Kia kündigt sportlichen Elektro-Crossover „Imagine“ für 2021 an

Kia kündigt sportlichen Elektro-Crossover „Imagine“ für 2021 an
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Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 3 min

Das nächste Elektroauto von Kia wird sportlich: Unter anderem Kias Produktplanungs-Chef Pablo Martínez bestätigte der britischen Autocar, was schon vor einigen Monaten durch die Medien geisterte. Die Serienversion der Konzeptstudie Imagine, die 2019 auf dem Autosalon in Genf gezeigt wurde, kommt 2021 auf die Straße. Das Modell werde oberhalb der aktuellen Kia-Stromer e-Niro und Soul EV platziert. Es soll sich dabei um ein ähnliches Fahrzeugkonzept handeln, wie es der Sportwagen Stinger bei den Verbrennern ist — ein sportliches Fahrzeug in sportlichem Gewand. Durch die Erweiterung der E-Palette mit einem dritten und größeren Modell will Kia seinem Ziel, einen globalen Marktanteil von 6,6 Prozent bei Elektroautos zu erreichen, ein gutes Stück näher kommen.

Carlos Lahoz, Marketingchef von Kia, sagte über den kommenden Stromer, das Auto werde „einen erheblichen Einfluss darauf haben“, wie die Verbraucher Kia und seinen Anteil an der künftigen Elektrifizierung wahrnehmen. Kia plane „ein extrem hohes Leistungsniveau“, jedoch in einem anderen Paket als die Konkurrenz: „Heute gibt es viele Elektroautos im A- und B-Segment und viele High-End-Elektroautos, wir wollen etwas anderes“, so Lahoz.

Wir sind keine Premiummarke, wir sind eine Mainstream-Marke, und wir müssen diesem Erbe treu bleiben“, so Lahoz weiter. Die Imagine-Serienversion soll in Relation zu seiner Leistung deutlich günstiger sein als vergleichbare Premium-Fahrzeuge von Tesla, BMW oder Mercedes. Das neue Modell werde auf einer neuen, auf E-Autos maßgeschneiderten Plattform der Muttermarke Hyundai stehen, die in Zukunft die Grundlage für eine ganze Reihe weiterer leistungsstärkerer und größerer SUVs und Limousinen bilden soll. Gemunkelt wird, dass Hyundai-Kia bei der Entwicklung von Hochleistungsantrieben bereits auf das Fachwissen des Entwicklungspartners Rimac vertraut. Die Südkoreaner waren erst im vergangenen Jahr mit 80 Millionen Euro bei der kroatischen Elektro-Supersportwagenmarke eingestiegen und scheinen nun die ersten Früchte dieser Partnerschaft ernten zu wollen.

„Elektroautos können ohne Schuldgefühle Spaß machen“

Der Serien-Imagine soll eine Reichweite von bis zu 500 Kilometern bieten und an entsprechenden 800-Volt-Ultraschnellladern innerhalb von nur 20 Minuten genug Energie für mehr als 300 Kilometer nachladen können. Aktuell setzt nur Porsche diese Technologie beim Taycan an. Notiz am Rande: Porsche ist ebenfalls an Rimac beteiligt und hält 15 Prozent der Unternehmensanteile.

Emilio Herrera, Chief Operating Officer von Kia Europe, verwies bereits auf Rimac und deutete an, wohin die Reise mit diesem Partner gehen soll: Kia sei davon überzeugt, „dass Elektroautos ohne Schuldgefühle Spaß machen können“, was man zum Beispiel bei Tesla beobachten könne, wo Leistung „ein wesentlicher Bestandteil des Angebots“ sei. „Wir glauben, dass unsere Elektroautos dies auch können sollten“, so Herrera weiter. Kias Ziel sei es, „das Know-how von Rimac auf unserem Portfolio zu übertragen und unseren Autos eine hervorragende Leistung zu verleihen.“

Kia

Paul Philpott, Chef von Kia Großbritannien, deutete die Bauform des neuen Kia-Stromers an: Er soll ein Crossover-Design haben, „das die Grenzen zwischen Limousine und SUV verwischt“. Lahoz betonte, das Ziel des neuen Elektroautos bestehe darin, „Kias Absichten zu demonstrieren, erschwingliche Elektroautos auf den Markt zu bringen.“ Eine spannende Kombination.

Der koreanische Hersteller kündigte erst vor kurzem seinen neuen Plan an, bis 2025 elf Elektromodelle auf den Markt zu bringen, vom A- bis zum D-Segment. Dies ist Teil einer Milliardenschweren Strategie, um sich innerhalb der kommenden fünf Jahre zu einem innovativen Hersteller von Elektroautos und Mobilitätsdiensten zu entwickeln.

Quelle: Autocar — Next Kia EV will be ’super-high-performance‘ halo model

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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