Zwischenstand des Umweltbonus zum 31. Juli 2020

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Mitte Juli konnten wir berichten, dass der Zuspruch für reine Elektroautos steigt unter Deutschlands Autofahrer. Am gestrigen Montag erfolgte dann die Info, dass über 20.000 Anträge auf den Umweltbonus, alleine im Juli 2020, gestellt wurden. Eine Ansage und Grund genug die Zahlen ein wenig genauer zu betrachten. Die Kaufprämie für Elektroautos und Plug-in-Hybride – umgangssprachlich Umweltbonus –wurde im Juni 2019 offiziell bis Ende 2020 verlängert; seit Februar 2020 greift die Erhöhung der Kaufprämie.

Eine weitere Erhöhung, im Rahmen des Konjukturpaketes 2020 wurde in Aussicht gestellt und greift mittlerweile. Dass sich bereits die erste Erhöhung positiv auf die E-Mobilität auswirkt wissen die Zahlen zu unterstreichen. Im Juli 2020 sind 20.536 neue Anträge hinzugekommen. Im Vergleich zum Vormonat zeigt sich somit mehr als eine Verdopplung des Wachstums der gestellten Anträge. Im Detail betrachten wir diese nachfolgend.

234.805 Umweltbonus-Anträge wurden bis Ende Juli 2020 gestellt

234.805 Förderanträge wurden bis Ende Juli 2020 beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) eingereicht. Die Anträge für Fahrzeuge mit Alternativem Antrieb haben sich somit im siebten Monat des Jahres um die eingangs erwähnten 20.536 Anträge erhöht, welche somit abermals über dem Vormonat lagen.

Im Detail sieht man, dass 11.374 Anträge für Elektroautos, 9.157 Anträge für Plug-in-Hybride sowie fünf Förderanträge für Brennstoffzellen-Fahrzeuge dazugekommen sind. Sowohl bei den Anträgen für E-Autos und PHEV liegt man damit deutlich über dem Vormonatsniveau. Die Anzahl der Anträge für Brennstoffzellen-Autos ist ebenfalls leicht höher ausgefallen, als noch im Juni 2020.

148.889 Anträge für reine E-Autos, 85.782 für Plug-in-Hybride und 135 für Brennstoffzellen-Fahrzeuge

148.889 Anträge für reine E-Autos, 85.782 für Plug-in-Hybride und 135 für Brennstoffzellen-Fahrzeuge – so lautet die Bilanz aller bisher gestellten Umweltbonus-Anträge, welche in Summe 234.805 Anträge auf die Kaufprämie für Fahrzeuge mit Alternativem Antrieb ergeben. Seit Februar gibt es mehr Geld, wenn ein E-Auto unter einem Listenpreis von 40.000 Euro erworben wird. 6.000 Euro statt 4.000 Euro werden nun vom Kaufpreis erstattet. Bei Plug-In-Hybride in dieser Preisklasse gibt es künftig 4.500 Euro statt 3.000 Euro. Für Elektroautos mit einem Listenpreis über 40.000 Euro wird der Zuschuss für reine E-Autos künftig bei 5.000 Euro liegen, für Plug-in-Hybride bei 4.000 Euro.

Bisher werden Elektroautos nur bis zu einem Netto-Listenpreis von 60.000 Euro gefördert. Diese Deckelung wird künftig bei 65.000 Euro stattfinden. Die Prämie wird hierbei zu gleichen Teilen vom Bund und dem jeweiligen Hersteller getragen. Bei Hybridfahrzeugen gilt es allerdings zu beachten, ob sich diese an der Steckdose laden lassen oder nicht. Somit greift der Umweltbonus lediglich für die sogenannten Plug-In-Hybride.

Zudem steht mittlerweile fest, dass die Kaufprämien für den Kauf klima- und umweltfreundlicher Elektrofahrzeuge verdoppelt werden. Die vorgesehene Erhöhung der Elektroauto-Kaufprämie auf bis zu 9.000 Euro ist rückwirkend zum 4. Juni, also dem Tag des Beschlusses, in Kraft getreten. Es ist daran zu denken, dass lediglich der Anteil der Bundesregierung verdoppelt wurde. Die Hersteller bleiben ihrem Umweltbonus-Anteil weiterhin treu.

Anträge nach Antragsteller im Detail im Juli 2020

Im Juli 2020 hat man sich mit großen Schritten der magischen Zahl von an die 250.000 gestellten Anträgen für den Umweltbonus genährt. Durch die Erhöhung des Umweltbonus, vonseiten der Bundesregierung, dürfte künftig mit einem schnelleren Anstieg der Anträge zu rechnen sein – wie sich bereits an den gestellten Förderanträgen im Juli 2020 zeigt. Wie sich die bereits gestellten Anträge im Einzelnen verteilen, haben wir in einem der vorherigen Abschnitte erfahren. Interessant ist allerdings auch die Tatsache, wer den eigentlich die Anträge für den Umweltbonus stellt.

