BMW, Northvolt und Umicore setzen auf vollständige, nachhaltige Wertschöpfungskette für Batteriezellen

BMW, Northvolt und Umicore setzen auf vollständige, nachhaltige Wertschöpfungskette für Batteriezellen
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Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
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Die BMW Group, Northvolt und Umicore haben ein gemeinsames Technologiekonsortium gebildet, um bei der Weiterentwicklung einer vollständigen und nachhaltigen Wertschöpfungskette für Batteriezellen für Elektrofahrzeuge in Europa eng zusammenzuarbeiten.

Gemeinsam hat man sich dem Ziel verschrieben, die nachhaltige Industrialisierung von Batteriezellen in Europa und den damit verbundenen Kompetenzaufbau von der Zellchemie und Entwicklung über die Produktion bis hin zum Recycling voranzutreiben. Man ist sich sicher, dass das gesamteuropäische Konsortium zur Schaffung von Arbeitsplätzen im High-Tech-Bereich beitragen wird. Somit unterstützt man voll und ganz die von EU-Kommissar Maroš Šefčovič gegründete EU-Batterieallianz.

„Ein erklärtes Ziel der EBA ist es, mittels strenger Vorgaben entlang der gesamten Wertschöpfungskette besonders umweltschonende Batterien herzustellen, um die CO2- und Rohstoffbilanz von Elektroautos deutlich zu verbessern. Die EU-Kommission spricht von einer „grünen Batterie“.“

Die drei Unternehmen sind der Überzeugung, dass Batterien für den Übergang zu sauberer Mobilität und sauberen Energiesystemen entscheidend seien. Das Hauptziel des von BMW, Northvolt und Umicore gegründeten Technologiekonsortiums ist es, Batteriezellen durch den Aufbau eines geschlossenen Lebenszykluskreises nachhaltig zu machen. Dies beginnt mit einem recycelbaren Zelldesign und setzt sich fort mit einem Herstellungsprozess, der überwiegend erneuerbare Energien nutzt.

Der nächste Schritt ist eine lange Zeit der primären Nutzung als Antriebsbatterie, möglicherweise gefolgt von einer weiteren Phase der sekundären Nutzung als stationäre Energiespeichervorrichtung. Am Ende ihres Lebenszyklus wird die Zelle recycelt, die Rohstoffe wiederverwendet und damit der Kreislauf geschlossen.

Gerade bedingt durch die massiven Bewegungen im Bereich der E-Mobilität ist es immens wichtig eine breite Basis für die Beschaffung von Batteriezellen für die Hersteller zu bilden. Die Unternehmen ergänzen sich bei diesem Projekt. So steht Northvolt für eine nachhaltige Produktion und BMW blickt als Automobilhersteller bereits auf eigene Erfahrung bei der Entwicklung eigener Batteriezellen zurück, welche in das Konsortium mit eingebracht werden können.

Der Bau des Forschungszentrums Northvolt Labs in Västerås wurde im Mai 2018 gestartet. Dort wird man sich auf die Prozessinnovation, Skalierung und vertikale Integration von Lithium-Ionen-Akkus konzentrieren. Diese Erfahrungen werden sicherlich genauso mit in das Konsortium eingebracht, wie die aus dem künftigen Kompetenzzentrum Batteriezelle in München der BMW AG.

„Der Nachhaltigkeitsansatz von Northvolt macht es für uns zu einem sehr attraktiven Unternehmen, das zudem sehr offen für unsere Ideen war. Aus diesem Grund arbeiten die BMW Group und Northvolt seit einiger Zeit im Rahmen eines strategischen Technologieprojekts zusammen. Die Zusammenarbeit wird die Fähigkeiten der Northvolt Labs, einer Scale-Up-Linie und Forschungseinrichtung, nutzen, um Batteriezellen vor der Serienproduktion zu testen und zu industrialisieren, mit dem Ziel, hochmoderne grüne Batteriezellen zu entwickeln. Die Zusammenarbeit wurde von der BMW Group durch eine Investition unterstützt, um die Anfangsphase der Partnerschaft zu ermöglichen.“ – Klaus Fröhlich, Vorstandsmitglied der BMW AG und zuständig für Entwicklung

Da Batteriezellen essentielle Ressourcen und Materialien enthalten, wird die Rückführung in den Kreislauf immer wichtiger, je mehr Elektrofahrzeuge sich vermehren. Da Umicore weltweit führend in der Entwicklung und Produktion von aktiven Materialien für Batteriezellen und Ressourcenrecycling ist und die BMW Group über ein enormes Know-how im Bereich Material- und Zelldesign verfügt, besteht auch in diesem Bereich große Hoffnung auf einige große Erfolge. Umicore geht davon aus, dass die Zahl der Elektrofahrzeuge auf den Straßen weltweit im Jahr 2030 etwa 40-mal höher sein wird als im Jahr 2017, was zu einem starken Anstieg der Verfügbarkeit von Altbatterien für das Recycling führt.

„Es ist erfreulich zu sehen, dass die Produkttechnologien und Recycling-Dienstleistungen von Umicore Schlüsselfaktoren für diese Technologieallianz mit BMW und Northvolt sind. Indem wir gemeinsam einen geschlossenen Kreislauf für hochleistungsfähige, grüne und EU-basierte Batterien demonstrieren, unterstreichen wir das zukünftige Potenzial und die Bedeutung einer europäischen Lieferkette für den Erfolg der Autoelektrifizierung in der Region.“ – Marc Grynberg, CEO von Umicore

Umicore ist der Partner, der für die aktive Entwicklung und das Recycling von Anoden- und Kathodenmaterialien in der Technologieallianz verantwortlich ist. Diese Zusammenarbeit wird es ermöglichen, innovative und hocheffiziente Produktionstechnologien für die Herstellung von aktiven Materialien auf der Basis von recycelten Metallen anzuwenden. Darüber hinaus umfasst dieses Projekt die intelligente Zerlegung des Akkupacks, die Überprüfung auf Wiederverwendung der Akkuzellen und die Rückführung der recycelten Ressourcen in die aktive Materialproduktion.

Mit zunehmender Elektromobilität wird sich der wachsende Bedarf nicht nur auf die nachhaltige Gewinnung von Rohstoffen beschränken – auch die Rückgewinnung bereits verwendeter Materialien wird immer wichtiger, um die Rohstoffproduktion zu entlasten.

Quelle: BMW AG – Pressemitteilung vom 15.10.2018

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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