Mercedes setzt hohe Absatzziele für den EQS

Mercedes setzt hohe Absatzziele für den EQS

Copyright Abbildung(en): Mercedes-Benz

Erst kürzlich hat Daimler mit dem EQS sein neues Elektro-Flaggschiff vorgestellt. Das Modell gilt als Neuinterpretation der S-Klasse – nur eben mit Akku-Antrieb. Ab August soll die Luxuslimousine auf den Straßen rollen. Der Einstiegspreis dürfte allenfalls gerade noch fünfstellig sein, dennoch seien die Absatzziele ehrgeizig, heißt es.

Intern kalkuliere der Premium-Hersteller ab 2022 mit einem jährlichen Absatz von bis zu 50.000 Einheiten, berichtet das „Handelsblatt“ unter Berufung auf Konzernkreise. Daimler-Chef Ola Källenius wird wie folgt zitiert: „Wir werden mit dem EQS viele neue Fans für die Marke Mercedes-Benz gewinnen.“ Die S-Klasse war 2020 mit rund 60.000 Exemplaren einmal mehr die meistverkaufte Luxuslimousine der Welt.

Mercedes bietet mittlerweile mehrere Elektroautos an – das Mittelklasse-SUV EQC und der Van EQV kommen allerdings noch nicht wirklich gut am Markt an, meldet „ecomento.de“. Das liege insbesondere an den verwendeten Verbrenner-Plattformen, die Kompromisse bei Reichweite und Effizienz erfordern. Auch die in diesem Jahr zu den Händlern kommenden kompakten SUV EQA und EQB sind lediglich umgerüstete Verbrenner.

Mit dem EQS hingegen führt Mercedes die neue Plattform EVA2 (Electric Vehicle Architecture) ein. Zwar verzichten die Schwaben – anders als etwa Porsche – noch auf neueste 800-Volt-Technologie, dennoch kommen sie auch mit der halben Spannung auf bis zu 770 Kilometer Reichweite nach WLTP. Das liegt am vergleichsweise geringen Stromverbrauch von minimal 15,7 kWh je 100 Kilometer, der auch vom cw-Wert von 0,20 herrührt. Nach Angeben von Mercedes ist der EQS das aerodynamischste Serienauto der Welt. In Sachen Langlebigkeit sehen sich die Stuttgarter ebenfalls vorne: Für die Fahrbatterie wird eine Laufzeit von zehn Jahren oder 250.000 Kilometern garantiert. „Das ist ein Rekordwert„, betonte Daimler-Entwicklungschef Markus Schäfer.

Wie in dem Segment üblich, wirbt Mercedes auch mit reichlich Leistung und dynamischem Fahrverhalten sowie viel Komfort und Luxus. Hinzu kommen moderne Digitalfunktionen und ein hohes Maß an Konnektivität. Optional wartet der EQS im Innenraum mit dem aus drei Bildschirmen bestehenden „MBUX Hyperscreen“ auf.

Lob kommt von Experten. „Daimler macht jetzt einen großen Sprung nach vorne„, sagt Stefan Bratzel dem „Handelsblatt“. Der Direktor des Center of Automotive Management (CAM) glaubt, dass der EQS für Mercedes einen ähnlichen Effekt auslösen wird wie der Taycan für Porsche.

Für den Daimler-Boss ist der EQS nicht nur ein Imageträger, sondern auch ein Renditebringer. „Wir erzielen aus dem Stand vernünftige Renditen“, sagte Källenius. Wie die S-Klasse solle auch der EQS den höchsten Gewinn pro Fahrzeug innerhalb der Serien erzielen. Dieser werde wegen der hohen Kosten für E-Autos zunächst allerdings kleiner ausfallen als bei konventionellen Fahrzeugen.

Quelle: ecomento.de – Mercedes will ab 2022 bis zu 50.000 EQS pro Jahr verkaufen

Über den Autor

Wolfgang Plank ist freier Journalist und hat ein Faible für Autos, Politik und Motorsport. Tauscht deshalb den Platz am Schreibtisch gerne mal mit dem Schalensitz im Rallyeauto.

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Daimler, die tun was, zumindest in der Luxusklasse.
Denke, das Konzept geht auf, und der geplante Absatz wird mit dieser angepeilten Konfiguration spielend erreicht. In der Klasse gibt es viele Technikaffine.
Die S-Klasse bleibt dann nur noch für die Ewiggestrigen und irgendwelche unterentwickelten Länder ohne passende Stromversorgung übrig.

