Tesla könne mit einer „beträchtlichen Förderung“ für Giga Berlin rechnen

Tesla könne mit einer „beträchtlichen Förderung“ für Giga Berlin rechnen

Copyright Abbildung(en): Roschetzky Photography / Shutterstock.com

Drei Milliarden Euro hat die Bundesregierung in der Haushaltskasse lockergemacht, um den Aufbau einer Batteriezellenfertigung zu fördern. Damit wolle man sich vor allem von den in diesem Bereich dominierenden Zulieferern aus Asien unabhängiger machen. Freuen dürfte sich aber auch ein anderer: Elon Musk, CEO von Tesla. Denn dessen Giga Berlin könnte von Deutschlands Förderoffensive im Batteriesektor durchaus profitieren.

Tesla könne mit einer „beträchtlichen Förderung“ des Staates rechnen, sagte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) am vergangenen Dienstag am Rande einer Fachtagung. Bisher stehen Details zur Förderung noch aus. Diese sollen folgen, sobald die EU-Kommission das zweite Batteriezellenkonsortium genehmigt hat. Damit wird bis Ende des Jahres gerechnet. Bislang ist noch offen, inwieweit Tesla Fördermittel aus dem Programm des Bundes bekommt. Voraussetzung dafür ist, dass nicht nur Batteriezellen in Deutschland gefertigt werden, sondern hierzulande auch Forschung stattfindet.

Betrachtet man den aktuellen Bauantrag zeigt sich allerdings, dass dieser noch nicht einmal die Batterieproduktion umfasst. Dieser soll erst in einem nächsten Schritt entstehen. Die Pläne und nicht gerade kleine, sind vorhanden. Musk zufolge wäre Teslas Batteriezellenfabrik in Deutschland in der Lage, Zellen im Bereich von 100 GWh pro Jahr zu produzieren. Dabei sei das volle Potenzial noch nicht einmal erreicht. Während eine 100-GWh-Batteriezellenfabrik bereits beeindruckend sei, gibt Musk zu verstehen, dass die Produktion am Standort Brandenburg sogar auf 200 bis 250 GWh pro Jahr ausgeweitet werden könnte. Dies liegt weit über der Kapazität der Giga Nevada.

m Rahmen seines Vortrags zur Konferenz zur europäischen Batteriewirtschaft legte er noch eins drauf. Er erklärte, dass sein Langfrist-Ziel 50 US-Dollar pro Kilowattstunde auf Zellebene für eine „long range battery cell“ sei. Sprich, für eine in Serie laufende Batteriezelle. Erreichen wird Tesla dies wohl durch eine Vielzahl von Faktoren, welche alle auf das angestrebte Ziel einzahlen sollen. Nicht nur das Format der Zelle und deren Aufbau will man anpassen. Auch auf Seiten der Batteriezellchemie hat man Fortschritte erzielt. Dies gilt es in die Serie zu überführen, dem wohl schwierigsten Schritt.  Zudem spielt die Trockenelektrodentechnologie von Maxwell eine wichtige Rolle. Diese würde es Tesla ermöglichen, billigere Zellen mit höherer Energiedichte herzustellen.

Quelle: FAZ – Altmaier will Batteriezellen von Tesla fördern

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Sebastian hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere Alternative Antriebe werden betrachtet.

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Die Entscheidung für oder gegen Tesla in Deutschland rückt umabdingbar näher. Diese wird nicht das Wohl von Tesla nachhaltig beeinflussen, sondern das Wohl Deutschlands. Diess wird gerade abgesägt, … die Autolobby hat mit ihren Gehilfen aus Politik, Behörden und Presse die Nase immer noch vorn. Selbst hohe, aber nicht sinnige Fõrdergelder für den Aufbruch, schaden letzlich diesem mehr. Beispiel erfolgreicher Boykott des sinnigsten Ladenetzaufbaus an Discounterparkplätzen und schon nützt das beste E-Auto nichts mehr, solange es kein SuperCarger ist wo man den Strompreis nicht ausreichend erhöhen kann, ergo: Tesla muss weg ! Gibts noch ein Land, das seine eigenen Bürger derart betrügen und belügen kann ? Nein behauptete einst ein Vetreter Chinas in Deutschland und meinte das höchst anerkennend.

