Nikola erhält massive Order über 2.500 elektrisch betriebene Müllwagen

Nikola erhält massive Order über 2.500 elektrisch betriebene Müllwagen

Copyright Abbildung(en): Nikola Motors

Der Elektrofahrzeug-Hersteller Nikola Motors, spezialisiert auf die Entwicklung und Produktion von Lkw mit Batterie- und Brennstoffzellenantrieben, hat sich erst vor kurzem zu seinen Finanzergebnissen für das 2. Quartal 2020 geäußert. Kurz darauf erfolgt nun die wohl größte Einzelorder für das Unternehmen. Die Rede ist von 2.500 elektrisch betriebenen Müllwagen für den Verkauf durch Republic Services. Mit einer Option die Bestellung auf 5.000 Exemplare zu erweitern.

Diese Bestellung soll 2023 mit der vollständigen Produktionsauslieferung beginnen, wobei die Tests auf der Straße voraussichtlich Anfang 2022 beginnen werden. Es wird erwartet, dass die Müllwagen über bis zu 720 kWh Energiespeicher verfügen werden und eine dementsprechende Reichweite mit sich bringen. Trevor Milton, Gründer und Vorstandsvorsitzender von Nikola, sieht die Bestellung als äußerst positiv an. Vor allem da sie aus einem der stabilsten Märkte, dem Abfallmarkt, entstammt.

„Der Antriebsstrang von Nikola Tre ist ideal für den Abfallmarkt, da er die gleichen Batterien, Steuerungen, Wechselrichter und E-Achsen verwendet. Durch die gemeinsame Nutzung der Tre-Plattform können wir die Kosten für beide Programme senken, da wir die gleichen Teile verwenden. Sie könnten keinen besseren Partner wählen als Republic Services, ein führendes Unternehmen auf dem Gebiet der langfristigen Umweltverträglichkeit und des Kundendienstes. Republic Services wird uns dabei helfen, sicherzustellen, dass der Nikola Tre den Anforderungen der Kunden und der Flotte über den gesamten Lebenszyklus hinweg gerecht wird, und wir freuen uns, sie am Designprozess teilhaben zu lassen.“ – Trevor Milton, Gründer und Vorstandsvorsitzender von Nikola

Die Produktentwicklung sei auf dem richtigen Weg, um den festgelegten Zeitplan für den Produktionsstart des Batterie-Lkw Nikola Tre im vierten Quartal 2021 einzuhalten. Die ersten Einheiten werden im deutschen Werk in Ulm hergestellt, wo derzeit Umbauten stattfinden. Davon wird auch Republic Services, der zweitgrößte Anbieter von Recycling und Festmüll in den USA, profitieren. Gemeinsam mit Nikola wird man den eigenen Ruf als Branchenführer bei der Bereitstellung umweltverträglicher, nachhaltiger Lösungen für seine Kunden sichern.

„Dies ist ein völlig neuer Ansatz“, sagte Mark Russell, CEO von Nikola. „Müllwagenkunden haben schon immer Fahrgestelle bei Lkw-OEMs und Aufbauten bei anderen Lieferanten bestellt. Nikola hat das Chassis und den Aufbau vollständig integriert und deckt beides mit einer einzigen Werksgarantie ab. Die Lastkraftwagen werden sowohl automatisierte Seitenlader als auch Frontlader umfassen – alle werden emissionsfrei sein.“

Die Software für den Antriebsstrang wird auf 1.000 PS begrenzt sein und wird voraussichtlich die derzeitigen Diesel- und Erdgas-Konkurrenten übertreffen. Die neue Plattform kann Müllfahrzeuge mit fast dreimal so hohen PS wie Erdgas- und Dieselfahrzeuge ausstatten und gibt den Betreibern die Möglichkeit, mit voller Ladung problemlos Hügel hinaufzufahren – eine Herausforderung, an deren Lösung die Hersteller von Erdgasfahrzeugen gearbeitet haben.

Quelle: Nikola – Pressemitteilung vom 11. August 2020

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11 Antworten

  1. Erstaunlich, wie schnell sich Nikola vom Wasserstoff verabschiedet hat. Klar, man wird das für den Fernverkehr weiter verfolgen, aber es zeigt sich doch, dass der Akku wirtschaftlicher ist, und dass abertausende LKW mit einer Akkuladung zurecht kommen.
    Die Meldung zeigt aber auch, dass Tesla meiner Meinung nach aufs falsche Pferd gesetzt hat. Auf Langstrecken ist ein BEV ein Problem, aber die meisten LKW fahren nur im Kreis und liefern im Nahbereich Waren aus, oder sammeln eben den Müll wieder ein. Der Tesla Semi ist dafür untauglich weil er viel zu groß ist. Tesla hätte wohl besser über einen LKW nachgedacht, der mit der aktuellen Akkutechnologie Sinn macht.

