Volkswagen-Aufsichtsrat Weil: „VW treibt globale Entwicklung der E-Mobilität gehörig voran“

Volkswagen-Aufsichtsrat Weil: „VW treibt globale Entwicklung der E-Mobilität gehörig voran“
Copyright:

shutterstock / Lizenzfreie Stockvektor-Nummer: 1008481102

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 2 min

Stephan Weil, Ministerpräsident Niedersachsens und zugleich Aufsichtsrat bei Volkswagen, sagte in einen Interview mit dem Handelsblatt, VW sei beim Ausbau der Elektromobilität „auf einem guten Weg“. Der Hersteller sei „nicht nur Teil dieser globalen Entwicklung“, sondern treibe „diese auch gehörig voran“. Mit dem ID. 3, dem ersten Massenstromer der Wolfsburger, der die Historie von Käfer und Golf als Generations-definierendes Fahrzeug fortsetzen soll, sowie einigen anderen E-Autos bringe VW „sehr gute Modelle auf den Markt“, die sich „im globalen Wettbewerb sehr gut“ behaupten können.

Weil räumt ein, dass mit der Umstellung auf E-Autos und dem steigenden Grad der Automatisierung (der auch die Verbrenner-Produktion betrifft) einige Arbeitsplätze verloren gehen. Es seien „ambitionierte Ziele notwendig in dem grundlegenden Umbau, in dem die ganze Automobilindustrie steckt“, so Weil. VW wolle diesen Umbau „auf Basis einer abgestimmten Planung mit allen Beteiligten“ vollziehen. Der sogenannten Zukunftsvertrag etwa, der bereits vor einigen Jahren zwischen Vorstand und Betriebsrat geschlossen worden ist, sorge „für Klarheit und Sicherheit, einschließlich eines langjährigen Kündigungsschutzes.“ Arbeitsplätze sollen nur unter „sehr fairen Bedingungen“ wegfallen — etwa durch die sozialverträgliche Nichtneubesetzung von freiwerdenden Stellen durch Jobwechsel oder Verrentung. Es sei auch nicht der Fall, „dass nur Stellen gestrichen werden. Viele Arbeitsplätze werden an anderer Stelle geschaffen. Etwa in den Bereichen Batteriefertigung, Softwareentwicklung und Programmierung.“

In Wolfsburg werden zwar momentan noch keine E-Autos produziert. Aber das könnte sich Weil zufolge bald ändern: „Auch in Wolfsburg wird die Elektromobilität über kurz oder lang einziehen“, so der Aufsichtsrat. Mit der positiven Ausgangsbasis, Erfahrungen aus den anderen Standorten nutzen zu können. Weil sei „übrigens positiv überrascht, dass der komplizierte Umbauprozess bislang ganz gut funktioniert.“

Weil hat auch nicht den Eindruck, dass Volkswagen den Umbau zu langsam angeht. „Wenn ich allein auf die letzten drei Jahre schaue, ist VW heute in weiten Teilen ein anderes Unternehmen“, so Niedersachsens Ministerpräsident, wohl im Hinblick auf die wilden Jahre nach dem Bekanntwerden des Diesel-Skandals. „Dieser Weg sollte mit Schwung fortgesetzt werden.“

Quelle: Handelsblatt — VW-Aufsichtsrat Weil: „Der Umbauprozess funktioniert bislang gut“

worthy pixel img
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Automobilindustrie

Trumps Zolldrohungen verschärfen die Krise der Autoindustrie

Trumps Zolldrohungen verschärfen die Krise der Autoindustrie

Daniel Krenzer  —  

US-Präsident Donald Trump will Grönland und zieht die Zoll-Daumenschrauben für Europa an. Darunter könnte wieder einmal die Automobilindustrie besonders leiden.

Open-Source-Initiative für gemeinsame Software

Open-Source-Initiative für gemeinsame Software

Maria Glaser  —  

Der VDA gab bekannt, dass inzwischen mehr als 30 Unternehmen aus der gesamten Automobilzulieferkette die kollaborative Vereinbarung unterschrieben haben.

Diskussion: Batterien für Europa entstehen nicht über Nacht

Diskussion: Batterien für Europa entstehen nicht über Nacht

Sebastian Henßler  —  

Batterien einfach importieren? Das greift zu kurz. Experten offenbaren, warum Europas Industrie eigene Wertschöpfung, Partnerschaften und Skalierung braucht.

Warum Europas Batterie-Zukunft im Recycling beginnt

Warum Europas Batterie-Zukunft im Recycling beginnt

Sebastian Henßler  —  

Asien dominiert den Batteriesektor, Europa hinkt hinterher. Warum Recycling und geschlossene Stoffkreisläufe ein wichtiger strategischer Hebel sind.

Warum Rohstoffzugang allein Europas Batterien nicht rettet

Warum Rohstoffzugang allein Europas Batterien nicht rettet

Sebastian Henßler  —  

Rohstoffe sind da, Technologien auch. Warum Europas Batterielieferkette dennoch stockt und weshalb Umsetzung, Kapital und Skalierung entscheidend sind.

EU gegen China: Mindestpreise statt Strafzölle

EU gegen China: Mindestpreise statt Strafzölle

Sebastian Henßler  —  

Die EU prüft einen Kurswechsel im Handel mit China. Mindestpreise für E-Autos könnten Sonderzölle ersetzen, doch für Käufer bleiben sinkende Preise vorerst aus.

Mercedes-Benz CLA ist Europas „Car of the Year 2026“

Mercedes-Benz CLA ist Europas „Car of the Year 2026“

Michael Neißendorfer  —  

Der Mercedes-Benz CLA hat auf dem Autosalon in Brüssel die finale Abstimmung gewonnen und löst damit den Renault 5 E-Tech als „Car of the Year“ ab.