Xpeng: Ab Mai schon an bis zu 40 Standorten erhältlich

Xpeng: Ab Mai schon an bis zu 40 Standorten erhältlich
Copyright:

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer
Daniel Krenzer
  —  Lesedauer 4 min

Ab Mai wird XPeng auch in Deutschland seine E-Autos vertreiben. Bei der offiziellen Presse-Präsentation zum Markteintritt in Dreieich bei Frankfurt hat der chinesische Autobauer nun mitgeteilt, dass zum Marktstatt voraussichtlich bereits bis zu 20 Händler bundesweit mit gut 40 Standorten die Modelle P7 und G9 anbieten werden. Denn anders als einige Mitbewerber setzt XPeng auch auf den stationären Franchise-Autohandel. Bis 2026 sollen es dann 60 Händler sein, sodass ein Netz entstehe, sodass fast jeder innerhalb von 50 Kilometern sowie 50 bis 60 Minuten maximaler Fahrzeit einen XPeng-Händler erreichen könne.

Den Händlern möchte der Autobauer dabei attraktive Konditionen bieten. „Wir wollen nicht auf Teufel komm raus verhandeln, es soll für beide Seiten ein gutes Geschäft sein“, führte Deutschland-Chef Markus Schrick aus und sprach von „guten zweistelligen Margen“. Ziel sei es, dass die Händler sich für die Marke begeistern und sich mit ihr identifizieren. Zunächst bringt XPeng dabei mit der schon seit mehreren Jahren in China erhältlichen Limousine P7 und dem hochmodernen 800-Volt-SUV G9 zwei Modelle auf den Markt, das kleinere SUV G6 ab Herbst sowie ab 2026 auch ein kleines Elektro-Crossover sollen ebenfalls nach Deutschland kommen.

Dabei hat sich der Autobauer selbstbewusste Ziele gesetzt. „In jedem Segment, in dem wir antreten, wollen wir drei Prozent Marktanteil erreichen„, führte Schrick aus. In Europa sind die Fahrzeuge bereits seit einiger Zeit in Norwegen und den Niederlanden verfügbar. Dort habe man auch für die wichtigen großen mitteleuropäischen Märkte geübt und dazugelernt. Und der G9 hat bei den großen SUV in Norwegen im vergangenen Jahr gut 8,6 Prozent Marktanteil erreicht, dementsprechend selbstbewusst gehe man nun den deutschen Markt an. Man sei bereit, nun auch im „Mutterland des Automobilbaus“ in den Wettbewerb zu treten.

Starke Partner an der Seite

Mit Volkswagen, Alibaba und DiDi weiß XPeng zudem starke Partner an seiner Seite. Mit VW entwickelt XPeng in China zwei intelligente, stark internetgestützte Elektroautos in der Mittelklasse. Viel Softwarearbeit für die eigenen Fahrzeuge werde zudem im eigenen Haus geleistet. Dass Software und Entertainment bei den Chinesen eine große Rolle spielen, bestätigte Schrick: „Wir sehen den Menschen im Mittelpunkt der Hightech-Entwicklungen – speziell auch die Beifahrer“, führte er aus. So können alle Mitfahrer per Sprachsteuerung Befehle formulieren, bei denen das Fahrzeug erkennt, wer welchen Wunsch äußert. Für den Beifahrer vorne gibt es im G9 zudem einen zusätzlichen Bildschirm, auf dem zum Beispiel Filme mit eigener Tonspur über Kopfhörer geschaut werden können. Dieser zweite Monitor wirkt für den Fahrer aber abgedunkelt, sodass keine Ablenkung zu befürchten ist.

XPeng-Deutschland-CEO Markus Schrick / Foto: Daniel Krenzer

Die technischen Daten der Fahrzeugen lassen sich schon einmal sehen: Die Reichweite beträgt bis zu 576 Kilometer laut WLTP, geladen werden kann mit bis zu 300 kW. Das Spitzenmodell leistet 405 kW (550 PS), das fast fünf Meter lange SUV G9 beschleunigt in der Performance-Variante in gut vier Sekunden auf 100 Stundenkilometer. Sieben Jahre Garantie bis zu 160.000 Kilometer auf das Fahrzeug sowie acht Jahre auf die Batterie sprechen ebenfalls eine selbstbewusste Sprache. Den P7 gibt es ab 49.600 Euro, den G9 ab 57.600 Euro.

Premium-Paket gibt es anfangs gratis dazu

Selbst das Einstiegsmodell kommt mit üppiger Ausstattung daher, Schrick spricht von „Vollausstattung“. Lediglich ein Premium-Paket – unter anderem mit Ledersitzen, besserem Soundsystem und Massagefunktion – sowie eine Anhängekupplung ist gegen Aufpreis erhältlich, jedoch gibt es dieses Paket in den ersten Wochen für den G9 gratis dazu. Ansonsten sind alle Komfort- und Assistenzfunktionen in jedem Fahrzeug an Bord.

