Volkswagen-Aufsichtsrat Weil: „VW treibt globale Entwicklung der E-Mobilität gehörig voran“

Volkswagen-Aufsichtsrat Weil: „VW treibt globale Entwicklung der E-Mobilität gehörig voran“

Copyright Abbildung(en): shutterstock / Lizenzfreie Stockvektor-Nummer: 1008481102

Stephan Weil, Ministerpräsident Niedersachsens und zugleich Aufsichtsrat bei Volkswagen, sagte in einen Interview mit dem Handelsblatt, VW sei beim Ausbau der Elektromobilität „auf einem guten Weg“. Der Hersteller sei „nicht nur Teil dieser globalen Entwicklung“, sondern treibe „diese auch gehörig voran“. Mit dem ID. 3, dem ersten Massenstromer der Wolfsburger, der die Historie von Käfer und Golf als Generations-definierendes Fahrzeug fortsetzen soll, sowie einigen anderen E-Autos bringe VW „sehr gute Modelle auf den Markt“, die sich „im globalen Wettbewerb sehr gut“ behaupten können.

Weil räumt ein, dass mit der Umstellung auf E-Autos und dem steigenden Grad der Automatisierung (der auch die Verbrenner-Produktion betrifft) einige Arbeitsplätze verloren gehen. Es seien „ambitionierte Ziele notwendig in dem grundlegenden Umbau, in dem die ganze Automobilindustrie steckt“, so Weil. VW wolle diesen Umbau „auf Basis einer abgestimmten Planung mit allen Beteiligten“ vollziehen. Der sogenannten Zukunftsvertrag etwa, der bereits vor einigen Jahren zwischen Vorstand und Betriebsrat geschlossen worden ist, sorge „für Klarheit und Sicherheit, einschließlich eines langjährigen Kündigungsschutzes.“ Arbeitsplätze sollen nur unter „sehr fairen Bedingungen“ wegfallen — etwa durch die sozialverträgliche Nichtneubesetzung von freiwerdenden Stellen durch Jobwechsel oder Verrentung. Es sei auch nicht der Fall, „dass nur Stellen gestrichen werden. Viele Arbeitsplätze werden an anderer Stelle geschaffen. Etwa in den Bereichen Batteriefertigung, Softwareentwicklung und Programmierung.“

In Wolfsburg werden zwar momentan noch keine E-Autos produziert. Aber das könnte sich Weil zufolge bald ändern: „Auch in Wolfsburg wird die Elektromobilität über kurz oder lang einziehen“, so der Aufsichtsrat. Mit der positiven Ausgangsbasis, Erfahrungen aus den anderen Standorten nutzen zu können. Weil sei „übrigens positiv überrascht, dass der komplizierte Umbauprozess bislang ganz gut funktioniert.“

Weil hat auch nicht den Eindruck, dass Volkswagen den Umbau zu langsam angeht. „Wenn ich allein auf die letzten drei Jahre schaue, ist VW heute in weiten Teilen ein anderes Unternehmen“, so Niedersachsens Ministerpräsident, wohl im Hinblick auf die wilden Jahre nach dem Bekanntwerden des Diesel-Skandals. „Dieser Weg sollte mit Schwung fortgesetzt werden.“

Quelle: Handelsblatt — VW-Aufsichtsrat Weil: „Der Umbauprozess funktioniert bislang gut“

Newsletter abonnieren

Montag, Mittwoch und Freitag die neusten Informationen aus der Welt der Elektromobilität kostenfrei direkt ins eigene Postfach. Kuratiert aus einer Vielzahl von Webseiten und Blogs.

