Gegen den Strom – Warum Toyota nicht auf E-Autos setzt…

Toyota

Ecomento.tv hat mich mit dem Artikel “Warum Toyota (noch) kein reines Batterie-Elektroauto baut” auf einen aktuellen Beitrag im Spiegel aufmerksam gemacht. Dort wird einen Blick auf “Toyotas Zukunftsstrategie – Gegen den Strom” geworfen und von Dirk Breuer, Toyota Sprecher Deutschland kommentiert.

Es ist interessant zu lesen, dass ein Unternehmen wie Toyota sich total gegen Elektroautos stellt, obwohl Mitbewerber deutlich anzeigen, wo ihrer Meinung nach die Entwicklung hingeht. Klar hatte Toyota mit dem Hybridauto Prius, welches 1997 zum ersten Mal erschien und ab 2000 in Europa angeboten wurde, schon einmal gezeigt, dass es sich lohnt gegen den Strom zu Schwimmen. Zunächst gab es vom Mitbewerb nur wenig Aufmerksamkeit und dennoch muss man anerkennen, dass das Unternehmen am Prius festhielt und bis heute insgesamt mehr als neun Millionen Hybridautos am Markt abgesetzt hat.

Dennoch bin ich der Meinung, dass Elektroautos die Zukunft sind. Studien von Mercedes und VW, neue Fahrzeuge von BMW, Renault, Kia oder Hyundai sowie zumindest noch derzeit allen voran geben eine klare Marschrichtung vor. Gerade wenn fast eine ganze Branche diesen Weg einschlägt bin ich der Meinung, dass die Fahrzeuge in der Zukunft kostengünstiger produziert und damit auch billiger am Markt abgesetzt werden können. Gemeinsame Kooperationen, enge Zusammenarbeit mit Lieferanten sowie der Aufbau eigener Akku-Produktionsstätten legen eine gute Grundlage dafür.

Aktuell steckt Toyota die größten Anstrengungen in die Weiterentwicklung des eigenen Hybrid-Antriebs, mit welchem sie bereits in der Vergangenheit bewiesen haben. Parallel dazu wird die Entwicklung des Brennstoffzellenantriebs vorangetrieben. Für eine dritte Entwicklung, in diesem Fall der reine Elektroantrieb bleibt keine Zeit und kein Geld über.

“Wir fahren eine zweigleisige Strategie. Für die Kurzstrecke das Hybridauto mit Batterie und für die Langstrecke setzen wir langfristig auf die Brennstoffzelle” – Dirk Breuer, Toyota Sprecher Deutschland

Bei Interesse und ein wenig Zeit empfehle ich den ganzen Artikel direkt beim Spiegel zu lesen, auch die Kommentare darunter darf man sich ruhig zu Gemüte führen. Was hältst du von Toyotas Strategie?

3 Kommentare

  1. “… dass ein Unternehmen wie Toyota sich total gegen Elektroautos stellt …”
    Ich halte das für ein großes Missverständnis. Sowohl der Toyota Mirai mit Wasserstoff-Brennstoffzelle, als auch die gesamte Hybrid-Palette von Toyota sind ja bereits – zumindest zum Teil – Elektroautos. Toyota setzt also sehr wohl auf die Entwicklung elektrischer Antriebstechnik, insbesondere der dafür notwendigen Halbleiter, aber auch der Steuerungselektronik und -software, und hat hier enormes Know-How und Potential.
    Es geht also nicht um Elektroautos “ja oder nein”, sondern um die Wahl des richtigen Energiespeichers. Und hier haben sie eben die strategische Entscheidung getroffen, nicht in die Entwicklung von Batterietechnik zu investieren, weil sie (vermutlich zu Recht) denken, dass der Nachteil langer Batterieladezeiten auch nach vielen weiteren Entwicklungsjahren nicht in den Griff zu bekommen sein wird. Statt dessen sieht Toyota die Zukunft im Wasserstoff als Energiespeicher, da dieser genauso einfach und schnell wie heute Benzin oder Diesel getankt werden kann, und dabei auch große Energiemengen und Reichweiten kein Problem darstellen. Die Vergrößerung eines Wasserstofftanks für größere Reichweiten ist eine vergleichsweise kleine Übung und auch kein großer Kostenfaktor, daher sind auch Wasserstoff-Busse und Wasserstoff-LKW in Planung.
    Sowohl Wasserstoff als auch Batterien sind chemische Energiespeicher für Elektroautos. Was sich in 15 Jahren durchsetzen wird, wird sich zeigen. Sollten sich Batterien doch gegenüber Brennstoffzellen durchsetzen, wird es für Toyota ein Leichtes sein, wieder auf Batterien umzustellen. Sie müssten dann allerdings Batterien zukaufen, wollen sie keine eigene Fertigung aufziehen.

  2. Ich bin der Meinung, dass der Zug ‘Elektromobilität’ lange abgefahren ist und ordentlich an Fahrt gewinnen wird. Elon Musk hat ihn mit ‘Tesla’ auf den Weg gebracht, China, VW et al. werden den Teslawagon aber sehr bald abkoppeln…
    Solange Infrastruktur und Akkureichweiten aber hinten und vorne noch nicht stimmen und schon eine Fahrt über 600 km ein gruseliges Abenteuer werden kann , ist für mich ein E-Auto ein reines Nischenfahrzeug für Leute mit zu viel Geld und/oder die Gruppe derer, die ihre Autos nur in ihrem unmittelbaren Umfeld bewegen. Für das Nutzungsprofil des ‘Autonormalos’, der mit seinem Auto auch mal Oma besucht, die 500 km entfernt wohnt oder der auch schon mal über 1000 km Auslands-Urlaubsreisen macht, ist das reine E-Auto aus meiner Sicht eine absolute Lachnummer- die Videos dazu können wir in YouTube zu Dutzenden anschauen, mit dem Ergebnis, dass wir anschließend wegen anhaltenden Kopfschüttelns die Hilfe eines Orthopäden und/oder Physiotherapeuten in Anspruch nehmen müssen . Den Begriff ‘Klimaschutz’ in Zusammenhang mit E-Mobilität zu bringen, erscheint mir im Moment noch ziemlich hohl und verlogen- ich muss das bezüglich Akkuproduktion und ~Entsorgung sowie Aufladung der Akkus nicht weiter ausführen.
    Die nächste Akkugeneration kann meine Einschätzung sofort obsolet machen- Akkus mit dreifacher Energiedichte und ‘alles ist gut’.
    Viele Statistiken sprechen davon, dass wir im Alltag keine 50 km mit unseren Autos fahren. Damit sind wir bei DER (Übergangs)-Lösung schlechthin- dem Plug-in-Hybrid. Hier giebt es gute Ansätze, aber m. E. mehr auch noch nicht. 50 km rein elektrisch? Das entspricht unserem durchschnittlichen Fahrverhalten, richtig. Aber diese Zahl ist wie alle von der Autoindustrie genannten Zahlen eine böse Lüge. Ein paar mal ordentlich beschleunigt, niedrige Außentemperatur und die Heizung an, schon reicht’s nur noch für 20 km. Warum keine ‘echten’ 80 oder 100 km? Mit einer aktivierten hohen Rekuperstionsstufe könnten entsprechende Autos relativ viel Strom in den Akku pusten…
    So oder so- die automobile Zukunft bleibt spannend.

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