Volvo fertigt Anfang 2024 seinen letzten Dieselmotor

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Volvo

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Der Autohersteller Volvo stellt in ein paar Monaten die Produktion von Dieselmotoren ein: Anfang 2024 wird der letzte Selbstzünder der schwedischen Automarke gefertigt. Mit der Bekanntgabe im Rahmen der Climate Week in New York, die noch bis 24. September stattfindet, will das Unternehmen seine ehrgeizigen Ziele unterstreichen: Ab 2030 will Volvo ausschließlich Elektroautos verkaufen und so bis 2040 zum klimaneutralen Unternehmen werden.

Die Einstellung der Produktion von Dieselmotoren sei der nächste, logische Schritt: Bereits im vergangenen Jahr hat Volvo angekündigt, aus der Entwicklung neuer Verbrennungsmotoren auszusteigen und entsprechende Budgets für Forschung und Entwicklung anderweitig einzusetzen. Im November 2022 wurden zudem die Anteile an Aurobay verkauft, dem Joint Venture, in dem das verbliebene Verbrennergeschäft angesiedelt war.

„Elektrische Antriebe sind unsere Zukunft“

Elektrische Antriebe sind unsere Zukunft und den Verbrennungsmotoren überlegen: Sie verursachen weniger Lärm, weniger Vibrationen, weniger Wartungskosten für unsere Kunden und keine Auspuffemissionen“, sagt Jim Rowan, Präsident und Chief Executive Officer (CEO) bei Volvo Cars. „Wir konzentrieren uns voll und ganz auf die Entwicklung eines breiten Portfolios von Elektroautos, die alles bieten, was unsere Kunden von einem Volvo erwarten – und ein wichtiger Teil unserer Antwort auf den Klimawandel sind.

Der jüngste Bericht der Vereinten Nationen (UN) über die globale Klimabilanz unterstreicht, dass angesichts der Herausforderungen durch den Klimawandel dringender Handlungsbedarf besteht. Aus diesem Grund setze Volvo voll auf Elektrifizierung. „Was die Welt jetzt, in dieser für unseren Planeten und die Menschheit kritischen Zeit braucht, ist Führungsstärke“, so Jim Rowan. Es sei „höchste Zeit, dass die Verantwortlichen in Wirtschaft und Politik sinnvolle Strategien und Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels ergreifen. Wir wollen unseren Teil dazu beizutragen und ermutigen unsere Kollegen und Politiker auf der ganzen Welt, auch ihren Teil dazu beizutragen.“

Um diesen Punkt weiter zu betonen, beteiligt sich Anders Kärrberg, Chief Sustainability Officer (CSO) bei Volvo Cars, an einer im Rahmen der diesjährigen Climate Week NYC stattfindenden Veranstaltung der „Accelerating to Zero“-Koalition (A2Z). A2Z wurde auf der UN-Klimakonferenz COP27 ins Leben gerufen. Die Koalition dient als Multi-Stakeholder-Plattform für die Unterzeichner der Erklärung von Glasgow über emissionsfreie Fahrzeuge, zu denen auch Volvo gehört. Durch Kooperationen und gemeinsame Aktionen arbeiten die Beteiligten auf das gemeinsame Ziel hin, bis 2040 – in den führenden Industrienationen sogar bis 2035 – alle weltweit verkauften Neuwagen und Transporter frei von Auspuffemissionen zu machen.

Mit der Ankündigung der Einstellung von Dieselmotoren und der Teilnahme an den A2Z-Diskussionen sowie weiteren Treffen im Rahmen der New Yorker Klimawoche will der schwedische Autohersteller noch mehr Unternehmen inspirieren, mutigere Maßnahmen gegen den Klimawandel zu ergreifen.

Vom bevorzugten Antrieb zum Abstellgleis innerhalb von vier Jahren

Die Entscheidung, den Dieselmotor Anfang 2024 vollständig einzustellen, zeige, wie schnell sich sowohl die Automobilindustrie als auch die Kundennachfrage angesichts der Klimakrise verändern können.

Noch vor vier Jahren war der Dieselmotor bei Volvo und den meisten anderen Autoherstellern in Europa die bevorzugte Antriebsvariante. Die meisten der im Jahr 2019 verkauften Volvo-Modelle in Europa waren mit Dieselmotor unterwegs, während elektrifizierte Modelle erst in den Anfängen steckten. Dieser Trend hat sich seitdem weitgehend umgekehrt – getrieben von einer veränderten Marktnachfrage, strengeren Emissionsvorschriften und dem zunehmenden Fokus auf Elektrifizierung. Die Mehrheit des europäischen Volvo-Absatzes entfalle inzwischen auf elektrifizierte Modelle – mit reinem Elektro- oder mit Plug-in-Hybridantrieb.

Weniger Dieselfahrzeuge auf den Straßen wirken sich auch positiv auf die Luftqualität in den Städten aus. Dieselfahrzeuge stoßen zwar weniger CO2 als Benziner aus, dafür aber mehr Stickoxide (NOx), die vor allem in Ballungsgebieten die Luftqualität beeinträchtigen.

Quelle: Volvo – Pressemitteilung vom 19.09.2023

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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Reiner:

Na – Wolfbrecht – immer noch nicht verstanden. Die Studien die den CO2 Fußabdruck über den Strom – Mix errechnen sind für mich nicht korrekt.
Jeder elektrische Verbraucher der zusätzlich eine kw/h Energie aus der Steckdose benötigt wird aus fossilen Rohstoffen erzeugt. Und das wird noch bis 2050 wahrscheinlich so sein. Das kannst du gerne auch Online prüfen. Wenn du heute in München dein E- Auto
an die Steckdose zu aufladen ansteckst kommt diese Energie aus fossilen Rohstoffen, So schauts aus!

