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Ein Blick auf die Formel E – Das hat es mit der E-Rennserie auf sich

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Formell betrachtet ist „Formel E“ die kurze und umgangssprachliche Form von „FIA Formula E Championship“ – ein weiterer, ursprünglich englischer und eingedeutschter Begriff in unserer Alltagspalette. Der Name lässt uns schon erahnen, vorausgesetzt ist freilich ein Verständnis für Basics in Englisch, dass es sich um Meisterschaften handelt. Meisterschaften, die mit elektrisch betriebenen Fahrzeugen stattfinden. Das nachhaltige Pendant zu Formel Eins. That´s it.

Die erste Rennserie startete schon längst, nämlich im September 2014. Sie setzte sich aus 10 Teams zusammen. Derer 20 Fahrer sammelten sich unter anderem aus dem Pool ehemaliger Formel 1-Piloten. FIA, der wohl bekannte Veranstalter, welcher auch Formel 1 Rennen durchführt, wurde hier zum klaren Vorreiter bei der Zusammenführung von E-Mobilität und Motorrennsport. Der jährliche Zeitpunkt des Starts wurde bewusst anders gewählt: Anders als andere Rennserien beginnt die Saison erst gegen Jahresende. Der typische Formel1-Fan kann also beides in Ruhe genießen.

Doch ist das eigentlich interessant? Finden die „relevanten“ Ereignisse nicht woanders statt? Die Antwort liegt einzig im Auge des Betrachters – und seiner Wertung. Es ist, sachlich betrachtet, haargenau dasselbe wie Formel 1. Und insofern interessant. Es gibt aber weitere Eigenheiten, die das Interesse auf sich ziehen. Und zwar aus einer Gruppe, die sich bislang nicht wirklich von Motorrennsport angesprochen fühlte.

Formel E: Über Fans von Nachhaltigkeit und Motorsport

FIA möchte eine neue Zielgruppe damit ansprechen: junge, neue Zuschauer. Andere eben. Insgesamt mehr. Dazu braucht der Branchenkenner wohl einen langen Atem: Nachhaltigkeit in Sachen motorischem Rennsport. Wird es gelingen, Umweltschützer zu begeistern? Mitnichten – wer Formel 1 gerne sieht, wird auch den Blick auf Formel E werfen.

Wem Nachhaltigkeit wichtig ist, wird der Boden von Skepsis entzogen. Wer die E-Mobilität schätzt, freut sich über die Innovation, die Verbreitung des Kerngedankens. Den Ausbau in jede erdenkliche Richtung – es wird signalisiert: Es tut sich was in der Gesellschaft.

Formel E – die Unterschiede

Formel E tritt anders auf. Es kommt zum Zuschauer und nicht umgekehrt. Das bedeutet, die Rennen finden direkt in Stadtzentren statt – siehe hierzu unsere Berichte aus Berlin und Monaco. Auch wird die Promotion auf den urbanen Raum konzentriert.

Unterschiede gibt es auch im Detail. Im Qualifying Es gibt vier Gruppen mit je fünf Fahrern. Auch etwa beim Qualifying gelten etwas modifizierte Regeln im Vergleich zu Formel 1-Rennen.

Beim Rennen selber musste bisher ein Fahrzeugwechsel stattfinden. Das lag an der Kurzatmigkeit der Batterie von Williams Advanced Enginering, die keine gesamte Renndistanz überstehen konnte. Das Team in der Box stellt das Zweitfahrzeug in der Mitte des Events bereit. Beim Wechsel musste eine Mindestzeit eingehalten werden, damit der Zeitstress nicht zu nachlässigem Verhalten der Fahrer motiviert – etwa indem einer auf die Idee käme, die Zeit für das Anschnallen lieber in das eigentliche Rennen zu investieren. Sicherheit steht ganz oben.

Ab 2018 wird allerdings ein neuer Batterielieferant herangezogen, womit der Fahrzeugwechsel nicht mehr nötig sein wird. Es handelt sich dabei um einen 54 kwh-Akku, der von einem anderen Produzenten, McLaren Applied Technologies, geliefert wird.

Aufgrund anderer Bedingungen in den Städten werden die einzelnen Gruppen anders gebildet als gewohnt. Für den Zuseher ergeben sich kaum Unterschiede im Ablauf der Rennen.

Effizienz. Technologie. Fortschritt – Widersprüche in sich?

