BMW soll Rundzellen für die Neue Klasse E-Autos von Chinas EVE beziehen

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Michael Neißendorfer
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Der Autohersteller BMW soll mit EVE Energy aus China Verträge über die Lieferung großer zylindrischer Batteriezellen für seine nächste Generation an Elektroautos unterzeichnet haben. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen. Demnach soll EVE ein Hauptlieferant von BMW werden, um die E-Autos der Neuen Klasse, die ab 2025 produziert werden sollen, mit Batteriezellen auszustatten.

Das neue Zellformat 4680 – zylindrische Zellen mit einem Durchmesser von 46 Millimetern und einer Länge von 80 Millimetern – hatte zunächst Tesla gemeinsam mit Panasonic entwickelt und produziert. Dem dickeren und kürzeren Zellformat wird nachgesagt, dass es die Produktionskosten senkt und die Reichweite im Vergleich zur zylindrischen Batterie der aktuellen Generation mit dem eher dünnen und länglichen Format 2170 verbessert.

EVE hat sich auf Nachfrage von Reuters bislang nicht zu der Angelegenheit geäußert. BMW teilte mit, Anfang September einige batteriebezogene Informationen zu veröffentlichen, lehnte aber weitere Kommentare ab.

BMW verwendet aktuell noch prismatische Batteriezellen in seinen E-Autos. Der Schwenk zu den Rundzellen unterstreicht die wachsende Dynamik für großformatige zylindrische Batterien. Prismatische Batterien haben den Vorteil, dass sie dichter gepackt werden können, was Kosten spart. Befürworter zylindrischer Batterien argumentieren, dass die neueren Großformatzellen aufgrund der Verbesserung der Energiedichte noch kostengünstiger geworden sind.

Chinas CATL, der mit Abstand weltweit größte Batteriehersteller, soll ab 2025 ebenfalls mit der Lieferung von zylindrischen Batterien an BMW beginnen. Wie viele Batterien BMW von EVE und CATL beschaffen will, ist bislang noch nicht bekannt. Auch das genaue Zellformat ist noch nicht endgültig bekannt. Zuletzt hieß es, dass BMW auch zwar dicke, allerdings kürzere Zellen verwenden könnte, mit Formaten wie beispielsweise 4660 oder 4640. CATL reagierte nicht auf eine Bitte seitens Reuters um Stellungnahme zu den geplanten Abmessungen.

Alle drei genannten Unternehmen haben bereits angekündigt, Produktionsstätten in Debrecen, Ungarn, aufzubauen. BMW will hier ab 2025 die ersten E-Autos der Neuen Klasse montieren. EVE und CATL wiederum wollen in Debrecen Produktionsstätten für zylindrische Batteriezellen aufbauen, CATL mit einer Jahreskapazität von 100 Gigawattstunden, was es zu Europas größter Batterieanlage machen würde. Neben BMW will CATL mit den Zellen aus ungarischer Produktion auch Mercedes-Benz beliefern.

Quelle: Reuters – China’s EVE to supply BMW with large Tesla-like cylindrical batteries in Europe

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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