BMW steht bei eigener Zellfertigung auf der Bremse

BMW steht bei eigener Zellfertigung auf der Bremse

Copyright Abbildung(en): Tomasz Szczecinski / Shutterstock.com

Viele Hersteller von Elektroautos ändern ihre strategischen Ausrichtung hin zu einer Erweiterung der Wertschöpfungskette, vor allem auf die Bereiche Ladeinfrastruktur und Batteriefertigung. BMW tritt hingegen auf die Bremse: obwohl Betriebsratschef Manfred Schoch mehrfach gefordert hat, dass BMW an jedem Produktionsstandort eine eigene Batteriezellfertigung brauche, wartet das Management noch ab. Damit ist der deutsche Autohersteller zögerlicher als die heimische Konkurrenz, obwohl er 2021 ein Rekordjahr hingelegt hat. Erstmals wurde Rivale Daimler als meistverkaufte Luxusmarke der Welt vom Thron gestoßen: BMW hat 2021 2,21 Millionen Fahrzeuge verkauft, Daimler „nur“ 2,05 Millionen.

Aktuell kauft BMW die Batteriezellen bei CATL, Samsung und Northvolt zu. Nicolas Peter, Finanzchef bei BMW, ist überzeugt, die „Beschaffung für die nächsten Jahre über die Zulieferpartner gut gesichert“ zu haben. Daher wäre es nicht nötig, die eigene Batterieproduktion schnell hochzuskalieren. Als Grund für die Zurückhaltung nennt Peter die Unsicherheit, welche Technologie sich in den nächsten 10-15 Jahren durchsetzen würde. Lieber investiere man die verfügbaren Resourcen in die Batterieentwicklung, gemeinsam mit weltweiten Partnern. Peter weist jedoch darauf hin, dass man an jedem Produktionsstandort die Batterien zumindest selbst zusammenbauen möchte, auch wenn die Zellen zugeliefert werden.

Die Konkurrenz geht andere Wege: Daimler hält bereits 33 Prozent an der Automotive Cells Company und plant die Errichtung von acht Gigafabriken, gemeinsam mit Partnern. Volkswagen wiederum möchte bis zum Ende des Jahrzehnts sechs Batteriewerke in Europa hochziehen, mit Partnern wie der chinesischen Gotion High-Tech und Northvolt, an der der Konzern 20 Prozent Anteile hält.

Der Übergang zur Elektrifizierung hat BMW ordentlich gepusht: er ging schneller vonstatten als vor zwei bis drei Jahren noch erwartet. Nach dem Vorpreschen mit dem i3 hat sich BMW mit anderen konkurrenzfähigen E-Modellen lange Zeit gelassen. Das wurde nun aufgeholt: Die Verkäufe von E-Autos haben sich letztes Jahr verdoppelt und die Bestellbücher sind voller denn je. Man plant sogar eine Extraschicht am Samstag im Münchner Werk, um die Nachfrage zu bedienen.

Quelle: europe.autonews.com – BMW cautious on bringing batteries in-house despite rising EV sales

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Zitat:
„Als Grund für die Zurückhaltung nennt Peter die Unsicherheit, welche Technologie sich in den nächsten 10-15 Jahren durchsetzen würde.“

Ich glaube, der hat mit „Kolben-Klaus“ zu oft und zu lange gemeinsam zu Mittag gegessen….
Wer Ohren hat zu Hören und Augen zum Sehen, sollte ein bisschen länger mal nachdenken statt nachplappern.

Verständliche Entscheidung.
Wenn in 10+ Jahren komplett andere Zellen (Feststoffzellen) gefragt sind, hat man ordentlich Geld in den Sand gesetzt. Ein relativ kleiner Autohersteller wie BMW kann sich das nicht leisten.

Bis dahin kann man ausreichend Zellen von Zulieferern beziehen, die langfristigen Lieferverträge bestehen ja bereits.

Viel wichtiger ist: Man hat die Motorenentwicklung, im Gegensatz zu Mercedes, seit Jahren selbst vorgenommen.

Hat Tesla auch nicht anders gemacht.

Last edited 3 Monate zuvor by brainDotExe

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