RG Nathalie: Elektro-Supersportwagen mit Methanol Power Cell

GUMPERT AIWAYS AUTOMOBILE GmbH

Deutschland und China machen für den Elektro-Supersportwagen mit Methanol Power Cell RG Nathalie gemeinsame Sache. 2017 mit Sitz im automobilen Kerngebiet Ingolstadts gegründet, wird die Roland Gumpert GmbH ab 2019 den straßenzugelassenen Supersportwagen RG Nathalie in einer exklusiven Kleinserie auflegen.

Angepriesen wird beim RG Nathalie die Tatsache, dass das E-Auto nicht liegenbleibt, wenn die Batteriekapazität erschöpft ist. Denn die verbaute Power Cell erzeugt aus einem Methanol-Wasser-Gemisch permanent Strom zum Nachladen und ist somit Konzepten, die an Ladestationen gebunden sind, weit überlegen.

RG Nathalie: Methanol Power Cell und 2-WAY electric

Als Energieträger nutzt die Methanol-Powercell MPC Methanol. Das Unternehmen selbst teilt mit, dass man hierdurch die Gefahren umgehe, die flüssiger oder gasförmiger ungebundener Wasserstoff in sich trägt, weil er hochexplosiv, flüchtig und leicht brennbar ist. Somit nutzt man für den RG Nathalie die Brennstoffzellentechnik indem man gleichzeitig die Nachteile einer Wasserstoffbrennstoffzelle umgehe. Hierzu zählen üblicherweise: extrem hoher Druck im Tank, Explosionsgefahr und hohe Flüchtigkeit des reinen Wasserstoffs. Zudem profitiert man als Fahrer des E-Autos von Methanol-Preis. Dieser liegt derzeit bei etwa einem Drittel des Benzinpreises.

Frontansicht des RG Nathalie

Um das Ganze ein wenig genauer einordnen zu können sei angemerkt, dass das Fahrzeug zur Herstellung von 5kW Elektrizität pro Stunde ca. 4,5 Liter eines Methanol-Wassergemischs (60% Methanol/ 40% Wasser) verbraucht. Damit fährt der RG Nathalie bei Stadtgeschwindigkeit ca. 50 Kilometer weit. Die Methanol Power Cell arbeitet nach dem HTPEM (High Temperature Proton Exchange Membrane) Prinzip. Für die Hochtemperatur-Brennstoffzelle muss der Wasserstoff nicht extrem rein sein. Das Unternehmen gewinnt den Wasserstoff mittels katalytischer Reaktionen aus Methanol.

Heckansicht des RG Nathalie

Der während des katalytischen Prozesses anfallende Wasserstoff-Überschuss wird üblicherweise verschwendet. Für die Methanol-Powercell MPC wird der dieser dagegen genutzt, um die Temperatur für die katalytische Reaktion in Gang zu halten. Somit kommt man auf einen höheren elektrischen Wirkungsgrad von 45 Prozent. Die Kombination von Batterie und MPC macht das neue Energiekonzept des 2-WAY Electric Cars so einzigartig. Falls erwünscht, kann die Batterie auch herkömmlich nachgeladen werden. Sie besitzt eine Kapazität von ca. 60 kWh.

„Wir sind sicher, dass alle anderen Firmen auf dieses Konzept aufspringen müssen. Das ist in meinen Augen aktuell die einzige Version, wie man in der Zukunft abgasfreie Autos bereitstellen kann.“ – Roland Gumpert, CEO von GUMPERT AIWAY

Konstruktion und Antrieb des E-Supersportwagens

Das Fahrzeug selbst präsentiert sich als Supersportwagen mit Trackperformance-Eigenschaften. Dessen Konstruktionsvorgaben, Ideen und das Konzept des Fahrzeugs stammen von Roland Gumpert, CPO von AIWAYS sowie CEO von GUMPERT AIWAY. Für die Konstruktion ist Roland Maier verantwortlich. Der RG Nathalie besitzt einen Gitterrohrrahmen entsprechend der Auflagen internationaler Rennstrecken. Die Gewichtsverteilung des allradgetriebenen Fahrzeugs liegt bei 48:52 Prozent (vorn/hinten).

Sicht auf das Dach des RG Nathalie

Hinsichtlich des Antriebs sind folgende Fakten bekannt:

  • Vier Bosch SMG 180 Elektromotoren mit dazugehörigen Invertern
  • Betriebsspannung max. 425 V
  • Mechanische Leistung pro E-Motor max. Peak 102 kW
  • Drehmoment pro E-Motor max. 230 Nm
  • Drehzahl E-Motoren max. 12.800 1/min
  • Lenkung: elektrisch unterstützte Servolenkung
  • 2 Vorwärtsgänge

Angetrieben wird der RG Nathalie über je einen E-Motor pro Rad. In Verbindung mit einem komplexen Managementsystem wird jedes Rad mit dem nötigen Drehmoment (Torque Vectoring) beaufschlagt. Dadurch werden in Kurven extrem hohe Kurvengeschwindigkeiten möglich.

Traktionsverluste der Räder beim Beschleunigen sowohl auf trockener als auch auf nasser Fahrbahn werden elektronisch unterbunden. Damit ist die Stabilität und Fahrsicherheit gegenüber konventionell angetriebenen Allradfahrzeugen deutlich besser.

Blick in den Innenraum des E-Autos

In Hinblick auf den späteren Service präsentiert sich das Fahrzeug als wartungsfreundlich, da die vier Einzelmotoren unabhängig voneinander gewartet werden können. Jede Achse trägt zwei Motoren und ein 2-Gang Getriebe. Um die extreme Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 2,5s zu erreichen, ist ein erster Gang mit einer kurzen Übersetzung nötig. Bei ca. 160 km/h schaltet jedes Getriebe automatisch in den zweiten Gang, um die Endgeschwindigkeit von 300 km/h zu erreichen.

Innenraum - Fahrerseite des RG Nathalie

Auch der RG Nathalie setzt auf Rekuperation. So wird standardmäßig mit allen vier Elektromotoren gebremst, sodass eine maximale Energierückgewinnung (Rekuperation) erfolgen kann. Erst wenn die Bremsanforderung eine definierte Grenze der als Generatoren arbeitenden E-Motoren überschreitet, schaltet sich das hydraulische Bremssystem übergangslos zu.

Blick auf das Lenkrad des RG Nathalie

Quelle: GUMPERT AIWAYS AUTOMOBILE GmbH – Pressemitteilung vom 29. Oktober 2018

Ein Kommentar

  1. „Herstellung von 5kW Elektrizität pro Stunde“ geht es eigentlich noch blöder? Methanol-Brennstoffzelle, so ein Quatsch: mieser Wirkungsgrad, geringe Energiedichte, nicht mal die Hälfte von Benzin.
    Bei der oben angegebenen Mischung enthalten 4,5l Gemisch 2,7l Methanol respektive 2,1kg . Gehen wir vom Brennwert mit 22,7MJ/kg aus, haben wir eine Energie von 13,45kWh drin.
    Leider haben die besten Brennstoffzellen auf Methanolbasis grade mal 30% Wirkungsgrad, kommt also grade mal 4kWh raus. Respekt, andere E-Autos verbrauchen um die 20kWh/100km, die Mühle kommt mit 8kWh aus…

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