Städter eher zu Mehrkosten für E-Auto bereit, Tesla bei Umweltimage weit vorne

Städter sind bereit Geld für E-Autos auszugeben

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Lebensumfeld und Wohnsituation haben nur wenig mit den Vorlieben beim Autokauf zu tun? Die Studie „Trends beim Autokauf“ (PDF) belegt das Gegenteil. In der zum neunten Mal von Aral veröffentlichten Erhebung wurden die Teilnehmer neben allgemeinen demografischen Faktoren gebeten, sich selbst den Kategorien „Städtisch“, „Am Stadtrand“ und „Ländlich“ zuzuordnen. Das Ergebnis: Während sich die Präferenzen von Frauen und Männern im Autohaus immer stärker angleichen, wird der Wohnort zum wichtigen Differenzierungsmerkmal. Das zeigt sich besonders deutlich bei der Markenwahl. Aber auch bei der Karosserie, der bevorzugten Antriebsenergie oder der Einstellung zu Elektroautos zeichnen sich deutliche Unterschiede ab. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Welche Mehrkosten sind für Elektromobilität tolerierbar?

In Deutschland geben 39 Prozent der Befragten mit Interesse am Autokauf an, dass sie im Vergleich zu einem Verbrenner mehr für das gewünschte Elektroauto ausgeben würden. Unter den Städtern ist der Anteil am höchsten: Fast jeder zweite ist dazu bereit. Ähnlich ausgeprägt ist die Zahlungsmoral für einen Stromer auf dem Land mit 43 Prozent. Am Stadtrand ist diese Akzeptanz mit 23 Prozent deutlich geringer ausgeprägt.

Bei der Frage, wie hoch der Mehrpreis ausfallen könnte, erwarten Städter Mehrkosten im Mittel von 3422 Euro – der Durchschnitt liegt bei 3210 Euro. Auf dem Land liegt der Aufpreis bei 3031 Euro und am Stadtrand bei 2922 Euro.

Welche Marke macht das Rennen?

Bundesweit belegt BMW mit 14 Prozent bei der Markenwahl den ersten Platz unter denjenigen, die innerhalb der nächsten 18 Monate ein Auto kaufen wollen. In urbanen Räumen heißt der Primus allerdings Audi mit einem Kaufinteresse von 18 Prozent. Dahinter folgt BMW mit 15 Prozent. Anders gestaltet sich die Markenpräferenz auf dem Land. Hier ist BMW mit 16 Prozent die klare Nummer eins. Audi (8 Prozent) und Mercedes-Benz (7 Prozent) liegen sogar hinter den japanischen und koreanischen Importeuren mit jeweils 10 Prozent und Dacia (9 Prozent).

Welche Karosserieform ist besonders beliebt?

Der Kombi steht in der Käufergunst mit 23 Prozent bundesweit ganz vorne. Auch in den unterschiedlichen Wohnortkategorien belegt er Platz 1. Große Unterschiede gibt es dagegen beim Kleinwagen. Am Stadtrand interessieren sich nur 8 Prozent der Befragten für die kleineren Varianten, in der Stadt sind es immerhin schon 12 Prozent und an der Spitze platziert er sich mit 16 Prozent auf dem Land.

Die Fortsetzung des Siegeszuges von Geländewagen und SUV ist nur teilweise an den Wohnort der Autokäufer gekoppelt, denn in allen untersuchten Umfeldern findet dieses Fahrzeugsegment ihre Klientel. Mit einem Anteil von 19 Prozent wollen in der Stadt aber deutlich weniger einen Geländewagen oder SUV kaufen als am Stadtrand (25 Prozent) und auf dem Land (24 Prozent).

Wie gefragt ist der Dieselantrieb?

Bundesweit können sich aufgrund der Dieseldiskussion nur noch 12 Prozent der Deutschen, die innerhalb der nächsten 18 Monate ein Auto kaufen wollen, vorstellen, ein Fahrzeug mit Dieselmotor zu wählen. Bei den Befragten mit Wohnsitz am Stadtrand sind es nur 8 Prozent. Auf dem Land ist die Quote der potenziellen Dieselkäufer mit 20 Prozent mehr als doppelt so hoch.