Johannes:

Oh, nächste Finte: Geheimwissen „ich arbeite da“.
Also hier ist die Quelle deines „Wissens“: http://www.ifw-kiel.de/de/publikationen/aktuelles/zusaetzlicher-strombedarf-hebelt-klimavorteile-von-e-autos-aus/ (die Seite ist nicht abrufbar, vielleicht wars dem IFW peinlich?)

Und hier wird der Quatsch ausführlich auseinander genommen: heise.de/hintergrund/Elektroautos-klimaschaedlicher-als-Verbrenner-Kritik-an-IfW-Policy-Brief-4793670.html

Frank:

Was wird wohl abgeschaltet wenn die Aluminiumhütte stillgelegt wird, 100 MW Wind, Wasser und Solar und 100 MW Kohle, Gas und Müllkraftwerke oder 200 MW Kohle? Ich arbeite bis auf Solar bei allen Energieerzeugern und weiß wie in den Leitwarten geregelt wird und warum, jeder hat seine Schattenseiten nicht wie manche glauben wir machen Energiewende und das ist gut für die Umwelt.
Vielleicht muss man das einfacher erklären, eine Familie isst 100 Äpfel 50 Äpfel hat sie von eigenen Baum und 50 Äpfel kauft sie zu, jetzt kommt Besuch der möchte 10 Äpfel, dann kauft die Familie 60 Äpfel, also werden alle zusätzlichen Äpfel gekauft.
So ist es auch mit den Elektroauto, wenn Du nicht mit deinen Auto fährst, wird der Strom aus Deiner PV-Anlage ins Netz eingespeist und das spart dann CO².

Sledge:

Wenn die Länder rechnen könnten, müssten sie ihre AKWs vom Netz nehmen, da zu teuer. Schau doch mal ins AKW Vorzeigeland, nach Frankreich. Der einzige Anbieter, die EdF ist total überschuldet und muss verstaatlicht werden, da sie ihr Produkt, Strom, unter Preis verkaufen müssen. Doch das ist nur ein Teil ihrer Probleme. Die meisten AKW sind schon ziemlich am Ende ihrer voraussichtlichen Lebensdauer angelangt, und aktuell ist in Frankreich nur ein einziges AKW im Bau, die voraussichtlichen Kosten für Flamanville, schätzt der französische Rechnungshof auf über 19 Mrd.€

Das bedeutet für Frankreich, dass auch dort der Anteil der EE am Strommix zunehmen wird!

Weltweit betrachtet werden mehr AKWs stillgelegt wie neue gebaut werden, weil sich Atomstrom einfach nicht mehr rechnet!

Andi:

Nein, diese Autos wurden mit dem Strommix beladen, wie jeder andere Verbraucher auch. Das andere ist ein billiger Taschenspielertrick, in dem willkürlich der Verbrauch mißliebiger Verbraucher der Kohlekraft zugeordnet wird. So könnte ich auch sagen eine gerade in Betrieb genommene Aluminiumhütte wird nur mit Kohlestrom betrieben, weil sie neu ist.

Frank:

Das ist richtig, es gibt auch richtig teure Anlagen und wir in Deutschland brauchen so was nicht, aber die meisten Länder können rechnen und wissen auch die Kosten des ständigen Auf- und Abbau der Windparks und die Umwelt- und Artenschutz steht bei denen höher, siehe Finnland und was für die Grünenpolitiker dort studiert haben.

Frank:

Nah jetzt hast Du es verstanden, 2,5 TWh wurden für die E-Mobilität zusätzlich mit Kohle erzeugt.
Die Kernkraftwerke werden wir schon durch Wind und Solar ersetzen, dauert nicht mehr lange.
Die zweihundert Mrd. € was wir bis 2020 ins Netzgesteckt haben war viel Zuwenig, wir brauchen viel mehr und schnelleren Ausbau mit Freileitungen, nicht mit Erdkabel, siehe Südlink 10Mrd. für 4GW.

Sledge:

Die Zeiten, in denen man für 24,5 Mrd.€ 4 AKWs bekam sind auch schon lange vorbei.

Das neueste AKW Europas in Finnland, hat nach 18 Jahren Bauzeit 11 Mrd. € gekostet.

Die Anlage in England, Hinkley Piont, wurde bei Baubeginn 2016 auf 20,5 Mrd.€ Baukosten geschätzt, aktuelle Prognosen gehen von 30,5 Mrd.€ aus.

Und noch etwas was gerne vergessen wird. Die Lagerung des bereits jetzt entstandenen Atommülls in Deutschland, kostet uns Jahr für Jahr 1 Mrd.€

Wieviel das in 10 oder 100 Jahren sind, darf jeder selbst ausrechnen.

Sledge:

Wow, so geht Disruption. Vom meistverkauften Antrieb zum Auslaufmodell in nur VIER Jahren. Das hätte 2019 wohl niemand für möglich gehalten

Andi:

Whataboutism – wenn ein Argument widerlegt ist wir einfach irgendein anderes ausgepackt. Unfairer Diskussionsstil derjenigen, die keine Argumente haben.
Es gibt nichts zu glauben: de.statista.com/statistik/daten/studie/38897/umfrage/co2-emissionsfaktor-fuer-den-strommix-in-deutschland-seit-1990/
22 hat gegenüber 19 mehr CO2, da sich die Gaskraftwerke stark verteuert haben und mehr Braunkohle verbrannt wird. E-Mobilität verbraucht um die 2,5 TWh oder ca. 4 Promille der elektrischen Energie. Und bevor das jetzt auch noch kommt: die 3 superwichtigen Kernkraftwerke waren ’22 noch an.

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