Zur Wahl stehen dabei unterschiedliche Ausführungen. Beim P7 gibt es eine heckgetriebene Variante, die Allrad-Variante „Performance“ sowie die „Wing Edition“, die ebenfalls allradgetrieben ist, jedoch mit charakteristischen Flügeltüren ausgestattet ist. Beim G9 gibt es zwei verschieden große Akkus (78,2 und 98 kWh) zur Auswahl, beim größeren Akku gibt es zudem ebenfalls eine Allradversion. Mehr Informationen zu den Fahrzeugen sowie erste Testeindrücke gibt es in Kürze auf Elektroauto-News zu lesen.

Außerdem stellte XPeng ein Exemplar des Voyager X2 aus. Bei dem sogenannten eVOTL handelt es sich um ein fliegendes Elektroauto. Es verfügt über acht batteriebetriebene Motoren und acht Propeller, kann bis zu 130 Stundenkilometer schnell werden und gut eine halbe Stunde in der Luft bleiben. Bei der Präsentation blieb es am Boden, doch eine Sitzprobe war möglich – und Produktmanager Wu Meng stellte in Aussicht, dass bei der nächsten Präsentation hoffentlich auch abgehoben werden kann. Mit dem Aeroht arbeitet XPeng zudem an einem größeren modularen Flugauto.

Daniel Krenzer

Wie hoch XPeng auf dem deutschen Markt abheben kann, ist indes spannend. Schließlich erfolgt der Markteintritt zu einem schwierigen Zeitpunkt, in dem sowohl die Elektromobilität in Deutschland einen Durchhänger erlebt als auch der Blick auf die Konkurrenz aus China sehr kritisch ist. Bei XPeng lässt man sich davon aber nicht beirren.

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Daniel Krenzer

Daniel Krenzer

Daniel Krenzer ist als studierter Verkehrsgeograf und gelernter Redakteur seit mehr als zehn Jahren auch als journalistischer Autotester mit Fokus auf alternative Antriebe aktiv und hat sich zudem 2022 zum IHK-zertifizierten Berater für E-Mobilität und alternative Antriebe ausbilden lassen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Xpeng Motors News

Xpeng G9 im Test: Der Preis stimmt, die Ladekurve auch

Xpeng G9 im Test: Der Preis stimmt, die Ladekurve auch

Sebastian Henßler  —  

Der Xpeng G9 Long Range macht auf 1900 km klar, was ihn auszeichnet: Komfort auf Passstraßen und eine Ladekurve, die kaum ein Auto in der Klasse erreicht.

Xpeng: Kein VW-Werk im Blick, aber mehr Europa-Ambitionen

Xpeng: Kein VW-Werk im Blick, aber mehr Europa-Ambitionen

Sebastian Henßler  —  

Xpeng will den Absatz in Europa 2026 verdoppeln. Vizechef Gu sprach in London über Produktionspläne und dementierte Berichte über VW-Werkverhandlungen.

Angriff auf Tesla? Robotaxi von Xpeng ist serienreif

Angriff auf Tesla? Robotaxi von Xpeng ist serienreif

Daniel Krenzer  —  

Xpeng startet mit einem serienreifen Robotaxi in den Markt für autonomes Fahren. Damit fordert der chinesische Hersteller unter anderem Tesla heraus.

Xpeng will offenbar VW-Werk in Europa übernehmen

Xpeng will offenbar VW-Werk in Europa übernehmen

Daniel Krenzer  —  

Xpeng verhandelt laut Berichten mit VW über ein Werk in Europa. Die Debatte erinnert an Gerüchte um BYD und die Gläserne Manufaktur in Dresden.

Xpeng X9: Elektro-Van ab 77.600 Euro in Deutschland

Xpeng X9: Elektro-Van ab 77.600 Euro in Deutschland

Sebastian Henßler  —  

Xpeng bringt den vollelektrischen Van X9 nach Deutschland. Ab 77.600 Euro bietet das MPV-Flaggschiff sieben Sitze, 800-Volt-Technik und 542 kW Ladeleistung

Xpeng gewährt vorübergehend Rabatt auf seine E-Autos

Xpeng gewährt vorübergehend Rabatt auf seine E-Autos

Daniel Krenzer  —  

Je nach Modell gibt es 2500 bis 5000 Euro Nachlass, zudem gibt es für zwei Modelle aktuell eine 0-Prozent-Finanzierung.

Xpeng: 179 Prozent Wachstum in Deutschland im ersten Quartal

Xpeng: 179 Prozent Wachstum in Deutschland im ersten Quartal

Sebastian Henßler  —  

Europa macht 68 Prozent von Xpengs Auslandsgeschäft aus – Deutschland wächst dabei besonders stark und soll 2026 rund 8000 Zulassungen bringen.