Der europäische Elektroautomarkt ab 2021 – ein Ausblick

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Die ersten vier Monate des Jahres 2020 haben wir hinter uns gebracht. Stark geprägt vom Coronavirus beziehungsweise der Covid-19 Pandemie. Matthias Schmidt, Automobil-Analyst, gab in diesem Zusammenhang bereits zu verstehen, dass die Elektroauto-Zulassungszahlen in Europa in 2020 eher rückläufig sein werden. Hierdurch stehen nicht mehr die 700.000 E-Autozulassungen als Zielmarke im Raum, sondern die um 144.000 Einheiten auf 556.000 reduziert Marke. Des Weiteren verändert sich, getrieben durch Auswirkungen des Coronavirus, die Entwicklung des europäischen E-Auto-Markts in Gänze.

Bestand der CO2-Ziele als Hoffnungsschimmer für E-Autos

Dennoch zeichnet sich nicht nur ein negatives Bild. Hoffnung besteht für den europäischen Elektroautomarkt, wie in diesem Ausblick aufgezeigt werden soll. Geprägt ist dieser positive Ausblick durch die Tatsache, dass man an den 2020er CO2-Zielen festhalten werde. So zumindest die aktuelle Einschätzung unsererseits. Anstatt CO2-Ziele herunterzuschrauben wird die Politik die Hersteller unterstützen deren Absatz anzukurbeln, hauptsächlich mit Konzentration auf nachhaltige, alternative Antriebe. Die Hersteller selbst üben über Interessensverbände, direkt oder auf Umwegen – Hinweis auf Arbeitsplatzverluste – entsprechenden Druck auf die Politik aus.

Ginge es nach Herstellern sowie eini­gen Landesregierungen soll die im Zuge der Corona-Krise stark ge­beutelte Automobilwirtschaft vonseiten des Staates mit einer antriebsunabhängi­gen Kaufprämie für Neuwagen, ähnlich der Elektroauto-Prämie, unterstützt werden. Dies solle zum einen die Wirtschaft stärken und zum anderen mit dem Aus­tausch älterer Fahrzeuge durch neue und umweltfreundlichere Modelle die Energiewende vorantreiben. Der Verband der internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) plädiert in der Diskussion um Kaufprämien für ein dreistufiges staatliches Anreizprogramm und geht somit noch einen Schritt weiter. So soll es aus deren Sicht mehr Kaufprämie für E-Autos, Kaufanreize für Autos mit wenig Verbrauch und eine klassische Abwrackprämie vom Staat gefördert werden. Dies sei aus Sicht des VDIK notwendig, um nach der Corona-Krise den Absatz ansteigen zu lassen.

Deutschland selbst scheint gespalten zu sein, wenn es um die Corona-Kaufprämien für (Elektro-)Autos geht. Einer repräsentativen Umfrage des Gebrauchtwagenportals Mobile.de unter mehr als 2000 Personen zufolge sieht jeder Zweite (47 Prozent) hierzulande Vorteile in der Einführung einer solchen Prämie – doch nur knapp jeder fünfte Deut­sche (18 Prozent) wäre auch bereit, sie in Anspruch zu nehmen. Ob die Auswirkungen somit so positiv sind, wie zunächst vermutet bleibt im Raum stehen. Feststeht, einigt sich die Politik auf eine Abwrackprämie, welche insbesondere für die Anschaffung neuer E-Autos und Plug-In-Hybride gedacht ist, wird deren Absatz steigen.

E-Auto-Volumina müssen parallel zum Gesamtmarkt steigen

Unter der Annahme, dass die CO2-Ziele bestehen bleiben und der westeuropäische Pkw-Markt sich schnell erholt, wahrscheinlich angespornt durch Anreize wie eine Abwrackprämie – ähnlich 2008 nach der Finanzkrise – wird das E-Auto-Volumen parallel zum Gesamtmarkt steigen. Aus diesem Grund werden die Volumina im Jahr 2020 zwar wahrscheinlich aufgrund des rückläufigen Gesamtmarktes unter Plan zurückbleiben. Dann in 2021 aber stark nach oben schießen. Derzeit kann man hierbei in 2021 noch von einem 7 Prozent-Anteil am Gesamtabsatz in Europa ausgehen. Bis zu eine Millionen E-Autos seien in 2021 möglich, insofern der Markt sich erholt und durch Subventionen und weitere Anreize angekurbelt wird.