Sollte sich Altmaier tatsächlich vom Saulus zum Paulus in Sachen „Erneuerbare Energie“ wandeln?

Wünschenswert wäre es auf jeden Fall und dass Tesla gefördert wird ist auch eine gute Sache, denn ohne Tesla wäre es um Elektroautos schlecht bestellt – erinnert sei nochmals an die Verhinderung von E-Autos in den 1990-er Jahre durch „The Big Three“ (GM, Ford und Chrysler).

Leider haben erneuerbare Energien mit dem Bau einer Zellfabrik nichts zu tun. Die Akkus speichern nur Energie, und denen ist es egal ob diese erneuerbar ist.
Für unsere deutschen Autobauer wäre es ein Schlag ins Gesicht, wenn Tesla für die Akkufabrik eine Förderung erhält, aber sie haben diese Ohrfeige verdient.

Doch – erneuerbare Energien für die Zellfabrik und der CO2-Rucksack der E-Autos wird kleiner.

Und wenn die Akkus mit erneuerbare Energien geladen werden, dann reduziert das die CO2-Bilanz über den gesamten Lebenszyklus der E-Autos.

Jeder, der auch nur irgendwie etwas damit zu tun hat, möchte jetzt Batterien produzieren. Es ist im Moment – nebst Corona-Impfstoff – das lukrativste Geschäft, das man sich vorstellen kann. Aktuell gibt es viel mehr Käufer als Produzenten, darum bleiben die Preise so hoch. Alle Batterie-Produzenten sind hoch lukrativ. Schauen Sie sich mal die Aktienkurse an. Und das ganze Geschäft wird jetzt erst noch richtig angeheizt.
Ich habe auch noch nie eine Branche gesehen, die mit so viel Geld gefördert wurde wie aktuell die Elektromobilität. 8’000.- Euro für jedes BEV, 900.- für die Wallbox, 3 Milliarden für Batteriefabriken, keine Motorfahrzeug- und keine Energiesteuern für BEVs. Alles bezahlt durch den deutschen Steuerzahler. Schön, dass wir uns das leisten können, aber nicht vergessen, dass das immer jemand zahlt, bzw. verdienen muss.
Tesla würde schon lange gerne selbst Batterien produzieren und sie haben da auch ein paar Ideen. Batterien sind der teuerste Teil ihrer Fahrzeuge und sie sind diesbezüglich ein Stück weit ihren Lieferanten ausgeliefert. Eine Produktion in einem neuen Gebiet aufzubauen und dann gegen solche Giganten wie CATL, Panasonic oder LG Chem anzutreten, ist aber hoch riskant. Wenn man da ein Milliärdchen vom deutschen Steuerzahler bekommt, wird es eher möglich, dieses Risiko einzugehen. Würd ich mir in ihrer Situation auch überlegen.

Bei Batterien muss die EU – und somit auch Deutschland – in die Batterieproduktion investieren, sonst wird die asiatische, besonders die chinesische Übermacht zu einem großen politischen Probleme.

Jede Batterie, die aus China bezogen wird, stärkt das politische Ziel von China zur Weltmacht zu werden und die „kleine“ zerstrittene EU kann dem wenig entgegen setzen, wenn es weiterhin von dort seine Batterien bezieht und sich im wachsenden E-Automarkt von Asien, vor allem China, abhängig macht.

Es ist auch eine Frage von Wohlstand und Demokratie, dass wir unabhängig von Batterie- und späteren E-Auto-Importen aus China werden und dass die EU nicht zu einer chinesischen Kolonie wird – wie es die Pläne der Seidenstrasse schon erahnen lassen – „wehret den Anfängen“.

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