Fords E-Autos müssen liefern: E-Sparte in eigenes Unternehmen ausgegliedert

Fords E-Autos müssen liefern: E-Sparte in eigenes Unternehmen ausgegliedert
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Ford

Iris Martinz
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Wettbewerb im eigenen Haus: Ford lagert sein Geschäft in zwei eigenständige Bereiche aus, einen für klassische Verbrennungsmotoren („Ford Blue“), einen für Elektrofahrzeuge („Ford Model e“). Damit soll nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit der einzelnen Technologien gestärkt, sondern auch die Geschwindigkeit bei der Produktentwicklung und der Volumenproduktion erhöht werden. Ziel bei „Ford Blue“ ist die Stärkung der Rentabilität durch Kostenreduktion, Vereinfachung von Abläufen und Qualitätsverbesserung. Bei „Model e“ liegt der Fokus hingegen auf Innovationen und der Entwicklung zukunftsweisender Elektrofahrzeuge in großen Volumina. Auch die Softwareentwicklung ist für den E-Geschäftsbereich ein Thema.

Der „Ford+“ genannte Plan sieht vor, dass beide Bereiche als eigenständige Unternehmen operieren, also im unternehmensinternen Wettbewerb stehen. Hinzu kommt noch der Bereich „Ford Pro“, unter dem die Nutzfahrzeuge aller Antriebsarten firmieren. Relevante Technologien und Best Practice werden aber weiterhin geteilt, um Skaleneffekte zu nutzen und betriebliche Abläufe zu verbessern. Bereits 2023 werden die drei Unternehmen eigenständige Geschäftsergebnisse ausweisen. Die Elektrosparte soll 2030 bereits die Hälfte des weltweiten Volumens ausmachen, 2 Millionen E-Fahrzeuge sind bis 2026 geplant.

Es ist nicht das erste Mal, dass Ford die Zukunft neu erdacht und seinen eigenen Weg eingeschlagen hat„, erklärt Ford Executive Chair Bill Ford. Vielmehr wolle man die aufregende neue Ära vernetzter und elektrischer Fahrzeuge anführen, um den Kunden weiterhin das Beste von Ford zu bieten und der Klimakrise entgegenzutreten. Der Ford+-Plan wurde bereits vergangenen Mai von Jim Farley, Präsident und CEO der Ford Motor Company, vorgestellt und als „größte Chance des Unternehmens für Wachstum und Wertschöpfung, seit Henry Ford die Produktion des Model T skalierte“ bezeichnet.

Ford hat die E-Branche in kürzester Zeit aufgeräumt. Die Verkaufszahlen des Pick-ups F-150 Lightning und des SUV Mach-E übersteigen alle Erwartungen. „Ein Team aus weltbesten Software-, Elektro- und Automobiltalenten sorgt dafür, wirklich unglaubliche Elektrofahrzeuge und digitale Services für eine neue Generation von Ford-Kunden zu schaffen,“ schwärmt Farley. Es soll Schlüsseltechnologien wie EV-Plattformen, Batterien, E-Motoren, Wechselrichter, Lade- und Recyclingtechnologien sowie Softwareplattformen selbst entwickeln. Ein neues Kauf- und Nutzererlebnis durch einfache, intuitive E-Commerce-Plattformen, transparente Preise und personalisierten Kundensupport soll neue Kundenschichten ansprechen. Die Wichtigkeit der Sparte wird durch den Umstand betont, dass CEO Farley auch als Präsident der Ford Model e-Einheit fungieren wird. Bewährte und globale Konstruktions-, Einkaufs-, Fertigungs-, Fahrzeugtest- und Entwicklungskapazitäten wird die Ford Blue Einheit beisteuern.

Mit dieser Strategie strebt Ford für 2022 11,5 bis 12,5 Milliarden US-Dollar (ca. 10,4 – 11,3 Milliarden Euro) an bereinigtem EBIT an. Das entspräche einer Marge von 8 Prozent. Bis 2026 soll diese auf 10 Prozent steigen. 2022 werden für die Elektrosparte 5 Milliarden US-Dollar (ca. 4,5 Milliarden Euro) ausgegeben (Direktinvestitionen, Kapitalkosten, Ausgaben). Das entspricht einer Verdopplung gegenüber 2021. Bis 2050 will der Konzern CO2-neutral sein.

Quelle: media.ford.com – Pressemitteilung vom 02. März 2022

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Iris Martinz

Iris Martinz

Iris Martinz ist Unternehmens- und E-Mobilitätsberaterin in Österreich, mit langjähriger Erfahrung im Recycling und Second Life von E-Mobilitätsbatterien. Fährt sowohl rein elektrisch, als auch V8, und möchte die beiden Welten etwas näher zusammenbringen. Nachzulesen unter www.mustangsontour.com.

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