Tesla beim Umweltimage klar vorne

Erst kommt Tesla und dann lange nichts. Danach befragt, ob es Automarken gibt, die das Prädikat „umweltfreundlich“ verdienen, äußern die Studienteilnehmer — egal wo sie wohnen — eine klare Meinung: Jeder Zweite denkt beim Thema Umweltfreundlichkeit an die Elektromarke Tesla. Die Marke Tesla verbucht in puncto Umweltimage einen Zuwachs von 5 Prozentpunkten gegenüber der Vorgängerstudie aus dem Jahr 2017. Auch die Rangfolge dahinter ändert sich nicht. Auf Rang zwei folgt Toyota vor den deutschen Premiummarken BMW und Audi, Rang fünf belegt Volkswagen vor Mercedes.

Interessante Erkenntnisse lässt die langfristige Entwicklung zu: Zwar liegt Toyota noch auf Rang zwei, ist mit einer Zustimmungsquote von 24 Prozent jedoch weit von den Höchstständen der Vergangenheit entfernt. 2011 stuften noch 40 Prozent der Befragten den japanischen Importeur als umweltfreundlich ein. BMW halten heute 22 Prozent für umweltfreundlich, es waren einmal 31 Prozent. Bei Audi lag der Top-Wert bei 28 Prozent, aktuell verzeichnet die Marke noch 18 Prozent.

Besonders dramatisch fällt der Abstieg bei VW und Mercedes aus. Die Wolfsburger stürzen von einst 45 Prozent im Jahr 2013 auf jetzt 16 Prozent ab. Dem Stuttgarter Konzern ergeht es mit einem Abfall von ehemals 29 Prozent auf jetzt 12 Prozent nicht wesentlich besser.

Insgesamt glauben übrigens 63 Prozent der befragten Autofahrer, dass kein Hersteller als umweltfreundlich anzusehen ist. Vor vier Jahren waren es sogar 69 Prozent. Besonders skeptisch sind Frauen, von denen nur 29 Prozent der Idee etwas abgewinnen können, dass es umweltfreundliche Autoproduzenten gebe. Auch unter den über 40-Jährigen ist dieser Anteil mit 33 Prozent unterdurchschnittlich ausgeprägt.

Quelle: Aral – Pressemitteilung vom 11.11.2019

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2 Antworten

  1. Warum immer nur die Diskussion über Klimawandel . Die Abkehr vom Verbrenner erhöht die Lebensqualität der Stadtbewohner immens Lärmbelästigung wird stark reduziert zusätzlich die Atemluft gesünder durch entfallene Abgase und Feinstaub . Weniger Asthma kranke Kleinkinder und alte Menschen.
    Der Schutz des Klimas und das innerstädtische Klima wird verbessert. Verbrenner geben pro Liter Kraftstoff 10kwh Wärme an die Umwelt ab und erhöhen damit im Sommer die Temperaturen in den Städten die dann wiederum Klimaanlagen für Büros Wohnungen etc erfordern und zusätzlich elektrische Energie benötigen,bei gleichzeitiger zusätzlicher Wärmeabgabe an die Luft. Durch weniger Abgase könnten mehr Bäume im den Straßen wachsen , es gäbe mehr Sauerstoff in der Luft und gleichzeitig durch Schatten mehr Kühlung.
    Alle diese positiven Auswirkungen sollten bedacht werden . Das Leben in Strassen wird ruhiger lebhafter für die Bewohner.

    1. Das ist ein wunderbarer Kommentar, der es auf den Punkt bringt. Die Menschen in den Städten (Babys, Kinder, Jugendliche, deren Eltern und Großeltern) müssen nicht mehr den Dreck einatmen, den Pendler (oft unnötig aus Bequemlichkeit und Status Symboldenken) dort durch das Berufspendeln und Shoppen absondern. Es ist nicht nur der Sprit, den Ottos verbrennen, sondern auch Motoröl mit all seinen toxischen Additiven. Und hinzu kommt, was Ove Kröger auch so treffend in seinem Statement pro EAutos schreibt: Die Leute können nachts endlich schlafen können, weil Raser nicht mehr mit ihren Klappenauspuffanlagen den Leuten ihre Nachtruhe stehlen.

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