Kia denkt über Wasserstoffautos, Carsharing und Abo-Modelle nach

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Michael Neißendorfer
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  —  Lesedauer 3 min

Kias Deutschland-Chef Steffen Cost sprach mit Auto-Medienportal über den E-Auto-Kurs der koreanischen Marke, den vollelektrischen EV6 als neuesten technologischen Wurf und die Überlegung, auch Wasserstoff-Autos sowie Carsharing und Abo-Modelle ins Portfolio aufzunehmen.

Mit dem EV6, dem neuesten Wurf der Marke, führe Kia eine langjährige E-Mobility-Modellpolitik fort, sagt Cost. Kia habe „seit 2014 Elektromodelle und seit 2016 auch Plug-in-Hybride im Angebot“ und sei damit „deutlich schneller als die meisten Wettbewerber“ gewesen. Der EV6 aber mit seiner besonders schnellladefreundlichen 800-Volt-Technologie sei ein „nächster großer Schritt“. Der sportliche Crossover stoße auf „großes Interesse“ und sei bereits mehr als 1000 Mal vorreserviert worden.

Bis Kia eine rein elektrische Marke wird, werde es aber noch dauern, wie Cost zu bedenken gibt. Schließlich seien die Koreaner ein global agierender Hersteller und nicht jeder Markt sei so gut auf die E-Mobilität vorbereitet wie etwa Europa. Cost geht davon aus, „dass es den Verbrennungsmotor noch eine lange Zeit geben wird“, da schließlich selbst Plug-in-Modelle immer noch einen Verbrennungsmotor benötigen. Dennoch arbeite Kia „an einer vollelektrischen Palette, die keine Wünsche offen lässt“.

„Wasserstoff sollte auf jeden Fall ein Teil der zukünftigen Mobilität werden“

Die Planung fürs künftige Portfolio umfasst demnach auch Fahrzeuge mit Wasserstoffantrieb. Deren Einführung hänge aber „vor allem von der Infrastruktur ab“, wie Cost erklärt: „Wir werden kein Modell in Deutschland einführen, so lange die Infrastruktur nicht vorhanden ist“. Die aktuell gut 100 Wasserstofftankstellen seien „einfach nicht ausreichend“. Kia habe aber dank der Schwestermarke Hyundaidie Technik im Konzern“ und könne sie auch „bei Bedarf sehr schnell einsetzen“.

Cost findet: „Wasserstoff sollte auf jeden Fall ein Teil der zukünftigen Mobilität werden“, da er nicht glaubt, „dass wir allein mit batterieelektrischen Fahrzeugen die Mobilitätsbedürfnisse der Menschen erfüllen werden“. Vor allem beim Schwerlastverkehr fände Cost den Brennstoffzellenantrieb sinnvoll.

Nicht nur beim Antrieb findet derzeit ein Umbruch statt, auch das veränderte Mobilitätsverhalten der Kunden zwingt die Automobilindustrie zu einer neuen Denkweise. „Eine wachsende Zahl tendiert zum Kauf von Mobilität“ statt zum Kauf von Autos, wie Cost Phänomene wie Carsharing, Fahrdienste und Abo-Modelle umschreibt. „Auf diesen Wechsel müssen wir vorbereitet sein und haben daher unseren Plan S entwickelt“, so der Deutschland-Chef von Kia. Das S stehe „für Shift oder Wechsel vom Automobilhersteller zum Mobilitätsanbieter, der auf zwei Säulen steht“. Neben dem Ausbau alternativer Antriebe stehe das Mobilitätsangebot als zweite Säule. Demnach denkt Kia „zum Beispiel über Carsharing- und Abo-Modelle nach.

Wie autonomes Fahren das Carsharing revolutionieren kann

Beim Carsharing verfolgt Kia einen spannenden Ansatz, der sich allerdings erst mit autonomen Fahrzeugen verwirklichen lässt. Bisher sei Carsharing „für die meisten Anbieter nicht profitabel, weil man viele Fahrzeuge benötigt, um den Bedarf zu decken, wenn die Autos keinen festen Standort haben, sondern überall in der Stadt abgestellt werden können“, erklärt Cost. Mit dem autonomen Fahren allerdings könne „mit einer relativ kleinen Flotte eine Stadt vollständig“ abgedeckt werden, da die Fahrzeuge selbstständig zu einem verabredeten Standort fahren könnten, wodurch ein Anbieter wiederum „rentabel arbeiten“ könne. Das sei jedoch „noch Zukunftsmusik, und niemand weiß, wann die Technik so weit sein wird.“

Quelle: Auto-Medienportal – Interview Steffen Cost: „Wir sind schon heute eine elektrische Marke“

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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