Dir gefällt dieser Beitrag? Teilen auf

Diese News könnten dich auch interessieren:

13 Antworten

  1. Es ist sehr interessant was da gesagt wird: “Der sogenannten Zukunftsvertrag etwa, der bereits vor einigen Jahren zwischen Vorstand und Betriebsrat geschlossen worden ist, sorge „für Klarheit und Sicherheit, einschließlich eines langjährigen Kündigungsschutzes.“ Arbeitsplätze sollen nur unter „sehr fairen Bedingungen“ wegfallen — etwa durch die sozialverträgliche Nichtneubesetzung von freiwerdenden Stellen durch Jobwechsel oder Verrentung.”
    …das hört sich recht gut an… zumindest wie ein Art Entschärfung der Arbeitsplatzbedrohung durch den bevorstehenden Wandel in der Automobilindustrie….wenn man dem glaubt. Im Übrigen könnte man sich ja auch von Seiten der Politik (Staat) auf das kommende vorbereiten, vielleicht tut man es ja auch vielleicht.

  2. VW macht garnichts.
    Die Investition in Ionity ist ein Witz und das neue Preismodell (wenn Kunden tatsächlich für ein Abo noch zahlen müssen) ist total lächerlich!

  3. Die sollen jetzt endlich ihren Worten auch Taten folgen lassen. Ein E-Up für über 20.000,00 € ist da noch nicht der große Wurf. Wir wollen zum Anfang den ID3 in Serie ausgeliefert und auf der Straße fahren sehen. Das wäre die Golf Alternative. Dann wäre ein ID2 an der Reihe als Polo Ersatz.
    Wenn der zu einem Preis ausgeliefert wird den jetzt der E-Up hat – dann wird das auch was mit der VW E-Mobility.

    1. @Ralf Beat:
      Das ist ja noch das große Problem, der Preis! Schuld sind die Einkaufspreise der Batteriezellen. Zwar kann Volkswagen aufgrund hohen anvisierten Stückzahlen höchste Skaleneffekte erreichen und zahlt schon jetzt Gerüchten zufolge nur rund 100 US-Dollar pro kWh Batteriezelle (Tesla angebl. 111 USD). Jedoch reicht das noch immer nicht aus, um Parität im Preis mit dem jeweiligen Verbrenner-Pendant zu erreichen. Dazu kommt, je kleiner die Klasse desto geringer die Marge, worauf sich hohe Batteriekosten nochmals negativ auf den jeweiligen Verkaufspreis auswirken. Der E-Up ist ja da das beste Beispiel. Je mehr ID.3 VW absetzen kann, desto höher die Skaleneffekte bei den Batteriekosten. Dennoch wird ein ID.2 wohl erst 2022 Wirklichkeit werden können. Eben diese Probleme führen dazu, dass VW vorerst ID.3 und ID.4 ins Rennen schickt.

      1. Das ist leider momentan so, es fehlt jetzt der nächste technologische Schritt bei den Akkus um bei noch weniger Platzbedarf eine noch höhere Leistungsdichte zu haben. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir in fünf Jahren über die Akkus von heute lachen. Bei anderen Anwendungen war es doch genauso. Wenn ich an die anfänglichen Handy und später Smartphone Akkus denke … das ist eine echte Leistungsexplosion.

        1. Ja, richtig. Jedoch werden diese Festkörper-Akkus wohl die gängige Entwicklung neuer und teurer Technologie durchmachen. Wenn die Serienreife erreicht ist, werden die Batterien wohl vorerst der Ober- und Luxusklasse vorbehalten bleiben, da die Technologie noch wesentlich teurer ist, als jetzige Lithium-Ionen-Stromspeicher. Daher fürchte ich leider, dass es noch wesentlich länger als 5 Jahre dauern wird, bis diese Vorteile auch den Großteil der Kunden erreicht. Bis dahin bleibt aber auch die Lithium-Ionen-Entwicklung nicht stehen und auch herkömmliche Batterien werden dadurch ein größeres Speichervolumen bieten. Nicht zu vergessen mit preislichen Vorteilen ggü Neuentwicklung, den sie auch später noch haben werden. Vermutlich könnte ein BEV dann sogar günstiger als bisherige Verbrenner verkauft werden. Spätestens dann wird sich die E-Mobilität rasant entwickeln, denn dann würde der Kunde auch Reichweiteneinschränkungen billigen, wenn er im Umkehrschluss bereits beim Kauf geringere Aufwendungen hat. Es bleibt auf jeden Fall spannend! Am liebsten würde ich schon jetzt mal einen Blick in die Zukunft werfen.

