Hohe Energiepreise drücken Margen des Mustang Mach-E

Hohe Energiepreise drücken Margen des Mustang Mach-E
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Ford of Europe GmbH

Iris Martinz
Iris Martinz
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Fords erstes vollelektrische Auto, der Mustang Mach-E SUV, verkauft sich weltweit wie warme Semmeln. Vor allem auch in den USA, dem Mutterland des Verbrenner-Mustangs. Trotz des vergleichsweise niedrigen Anfangspreises bei der Vorstellung Ende 2020 wollte man mit dem Mach-E bald Gewinne schreiben. Inzwischen haben die gestiegenen Energiekosten diesen Gewinn jedoch zunichte gemacht, wie Fords CFO John Lawler bei der Deutsche Bank Global Automotive Conference am Mittwoch erklärte. Trotz Preiserhöhung von bis zu 8.000 Euro.

Nicht nur der Mach-E, auch andere Plug-in-Hybrid-Modelle wären aktuell für das Unternehmen unrentabel, erklärte Lawler. Man habe aber einige Kostenreduktionspotentiale identifiziert. Die Fahrzeuge würden während der laufenden Produktion überarbeitet werden, um die Margen zu erhöhen. Aktuell koste der Mach-E noch über 20.000 Euro mehr als ein vergleichbares Verbrenner-SUV. „Wir arbeiten daran, für alle unsere batteriebetriebenen Fahrzeuge wieder einen positiven Deckungsbeitrag zu erzielen„, betont Lawler.

Ford hatte erste Anfang des Jahres die Produktion der vollelektrischen und Hybrid-Modelle in eine eigene Gesellschaft ausgelagert. Aktuell läuft die Produktion des vollelektrischen F-150 Lightning Pick-ups an, der sich vor allem in Amerika bestens verkauft. Kein Wunder, Pick-ups sind der Amerikaner liebste Modelle und der F-150 Lightning wird unter anderem auch damit beworben, über bidirektionales Laden auch bei Stromausfall ein Haus bis zu drei Tage lang versorgen zu können. Ein echtes Verkaufsargument im labilen amerikanischen Stromnetz. Insgesamt nimmt Ford für die „Ford Model e“ genannte Elektro-Sparte 45 Milliarden Euro in die Hand, bis 2026 will man jährlich 2 Millionen elektrisch angetriebene Fahrzeuge bauen. Aktuell hätte man aber angesichts der steigenden Inflation und höherer Zinsen mit vermehrten Zahlungsausfällen bei Finanzierungen zu kämpfen.

Zudem macht der Mach-E Probleme: der insgesamt bereits vierte Rückruf könnten die Margen erneut empfindlich kürzen. Allein in Amerika müssen fast 50.000 Mach-E zurück in die Werkstatt, weil beim Schnellladen oder langanhaltenden Gas geben die Hauptkontakte der Batterie überhitzen könnten. Das Auto verliert dann massiv an Leistung oder springt gleich gar nicht an. Zuvor mussten bereits Windschutzscheibe und Panoramadach wegen fehlerhafter Verklebungen verbessert werden, auch der Ersatz-Funkschlüssel muss ersetzt werden.

Quellen: finance.yahoo.com – Ford’s Mustang Mach-E Profit Wiped Out by Commodity Costs

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Iris Martinz

Iris Martinz

Iris Martinz ist Unternehmens- und E-Mobilitätsberaterin in Österreich, mit langjähriger Erfahrung im Recycling und Second Life von E-Mobilitätsbatterien. Fährt sowohl rein elektrisch, als auch V8, und möchte die beiden Welten etwas näher zusammenbringen. Nachzulesen unter www.mustangsontour.com.

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