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BMW-Betriebsratschef fordert eigene Batteriezellen-Produktion und lobt Tesla

Zwei Autos im Tunnel unterwegs
Photo by Andrés Alagón on Unsplash
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Die Batterie ist das Herzstück des Autos der Zukunft“, sagte BMW-Betriebsratschef Manfred Schoch in einem Interview mit dem Manager Magazin. Deshalb sei es wichtig, dass der Münchner Autohersteller selbst diese so wichtige Komponente liefert. „Wer dieses Herzstück nicht selbst beherrscht und baut, wird nicht konkurrenzfähig bleiben“, ist seine Befürchtung.

Der BMW-Vorstand hat sich bislang gegen eine eigene Produktion von Batteriezellen ausgesprochen. Zuletzt hatten die Münchner einen Liefervertrag mit dem chinesischen Zellhersteller CATL geschlossen, der momentan ein Werk in Thüringen aufbaut, unweit des BMW-Werks in Leipzig. Am Erfurter Kreuz, gut eineinhalb Autostunden vom BMW-Werk entfernt, soll die Produktion von CATL im Idealfall schon 2020 beginnen.

Wir machen uns abhängig“, kritisierte Schoch den Kurs des BMW-Vorstands im Interview mit dem Manager Magazin. Er wünsche sich bei BMW „Menschen, die mit uns in die Zukunft gehen“, so Schoch. Das gelte „auch und gerade für den Vorstand.“

Als Vorbild brachte der BMW-Betriebsratschef den US-amerikanischen Elektroautohersteller Tesla und dessen Chef Elon Musk ins Gespräch: „Unsere Vorstände sollten sich endlich intensiver mit diesem Herrn auseinandersetzen, der doch längst bankrott sein sollte.“

Tesla hat „die Elektromobilität verstanden“

Während viele in der Autobranche tätige davon ausgehen, dass Tesla wegen seiner teils arg prekären Situation in Sachen Finanzen und Verzögerungen bei der Produktion bald untergeht, hebt Schoch hervor, was Elon Musk mit seinen Elektroautos richtig macht. „Die haben die Elektromobilität verstanden“, sagte er, da Tesla als einziger westlicher Autohersteller mit nennenswerten Stückzahlen den gesamten Wertschöpfungsprozess kontrolliere.

Die Batteriezellen baut Tesla gemeinsam mit Kooperationspartner Panasonic selbst, in der Gigafactory genannten Fabrik im US-Bundesstaat Nevada. Weitere Gigafactorys weltweit sind bereits in Planung bzw. im Bau. Von BMWs Verträgen mit CATL hingegen profitiere hauptsächlich der chinesische Zellhersteller, so Schoch: „Wir schauen zu, staunen und zahlen immer höhere Preise“, fasst er das Dilemma zusammen.

Schoch meint, dass die Zellproduzenten wie CATL, LG Chem oder Samsung zwar momentan nur Batteriezellen herstellen, die Produktion später allerdings auf das gesamte Batteriemodul, die Kühlung und die Leistungselektronik ausweiten wollen. So verliere man als deutscher Hersteller schnell an Wettbewerbsfähigkeit. Dabei sei es zentral für den Erhalt der Arbeitsplätze, schon die Batteriezellen selbst herzustellen.

Immerhin habe BMW zuletzt 200 Millionen Euro in die Batteriezellenforschung investiert. Doch das sei nicht genug, so Schoch. „Heute verdienen wir viel Geld mit unseren Motoren; demnächst könnten wir dieses Geld mit Batterien einspielen“, sagte er.

Quellen: Manager Magazin – „Wir brauchen Unternehmer und nicht Unterlasser!“ (Paywall) // Ecomento – BMW-Betriebsratschef fordert: “Batterien selbst bauen. Und Batteriezellen auch.” // Teslamag – BMW-Betriebsratschef: Tesla hat “die Elektromobilität verstanden”

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