SPD-Fraktion will Elektrolyseleistung von Wasserstoff verdoppeln

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Die SPD-Bundestagsfraktion fordert ambitioniertere Ausbauziele für die Wasserstoff-Technologie in Deutschland. Das gehe aus einem Beschlusspapier der Fraktion hervor, das in einer Sitzung der Abgeordneten verabschiedet wurde und der Düsseldorfer Rheinischen Post vorliegt. Demnach soll die sogenannte Elektrolyseleistung von Wasserstoff mit Strom aus erneuerbaren Energien bis 2030 auf mindestens 10 Gigawatt (GW) erhöht werden, wie es in dem Papier heißt.

Wir brauchen endliche eine engagierte Nationale Wasserstoffstrategie des Bundeswirtschaftsministers“, sagte SPD-Fraktionsvize Matthias Miersch der Rheinischen Post. „Der Entwurf wird von Woche zu Woche im Kabinett geschoben, weil der Bundeswirtschaftsminister auf der Bremse steht und maximal 3 bis 5 Gigawatt Elektrolyseleistung will.“ Die Wasserstoffstrategie der Bundesregierung ist bisher erst in Entwurfsfassungen bekannt. Wirtschafts-, Umwelt- und Forschungsministerium streiten schon länger darüber, welche Wasserstoff-Arten in welcher Menge hergestellt und gefördert werden und wo sie eingesetzt werden sollen.

Um die Unternehmen und Erzeuger zu unterstützen, schlägt die SPD-Fraktion in dem Papier eine finanzielle Förderung „mindestens bis zum Erreichen der Elektrolyseleistung von 10 GW“ vor. Dafür kämen eine Reform der Steuern, Umlagen und Abgaben, die sozialverträgliche Reform der Besonderen Ausgleichsregelung oder Mittel aus dem Energie- und Klimafonds in Betracht, „gegebenenfalls auch in Kombination miteinander“, so das Papier. Wasserstoff sei global eine technologische Schlüsselkompetenz, in der deutsche Unternehmen aktuell führend seien, sagte SPD-Fraktionsvize Sören Bartol. „Das unambitionierte Taktieren des Wirtschaftsministeriums gefährdet eine zentrale Zukunftskompetenz der deutschen Industrie und verhindert das Erreichen der Klimaziele“, so Bartol.

Quelle: Rheinische Post — Pressemitteilung vom 13.05.2020

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Michael ist freier Autor und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Gibt es auch einen nachvollziehbaren Anlass und Anwendungen für diesen staatlich subventionierten Segen? Woher kommen die 10 Gigawatt Leistung? Sollen Kohlekraftwerke bei Laune gehalten werden?

Billige Kohle kommt mehr und mehr aus USA, Kolumbien, etc. per schwerölbetriebener Tanker nach Deutschland. Stromgrundlast wird mehr und mehr mit französichen Atomkraftwerken und russischem Gas gedeckt. Anzahl von Windkrafträdern sinkt bis in zwei Jahren. Entsorgung von unkontrollierbar, dezentral produziertem Strom von privaten, staatlich geförderten Solardächern wird laufend teurer. … Und mit dieser perversen Strommisswirtschaft seit nun über 10 Jahren, fördern wir jetzt H2-Produktion per Strom, obwohl sich seit 20 Jahren Forschung keine Aussicht auf eine wirtschaftliche Brennstoffzelle abzeichnet, ungebundenes H2 unter 2000 bar sicherheitstechnisch nichts in der Öffentlichkeit zu suchen hat, weder im Tanklastzug, noch in Fahrzeugen jeglicher Art. H2 ist nur mit weiteren 30% Verlust als E-fuels verwendbar. Dieser wird dann wieder, wie bei Verbrennern so üblich, zu 20% in Bewegungsenergie und 80% Abwärme zur Klimaerwärmung umgewandelt.
Die noch Jahre laufende Coronahysterie wäre für baldigen wirtschaftlichen Ruin Deutschlands gar nicht erforderlich gewesen. „Wir schaffen das“ (auch ohne fremde Hilfe).