  4. Ich werde VW und deren Töchter boykottieren, Martin Hofstetter hat recht, so kann man mit seinen Kunden nicht umgehen. (trotzdem hat VW überdurchschnittlich verkauft, verstehe ich nicht, anscheinend will der Deutsche aber weiter beschissen werden). Und jetzt mit unseren Steuergeldern Ionity-Lader aufbauen für 79Cent/kW geht gar nicht. Tesla und nochmal Tesla ist das Maß der Dinge …. Leute kauft Tesla und vergesst VW. Beim Model S oder X gibt es seit Herbst 2019 wieder kostenloses chargen und Model 3 kostet um die 33Cent/kW. Wer will da mithalten? Die NRW-Bank gibt Freiberuflern oder Selbständigen für 0% Zinsen einen Kredit, also ran an den Speck, 0,5% anstelle 1%-Regelung. Zu privaten Käufern kann ich leider nichts sagen ob es da was ähnliches gibt.
    Der E-Techniker

  5. Schon der 2. Satz in dem Artikel >Der Hersteller sei „nicht nur Teil dieser globalen Entwicklung“, sondern treibe „diese auch gehörig voran“.< ist doch nicht haltbar. VW verkauft nur e-UPs und e-Golfs und das auch nicht in relevanten Stückzahlen im Vergleich zu anderen Herstellern.
    Mit dem ID.3 haben Sie bis jetzt nur gezeigt was Sie nicht können. Wer treibt denn da wen voran.
    Im Anbetracht der jährlichen Milliarden Gewinne sollte es doch wirklich kein Problem sein ein paar Hunderttausend Kleinwägen ala ID.2 oder 1 wie Ralf B. schreibt quer zu Subventionieren. Bessere Akkus können später ja dann wie von EffEll beschrieben über die Oberklasse und Mittelklasse, wie bisher auch die meisten Neuentwicklungen, Ihren Weg in den Massenmarkt finden.
    Es ist jetzt die Zeit zu handeln, auch wenn das bedeutet mal ein paar Jahre weniger Gewinn zu machen. Warum wohl hat Tesla mit ein paar Hunderttausend produzierten PKWs pro Jahr, VW mit 11 Mio im gleichen Zeitraum überholt? Weil Tesla eben Zukunftsorientiert investiert und das Modellangebot immer weiter in den Massenmarkt erweitert wird.
    Daran sollte sich VW ein Beispiel nehmen.

