Elektroautos trotz Kohlestrom deutlich umweltfreundlicher als Diesel

Symbolbild

Dass Elektroautos grundsätzlich eine bessere Ökobilanz aufweisen als Verbrenner, sollte eigentlich unbestritten sein. Denn etliche Studien kommen zu dem Schluss, dass die CO2-Bilanz eines Stromers über die gesamte Lebenszeit hinweg besser ist als die von Dieseln und Benzinern. Eine aktuelle Studie der Freien Universität Brüssel, im Auftrag der Denkfabrik Transport & Environment (T&E) entstanden, beweist nun einmal mehr: Selbst ein hoher Kohlestrom-Anteil wie etwa in Polen kann nicht daran rütteln, dass der Elektroantrieb der umweltfreundlichste ist.

Die Wissenschaftler haben in ihrer Studie den kompletten Lebenszyklus eines Elektroautos betrachtet, also auch dessen Fertigung, die energieintensive Batterieherstellung und den gesamten Energieverbrauch, und dies mit einem Dieselfahrzeug verglichen.

Das Resultat der Studie: Elektroautos verursachen in Deutschland im Schnitt 45 Prozent weniger Emissionen wie Dieselfahrzeuge. Selbst in Polen, einem Land mit hohem Kohlestromanteil, ist die Klimabilanz von Stromern um ein Viertel besser. Im EU-Schnitt kommen die Forscher auf eine CO2-Bilanz von 90 Gramm pro Kilometer, 55 Prozent weniger als ein Dieselfahrzeug und schon heute unter dem CO2-Grenzwert von 2021, den Autohersteller mit ihrer Neuwagenflotte zu diesem Zeitpunkt erfüllen müssen.

Transport & Environment

Noch besser fällt die Bilanz für Elektroautos aus, wenn der Anteil erneuerbarer Energien im Strom höher ist. In Schweden etwa, das viel Strom aus alternativen Energiequellen erzeugt, beträgt der CO2-Ausstoß eines Elektroautos über die Lebenszeit hinweg weniger als 40 Gramm je Kilometer. Selbst der sparsamste Diesel ist meilenweit davon entfernt.

Auch die Furcht vor Verknappung wichtiger Rohstoffe für die Akkuherstellung wie Kobalt oder Lithium sei unbegründet. Die Verfügbarkeit dieser wichtigen Metalle sei „in den kommenden Jahrzehnten“ nicht eingeschränkt. Außerdem würden künftige Batterie-Technologien weniger natürliche Rohstoffe erfordern.

Quelle: Heise.de – Studie: Umweltbilanz von Elektroautos ist durchwegs besser als bei Dieselfahrzeugen // Transport & Environment – Electric cars emit less CO2 over their lifetime than diesels even when powered with dirtiest electricity

2 Kommentare

  1. Wers glaubt. Die Herstellung von den Batterien ist das Haupt-Problem. Das ist alles andere als umweltfreundlich. Und nach ein paar Jahren fällt die Leistung dramatisch (laut Herstellern bis zu 40% in 5 Jahren) und sind irgendwann ganz kaputt. Dann landet, wenn die Batterien nicht deutlich billiger werden das Auto im Schrott.

    Die Gebrauchtwagenpreise dürften im letzten Lebenszyklus ziemlich klein sein. Wer hat dann nach 7-8 Jahren Lust bei einem Auto mit 1000 Euro Restwert 10000 Euro für Batterien mit Einbau zu zahlen?

    Aber das ist ja gewollt. Die Wirtschaft soll laufen. Und die Diesel halten viel zu lange.

    Aber hört mir doch mit der Umwelt auf. Um die geht es doch gar nicht.

    Merke: Jesdes nicht gebaute Auto ist ein Plus für die Umwelt. Und nicht Wegwerf-Autos…

    1. „….Und nach ein paar Jahren fällt die Leistung dramatisch (laut Herstellern bis zu 40% in 5 Jahren) “
      welche Hersteller ? In Norwegen fahren noch viele Teslas und Leafs herum , die bereits 5 Jahre alt sind. Ausserdem gibt es Verwendungszwecke für ausgediente Elektroautobatterien, wie z. B. Stromspeicherung.
      10 000 Euro für eine Batterie ? Ich habe gelesen , dass die Batterie für den geplanten Sion (aus München) 4000 EUR kosten soll. Ausserdem wird der Preis für Batterien aufgrund technologischer Entwicklung stetig nach unten gehen. Übrigens, die Preise für gebrauchte TESLA S sind noch ganz schön hoch. Ich kann mir jedoch vorstellen, dass die Gebrauchtpreise für Dieselfahrzeuge demnächst ganz schön fallen werden. Es gilt, nach vorne vorauszuschauen, nicht zurück.

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