Mercedes-Benz beteiligt sich an ACC und baut europäischen Batterie-Giganten aus

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Felix Katz
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Auf dem Weg in eine rein elektrische Zukunft beteiligt sich Mercedes-Benz am europäischen Batteriezellenhersteller Automotive Cells Company (ACC), um die Entwicklung und Produktion von Hochleistungsbatteriezellen und -modulen der nächsten Generation voranzutreiben. Wie im Juli 2021 angekündigt, wird die Marke mit dem Stern bis zum Ende des Jahrzehnts bereit sein, vollelektrisch zu werden – überall dort, wo es die Marktbedingungen zulassen. Für das angestrebte Ziel benötige das Unternehmen bis zum Ende des Jahrzehnts Kapazitäten von insgesamt mehr als 200 Gigawattstunden und plant dafür, gemeinsam mit Partnern weltweit acht Zellfabriken zu errichten, davon vier alleine in Europa.

„Mercedes-Benz beteiligt sich mit 33 Prozent an ACC. Als gleichberechtigter Anteilseigner neben TotalEnergies und Stellantis erhalten wir damit zwei von insgesamt sechs Sitzen im Aufsichtsrat von ACC“, so Markus Schäfer, Mitglied des Vorstands der Daimler AG und Mercedes-Benz AG. Nach eigenen Angaben strebt das Unternehmen an, EQ-Modelle weiterhin nur mit den fortschrittlichsten und nachhaltigsten Batteriezellen auszutatten.

Mercedes-Benz plant zudem die High-End-Zellentwicklung ab 2023 mit seinem neu geplanten Pilotwerk „Mercedes-Benz Drive-Systems Campus“ in Stuttgart ergänzen. Die Gesamtinvestition in ACC umfasst ein Volumen von mehr als sieben Milliarden Euro – in einer Kombination aus Eigenkapital, Fremdkapital und öffentlicher Förderung –, um bis Ende des Jahrzehnts Kapazitäten von mindestens 120 Gigawattstunden in Europa zu erreichen. Mercedes-Benz möchte  im kommenden Jahr einen mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Betrag investieren. In Summe bleiben die Investitionen unter einer Milliarde Euro. Die Transaktion unterliege den üblichen Vollzugsbedingungen, einschließlich der Vereinbarung über die endgültige Dokumentation sowie die behördlichen Genehmigungen.

Mercedes-Benz / ACC

ACC werde laut Pressemitteilung von Mercedes-Benz bereits ab Mitte der Dekade mit leistungsfähigen Batteriezellen und -modulen aus seinen Produktionsstandorten beliefern. Der Batteriezellenhersteller prüft den Ausbau seines Produktionsnetzwerks um weitere Standorte in Europa. Durch die Beteiligung treibt der Automobilbauer die Industrialisierung von hochentwickelten und nachhaltigen Zelltechnologien in Europa voran. Yann Vincent, CEO von ACC, betont: Mercedes-Benz als neuen Anteilseigner bei uns zu begrüßen, ist ein wichtiger Meilenstein für ACC. Mercedes-Benz beweist Vertrauen in unsere Technologie-Roadmap und Produktwettbewerbsfähigkeit. Dies stärkt das Geschäftspotenzial von ACC deutlich und untermauert unsere ehrgeizigen Wachstumspläne. Das ist unser Beitrag zu einer elektrischen und nachhaltigen Zukunft.“

Effiziente und nachhaltige Zelltechnologien

Mercedes-Benz verfolgt weitreichende Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Bereich der Batterietechnologie. Das Unternehmen bringt sein Know-how in das Joint Venture mit ein und unterstützt den Ausbau des Produktionsnetzwerks von ACC. Mit „Saft“, einer Tochtergesellschaft von TotalEnergies, verfügt Mercedes-Benz über einen Partner mit langjähriger Erfahrung im Bereich langlebiger Batteriesysteme sowie Elektro- und Hybridantriebe. Stellantis bringt durch seine Markenvielfalt, Größe und globale Präsenz Industrialisierungskompetenz in das Joint Venture ein. Mercedes-Benz setzt bereits auf einen modularen, hochgradig standardisierten Batteriebaukasten, der durch einheitlich konstruierte Komponenten und Schnittstellen die Integration von Batteriezellen und -modulen von unterschiedlichen Entwicklungspartnern ermöglicht. Ziel der Partnerschaft sei die gemeinsame Entwicklung von neuen Zellen und Batteriemodulen, die den Anforderungen an Energiedichte, Ladeleistung und Performance der heutigen und zukünftigen Zeit gerecht werden sollen. Darüber hinaus forschen die Partner an weiteren Technologiesprüngen, zum Beispiel im Hinblick auf Hochsilizium-Anoden– und Festkörperbatterien.

Mit der „Ambition 2039“ verfolgt Mercedes-Benz das Ziel von CO2-Neutralität entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Die CO2-neutrale Fertigung von Batteriezellen sei dabei ein wichtiger Baustein und eine konkrete Anforderung an alle Partner. Daher werde laut eigenen Angaben auch ACC vorrangig Strom aus erneuerbaren Energien für die Fertigung von Hochleistungsbatterietechnologien verwenden. Weitere wichtige Nachhaltigkeitsaspekte seien der verantwortungsvolle Rohstoffbezug sowie der schonende Umgang mit Ressourcen: Für die Batteriezellen sollen ausschließlich Rohstoffe aus zertifiziertem Abbau genutzt werden. Zudem sollen die Partner kritische Materialien mit dem Einsatz neuer Technologien reduzieren. Für einen geschlossenen Rohstoffkreislauf werden Batteriezellen von ACC zu über 95 Prozent recyclingfähig sein, heißt es weiter. Der Batteriezellenhersteller ist ein wichtiger Partner für die Europäische Union, um im Rahmen des Green Deals die Nachhaltigkeitsanforderungen für eine grüne Batterie in Europa umzusetzen.

Quelle: Mercedes-Benz 

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Felix Katz liebt alles, was vier Räder und einen oder gleich mehrere Motoren hat. Nicht nur Verbrenner, sondern vor allem Elektroautos haben es ihm angetan. Als freiberuflicher Autojournalist stromert er nicht nur fast jeden Tag umher, sondern arbeitet seit über zehn Jahren für viele renommierte (Fach-)Medien und begleitet den Mobilitätswandel seit Tag eins mit.

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