  6. So einfach ist das jedoch nicht. VW ist sowohl den Mitarbeitern, als auch den (Groß-) Aktionären verpflichtet. Sie werden auch mit dem ID.3 Abschreibungen hinnehmen müssen, was sich jedoch damit abfedern lässt, geringere CO2 Strafzahlungen einkalkulieren zu müssen. Mit einem BEV auf Polo Basis könnten Sie aufgrund des geringeren Gewichts weniger CO2 Ausstoß kompensieren als mit dem ID.3. Tesla MACHT auch jetzt noch immer keinen signifikanten Gewinn, obwohl sich das Model 3 bestens verkauft. Der ID.3 ist zudem noch wesentlich aggressiver kalkuliert als dieser, zudem müssen die Batteriezellen auch geliefert werden während Tesla diese zum Teil schon selbst produziert. Was sich als nicht so leicht herausstellt, wie die Lieferschwierigkeiten beim EQC zeigen. Volkswagen ist der einzige Volumenhersteller der sich tatsächlich wagt, einen nennenswerten Einstieg in die E-Mobilität zu starten. Tesla hat VW im Aktienwert überholt, da auf den Bankrott von Tesla an der Börse gewettet wurde. Da entgegen aller Prognosen dieser Fall nicht eingetreten ist, mussten diese Aktien nun im großen Umfang und unabhängig vom Wert zurückgekauft werden. Das ist mit großer Wahrscheinlichkeit der Grund für den extremen Kursanstieg in letzter Zeit. Vermutlich wird der Kurs jetzt wieder etwas fallen und sich auf einem angemesseneren Wert einpendeln. Volkswagen tut gut daran, diesen Einstieg weise vorzubereiten. Nichts wäre fataler als ein Fehlstart verbunden mit hohen Abschreibungen und Kursabrutsch. Da Volkswagen noch immer früh dran ist wenn man die Global Big Player betrachtet, kann das so wirklich funktionieren. Auch die Batteriezellforschung, -Fertigung und das Recycling auf deutschem Boden in Verbindung mit der Partnerschaft mit Northvolt ist der richtige Weg für eine große Zukunft, auch bezogen auf unseren Standort, an dem viel der Wertschöpfungkette wegfällt in kürzester Zeit. Auch wenn erster Punkt von der Belegschaft mit Hilfe der IG Metall und dem Betriebsrat in die Wege geleitet wurde. Vorschnell und kopflos handeln handeln wäre jetzt wirklich nicht angebracht. Obwohl ich mir selbst auch wünschen würde, dass das alles schon vor einigen Jahren passiert wäre.

  7. Bla bla bla. Immer nur dummes Gerede. VW ist erst dann auf dem richtigen Weg, wenn die Mondpreise für die Akkus signifikant fallen. Darüber hinaus hat VW als Mitbetreiber von Ionity sich selbst ans Bein gepinkelt. Zigtausend Euro mehr für ein E-Auto und dann noch für die Stromtanke deutlich mehr bezahlen als für Benzin oder Diese? Dümmer geht’s nicht mehr, wenn man der neuen Fahrzeuggeneration zum Durchbruch verhelfen will.

  8. VW ist doch der größte Ankündigungsweltmeister. Was haben die nicht alles angekündigt:
    gleich zu Anfang diesen Jahres den ID.3, das E-Auto für die Masse, toll. Und, wo ist er? Ach so, Produktions- und Lieferprobleme, nun soll er erst Ende diesen Jahres kommen, vielleicht. Statt dessen, Prospekte, Werbung , Reklame aller Orten, in jeder Tageszeitung, aber ausschließlich für den neuen Golf (natürlich mit Verbrenner). Ja VW entwickelt und entwickelt, aber nicht in neue Antriebstechnologien, sondern in neue Betrugssoftware, noch gerissener, noch gewiefter, noch versteckter. Und das müssen sie, denn ohne diese neue Betrugssoftware können sie die neue, strengere Abgasvorschrift einfach nicht erfüllen. Auch die neue Betrugssoftware wird entdeckt, sicherlich, aber erst in mehreren Jahren und, natürlich, ohne ernste Konsequenzen. Hauptsache in dieser Zeit wieder richtig viel Geld gemacht, und weiterhin nur ankündigen.

    1. Da hat aber jemand den VW-Konzern durchblickt, – genauso ist es, wie Uwe es beschreibt.
      Leider sind die anderen Hersteller auch nicht besser.
      Der E-Techniker

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Deine Anmeldung zum Newsletter:
Ein letzter Schritt fehlt noch.

Vielen Dank für deine Anmeldung zum Newsletter von Elektroauto-News. Du erhältst in Kürze eine E-Mail, in der sich ein Link zur Freischaltung deiner E-Mail-Adresse befindet. Erst durch die Bestätigung des Links dürfen wir deine E-Mail-Adresse zum Versand unseres Newsletter freischalten (Double-Opt-In).