BMW Group bestätigt Corona zum Trotz positiven Ausblick für 2020

BMW Group bestätigt Corona zum Trotz positiven Ausblick für 2020
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Michael Neißendorfer
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Die BMW Group hält nach dem ersten Halbjahr weiter Kurs auf ihre Jahresziele. Nachdem das Unternehmen seine Produktion im März angesichts der absehbar sinkenden weltweiten Nachfrage an vielen Standorten kontrolliert heruntergefahren hatte, konnte im zweiten Quartal mit einem koordinierten Wiederanlauf der Produktionsstandorte begonnen werden. Seit Mitte Juni arbeiten alle Automobilwerke wieder im regulären Schichtbetrieb. Gleichwohl bleiben Kosteneffizienz und Cash-Management entscheidend, um die Folgen der Corona-Pandemie bestmöglich zu beherrschen.

Dank unserer hohen Reaktionsfähigkeit und konsequenten Steuerung haben wir die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die BMW Group im ersten Halbjahr begrenzen können“, sagte der Vorstandsvorsitzende der BMW AG, Oliver Zipse. Trotz der deutlichen Marktrückgänge infolge der Corona-Pandemie konnte die BMW Group per Juni ein positives Konzernergebnis vor Steuern von 498 Millionen Euro erzielen. Der Hersteller blicke „mit vorsichtiger Zuversicht“ auf das zweite Halbjahr und strebe für 2020 weiterhin eine EBIT Marge im Segment Automobile zwischen 0 und 3 Prozent an. „Wir beobachten die Situation weiterhin sehr genau und steuern die Produktion unverändert gemäß der Entwicklung in den Märkten und der regional unterschiedlichen Kundennachfrage“, so Zipse,

Auch in einem sehr herausfordernden Umfeld investiert BMW weiter in zukünftige Technologiefelder und entsprechenden Kompetenzaufbau. Wie angekündigt wendet das Unternehmen bis 2025 mehr als 30 Milliarden Euro für Forschung und Entwicklung auf, um seine Rolle als Innovationsführer zu stärken.

Zukunftsinvestitionen bleiben auf hohem Niveau

Entsprechend geht die BMW Group weiterhin in Vorleistung für die Technologien der Zukunft: Die Forschungs- und Entwicklungskosten des Konzerns lagen per Juni mit gut 2,7 Milliarden Euro auf hohem Niveau. Darin enthalten sind unter anderem laufende Aufwendungen für die Elektrifizierung sowie speziell für die Entwicklung des BMW iNEXT. „Wir investieren zielgerichtet und mit Augenmaß“, so Zipse. Vor dem Hintergrund der aktuellen Situation verschiebe der Hersteller aber auch Projekte oder stelle sie auf den Prüfstand.

Einen zweiten strategischen Schwerpunkt bildet die Nachhaltigkeit. Während der Corona-Pandemie hat der Vorstand ambitionierte Langfristziele festgelegt. „Nachhaltigkeit und Digitalisierung sind die entscheidenden Themenfelder dieser Dekade. Gerade in herausfordernden Zeiten müssen wir hier die richtigen Weichen stellen“, sagte Zipse. Die BMW Group setzt sich dabei klare Ziele zur CO2-Reduktion bis zum Jahr 2030 – erstmals über den gesamten Lebenszyklus ihrer Produkte, von der Lieferkette über die Produktion bis zum Ende der Nutzungsphase. Über diesen gesamten Zeitraum sollen die CO2-Emissionen je Fahrzeug bis 2030 gegenüber 2019 deutlich um mindestens ein Drittel gesenkt werden.

Sieben Millionen elektrifizierte Fahrzeuge bis 2030

Unter anderem sollen die CO2-Emissionen der Fahrzeuge in ihrer Nutzungsphase um 40 Prozent je gefahrenem Kilometer reduziert werden. Zentraler Hebel dafür ist eine weitreichende Produktstrategie mit einem massiven Ausbau der E-Mobilität: In zehn Jahren sollen insgesamt mehr als sieben Millionen elektrifizierte Fahrzeuge der BMW Group auf den Straßen unterwegs sein – davon etwa zwei Drittel mit vollelektrischem Antrieb.

Schon heute ist die BMW Group ein führender Anbieter von elektrifizierten Fahrzeugen: Ende 2021 will der Hersteller mit dem BMW i3, dem MINI Cooper SE, dem BMW iX3, dem BMW iNEXT sowie dem BMW i4 fünf vollelektrische Serienfahrzeuge anbieten. Ein weiterer Meilenstein soll die kommende Generation des BMW 7er werden. Das Flaggschiff der Marke BMW wird mit vier unterschiedlichen Antriebsarten verfügbar sein: als Diesel oder Benziner sowie als elektrifizierter Plug-in-Hybrid und erstmals als vollelektrisches BEV-Modell. 2023 will das Unternehmen 25 elektrifizierte Modelle auf der Straße haben – die Hälfte davon vollelektrisch.

Zusätzlich zu dem BMW 7er wird die umfassende Elektrifizierung weiter über die Modellpalette ausgerollt: Zusätzliche Beispiele für die „Power of Choice“ sollen die volumenstarken BMW X1 und BMW 5er Baureihen sein, die in Zukunft ebenfalls mit allen vier Antriebsvarianten – vollelektrisch, Plug-in-Hybrid, Diesel und Benziner – verfügbar sein werden.

Quelle: BMW – Pressemitteilung vom 05.08.2020

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Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

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