Wie mit den Discounter-Äpfeln, die aus Peru kommen 🙁

Sowas und ähnliches kann man nicht bringen..

Wir produzieren seit Jahren Überschussstrom aus Kohle, der zu Spotpreisen ins Ausland verhökert wird, regeln im TWh Bereich erneuerbare Energien ab, weil die Leitungen verstopft sind. Schon vor Jahren hätte man über 800.000 H2-Autos mit H2 aus Überschussstrom betreiben können – Tendenz steigend. Deutsche Nettostromexporte würden ausreichen, um Portugal mitzuversorgen.

Der Kohlestrom wurde Jahre lang nur darum weiter in Massen produziert, damit sich die Betreiber wirtschaftlich über Wasser halten können – und weil es für Wärme aus Kohlekraft feste Verträge gibt. Hamburg betreibt derzeit seine Kohlekraftwerke nur darum weiter, weil die Fernwärme mit dranhängt. Sobald der Übergang zu einem anderen Lieferanten geschafft ist, wird abgeschaltet. Das Gleiche gilt für München.

Deutschland hat im Übrigen mit die niedrigste Ausfallrate für Strom weltweit, obwohl inzwischen mehr als 50% aus Erneuerbaren kommt. Dass der Strom für die Privatkunden so teuer ist, hat nichts mit der Produktion zu tun, sondern mit der Konstruktion des Marktes, die sich durch einfache politische Entscheidungen ändern ließe.

Es lohnt sich da übrigens, nach einem echten, reinen Öko-Strom-Anbieter aus der eigenen Region zu suchen. Die sind meist günstiger und fairer. In manchen Fällen lässt sich sogar ein Mieterstrom-System anstoßen, das den eigenen Strom noch einmal erheblich billiger macht.

Das Kohlekraftwerk in Zolling kann in Rekordzeit von 1,5 Stunden hochgefahren werden, mit katastrophalen Abgaswerten wärend dieser Phase. Ist die Entscheidung gefallen, wirds natürlich nicht 30 Minuten später runtergefahren, weil sich für 1 Stunde die Wolken über München verziehen. Industriestrom fällt sehr häufig aus – dafür kostet er deutlich weniger – nützt aber vielen Industrien nichts, für Giesereien, Glashersteller, etc. dramatisch – bleibt langfristig nur Abwanderung.
Aber macht ja keinerlei Sinn, der deutsche Bürger war und bleibt ein Lämmling.

Überschuss-Strom ist keine „Billig“ – Energie, die man günstig in Systemen mit extrem schlechtem Wirkungsgrad wie z. B. der Brennstoffzelle (z. B. FCell-PKWs) einfach „verheizen“ sollte, blos „weil sie schon da ist“, sondern würde sinnvoller Weise gar nicht erst erzeugt!

Besser hätte man das nicht schreiben können!!!

Es ist immer lustig zu lesen, wenn Politiker etwas fordern, was sie nicht selbst zu wirtschaftlichen Preisen vermarkten müssen.
Ach ja, es darf auch möglich nichts kosten, die ganz Reichen, die ihr Geld längst im Ausland versteckt haben, bezahlen dann die Arbeitslosen in Deutschland sehr gerne.
Und Strom kommt immer von alleine und immer zeitlich passend in die Steckdose wie der Regen vom Himmel.
Träumt weiter.

Da lief neulich ne doku über offshore wasserstoff vor der holländischen Küste, da dort schon leitungen von der Gasförderung liegen

https://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/europamagazin/videos/niederlande-wasserstoff-video-100.html

Man kann wasserstoff ja auch verbrennen, in der schwerindustrie…

Wobei du schon recht hast, anfangs scheint es natürlich nicht ganz wirtschaftlich zu sein

https://app.handelsblatt.com/politik/international/energiewende-kuenftig-kommt-wasserstoff-statt-erdgas-aus-holland/25569600.html?ticket=ST-1159514-R44w37Aqi0AH5ffJplta-ap5

https://www.shell.de/medien/shell-presseinformationen/2020/europas-groesstes-gruenes-wasserstoffprojekt-startet-in-groningen.html

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