Nein. Die Auflösung der bisherigen Widersprüche ist Sinn der Sache. Formel E dient den Erzeugern von Automobilen und ihren Zulieferern als neues Spielfeld für ihre Innovation. Wo wir dabei stehen, liegt in ihrer Hand. Sie werden dadurch gefordert, ob sie wollen oder nicht. Denn wer dabei sein will, muss etwas tun. Und als Marke dabei zu sein ist eben alles.

Der Erfolg wird sichtbar: Immer mehr Unternehmen schließen sich Formel E an. Die herkömmlichen Investitionen wurden zugunsten des Kampfs gegen den Klimawandel mit sanftem Druck umgelenkt. Kurz gesagt: Der Tag wird kommen, wo die anderen nur noch dem Ruf als Stinker gerecht werden. Zumindest ist der Gedanke naheliegend.

E-Prix anstatt Grand Prix

In nur einem Tag ist der gesamte Event abgehandelt. Am Vormittag wird noch frei trainiert, um zu Mittag das Qualifying zu absolvieren. Die eigentlichen Rennen finden am Nachmittag statt. Der E-Prix wird auf Samstage festgelegt. Einzelnen Veranstaltungen verbleibt noch immer der Sonntag. Als „Special“ gelten die „Doubleheader“ in ausgewählten Städten. Sie ziehen sich über ein gesamtes Wochenende.

Wie gewohnt erhalten die zehn besten Teilnehmer Meisterschaftspunkte. Zudem wird hier die Pole-Position mit drei Zählern honoriert. Auch die Punkteverteilung gestaltet sich sonst etwas anders. Ein Fahrer kann pro Tag bis zu 29 Punkte erlangen.

Interessant ist auch das Strafen-System für die Teilnehmer: Als schlimmste Strafe muss ein Fahrer zehn lange Sekunden abwarten, ehe er irgendetwas machen darf. Es gilt ein wohl durchdachtes Regelwerk: Mehr als 6 Tage darf gemeinsam nicht geprobt werden, drei davon müssen vor Saisonbeginn stattfinden. Diese wurden bislang im Donington Park (England) und in Valencia (Spanien) organisiert. Ein „Rookie-Testtag“ darf während der Saison noch stattfinden.

Alleine darf während des Jahres an 15 Tagen geprobt werden. An den Filmtagen, die dem medialen Auftritt dienen, dürfen sich auch potentielle Fahrer selbst darin versuchen und in Vergleich setzen. Testfahrten quasi. Alle anderen Experimente von Teilnehmern sind verboten.

Was braucht der Formel E-Fahrer?

Abgesehen von den herkömmlichen Voraussetzungen muss der Teilnehmer eine sogenannte E-Lizenz aufweisen. Diese erhält er nur dann, wenn er erfolgreich am FIA Lehrgang für Sicherheit und andere Aspekte teilgenommen hat.

Außerdem braucht er 20 Punkte im Superlizenzsystem der FIA aus den vorangegangenen drei Jahren. Dazu bestehen einige andere Optionen für erfahrene Rennfahrer aus der Szene. Zusätzlich ist er direkt von der FIA als Talent einzustufen, eine legitime Art „Qualitätskontrolle“ durch den Veranstalter nach seinen Kriterien.

Schluss mit Protektion im Motorsport – Leistung muss Leistung bleiben

Für die gesamte Sache ist eine Kostenobergrenze einzuhalten. Grund dafür ist der Erhalt der Finanzierbarkeit. Der Deckel liegt bei 3,5 Millionen USD, also gut 3 Millionen Euro. Das altbekannte Formel 1 benötigt im Vergleich dazu nicht weniger als 44 Millionen. Es gibt ein striktes Verbot der Finanzierung von der TV-Vermarktung. Pro erlangten Punkt bekommt ein Team den Betrag von 3.500 €. Wer den Meistertitel erlangt wird mit 5 Millionen honoriert. Für den eigenen Antritt eines Teams sind vorab 50.000 € zu berappen.

Ab 2018 wird auch einiges für die Fahrer anders. Abgesehen von der Änderung durch den bisherig erforderlichen Fahrzeugwechsel gelten wegen der neuen Fahrzeuggeneration neue Preise. Leasing der Rennwägen ist nun nicht mehr möglich, es wird gekauft. Gefahren wird übrigens mit dem Plug In-Hybriden BMW i8 als Safety Car.Als „Medical Car“ wird sein kleiner Bruder, der BMW i3, eingesetzt. Vereinzelte Aufgaben deckt der BMW X5 xDrive40e ab.

FIA zeigt sich bei dem neuen Prestige-Event zudem kundenfreundlich. Für Fragen rund um Formel E wurde ein Service eingerichtet, welches unter  contact@e-formel.de.abgerufen werden kann.

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