Japan: Mehr Ladepunkte, schnellere Ladezeiten

Japan: Mehr Ladepunkte, schnellere Ladezeiten
Copyright:

Tokyo Visionary Room / Shutterstock.com

Sebastian Henßler
Sebastian Henßler
  —  Lesedauer 2 min

Japan hat seine Vision für die Zukunft der Elektromobilität klar definiert. Die Regierung hat kürzlich ihre Absicht bekundet, das Ausbauziel für die Ladeinfrastruktur für Elektroautos bis 2030 zu verdoppeln. Dieser Schritt zeigt das Engagement des Landes, die Elektromobilität voranzutreiben und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern.

Laut einem Bericht der japanischen Tageszeitung „Yomiuri Shimbun“ plant die Regierung, die Anzahl der Ladepunkte von 150.000 auf 300.000 zu erhöhen. Zum Vergleich: Derzeit verfügt Japan über etwa 30.000 Ladepunkte für Elektroautos Das Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie hat bereits einen Entwurf für diese Ladeinfrastruktur-Initiative vorgelegt, der derzeit von einem Expertengremium geprüft wird. Ein endgültiger Beschluss steht jedoch noch aus. Der Schwerpunkt des Plans liegt auf dem Ausbau zusätzlicher Ladestationen, insbesondere an strategischen Standorten wie Autobahnraststätten, lokalen Rastplätzen, bekannt als „Michi-no-Eki“, und gewerblichen Einrichtungen.

Die Entscheidung, die Ladeinfrastruktur zu erweitern, wurde maßgeblich durch die Erwartung beeinflusst, dass führende japanische Automobilhersteller, darunter Großkonzerne wie Toyota, den Verkauf von Elektroautos im Inland steigern werden. Aber es geht nicht nur um Quantität. Die Regierung legt auch Wert auf Qualität. Ein zentrales Anliegen sei die Reduzierung der Ladezeiten. Aktuelle Daten zeigen, dass etwa 60 Prozent der Schnelllader in Japan eine Leistung von weniger als 50 kW haben. Daher zielt der Plan darauf ab, die durchschnittliche Leistung dieser Schnelllader von 40 kW auf 90 kW zu erhöhen. Um dies zu erreichen, plant die Regierung, Subventionen für den Ausbau von Schnellladestationen bereitzustellen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt des Plans betrifft die Abrechnung von Ladevorgängen. In Japan basieren die Tarife derzeit hauptsächlich auf der Ladedauer. Die Regierung möchte jedoch bis Ende des Haushaltsjahres 2025 ein System einführen, bei dem die Abrechnung auf der tatsächlich geladenen Strommenge basiert. Dies wäre ein fairerer Ansatz und könnte dazu beitragen, das Vertrauen der Verbraucher in die Elektromobilität zu stärken.

In Bezug auf den Fahrzeugverkauf hat Japan angekündigt, den Verkauf von Verbrennerfahrzeugen ab 2035 zu verbieten, ähnlich wie in der EU. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass elektrifizierte Fahrzeuge, also auch Hybridfahrzeuge, weiterhin erlaubt sein werden. Hybridautos sind in Japan bereits sehr beliebt und machen einen erheblichen Anteil am Gesamtabsatz aus.

Quelle: Electrive.net – Japans Regierung strebt 300.000 Ladepunkte bis 2030 an

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Sebastian Henßler

Sebastian Henßler

Sebastian Henßler hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere alternative Antriebe werden betrachtet.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Elektroauto laden

MiSpeL: Bundesnetzagentur baut Hürden für V2G wieder ab

MiSpeL: Bundesnetzagentur baut Hürden für V2G wieder ab

Daniel Krenzer  —  

Nach einiger Kritik überarbeitet die Bundesnetzagentur MiSpeL. Für bidirektionales Laden und Vehicle-to-Grid sollen wichtige Hürden fallen.

Vattenfall meldet Rekordauslastung beim Schnellladen

Vattenfall meldet Rekordauslastung beim Schnellladen

Daniel Krenzer  —  

Vattenfall InCharge meldet eine stark steigende Nutzung seiner Ladeinfrastruktur für Elektroautos. Besonders Schnelllader legen deutlich zu.

Depotcharge: Wie Speditionen ihr eigenes Ladenetz aufbauen

Depotcharge: Wie Speditionen ihr eigenes Ladenetz aufbauen

Sebastian Henßler  —  

Depotcharge macht freie Ladepunkte in Lkw-Depots für andere nutzbar. Gründer Julius Wilhelm erklärt, wie das Netzwerk aus rund 250 Standorten funktioniert.

BYD und Eon starten smartes Laden mit Bonus

BYD und Eon starten smartes Laden mit Bonus

Daniel Krenzer  —  

BYD und Eon starten in Deutschland ein gemeinsames Angebot für intelligentes Laden. E-Auto-Fahrer sollen damit Geld sparen können.

Bundesnetzagentur korrigiert Smart-Meter-Zahlen von 2025

Bundesnetzagentur korrigiert Smart-Meter-Zahlen von 2025

Sebastian Henßler  —  

Die Zahlen zum 31. Dezember 2025 waren wegen Mehrfachzählungen fehlerhaft und wurden korrigiert. Die Quoten der laufenden Aufsichtsverfahren bleiben unberührt.

Autoindustrie warnt: Neue Regeln könnten Bidi-Laden ausbremsen

Autoindustrie warnt: Neue Regeln könnten Bidi-Laden ausbremsen

Daniel Krenzer  —  

Auto- und Energiewirtschaft kritisieren die geplanten MiSpeL-Regeln der Bundesnetzagentur. Zusätzliche Zähler und Vorgaben könnten demnach V2G ausbremsen.

Ladepark Zusmarshausen: Warum das E-Auto überzeugt

Ladepark Zusmarshausen: Warum das E-Auto überzeugt

Daniel Krenzer  —  

Der Ladepark Zusmarshausen bietet 76 Ladepunkte, Gastronomie und weitere Angebote. Nutzer berichten von Vorteilen, aber auch Verbesserungsbedarf.