Offenbacher Stadtbusse künftig mit emissionsfreiem Antrieb – Umstieg steht fest

Offenbach setzt auf E-Busse
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Der Umstieg steht fest. In Offenbach setzt man zukünftig auf umweltfreundliche, leise E-Busse. Alte Dieselfahrzeuge werden damit abgelöst. 2019 sollen die ersten eBusse auf den Linien 103, 104, 107 und 108 eingesetzt, 2023 bereits 35 Prozent der Busflotte elektrisch betrieben werden. Dies wird zu einer Einsparung von jährlich 2.300 Tonnen CO2 führen. Die OVB profitiert bei der Umstellung der Busflotte auf Elektrobetrieb von seinen mehrjährigen Erfahrungen im Elektromobilitätsbereich. Bereits 2011 hat man nach tragfähigen Lösungen für den Einsatz von Elektrobussen im öffentlichen Nahverkehr zu suchen. In Offenbach wurde damals der bundesweit erste rein batterieelektrisch betriebene Bus im Linienbetrieb getestet.

Ab 2016 gab der Aufsichtsrat des Mobilitätsunternehmens grünes Licht für eine schrittweise Elektrifizierung der Busflotte im Zuge der Fahrzeugersatzbeschaffung. So wurde der Umstieg von Diesel- auf Elektrofahrzeuge ab 2017 ebenfalls als Handlungsauftrag im neuen Nahverkehrsplan aufgenommen. In diesem wird der Umfang und Qualität des Offenbacher ÖPNV für die Jahre 2018 bis 2022 festgelegt. Das Konzept sieht vor, mit dichteren Taktzeiten und längerem Linienbetrieb, besserem Angebot im Spätverkehr und einem erweitertem Liniennetz das Leistungsangebot im Stadtbusverkehr um ein Drittel zu steigern.

Aus Sicht von Peter Schneider, Bürgermeister von Offenbach, braucht man ein leistungsstarken ÖPNV, um den in der schnell wachsenden Großstadt steigenden Mobilitätsanforderungen gerecht zu werden. Eins ist ihm jedoch auch klar, mehr Busse bedeuten auch mehr Emissionen. Aus diesem Grund sieht er ebenfalls die Lösung in der Inbetriebnahme von mit Öko-Strom betriebenen Elektrobussen. Ergänzt durch ein elektromobiles Bike- und Car-Sharing ist der Offenbacher ÖPNV gut gerüstet.

Die Grundlage für die Umstellung auf einen emissionsfreien Busbetrieb bildet eine 2017 in Auftrag gegebene und durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) geförderte Machbarkeitsstudie. Das vom Aachener Büro ebusplan entwickelte eBus-Konzept mit einer betrieblichen, technischen und wirtschaftlichen Bewertung liegt inzwischen vor und gibt der OVB unter Berücksichtigung auch der Umweltwirkungen einen Handlungsleitfaden an die Hand. Bis 2023 hat man sich zum Ziel gesetzt insgesamt 27 E-Busse täglich im Einsatz zu haben, dies entspricht rund 35 Prozent der derzeit 72 Fahrzeuge.

Um den neuen Nahverkehrsplan in zwei Phasen umzusetzen, soll die Fahrzeugzahl zum Fahrplanwechsel Ende 2018 um elf Busse und zum Fahrplanwechsel Ende 2019 um weitere fünf Busse auf dann insgesamt 88 Fahrzeuge steigen. Der erhöhte Bedarf wird in diesem Jahr zunächst noch durch neue Diesel-Busse mit mordernster Abgastechnik gedeckt werden. Gleichzeitig sollen aber 2018 bereits Fördergelder bei Bund und Land beantragt und die Beschaffung der Elektrobusse wie der Ladeinfrastruktur europaweit ausgeschrieben werden.

Der weitere Plan sieht vor, dass Mitte 2019 die ersten beiden eBusse beschafft werden sollen. Ende des Jahres folgen weitere fünf Fahrzeuge. Um dann in den Folgejahren, im Zuge der Ersatzbeschaffung, insgesamt 20 weitere Fahrzeuge der Dieselflotte gegen eBusse auszuwechseln. Die Elektrobusse werden zwar nicht „linienrein“, sondern variabel eingesetzt werden, dennoch sollen sie überwiegend auf den vier sogenannten Vorranglinien 103, 104, 107 und 108 fahren. Diese Linien werden schrittweise nahezu vollständig auf Elektrobetrieb umgestellt werden.

Angestrebt ist bei den 27 Elektrobussen eine jährliche Gesamtleistung von rund 1,9 Millionen Kilometern 2.300 Tonnen CO2, 1.000 Kilogramm Stickoxid (NOX) und acht Kilogramm Feinstaub, die man einsparen wird. Beheizt und klimatisiert werden die Fahrzeuge mithilfe einer Hybridheizung. In einem bestimmten Temperaturbereich geschieht das elektrisch, im Frostbereich schaltet sich eine fossile, mit Bio-Diesel oder Bio-Ethanol betriebene Zusatzheizung zu. Hinsichtlich der Batteriekapazität der Busse wird man darauf achten, dass auf jeder Linie mindestens ein kompletter Umlauf als Leistungsreserve zur Verfügung stehen wird. Ladestand, Restreichweite und Gesamtzustand der Batterien sowie die Kontrolle der einwandfreien Funktion der Außenladung an den Endhaltestellen werden ständig elektronisch zur Leitstelle übertragen werden.

Weiterführende Informationen finden sich in diesem Beitrag von OP-Online.de.

Quelle: Pressemitteilung vom 01.03.2018

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