Dieser spartanische Elektro-SUV ist ein genialer Lastesel

Bollinger

Malt ein kleines Kind ein Auto, schaut es mit hoher Wahrscheinlichkeit genau so aus: ein rechteckiges Brett, zwei Räder darunter, und eine simple Kabine obendrauf. Und genauso kommt auch der Prototyp des Elektro-Geländewagens B1 des jungen Start-ups Bollinger Motors aus den USA daher. Hier folgt die Form eindeutig der Funktion, was allerdings einige spannende Features ermöglicht.

Den Antrieb des Elektro-SUV übernehmen zwei jeweils an den Achsen angebrachte Elektromotoren, die ihre insgesamt 360 PS und 640 Newtonmeter Drehmoment an alle vier Räder liefern. Damit soll der kantige Kraftprotz, trotz der Aerodynamik eines Kleiderschranks, in nur 4,5 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigen. Laut Hersteller liegt die Höchstgeschwindigkeit bei 204 km/h.

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Zwei Akkus stehen zur Auswahl: Einer mit 60 kWh für bis zu 190 Kilometer Reichweite oder einer mit 100 kWh für bis zu 320 Kilometer. Die Ladezeit beträgt sieben Stunden für den kleinen und zwölf Stunden für den großen Akku. Für die 100-kWh-Version soll auf Wunsch auch ein Schnelllade-System erhältlich sein.

Der Bollinger B1 ist nicht nur flott, er kann auch als tragefreudiger Lastesel verwendet werden. Wohl einzigartig ist die Fähigkeit, lange Ladungsstücke wie etwa Rohre oder Holzlatten und -balken über einen offenen Mitteltunnel von der Front bis zum Heck durchladen zu können. Bis zu 2,7 Tonnen Anhängelast soll der B1 ziehen können. Damit er das auch tatsächlich schafft, testet Bollinger den Wagen derzeit ausgiebig in Utah und Colorado.

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Die Bodenfreiheit von 39 Zentimetern soll Ausflüge in unwegsames Gelände ermöglichen. Für diesen Einsatzzweck ist der auf maximale Funktionalität getrimmte Elektro-SUV mit Geländereifen im Format 285/70-17 und einem Federweg von knapp 25 Zentimetern ausgestattet.

In Sachen Ausstattung zeigt sich der Bollinger B1 spartanisch. Außer vier Leder-Einzelsitzen und den nötigsten Instrumenten ist so gut wie gar nichts an Bord. Infotainment, Airbags, Sicherheits- und Fahrassistenten sucht man vergeblich. Deshalb, und Aufgrund seiner einfachen Konstruktion, kann der Wagen allerdings extrem schnell hergestellt werden. Ein Chassis, ein paar rechtwinklige Bleche, ein wenig Technik, und fertig.

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Die Produktion soll 2018 starten. Ein Preis ist bislang noch nicht bekannt. Auch ob und in welche Länder exportiert wird, steht noch nicht fest. Wer total scharf auf den B1 ist, kann ihn für 1000 Dollar Anzahlung bereits reservieren.

Quelle: Vision Mobility – Bollinger B1: Hardcore-Elektro-Offroader // Website Bollinger Motors

2 Kommentare

  1. Irgendwie fast schon schockierend, dass das erste Elektroauto, das bei mir als einigermaßen familientauglich durchgeht ein Offroader ist. Aber der ist der erste der genug Platz bei einer (fast) akzeptablen Reichweite bietet.
    Und er ist weniger hässlich wie die Fahrzeugen der Großserienhersteller… 😉

  2. Dieser braucht eine 60 KWh Batterie und läuft im Winter keine 100 Km weit. Da kaufts Du besser einen Toyota Aigo der braucht nur 3 Liter Benzin und ist folglich noch sauberer als jeder Hybrid. Oekologisch und oekonomisch die bessere Lösung.

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