    Nikola ist da wohl wesentlich flexibler.

    1. „Auf Langstrecken ist ein BEV ein Problem …“ : wieso ?
      Ein Kollege von mir hat einen Test ( Tesla Model S=1 Ladehalt vs. Toyota Mirai=2 Tanksstops ) von Frankfurt – Chiemsee und retour gemacht = 485km OneWay.
      Wer glauben Sie war 45 Minuten früher wieder in Frankfurt ?

    2. Auf Langstrecken ist ein BEV-LKW definitiv ein Problem. Das ist fast reine Mathematik.
      Die Batterie eines Langstrecken-LKWs (z.B. 1’000 kWh) wird unglaublich schwer (z.B. 7’000 kg), sehr teuer, hat selbst an einer Schnelladestelle eine sehr lange Ladezeit (z.B. 6 h bei 150 kW) und hat schon bei der Produktion einen riesigen CO2-Fussabdruck. Ausser beim Volumen ist da ein FCEV-LKW in jeder Beziehung deutlich besser.
      Gewicht, Preis, Ladezeit und CO2-Fussabdruck gehen beim BEV voll linear mit der Strecke hoch, beim FCEV (und beim Verbrenner) nicht, weil die nur zusätzlichen Treibstoff (und Tankvolumen) brauchen. Beim Gewicht kann man z.B. grob sagen, dass es bei einem BEV-LKW pro 100 km Reichweite um ca. 800 kg steigt (Batterie), bei einem FCEV um ca. 120 kg (für Tank und Wasserstoff). Man zeichne die beiden Kurven auf ein Blatt Papier und dann sieht man sofort, warum ein BEV-LKW für lange Distanzen ein Problem ist.

    3. @Peter W Nikola hat sich ganz sicher nicht vom Wasserstoff verabschiedet.

      Es ist seit ca. 2019 klar dass Nikola für Kurzstrecken und Städte auf BEV setzt. Das Problem ist nämlich, dass man den Wasserstoff nur an den Highways günstig genug produzieren kann. Denn dort kann man günstigen Überschussstrom direkt von den Produzenten (ohne zwischengeschalteten Stromversorger) aus dem Stromnetz ziehen, um Wasserstoff günstig zu produzieren. (momentan 3 USD/kg Wasserstoff). In In Städten wäre er einfach viel zu teuer, da man dort den günstigen Strom nicht bekommt und auch keine Tankstellen in der Größe bauen kann, um ausreichend positive Skaleneffekte zu erzielen.

      Hier ein sehr schöner Artikel von TM auf Linked in, wo ausführlich erklärt wird, warum Brennstoffzellen LKW auf Langstrecke die bessere Wahl sind und BEV auf in Städten.

      „Hydrogen vs Battery Electric. Why Nikola is the leader. Reality sets in.“

    1. Tesla/Musk hat den Tesla Semi-Truck 2017 für den Herbst versprochen. Jetzt gerade wieder.
      Wollen wir wetten, wer von den beiden zuerst mit der Serienproduktion und Auslieferung von LKWs beginnt?

  2. ich denke mal das Tesla da sicher weiter denkt….
    Sonnenenergie ist wirklich unbegrenzt verfügbar…denn wenn die Weg ist haben wir alle ein ganz anderes Problem.
    und die reine Logik sagt mir dass Energie direkt in Antriebsenergie umzuwandeln weniger Verluste mit sich bringt als diese Energie erst 2 Mal umzuwandeln…
    Ich finde grundsätzlich beide Antriebsarten sinnvoll, vor allem im Fernverkehr.

    Aber….
    was ich grundsätzlich noch hinterfragen würde…
    wie viel Wasserstoff ist vorhanden in unserer Umwelt.
    Der wird ja sicher auch nicht unbegrenzt vorhanden sein…

    dachte man beim Erdöl ja auch mal, diese unbegrenzte Verfügbarkeit….

    es bleibt spannend

    1. Wasserstoff wird nicht knapp werden. Alles Wasser – Meere, Seen, Flüsse – besteht primär aus Wasserstoff.
      Den Wasserstoff für den Antrieb kann man aus Wasser mit Strom durch Elektrolyse gewinnen (wird allerdings bisher mehrheitlich durch ein umweltschädlicheres Verfahren gemacht, weil das billiger ist). Nach der Verwendung des Wasserstoffs in der Brennstoffzelle entsteht wieder Wasser. … da capo al fine.

  3. LKW ist nicht PKW. Da ist das Ei des Kolumbus noch nicht gefunden. Akkus sind dort noch ein Gewichtsproblem und H2 ein Oekonomisches. Aber beide sind umweltfreundlich.

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