Wie die Automobilindustrie in der Corona-Krise helfen kann

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An die Autoproduktion ist bei den Herstellern wegen der Corona-Krise nicht zu denken. Und dennoch wird in manchen Werken von Autobauern und Zulieferern weiterhin fleißig gewerkelt: Sie stellen mithilfe ihrer vorhandenen Maschinen, wie etwa 3D-Druckern, wichtige Ausrüstung für die Medizinbranche her, wie etwa Atemschutzmasken und Beatmungsgeräte.

Der niederbayerische Automobilzulieferer Zettl, unweit des größten europäischen BMW-Werks in Dingolfing beheimatet, stellt normalerweise Sitzbezüge und Türverkleidungen her. Nun werden auf den Zettl-Maschinen Schutzmasken hergestellt. Die Filterstoffe für die Masken kommen – Stichwort kurze Lieferkette – ebenfalls aus Bayern, vom Unternehmen Sandler, einer der nach eigenen Angaben größten Vliesstoff-Hersteller weltweit. Der kann über den Auftragsstand momentan nicht klagen, die Kapazitäten seien „grundsätzlich ausgeschöpft und Kundenaufträge über die kommenden Wochen hinaus bereits eingeplant und bestätigt“, heißt es vom Unternehmen.

Eine weitere ungewöhnliche Partnerschaft ist in der Not zwischen dem Automobilzulieferer Mahle und dem Unterwäschehersteller Triumph erwachsen. Mahle liefert ein FFP3-Masken taugliches Filtermedium, welche bei Triumph zu Atemschutzmasken, die auch im medizinischen Umfeld eingesetzt werden können, zusammengenäht werden. „Gemeinsam mit Triumph haben wir innerhalb kürzester Zeit die Machbarkeit zur Herstellung von Atemschutzmasken geprüft, Prototypen gefertigt, die Lieferkette und den Produktionsprozess aufgesetzt. Das steht für ein herausragendes Engagement aller Beteiligten, denen ich an dieser Stelle herzlich danken möchte“, sagt Mahle-Chef Jörg Stratmann.

Mahle arbeite derzeit auch an weiteren Produkten, welche in der Corona-Krise nützlich sein können, etwa warmumgeformte Masken. Auch der Einsatz von 3D-Druckern zur Komponentenherstellung für Atemschutzmasken und weiteres medizinisches Equipment werde momentan geprüft.

Der Zulieferer ZF Friedrichshafen habe für seinen Standort im chinesischen Shanghai sogar extra eine Maschine gekauft, um Atemschutzmasken herstellen zu können. Allerdings primär für den Eigengebrauch, da „das Tragen von Masken bei der Arbeit in China während der Coronavirus-Epidemie behördlich vorgeschrieben“ sei, wie ein Unternehmenssprecher erklärt. ZF produziere nun jeden Tag 90.000 bis 100.000 Mundschutz-Masken, damit seine rund 14.000 Mitarbeiter in China spätestens alle vier Stunden die Maske wechseln können. Produzierte Masken, die über den eigenen Bedarf hinausgehen, will das Unternehmen jenen lokalen Gemeinden spenden, wo ZF eines seiner 40 China-Werke betreibt.

Auch Automobilhersteller engagieren sich gegen Corona

Mehrere Automobilhersteller wollen ebenfalls helfen, medizinische Ausrüstung herzustellen. General Motors und Ford prüfen gemeinsam mit General Electric und dem Zulieferer 3M die Produktion von Plastikmasken und Schutzausrüstung auf den bei Ford stehenden 3D-Druckern. Ähnliches vermeldet Volkswagen: „Medizinisches Equipment ist natürlich neu für uns“, sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur DPA. „Aber sobald wir die Anforderungen kennen und die entsprechende Blaupause erhalten, können wir starten.“ Auch VW will dafür seine mehr als 125 industriellen 3D-Drucker nutzen. Der Elektroauto-Hersteller Tesla will sich ebenfalls engagieren. Firmenchef Elon Musk habe sich dazu bereits mit dem irischen Hersteller für Medizintechnik Medtronic über die Technik moderner Beatmungsgeräte unterhalten, wie er per Twitter mitteilte.

Doch damit nicht genug: Fiat Chrysler Automobiles (FCA) will eine seiner Fabriken in Asien zur Herstellung von Atemschutzmasken umbauen und dort mehr als eine Million Schutzmasken pro Monat für medizinisches Personal herstellen und spenden. In Italien unterstütze FCA gemeinsam mit Ferrari bereits das Medizinunternehmen Siare Engineering (Valsamoggia) bei der Produktion von Beatmungsgeräten.

Bosch und BASF ebenfalls gegen den Corona-Virus aktiv

Auch Bosch „prüfe derzeit, wie das Unternehmen mit eigenen Produkten sowie gegebenenfalls mit Fertigungsknowhow und -kapazitäten oder auch gemeinsam mit Partnern zu Lösungen beitragen kann, die bei der Eindämmung des Coronavirus helfen“. Und der Chemieriese BASF nutzt seine Marktstellung, um kostenlos Hand-Desinfektionsmittel für Krankenhäuser in der Region Rhein-Neckar zur Verfügung zu stellen.

Quelle: Automobil Industrie — Wie die Autoindustrie die Medizinbranche jetzt unterstützen kann

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