Des Weiteren geht Matthias Schmidt von einer „normalen“ Entwicklung des Marktes ab 2022 aus. Dies bedeutet aus seiner Sicht, dass das jährliche Elektroauto-Volumen bis 2024 1,25 Millionen Einheiten erreicht, um dann in 2025 auf starke 1,6 Millionen Einheiten anzusteigen. Dies würde zu diesem Zeitpunkt etwas mehr als 11 Prozent Marktdurchdringung bedeuten. Welche auch notwendig sind, um die 15-prozentige Reduzierung der CO2-Ziele zu erreichen, die im selben Jahr umgesetzt werden sollen.

Bereits im Dezember konnten wir festhalten, dass Plug-In-Hybride eine wichtige Rolle beim Erreichen dieser Ziele spielen werden. Aufgrund des gesamten Marktabschwungs sei die im Raum stehende Marke von einer Millionen PHEV in 2020 allerdings gefährdet. Diese werden dennoch künftig ihren Einfluss auf die Entwicklung des Marktes und das Erreichen der CO2-Flottenwerte haben.

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Quelle: Matthias Schmidt – West European Electric Car Market Intelligence Monthly Report Edition 03.2020 – Q1 2020

Über den Autor

Sebastian hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere Alternative Antriebe werden betrachtet.

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Ich kann mich nur der Aussage einer Bank anschließen, dass die Automobileirtschaft nach rund 10 Jahren guter Geschäfte den kurzfristigen Einbruch aus eigener Kraft bewältigen sollte. Sicher soll der Staat in anderen Bereichen mit Geld die Konjunktur ankurbeln, z. B. energetischer Sanierung von Gebäuden um gestärkt in die Zukunft zu gehen und gleichzeitig vom Zukauf fossiler Energien unabhängiger zu werden.

Habe früher Analysten-Wahrsagereien kritisch kommentiert, mache ich nicht mehr, der Diskurs dreht sich wegen ständiger Wiedervorlagen des Grundmusters nur im Kreis. Das einzige, was noch von Interesse sein könnte: Hat jemand mal recherchiert, wie es um die Halbwertzeit solcher Ankündigungen steht?

Wenn sie nur die Autos liefern würden die vor der „Krise“ schon geplant gewesen sind. Dann wäre es eine Erhöhung… Aber da man nicht liefern will, gibt’s weiterhin nur soviel das es zum Ausgleich der Verbrenner in der Statistik reicht. Bin schon eine Weile auf der Suche nach einem e Auto. Aber Lieferzeit von inzwischen über einen Jahr (vor der Krise waren die 2020 Jahres Kontingente schon aus) bei den meisten Herstellern zeigt genau was los ist…
Bestimmt ist es, das keiner eines haben will wie immer verkündet wird.
Deshalb keine weitere Subventionen für irgendwelche. Den Tesla(mit Abstrichen Renault) die als einzige zeit nah liefern können muss man das steuergeld nicht schenken.

Ich würde empfehlen, reine BEV-Förderung für Fahrzeuge bis 35000Euro realer Bruttofahrzeugpreis. Wer liefern kann und will, der profitiert, die anderen gehen halt leer aus. Zulassung bis Ende 2021. Erhöhung des realen Bruttofahrzeugpreises pro im Haushalt lebenden Kind um 3000 Euro zum Erhalt der Prämie.

EIGENTLICH .. warum Autokauf fördern. Jeder der eine brauch hat einen und wird sich einen kaufen wenn er einen neuen braucht.