Daimler fängt jetzt weit oben an, der EQS ist das erste „Fullsize Luxury Car“ mit Elektroantrieb.
Andere Fahrzeuge wie das Tesla Model S sind in der oberen Luxus Mittelklasse, also deutlich kürzer.
Daimler hat neue Technologien wie ABS immer in der S-Klasse eingeführt, die Mittelklassemodelle kamen später, so wird das auch mit den Elektroplattformen laufen.In den letzten 5 Jahren gab es eine Stagnation bei der grössten verbauten Batterie in einer Limousine.
Nach dem 2006er Tesla Model S mit 100kWh gab es keine größere Batterie mehr, auch wegen mangeldem Wettbewerb, mit dem EQS endet diese Stagnation.
Im Gegensatz dazu hat sich die Batteriekapaziät seit 2006 in kleineren Klassen deutlich erhöht, teilweise sogar mehr als verdoppelt.

Das Problem bei Daimler ist aber, daß eben solche Innovationen wie damals ABS oder ESP jetzt andere Firmen entwickeln und nicht mehr Daimler.
“Das Beste oder nichts“ gilt schon länger nicht mehr!
Beispiel: 800V, Plug & Charge etc.
Und genau an solchen Beispielen wird deutlich, daß die deutschen OEMs doch (arrogant ?) geschlafen haben und eben jetzt extra viel Gas geben müssen.
Ich bin aber guter Hoffnung – gute Ingenieure gibt es nämlich auch in Europa – man müsste die einfach einmal mach lassen und nicht einen BWLer mit (?) Technikvertständnis in zu viele Kaderpositionen setzen.
Das gleiche passiert in Deutschland übrigens auch in anderen Bereichen- z.B. im Gesundheitswesen: – früher hatte ein Klinikchef einmal Medizin studiert – heute eben eher BWL.

Wo das hinführt erleben wir jeden Tag !
Gesundheitsminister sind Bankkaufmänner
Verteidigungsmenisterinnen haben nie eine Waffe abgefeuert – alles „Experten“ eben, nur leider im falschen Fachgebiet 😉

Oh ja!
mir fällt sowas auch immer häufiger auf, seit ich vor vielen Jahren mal bei Audi den Spruch gehört habe: An unserer Spitze steht ein Ingenieur und kein Kaufmann.
In miner Veranstaltungsbranche ist das genau so. Früher gab es zb. In Kurverwaltungen Leute aus dem Kunst- und Kulturbereich. Heute nur noch Buchhalter und Zahlendreher. Aus den Einnahmen der Kurtaxe muss maximaler Gewinn erzeugt werden. Dass sie dafür aber Veranstaltungen anbieten sollen, ist eher lästig.
Das machen dann eher die privaten Hoteliers.

Mich würde mal das Fahrzeuggewicht interessieren. Hohes Gewicht = hoher Straßenverschleiß und hoher Reifenverschleiß. Ist das Fahrzeug noch ein PKW?

Nein, eher ein Panzer für den niveauvollen Herren. 😉

Der EQS soll 2,4 bis 2,6 Tonnen wiegen, ähnlich dem Model S bei 20cm mehr Länge

Da nehmen die sich alle nichts. Model S, Taycan, etron usw. Alle Auto mit dickem Akku liegen um die 2,5 Tonnen. Also Leichtbau macht schon auch beim Elektroauto durchaus Sinn. Nicht zwingend hinsichtlich Reichweite, aber um das Gewicht einfach im Rahmen zu halten.

Gut die 10 Jahre Garantie auf die Batterie sind wirklich gut.

Mit 250.000km Garantie auf die Batterie legt Mercedes die Latte allerdings wirklich wieder sehr niedrig. Geht man davon aus, dass das Fahrzeug realisitsch 500 km je Ladezyklus schafft (vermutlich auch mehr im Schnitt), dann landet man bei 250.000 km / 500 km/Ladehub = 500 Ladezyklen.

Selbst die Ladezyklen einen E-Bike Akkus schaffen 600-700 Ladezyklen. Und die sind im Consumer angesiedelt und nicht im robusten PKW Bereich….

Da geht es um die Garantie. Wenn ich eine Garantie auf 250.000km gebe, dann gehe ich schon davon aus, dass die auch unter ungünstigen Bedingungen gehalten wird.

Wieviel garantiert Mercedes denn, 70% Kapazität?

Genau. Das muss gelten selbst bei immer Vollgas und Schnelladen und dann kalkuliert ein deutscher Hersteller da sicherlich noch einen massiven Puffer ein.
Der Akku wird sicherlich auch 1000+ Ladezyklen halten. Das nicht absehbare ist immer die kalendarische Alterung. Deswegen wohl die 10 Jahre.

Richtig. Wenn ich 10 Jahre lang pro Jahr 25000km fahren kann, egal wieviel und wie ich lade, dann bietet mir das doch eine große Sicherheit. Wie es in 10 Jahren aussieht, weiß heute ja eh kein Mensch.

ich hoffe mal im Sinne des Fortschritts, dass in 10 Jahren die Akkus von heute keiner mehr haben will, Ob man länger haltbare Fahrzeuge auf neuere Akkusysteme umrüsten kann, wird interessant.

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