximal 3 Kilometern dargeboten hatten. Man kann sich mit faktenbasierten Videos durchaus belustigen, egal, bei welcher Antriebsart.

Heute wird man mit keinem halbwegs gängigen Modell von Elektro-Autos derartige Assoziationen hervorrufen. Das Gegenteil ist der Fall. Man braucht sich nur einen kleinen Überblick über die aktuellen Angebote verschaffen und wird mit Gewissheit fasziniert.

Tatsächlich ist es die Reichweite, welche anders als gewohnt ausfällt und durchaus als Nachteil empfunden werden kann. Dem wird jedoch mittlerweile Rechnung getragen indem es für jeden Bedarf andere Modelle gibt. Wer bei längeren Fahrten noch schneller aufladen muss, wird genauso fündig wie derjenige, der zu 98 % seiner Lebenszeit  nur tägliche 7 Kilometer pro Tag bewältigen muss. Beim Elektroauto lässt sich immerhin beim Kauf differenzieren. Mit einem Verbrenner-Motor war das noch weniger einfach. Je individueller eine Kaufentscheidung getroffen werden kann, umso höher wird der Komfort bei gleichzeitiger Ersparnis für Dinge, die man doch nicht braucht. Das definiert Effizienz.

Ob die Sache mit der Reichweite für jemand Bestimmten eigentlich ein Nachteil ist, steht natürlich auf einem anderen Blatt Papier. Den typischen Sonntagsfahrer wird das wohl nicht besonders kratzen. Dasselbe gilt im Prinzip ja auch umgekehrt für das sogenannte „grüne Gewissen“ – den Einen stört der Emissionsrucksack, andere treten bewusst gegen die „Gretel-Diktatur“ auf aber die Masse der Menschen setzt ausreichenden Sachverstand ein und schaut auf die Umwelt.

Elektroauto Nachteile: "Ein guter Jurist sagt immer Jein"

Eine korrekte Antwort auf die Frage der Reichweite kann nur unter Einbeziehung der konkreten Umstände gegeben werden. Ein kleines Gedankenspiel dazu: Wäre der Käufer eines Neuwagens hinsichtlich der Reichweite komplett in die Irre geführt und wäre es – rein theoretisch natürlich – eine bewiesene Sache, dass genau diese Person niemals und unter gar keinen Umständen eine größere Reichweite benötigen würde, wäre er dadurch nicht beschwert. So wäre es fraglich, ob seine Anträge, je nach anzuwendendem Verfahrensrecht, überhaupt zugelassen würden und eine Frage der Auslegung, ob dieser Mangel eigentlich kausal gewesen sein könnte, es nicht gekauft zu haben.

Der schwerwiegendste ökologische Nachteil liegt zurzeit in der Rohstoff-Gewinnung. Lithium gibt es nun einmal nicht überall und in endlosen Mengen. Bei der Gewinnung bewirkt man einen Wasserverbrauch und man findet es vorwiegend in von indigenen Gemeinschaften bewohnten Gebieten in Südamerika. Gesellschaften mit traditionellen Lebensweisen wie der Viehzucht, die mit dem Abbau zwar regionale Arbeitsplätze bekommen, aber die Abhängigkeit von internationalen Konzernen eben auch Bedenken hervorruft. Ist die Konservierung traditioneller Lebensweisen eine Aufgabe der Allgemeinheit? Diese Antwort hängt von der Politik ab. Sie kann Steuerungseffekte erwirken.

Ein gewisses Dilemma ergibt sich gewiss für die angesiedelten Tierarten, etwa den Flamingos. Das wird schwer zu bestreiten sein. Man muss hier ganz genau hinschauen und eben nicht nur bei der Erzeugung von Elektro-Akkus, sondern in jeder Branche. Man kann nicht den Tierindustriellen für dasselbe fördern, was dem anderen ein Tabu wäre. Es gäbe sehr wohl Lösungsansätze. Und das in ausgewogener Weise, welche jede Branche oder Lobby betrifft. Mit alle den positiven Möglichkeiten von bewusst gesteuerten Veränderungen, auch volkswirtschaftlich. Das Unterlassung sinnvoller Maßnahmen liegt noch mehr im politischen Willen der Regierungen begründet und nicht der Branche der Elektroautos per se. In Chile konnte ein Unternehmen den erforderlichen Forschungsbedarf mittlerweile Rechnung tragen – nicht weniger als 300 Messstationen werden künftig dafür genaueste Ergebnisse liefern. Große Entwicklungen brauchen Zeit.

Grüner oder Grauer Strom - Das ist hier die Frage

Um diese Umstände zu bewerten, muss die Alternative betrachtet werden: Das sind nun einmal Diesel und Benzin. Wobei der Irrtum, Diesel wäre umweltfreundlicher als Benzin, längst in den Bereich der Fabeln und Legenden verfrachtet wurde. Die aktuelle Frage lautet: Stromantrieb oder Verbrenner. Der ausschlaggebende Aspekt ist die Bezugsquelle des verwendeten Stroms. Dies und alles andere wären politisch zu lösen. Mit Verbrenner-Motoren nicht einmal das.

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Der Schweizer Umweltexperte, Dr. Rolf Frischknecht, bricht die Frage ebenfalls auf den wesentlichen Punkt herunter, indem er dem Betrieb des Elektroautos keine wesentlichen Emissionen beimisst sondern tatsächlich auf die Produktion der Lithium-Ionen-Batterie und den Ursprung des Stroms reduziert: „Ein Viertel weniger an CO2“ lautet sein Resümee knapp zitiert. Natürlich ist der Unterschied zwischen einem Kleinwagen und einem Auto aus der Luxusklasse hoch. Man kann daher nur die jeweilige Fahrzeugklasse untereinander vergleichen. Macht man das am Beispiel eines Tesla-Luxusautos, dann ist dessen Bilanz ebenfalls noch um ein Drittel besser als ein Benziner oder Diesel dieser Kategorie. Vergleicht man allerdings einen fossil betriebenen Kleinwagen mit einem elektrobetriebenen Luxusschlitten, dann kommt aktuell noch Letzterer auf eine etwas höhere CO2-Bilanz. Der Unterschied ist dennoch viel geringer als wären es dieselben Antriebsarten.

Betrachtet man diese Werte und den Umstand, dass die Entwicklung noch längst nicht ausgereift ist sondern immer noch rasante Innovationen stattfinden, während man bei den Verbrennern längst den „ökologischen Zenit“ erreichte, wird klar: Im Ergebnis werden wir also beim Lithium-Abbau und der Stromerzeugung ganz genau hinschauen müssen. Im Vergleich zur Alternative ist es maximal das geringere Übel. Und die einzige Möglichkeit zur Rettung des Individualverkehrs für jedermann. Und je rascher die Bevölkerung umsteigt, desto effizienter.

Elektroauto Nachteile - ein Fazit

In einer kompakten Zusammenschau können wir als Nachteile die Anschaffungskosten, geringere Reichweite, Zeitdifferenz zwischen Aufladung und Betankung, eine gewisse Wetterfühligkeit und die Verfügbarkeit anführen. Bis auf Reichweite, Zeitdifferenz und Wetterfühligkeit haftet jedoch keiner der Punkte dem Fahrzeug und der Technik des Elektro-Antriebs selber an, sondern sie sind Folge der vergleichsweise spät eingesetzten Entwicklung. Ob diese unvorteilhaften Eigenschaften, welche sich zudem in einer rasanten Entwicklung befinden, die Vorteile aufwiegen können, wird von Tag zu Tag illusorischer.

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