Gestellt werden kann der Antrag für die Kaufprämie für E-Autos sowohl von Privatpersonen, als auch Unternehmen, Stiftungen, Körperschaften und Vereine werden. Nachfolgend betrachten wir im Detail, wie sich die gestellten Anträge auf die einzelnen Antragssteller aufteilen. Hierdurch ergibt sich folgendes Bild.

  • Privatperson: 96.018
  • Unternehmen: 134.352
  • Unternehmen mit kommunaler Beteiligung: 479
  • Verein: 820
  • Eingetragener Verein, gemeinnütziger Investor: 227
  • Kommunale Betriebe: 1.221
  • Kommunaler Zweckverband: 204
  • Stiftung: 153
  • Körperschaft: 1.331

Das Verhältnis von Unternehmen zu Privatpersonen behält weiterhin eine starke Ausprägung zum Vorteil der Unternehmen bei. So zeichnen sich Unternehmen für knapp 57 Prozent der gestellten Anträge verantwortlich. Mittlerweile gilt auch die Steuerentlastung für Elektro-Dienstwagen. Denn der Bundesrat hat der von der Bundesregierung vorgeschlagenen Förderung von Elektrofahrzeugen bei der Dienstwagenbesteuerung zugestimmt. Die Dienstwagenregelung wurde zudem, mit Wirkung vom 31. Juli 2019, bis Ende 2030 verlängert und sogar auf 0,25 Prozent-Punkte herabgesenkt. Des Weiteren kann man der aktuellen Auswertung der gestellten Anträge deutlich mehr Details entnehmen. So wurde noch feingliedriger betrachtet, wer wie viele Anträge gestellt hat.

Umweltbonus-Ranking der Hersteller und Modelle im Juli 2020

Betrachtet man die Anzahl der gestellten Anträge für den Umweltbonus nach Hersteller ergibt sich folgendes Bild im Juli 2020. An vorderster Front steht weiterhin BMW (32.690), gefolgt von VW (29.248) welche somit Renault (29.217) erneut hinter sich lassen konnten, wenn auch knapp. smart bleibt abermals hinter der Dreiergespann mit 19.575 gestellten Anträgen zurück. Daraufhin folgt mittlerweile Mercedes-Benz, welche sich mit 16.070 Anträgen deutlich im Ranking verbessern konnten.

Somit konnte der Stuttgarter Automobilhersteller Mitsubishi mit 15.032 gestellten Förderanträgen hinter sich lassen, ebenso wie E-Branchenprimus Tesla (14.822). Hyundai folgt mit 13.887 Anträgen, dahinter Audi, welche auf 12.387 Anträge ausbauen konnten und somit StreetScooter (12.246) auf die letzte Position des Rankings verdrängen.

Beim Ranking der Anträge für den Umweltbonus für einzelne Modelle ergibt sich im Juli 2020 folgendes Bild:

  • Renault ZOE (27.527)
  • BMW i3 & i3s (17.180)
  • VW e-Golf (15.698)
  • Mitsubishi Outlander PHEV (14.966)
  • Smart ForTwo EQ (13.335)
  • Tesla Model 3 (12.459)
  • StreetScooter Work/Work L (12.246)
  • Audi A3 e-tron (8.967)
  • BMW 225xe (7.329)
  • Nissan LEAF (6.314)

Betrachten wir die gestellten Anträge je Bundesland ergibt sich folgendes Bild:

  • Baden-Württemberg: 37.605
  • Bayern: 43.647
  • Berlin: 7.584
  • Brandenburg: 4.429
  • Bremen: 1.255
  • Hamburg: 4.590
  • Hessen: 18.150
  • Mecklenburg-Vorpommern: 1.923
  • Niedersachsen: 19.476
  • Nordrhein-Westfalen: 62.061
  • Rheinland-Pfalz: 10.231
  • Saarland: 2.154
  • Sachsen: 6.222
  • Sachsen-Anhalt: 2.936
  • Schleswig-Holstein: 8.011
  • Thüringen: 4.476
  • Sonstiges (Ausland): 55

Weitere Informationen findest du direkt hier beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa)

Über den Autor

Sebastian hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere Alternative Antriebe werden betrachtet.

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Jaja…die alte Zoe, die nicht mehr markfähig weil veraltet sein soll.
Es fallen scheinbar ganz viele Leute auf die „Mogelpackung“ herein… 🙂

Leider besitzt Renault nicht die die Lobby wie VW in Deutschland. Für mich ist die Zoe ein in allen Punkten zeitgemäßes Auto ! Wer technisch affin ist, wird halt ein paar Tausender mehr auf den Tisch legen müssen …

35000 € für einen Kleinwagen wie den Zoe ist nicht machbar für Privatpersonen. Wäre noch interessant zu wissen wieviel Anteil das Leasing hat. Bleibt wahrscheinlich nicht mehr viel übrig an Privatkunden die ein EAuto kaufen.

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