Mercedes-Benz EQB Weltpremiere: Alle Fakten und technischen Daten des SUV

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Mercedes-Benz bereitet schon länger die Einführung eines neuen GLB-SUVs vor, intern wird dieser aktuell als X247 geführt. Mit der Weltpremiere des vollelektrischen Kompakt-SUV EQB sowie dessen zeitnahe Markteinführung ergänzt Mercedes das bereits verfügbare Portfolio auf nunmehr fünf vollelektrische Pkw und Vans. Der Automobilhersteller hatte sich bereits 2017 die entsprechenden Markennamen für die EQ-Baureihe schützen lassen. Was du vom EQB erwarten kannst, das erfährst du nachfolgend.

Als Siebensitzer (optional) bietet der neue EQB von Mercedes-EQ Platz für viele Familienkonstellationen und unterschiedlichste Transportbedürfnisse. Damit hat er eine Ausnahmestellung unter den Elektroautos. Die beiden Sitzplätze in Reihe drei können von Personen bis 1,65 Metern Körpergröße genutzt werden, auch die Montage von Kindersitzen ist dort möglich. Vergleiche zum ID.6 von VW, der gestern in China vorgestellt wurde, liegen nahe. Der EQB präsentiert sich seinerseits mit einer Länge von 4.684 mm Länge, einer Breite von 1.834 mm sowie einer Höhe von 1.667 mm. Der Radstand wird mit 2.829 mm angegeben. Dieser führt dazu, dass der Stromer ein entsprechendes Platzangebot zu bieten hat. Das Ladevolumen hat mit 495 bis 1.710 beziehungsweise 465 bis 1.620 Litern (Angaben für Fünf- bzw. Siebensitzer) die Qualitäten eines kompakten Kombis.

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Wie Mercedes-Benz zu verstehen gibt wird der EQB das erste rein elektrisch angetriebene Serienfahrzeug aus dem ungarischen Werk Kecskemét sein. Aktuell laufen dort die Plug-in-Hybrid-Modelle CLA und CLA Shooting Brake vom Band. Auch die A-Klasse mit Plug-in-Hybridantrieb wird künftig in Kecskemét produziert – zusätzlich zum deutschen Mercedes-Benz Werk Rastatt, wo der EQA entsteht. In China läuft der EQB ebenfalls vom Band, bei Beijing Benz Automotive Co., Ltd (BBAC), einem Joint Venture zwischen Daimler und seinem chinesischen Partner BAIC Group, wird dieser gefertigt. Hierdurch möchte man eine Markteinführung noch in 2021 sicherstellen. Nach Europa kommt die internationale, im ungarischen Kecskemét produzierte Version des EQB Ende des Jahres, die Markteinführung in den USA folgt 2022.

„China ist nicht nur die wichtigste Pkw-Absatzregion für uns, sondern auch der weltweit führende Markt für Elektroautos. Wir freuen uns sehr, den vollelektrischen EQB hier in China zum allersten Mal zu präsentieren. Mit seinen sieben Sitzplätzen trifft der neue EQB die Bedürfnisse sehr familienorientierter Kunden. Neben den richtigen Produkten ist unser lokaler Produktions-Footprint einer der entscheidenden Faktoren für nachhaltiges Wachstum in China. Deswegen freuen wir uns sehr darauf, den vollelektrischen EQB in Peking zu produzieren.“ – Hubertus Troska, Vorstandsmitglied der Daimler AG, verantwortlich für alle China-Aktivitäten

Als Kunde wird man die Wahl zwischen verschiedenen Antriebsalternativen erhalten: Front- und Allradantrieb wird möglich sein. In China startet der EQB als vollausgestattetes Topmodell mit AMG Line und einer Leistung von 215 kW. In Europa werden die Kunden gleich zu Beginn die Wahl zwischen verschiedenen Antriebsalternativen (Front-/ Allradantrieb) und verschiedenen Leistungsstufen mit zum Teil über 200 kW haben. Die nutzbare Kapazität der Batterien in Europa beträgt 66,5 kWh, diese Batterien werden in den Daimler-Werken in Kamenz (Deutschland) und Jawor (Polen) gefertigt. Auch eine besonders reichweitenstarke Version ist geplant.

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Egal für welche Akku-Größe man sich entscheidet, irgendwann ist jeder Akku leer. Dieser kann im Fall des EQB mit Hilfe des Onboard-Laders komfortabel mit bis zu 11 kW mit Wechselstrom (AC) aufgeladen werden. Die jeweilige Ladezeit für eine Vollladung hängt von der verfügbaren Infrastruktur und der länderspezifischen Fahrzeugausstattung ab. Wesentlich schneller als an einer Haushaltssteckdose erfolgt das Laden an einer Wallbox.

