Experten befürchten Restwertverluste bei Plug-in-Hybriden

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Michael Neißendorfer
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Die Erhöhung des Umweltbonus und Vorteile bei der Dienstwagenbesteuerung haben die Zulassungszahlen von Plug-in-Hybriden nach oben schnellen lassen. Die mehr als 20.000 neu zugelassenen Teilzeitstromer im vergangenen September etwa bedeuten einen massiven Anstieg um beinahe 500 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Da jedoch der Umweltbonus nur einmal gewährt wird, fällt er beim Weiterverkauf als Gebrauchtwagen weg. Dies könnte negative Auswirkungen auf die Restwerte haben, wie die Restwert-Experten von Schwacke und DAT erklären.

Wir haben große Bedenken, was die zukünftige Wertentwicklung anbelangt“, sagt Andreas Geilenbrügge, Head of Valuations & Insights bei Schwacke, dem Fachblatt Kfz-Betrieb zufolge. Der Restwert-Spezialist ist der Meinung, „dass die Nachfrage nach Gebrauchtwagen nicht so stark wächst wie das Angebot am Markt“, aus zwei Gründen: Zum einen, da der Umweltbonus für Gebrauchtwagen nicht ein zweites Mal beansprucht werden kann und zum anderen, da die überwiegend privaten Käufer von Gebrauchtwagen auch den Vorteil der günstigeren Dienstwagensteuer nicht für sich nutzen können. Außerdem schrecken unrealistische Verbrauchsangaben mögliche Käufer ab, wie Geilenbrügge erklärt: „Der realistische Verbrauch liegt eben nicht bei zwei Litern, sondern deutlich darüber“. Dies könne bei den Kauf-Überlegungen und einer vorherigen Kostenrechnung „für einen negativen Aha-Effekt sorgen.“

Die Experten von Schwacke gehen davon aus, dass die Restwerte von Plug-in-Hybriden noch bis 2025 unter diesen Einflüssen leiden. Danach dürfte es „ein ganz anderes Gefüge am Markt geben“ und es sollten „normale Nachfrage- und Angebotsmechanismen“ herrschen, sagte Geilenbrügge dem Fachblatt. Auch der zweite große Restwertspezialist DAT bezweifelt die Attraktivität von gebrauchten Plug-in-Hybriden für Privatkäufer. Der aktuelle „wahnsinnige Schub“ bei den Verkaufszahlen sei vor allem auf Dienstwagenfahrer zurückzuführen, sagt Martin Weiss, Leiter der DAT-Fahrzeugbewertung gegenüber Kfz-Betrieb. Es werde „interessant, inwiefern man die Fahrzeuge höherpreisig auf dem Gebrauchtwagenmarkt vermarkten kann“.

Quelle: Kfz-Betrieb – Plug-in-Hybride: Experten warnen vor Restwertverlusten

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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