Tesla Giga Berlin: Größte Batteriezellen-Fabrik weltweit mit Kosten von 50 US-Dollar/kWh

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Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 3 min

Elon Musk hat große Pläne für den Produktionsstandort in Grünheide bei Berlin. So möchte der Tesla CEO das künftige E-Auto-Werk in Deutschland nicht weniger als zur weltgrößten Batteriefabrik erheben. So seine Ankündigung am Dienstag in einem per Video übertragenen Auftritt bei einer Konferenz zur europäischen Batteriewirtschaft. Musk zufolge wäre Teslas Batteriezellenfabrik in Deutschland in der Lage, Zellen Bereich von 100 GWh pro Jahr zu produzieren. Dabei sei das volle Potenzial noch nicht einmal erreicht.

Während eine 100-GWh-Batteriezellenfabrik bereits beeindruckend sei, gibt Musk zu verstehen, dass die Produktion am Standort Brandenburg sogar auf 200 bis 250 GWh pro Jahr ausgeweitet werden könnte. Dies liegt weit über der Kapazität der Giga Nevada. Dabei ist anzumerken, dass es sich dort um eine Fertigungsstätte handelt, in der Batteriezellen und Antriebssträngen für das Model 3 und das Model Y produziert werden. Ab Sommer nächsten Jahres sollen in Grünheide aber zudem noch Elektroautos vom Band rollen. Und nicht gerade wenige. Jährlich sollen dort rund 500.000 Wagen der kompakten Fahrzeuge Model 3 und Model Y entstehen.

Der Tesla-Chef hatte bereits im September nur noch halb so teure Batterien und ein Elektroauto für 25.000 Dollar für die nächsten drei Jahre angekündigt. Im Rahmen seines Vortrags zur Konferenz zur europäischen Batteriewirtschaft legte er noch eins drauf. Er erklärte, dass sein Langfrist-Ziel 50 US-Dollar pro Kilowattstunde auf Zellebene für eine „long range battery cell“ sei. Sprich, für eine in Serie laufende Batteriezelle. Wie immens dieser Schritt in den Cent-Bereich pro kWh wäre, wird ersichtlich, wenn man die Zahlen der Beratungsgesellschaft Strategy& daneben legt. Diese haben erst im September Kosten von 68 €/kWh im Jahr 2030 vorhergesagt.

Erreichen wird Tesla dies wohl durch eine Vielzahl von Faktoren, welche alle auf das angestrebte Ziel einzahlen sollen. Nicht nur das Format der Zelle und deren Aufbau will man anpassen. Auch auf Seiten der Batteriezellchemie hat man Fortschritte erzielt. Dies gilt es in die Serie zu überführen, dem wohl schwierigsten Schritt.  Zudem spielt die Trockenelektrodentechnologie von Maxwell eine wichtige Rolle. Diese würde es Tesla ermöglichen, billigere Zellen mit höherer Energiedichte herzustellen.

Entsprechende Zellen sollen von den internen Teams von Tesla entwickelt worden sein und unter anderem Erkenntnisse aus dem von Jeff Dahn geleiteten Forschungslabor in Kanada beinhalten sowie neue Technologien, die durch die Übernahme von Maxwell erworben wurden. Musk gab dazu zu verstehen: „Der Trockenelektroden-Produktionsprozess ist ein Game Changer. Damit wird nicht nur die Produktion sauberer, da wir keine Lösungsmittel mehr einsetzen müssen. Dazu kommen Vorteile im Herstellungsprozess, da wir das Material präziser auftragen können, die Paste nicht trocknen müssen und auch nicht die bei dem Trocknen entstehenden Gase auffangen und filtern müssen.“

Tesla braucht große Akku-Pakete unter anderem für den Elektro-Sattelschlepper, der gerade für den Marktstart vorbereitet wird, sowie für den künftigen Cybertruck-Pickup. Zudem sollen die Batteriezellen im Model Y zum Einsatz kommen, als auch in einem entsprechenden Einstiegsmodell für den europäischen Markt. Sollte in der Tat ein solch minimaler Preis auf Zellebene erreicht werden, dann darf sich die Konkurrenz erneut warm anziehen.

Quelle: Teslarati – Tesla’s giant battery cell plant in Germany can be expanded to 250 GWh/year

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Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

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Daniel W.:

Die Anderen halten ja auch die Hand auf und sicherlich nicht zu knapp – wieso nicht auch Herr Musk?

VW kommt, aber würde VW auch ohne Tesla mit zig Modellen kommen? – wohl eher nicht.

Und wenn die Autos reparaturbedürtig sind, dann gibt es sicherlich mehr als genug (freie) Fachleute.

Wieso Anstand? – es geht um Arbeitsplätze und Wählerstimmen, auch bei VW & Co., da hilft die Politik.

Reich sind auch die Piechs und Quants, aber würde die aus Anstand die Staatshilfen ablehnen?

Strauss:

Was soll den diese Erbsenzählerei gegen Meinungen von EM betreffend Zukunft der Akkus? Wenn dies die Chinesen täten dürfte man wohl kein Wort glauben. Aber bei TESLA….. Schliesslich haben diese Vorfahren den Wechselstrom erfunden. Da müsste mich der Teufel holen, wenn der Musk mit Weiterentwicklung der Batterie nicht auch für die Zukunft daneben liegen würde.