Abhängig vom SoC (State of Charge, deutsch: Ladezustand) sowie der Temperatur der Hochvoltbatterie lädt der EQB an einer entsprechenden Säule mit einer maximalen Leistung von bis zu 100 kW. Die Ladezeit beträgt dann etwas mehr als 30 Minuten von 10-80 Prozent SoC. Für das AC- und DC-Laden ist der EQB in Europa und den USA serienmäßig mit einem CCS-Kombistecker (Combined Charging Systems) in der rechten Seitenwand ausgerüstet. In China kommt eine landesspezifische Ladelösung mit Dosen rechts und links in der Seitenwand zum Einsatz.

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Ähnlich den anderen EQ-Modellen interpretiert der EQB den Progressiven Luxus von Mercedes-EQ auf eine kantige und besonders charakter­starke Weise. Das typische Mercedes-EQ Black-Panel-Grill mit Zentralstern findet man ebenfalls vor. Des Weiteren ist das EQ typische Leuchtenband vorne und hinten vorzufinden. Ein horizontaler Lichtleiter verbindet die beiden Tagfahrleuchten der Voll-LED-Scheinwerfer miteinander und sorgt für eine hohe Wiedererkennbarkeit bei Tag wie Nacht.

Auffällig im Inneren ist sicherlich die Größe der Instrumententafel. Vor dem Fahrer befindet sich ein Widescreen-Cockpit, Bedienung und Darstellung erfolgen über MBUX (Mercedes-Benz User Experience). Den robusten Charakter des Interieurs unterstreichen Rohrelemente in Aluoptik. Sie sitzen als Griff in den Türen, in der Mittelkonsole und in der Armaturentafel auf der Beifahrerseite. Hinweise auf die Elektrifizierung des Fahrzeugs zeigen sich im Interieur, abhängig von der Ausstattungslinie, durch ein spektakulär hinterleuchtetes Zierteil und roségoldfarbene Dekorelemente an den Lüftungsdüsen, Sitzen und dem Fahrzeugschlüssel. Die Instrumente mit elektroautospezifischen Anzeigen greifen das Farbkonzept mit roségoldfarbenen und blauen Elementen auf.

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Hinsichtlich des Auftretens des Stromers setzt die Marke auf muskulöse und sinnlich modellierte Fahrzeugschulter, welche die Seitenansicht dominieren, was durch den Anstieg der Bordkante nochmals verstärkt wird. Außenbündig positionierte Räder verleihen dem EQB einen kraftvollen Charakter und selbstbewussten Stand auf der Straße. Blickfang sind hierbei sicherlich die bis zu 20 Zoll große Leichtmetallräder in Bi- oder Tri-Color-Design mit zum Teil roségoldfarbenen oder blauen Dekorelementen.

Trotz seinem wuchtigen Auftreten präsentiert sich der Mercedes-EQ EQB mit einem cw-Wert ab 0,28. Die Stirnfläche A beträgt 2,53 m2. Zu den wichtigsten aerodynamischen Maßnahmen zählen das im oberen Bereich komplett geschlossene Kühlluftregelsystem, die strömungsgünstige Front- und Heckschürze, ein sehr glatter, nahezu vollständig geschlossener Unterboden, speziell optimierte Aero-Räder und darauf angepasste Radspoiler vorne und hinten.

Quelle: Mercedes-Benz – Pressemitteilung vom 18. April 2021

Über den Autor

Sebastian hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere Alternative Antriebe werden betrachtet.

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100kW DC und 11kW AC Lader sind nicht mehr Stand der Technik, da könnte mehr drin sein. Eine dritte Sitzreihe auf 4,68 m bedeutet viel Spaß beim Reisekomfort, aber Kleinkinder gibt’s ja auch.
Über Fahrzeugdesign lässt sich streiten, sehr design- und zukunftsorientiert wirkt es nicht gerade.
Wo gibt es nun die Mercedes Highlights?
LED-Lametta rund ums Auto mit bombastischen Kühlergrill?

Dafür punktet der EQB aber mit keiner Möglichkeit einer Anhängerkupplung und zum Ausgleich dafür mit einem USB Ladeport für die 3 Kinder in der zweiten Reihe.
Ich warte lieber weiter 😉

Oh je, auch noch Anzeigen hinter dem Steuerrad, eine riesen Menge Hebel, Schalter, Knöpfe und wahrscheinlich irgendwo noch einen obsolete Startknopf 🙂 , wie im ID.4.

