Bundeskartellamt prüft öffentlich zugängliche Elektroauto-Ladeinfrastruktur

Bundeskartellamt prüft öffentlich zugängliche Elektroauto-Ladeinfrastruktur

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Die Ladeinfrastruktur für Elektroautos wird in Deutschland gerade erst aufgebaut. In manchen Regionen und Städten teilen sich deshalb zum Teil nur wenige Anbieter den Markt, Elektroauto-Fahrer klagen häufig über hohe Preise, wenig Transparenz und mitunter schlechten Service, etwa wenn eine Säule nicht wie erwartet funktioniert. Das Bundeskartellamt hatte hierzu zunehmend Beschwerden erhalten und hat nun eine Sektoruntersuchung zur Bereitstellung und Vermarktung öffentlich zugänglicher Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge eingeleitet.

Nach den Plänen der Bundesregierung soll in Deutschland bis zum Jahr 2030 eine flächendeckende Ladeinfrastruktur entstehen, zu der insbesondere auch öffentlich zugängliche Lademöglichkeiten gehören. Der Aufbau und Betrieb von Ladesäulen unterliegt nicht der für Stromnetze geltenden umfassenden Regulierung. Mögliche Wettbewerbsprobleme in diesem Bereich können aber mit Hilfe des Kartellrechts aufgegriffen werden, so das Bundeskartellamt in einer aktuellen Mitteilung. Für die Gewährleistung eines funktionsfähigen Wettbewerbs sind neben dem diskriminierungsfreien Zugang zu geeigneten Standorten für Ladesäulen auch die konkreten Nutzungsbedingungen an den Ladesäulen von ausschlaggebender Bedeutung.

Gegenstand der Untersuchung sollen auch die verschiedenen Vorgehensweisen der Städte und Kommunen bei der Bereitstellung geeigneter Standorte und deren Auswirkungen auf den Wettbewerb zwischen den Betreibern von Ladestationen sein. Das Bundeskartellamt will ebenfalls die Rahmenbedingungen für den wettbewerblichen Aufbau von Ladesäulen an den Bundesautobahnen in den Blick nehmen.

„Wir wollen in dieser frühen Marktphase der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge strukturelle Wettbewerbsprobleme identifizieren, um einen Beitrag zu einem erfolgreichen Ausbau zu leisten. Der Aufbau einer flächendeckenden E-Ladeinfrastruktur ist Voraussetzung für den Erfolg der Elektromobilität in Deutschland. Für die Entscheidung von Verbrauchern, auf Elektromobilität umzusteigen, sind die Bedingungen und Preise für das Laden im öffentlichen Raum von zentraler Bedeutung. Der Markt ist natürlich noch im Entstehen. Aber uns erreichen schon jetzt vermehrt Beschwerden über die Preise und Konditionen an den Ladesäulen.“ — Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes

Zur Durchführung der Sektoruntersuchung wird das Bundeskartellamt die maßgeblichen Akteure in zwei Ermittlungsphasen befragen. In der ersten Phase sollen vor allem der Stand des Aufbaus der öffentlichen Ladeinfrastruktur und die aktuelle Praxis der Städte, Kommunen und weiterer Akteure bei der Planung und Bereitstellung geeigneter Standorte ermittelt werden. Darauf aufbauend sind in der zweiten Phase vertiefte Ermittlungen vorgesehen, die insbesondere auch Fragen des Zugangs von Mobilitätsdienstleistern und Ladekunden zu den Ladesäulen abdecken.

Quelle: Bundeskartellamt — Pressemitteilung vom 08.07.2020

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5 Antworten

  1. Es wundert mich, dass man erst jetzt darauf kommt. Wer lesen kann ist klar im Vorteil und hat bislang unschwer die verlangten Preise an einer E-Ladesäule im Internet ermitteln können.
    Zweifellos ist diese Preisgestaltung ein großer Faktor bei der Überlegung, sich ein Elektrofahrzeug zu kaufen.
    Mein Hausstrom kostet ca. 25 Cent, an der Säule kostet er bis zu 50 Cent. Bei Verbräuchen von bis zu 19 kW, bei zum Beispiel dem am verbreitetsten Renault ZOE, kommt man da schnell auf 9 € pro 100 km. Mein doppelt so schwerer Diesel-VW-Bus braucht 6 l für momentan 6,24 €, der Kleinwagen meiner Tochter braucht 4,5 l für ca. 5,35 €.
    Rechnet man dann noch ein, wieviele Kilometer man erst fahren muss, damit der ökologische Fußabdruck des E-Fahrzeugs ins Plus geht, kann man sich ausrechnen, wieviel man gegenüber einem Diesel oder Benziner draufgelegt hat.
    Das ist meines Erachtens nach eine aktive Behinderung des Wandels hin zu E-Mobilität durch die Stromanbieter.
    Wie sonst wäre es zu erklären, dass die Ladesäulen bei Aldi-Märkten, wo es für eine Stunde Strom umsonst gibt, permanent belegt sind?
    Meine Überlegungen, ein E-Fahrzeug zu kaufen, habe ich vorerst auf Eis gelegt. Statt dessen werde ich mir wahrscheinlich einen Euro 6d-Temp Dieselkleinwagen kaufen, der nur 3,2 l braucht, also gerade mal 3,35 € pro 100 km.
    Und ich fürchte, diese Abzocke an den E-Ladesäulen wird man für Jahre nicht in den Griff bekommen.

  2. … Nach den Plänen der Bundesregierung soll in Deutschland bis zum Jahr 2030 eine flächendeckende Ladeinfrastruktur entstehen, … in 10 !!!! Jahren !!! Ich fahre einen Tesla Model 3 mit jetzt schon flächendeckender Infrastruktur. Wenn es wirklich 10 Jahre braucht sind mindestens zwei unserer Premiumhersteller Geschichte. Ich persönlich sehe das sehr gelassen. Bei solche einem „Tempo“ bin ich mir 100-prozentig sicher auf das richtige Auto/Unternehmen gesetzt zu haben. Mit Freude werde ich die Ausreden unserer Top-Autohersteller wahrnehmen, wenn es den Berg abwärts geht. Es gibt da diese Lebensweisheit: Wer zu spät kommt den bestraft das Leben …

  3. 3004, Einen Diesel mit 6 d Temp der nur 3,2 Liter braucht, gibt es nicht. Die verbrauchen alle im Vergleich zu den alten mind. 1-2 Liter mehr.(6 Liter) zum Kauf von -ad blue- musst Du die Bankkarte deiner Frau mitnehmen. Noch schlimmer als der Preis beim E laden auswärts , ist der Kartensalat. Bis man so laden kann wie zu Hause ist ein PHEV mit 150 Km E Reichweite die Lösung nicht mal nur für Mieter.

  4. Es wäre auch notwendig auf den Autobahnschildern und in der Nähe der Ladepunke eine qualifizierte Beschilderung anzubringen, um den Suchverkehr zu reduzieren und die E-Tankstellen den “normal” Tanksteĺlen gleichzustellen. Zudem würde dies sicher auch zu mehr Akzeptanz der E-Mobilität führen.

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