BMW soll bei Neue-Klasse-E-Autos auf 46XX-Rundzellen setzen

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Michael Neißendorfer
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  —  Lesedauer 2 min

Ein aktueller Medienbericht unterfüttert das Gerücht, wonach BMW bei seinen künftigen Elektroautos ein neues Zellformat mit Rundzellen mit 4,6 Zentimeter Breite und unterschiedlicher Höhe einsetzen könnte. Erst vor wenigen Wochen hieß es, dass der Zellhersteller Samsung SDI an verschiedenen Versionen auf Basis der bereits in E-Autos eingesetzten 4680-Batteriezellen arbeitet und die neuen, kürzeren Zellen Autoherstellern wie unter anderem BMW anbieten will.

Ein hochrangiger BMW-Manager“ habe nun den Strategieschwenk hin zu kürzeren Rundzellen bestätigt, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Im Gespräch erwähnte der Experte, der namentlich nicht genannt werden möchte, demnach erste Details zur neuen Batteriegeneration 6, wie sie intern heiße. BMW spreche wie auch Samsung SDI von einem 46XX-Format, da die Höhe je nach Fahrzeugtyp variieren kann. Hochbeinige SUV würden längere Zellen bekommen, Limousinen und Sportwagen beispielsweise könnten mit eher kürzeren Zellen eine flachere Silhouette behalten. „So, wie wir bei den prismatischen Zellen heute ja auch unterschiedliche Höhen haben“, zitiert die SZ den BMW-Manager.

Der BMW-Insider bestätigte auch das auf Samsung SDI bezogene Gerücht, wonach hohe und niedrige Rundzellen jeweils über die gleichen Produktionsanlagen laufen könnten, was der Kosteneffizienz zu Gute kommen würde. Dem ursprünglichen Gerücht zufolge arbeitet Samsung SDI bei den kürzeren Versionen der 4680-Zellen an Längen zwischen 40 mm und 60 mm – welche folglich bei z.B. 40 mm Länge mit dem Formfaktor 4640 bezeichnet werden würde. Tesla setzt seit diesem Jahr bereits die acht Zentimeter hohen 4680-Zellen ein, was zusammen mit Kühlelementen und dem Batterierahmen eine Aufbauhöhe von gut zehn Zentimetern ergibt.

Die neuen Zellen will BMW der SZ zufolge erstmals in den Elektroautos der Neuen Klasse einsetzen, welche ab 2025 produziert werden sollen. Den Anfang soll eine vollelektrische Limousine in Größe der 3er-Reihe markieren. Neben den neuen Zellen will BMW dabei – wie aktuell bereits Porsche und Hyundai-Kia – die Antriebsarchitektur auf 800 Volt auslegen, deren größter Vorteil in der deutlich flotteren Schnellladefähigkeit liegt.

Auch in der Zellchemie soll es Änderungen geben. Dem Bericht zufolge soll der Nickelgehalt in den NMC-Zellen auf rund 90 Prozent erhöht und der Kobaltanteil minimiert werden, um „den explodierenden Rohstoffkosten entgegenwirken und die Diskussion um die Abbaumethoden beenden“ zu können. Allerdings können diese neuen Zellen bei Überhitzung schneller chemisch instabil werden, wobei auch hier das Rundzellen-Format Vorteile mit sich bringe: „Die Sicherheitsanforderungen haben für uns höchste Priorität, das macht zylindrische Zellen wieder interessant“, so der BMW-Manager.

Quelle: Süddeutsche Zeitung – Neue Elektroplattform: Technologiesprung bei BMW

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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