Last edited 22 Tage zuvor by Markus Doessegger

Ich habe zuhause eine 22 kW Wallbox. Aber wer sonst hat das schon? Zumal es zumindest in Wohngebieten von Großstädten eine echte Seltenheit ist, das genehmigt zu bekommen. Insofern weiß ich jetzt gar nicht, was an 11 kW für ein Mittelklassemodell so schlimm sein soll. Zumal bei einer Akkugröße von 100 kWh noch die Nacht reicht, um von ganz leer auf ganz voll aufzuladen. Und das würde mich mal interessieren: Bringt Mercedes da einen 90er oder gar 108er Akku?

Erstmal 66,5 kWh – der EQB 350 4matic soll damit 419 km WLTP schaffen.

Ich denke, es geht mehr um die 100 KW, die nicht mehr ganz zeitgemäß sind 😉

Anfangen tut er mit 110 kW und bei 60 % werden noch 100 kW erreicht (baugleich zu EQA). 30 min. von 10 auf 80 % (47kWh) ist nicht spitze – aber gut. Bei Hyundai / Kia (800V) muss man erst mal sehen, was die Zellen nach 100.000 km noch leisten. Für den Taycan bietet Porsche mittlerweile zur Schonung der Zellen eine Begrenzung der Ladeleistung auf 200 kW an. Das macht Porsche nicht ohne Grund.

Hatte Porsche nicht sogar anfangs mit 300 Kw
geworben (man wollte ja besser als Tesla sein) ist dann auf 270 kW runter und letztlich empfiehlt man jetzt 200 kW?

In Zukunft werden meiner Meinung nach 2 Fragen an Relevanz gewinnen:

  1. Wie gut ist die Ladeeffizienz – wie lange braucht ein Fahrzeug um bei 10% Akkustand 100km nachzuladen?
  2. Wie stark ist die Degradation eines Akkus nach einer definierten Zeit oder Kilometerleistung – in Abhängigkeit vom Ladeverhalten des Nutzers (Verhältniss AC / DC Ladungen)

Hierfür kann doch bestimmt eine DIN Norm erstellt werden – so wird sich in der Akkuwelt die Spreu vom Weizen trennen lassen.

Ladeeffizienz ist das Thema, welches Verbrenner Fahrer so wichtig ansehen (genannt Tanken).
Wer keine Ladeeffizienz benötigt, der kann und sollte gleich eMobil fahren, denn er wird sich nicht weit von zu Hause entfernen und kann dort ohne Zeitdruck nachladen.
Ladeeffizienz ist daher das Wichtigste, welches ein Mobil ausmacht, welches weitere Strecken zurücklegen soll.
Was die Akkumulatoren daraus machen wird sich erst die Zukunft zeigen. Vielleicht werden diese sehr günstig und können ohne Probleme in Zukunft getauscht werden.

Also das einzige was Mercedes noch als Vorsprung gegenüber anderen Herstellern hat ist das Mbux, was wirklich gut funktioniert und Fahrkomfort aber was EVs betrifft ist eben auch die Technik Ausschlaggebend und da hinkt Mercedes ein bisschen hinterher, da ist das Maß der Dinge im Moment wohl der Hyundai Inoniq 5 und da der Preis auch eine Rolle spielt kommt da wohl im Moment keiner dran. Es wird wohl in Zukunft so sein wie immer, wer Wert drauf legt fährt halt Mercedes oder eine andere Deutsche Premium Marke und zahlt dafür halt entsprechend mehr!

Nur mal so zur Sitzreihe hinten im EQA, wo sich ein Erwachsener das Schienbein stößt, ist sowas Zeitgemäß? Zum Glück sitzen im EQB hinten nur halbwüchsige.

Ein bombastisch langweiliges Mobil – wie eigentlich fast alle SUVs, die für adipöse Menschen und chinesische Grossfamilien (siehe 1-Kind-Politik) – und natürlich für die Gewinnmaximierung bei den Herstellern gedacht sind.

„Ein bombastisch langweiliges Mobil“ : sehe ich genau so. Emotionslos, ohne neue Akzente. Da weiss man nie: hat man jetzt ein Auto aus dem 20. Jahrhundert oder dem 21. Jahrhundert vor sich. Irgendwie für Leute, die sich schwer tun vom Alten zu lösen.

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