ANDERERSEITS .. Automobil ist eine Schlüsselindustrie in Deutschland. Wenn die Absätze längerfristig den Bach runter geht – und das kann durchaus passieren – geht es uns ziemlich übel. Dann hat Corona ihr Ziel erreicht: langfristige Depression, Massenarbeitslosigkeit, echte (nicht nur SPD-statistische) Verarmung. Italienische Verhältnisse.
Vermutlich werden die Konzerne irgendwie überleben ziemlich ärmlich. Aber wenn die Wirtschaft erst mal abgeschmiert ist .. dann kriegt sie so schnell keiner mehr auf die Beine.
Hinzu kommt, dass ein Abwrackprämie ein Akt europäischer Solidarität wäre. In D verkaufte Wagen – egal welcher Marke – werden fast alle in der ganzen EU verteilt hergstellt. Spanien, Frankreich, Belgien, Deutschland, Tschechien, Rumänien

Es ist besser als diese komischen Euro-Bonds, die tatsächlich nix anderes sind als Belohnung für Verantwortungslosigkeit.

Wenn Plugin-Hybride gefördert werden sollen, dann sollte aber in jährlichen Abständen beim z.B. Steuerausgleich von den Finanzämtern kontrolliert werden ob diese auch entsprechend genutzt werden. Z.B. Jahresgesamtkilometer zu elektrisch zurückgelegter Kilometerleistung. Bei kaum genutzter Plugin-Technik müsste dann die Förderung zurück verlangt werden.
Ein nicht genutzter Plugin-Hybrid nutzt sonst Keinem.

Die Autoindustrie sollte überhaupt nicht subventioniert werden. Mit Subventionen werden auch auf Kosten aller Steuerzahler die exorbitanten
Gehälter und Bonis von CEO´s, Vorstand und Aufsichtsräten hochgehalten und ausserdem auch noch eine werkseigene Lobby mitfinanziert. Wenn man zudem noch bedenkt, welchen Schaden von allen an der Umwelt angerichtet wurde, der wiederum von uns allen mit Steuermitteln behoben werden muss, sollte dieser Branche mehr Beobachtung zuteil werden, und nicht erst im teueren Gerichtssaal die Sünden aufdecken weden. Auch die Justiz lebt von Steuern der Gemeinschaft.

Solange die Manager in der Autoindustrie hohe Gehälter sowie enorme Bonuszahlungen ohne Übernahme von Verantwortung erhalten, kann der Staat nicht aus Steuergeldern eine solche Industrie sponsern! Auch die Beschäftigten dieses Industriezweiges erhalten neben – zu den normalen Arbeitnehmern – übertriebene Gehälter plus Übertriebene Bonuszahlungen, sowie die Aktionäre hohe Dividenden, müssen diese Firmen sich selbst aus Rücklagen oder durch Rücknahme der Bonuszahlungen Und Dividenden selbst helfen!

Ebend. Subventionen zum Erhalt von Boni und Dividenden sind Diebstahl am Steuerzahler und Bedienung der Gier der Eliten. Gier ist nach katholischer Morallehre eine Todsünde. Sollten gerade die sogenannten C-Parteien wissen, aber die sind damit heillos überfordert. Wer nämlich ein Logo oder Prädikat klaut, hat dessen Inhalt noch lange nicht realisiert. Vielleicht sollte Herr Söder mal alle Kruzifixe aus Bayerns öffentlichen Gebäuden abhängen lassen und durch eingerahmte Sprüche aus Dantes Inferno ersetzen, gerne mit Illustrationen von Hieronymus Bosch.

Ist natürlich abzuwarten, wie die Stimmung am Neuwagenmarkt mit und nach Corona sein bzw. sich weiter entwickeln wird. Derzeit steht bei vielen Mitbürgern wohl das Thema „neues Auto“ nicht im Mittelpunkt des Interesses: Etliche sorgen sich um ihren Arbeitsplatz und um die Firma, leiden vielleicht unter Kurzarbeit, blicken auf die gefährdeten Anzahlungen für ihren Sommerurlaub, sind durch die zeitaufwendige Kinderbetreuung momentan ge- und überfordert usw. Da kann oder muss der Neuwagenkauf erst mal warten verständlicherweise.

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