Riedl Manfred:

Zweit reichste Mensch der Welt nimmt von den Steuerzahlern Pfui

Ich findes es extrem unseriös, dass gerade in Zeiten wo der Staat extrem viel Geld wegen Corona braucht, der zweit reichste Mensch Steuergelder will. Gelder die vom Bürger sind. Ja ich höre jetzt die Politiker sagen, dass kommt uns ja hundert mal zu gute, nur damit Sie einmal im Rampenlicht mit Musk stehen um zu zeigen wie gut Sie sind. Wenn ich Geld verschenke kann ich leicht gut sein.
Fakt ist Musk kann es sich leisten und braucht keine Förderung. Er wird auch seine Visionen nicht halten können, damit ist die Konkurenz zu groß. Weiters darf man nicht vergessen, das Tesla ein Unternehmen ist, dass noch keinen Cent durch die Autos verdient hat sondern nur mit Umweltzertifikaten.
Leider ist die Medienwelt auch nur mehr gesteuert von Macht und Gewinn. Seriöse Berichterstattung gibt es schon lange nicht mehr. Aber alle werden sehen, dass Tesla zurück fällt und genau so nur mehr ein Unternehmen ist wie andere. Leider die schreinen nicht so laut und werden nicht von den Medien zu einem Hype hochgejubelt. Denn das meiste ist ein Hype. Volkswagen und alle anderen werden mit zig Modellen kommen. Dies wird Tesla nicht so schnell umstezen können. Ich warte nur bis die Autos älter und reperaturbedürftig sind. Dann schaue ich mir an, wen die Besitzer verzweifelt sind weil Sie zu wenig Unterstützung bekommen.
Dankbar muss man Musk sein, dass er die Revolution am E Auto angestossen hat. Das ist überhaupt keine Frage.

Herr Musk, wenn Sie ein wenig Anstand haben dann verzichten Sie auf die Förderungen.

Hiker:

Es ist immer einfach Menschen mit anderen Ansichten als dumme, Kritik und Hirnlose Fanboys hinzustellen. Ein auf den ersten Blick sehr bequemes Totschlag Argument. Nicht geistreich aber effizient. Trotzdem ist Ihre Aussage EM sei ein Schaumschläger der Termine nicht einhalten könne. Der lediglich Ankündigen verbreite die er dann nicht einhalte. Das alles ist Geschwätz von Neidern und ziemlich in die Jahre gekommen. Bisher hat er alles eingehalten was er verkündet hat. Möglicherweise mit etwas Verspätung. Was ist mit dem hochgelobten VW Konzern? Werfen noch haarscharf vor dem Ende des Sommers den für diesen angekündigten ID.3 in homöopathischen Dosen und unfertiger Software auf den Markt. Und nennen sich dreist Marktführend! So siehts aus mit der Deutschen Marktführerschaft, am A…

Wolfbrecht Gösebert:

Ein seriöser Fachjournalist sollte IMO aber

  1. merken – spätestens beim Schreiben des Textes, dass der Wert soo nicht stimmen kann und
  2. eine solche Korrektur der Überschrift/ des Artikels auch explizit vermerken!

Hint: Meine journalistische Ausbildung begann 1977 in HH …

Michi:

Es gibt Quellen, die in der Tat behaupten, dass CATL LFP Zellen für 60€/kWh liefern würde. Die sind allerdings höchst unseriös. Ich halte 80 Euro für realistischer. Die Pläne von Tesla sind allerdings für NMA Zellen, außerdem werfen Sie hier Zellen und Battery Pack durcheinander – Tesla plant Battery Packs für unter 100$/kWh, VW hat in der Tat Einkaufsabschlüsse für knapp unter 100$/kWh erzielt, aber bezogen auf die Zellen. Auf Pack-Ebene liegt VW bei etwa 160$/kWh. 10 $/kWh sind auch auf Zellebene lächerlich, selbst eine hypothetische Na/LFP Zelle oder Calcium Luft Zelle könnte das nicht erreichen. Ich kann mir vorstellen, dass wir langfristig 50$/kWh sehen für Battery Packs, aber erst deutlich nach 2030.

Mark Müller:

Jetzt ist der Titel und Inhalt des Artikels korrigiert (um den Faktor 100) und mein Einwand obsolet. Lange ist es niemandem aufgefallen weil Typen wie du alles glauben.

Heinz Isthart:

Wer außer dir redet bitte von 50 Cent pro kWh?

Peter:

Elon Musk hat sich im Interview selbst versprochen. Elon sprach tasächlich von 50ct/kWh.

Daniel W.:

Wenn man auf Lithium und Cobald setzt, dann geht es kaum nach unten mit den Preisen.

Aber es gibt ein Reihe von Metallen, die günstig sind – allerdings schafft z.B. ein Eisen-Luft-Akku bisher nur unter Laborbedingungen 1.000 und mehr Lade- und Entladezyklen, in Feldversuchen bis zu 30 – hier braucht es noch einige Jahre.

Bei allen Metall-Luft-Akkus ist die Zahl der Lade- und Entladezyklen noch das Problem, aber in verschiedenen Ländern wird daran gearbeitet, dass diese Zahl deutlich höher wird.

„Der Glas-Akku des Nobelpreisträgers und Lithium-Ionen-Akku-Miterfinders John Goodenough könnte schon bald Realität werden. Ein kanadischer Stromversorger verspricht die Marktreife bis 2022.“ (Quelle: t3n.de)

Beurteilen kann ich den tatsächlichen Entwicklungsstand und den Zeitpunkt der Marktreife nicht, da ich nicht in diesen Bereich tätig bin.

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