Detroiter Parkhaus wird Reallabor für automatisiertes Parken und Laden

Detroiter Parkhaus wird Reallabor für automatisiertes Parken und Laden
Copyright:

Ford

Michael Neißendorfer
Michael Neißendorfer
  —  Lesedauer 4 min

Der Bundesstaat Michigan arbeitet mit dem Autohersteller Ford, dem Immobilienunternehmen Bedrock und dem Zulieferer Bosch zusammen, um das erste reale Testgelände seiner Art für innovative Park- und Parkhaustechnologien zu starten – das Detroit Smart Parking Lab, kurz DSPL. Das Labor wird im September eröffnet und soll es Mobilitäts- und Smart Infrastructure-Pionieren sowie Immobilieninnovatoren und Startups ermöglichen, parkplatzbezogene Mobilitäts-, Logistik- und Ladetechnologien für Elektroautos zu testen. Unter der Leitung des Autovermieters Enterprise ist zudem geplant, nahtlosere und effizientere Rückgabeprozesse von Mietwagen zu erproben.

Michigan ist weiterhin führend bei der Entwicklung, Erprobung und Bereitstellung von Lösungen, die die Zukunft der Mobilität vorantreiben werden – dazu gehören auch Lösungen fürs Parken“, sagt die Gouverneurin des US-Bundesstaats, Gretchen Whitmer. „Innovative Kooperationen wie das Detroit Smart Parking Lab werden Mobilität zugänglicher und erschwinglicher machen. Und sie schaffen gleichzeitig ein Umfeld, in dem Technologie- und Mobilitätsunternehmen in Michigan gedeihen und wachsen können.“ Whitmer gab die einzigartige Zusammenarbeit Anfang August bei den Management Briefing Seminars bekannt, die veranstaltet werden vom Center for Automotive Research in Traverse City, Michigan.

Kooperationen sind für die Zukunft der Mobilität unerlässlich“, sagt Paul Thomas, beim Zulieferer Bosch Executive Vice President Americas für Mobility Solutions. „Mit dem Detroit Smart Parking Lab haben wir einen breiten Querschnitt an Teilnehmern – von hochrangigen Politikern bis hin zu Mobilitäts- und Technologieunternehmen –, die uns in die Lage versetzen werden, Innovationen durch Kooperationen schneller auf den Markt zu bringen.“

Detroit Smart Parking Lab
Ford

Das DSPL baut auf der erfolgreichen Demonstration des automatisierten Parkservices unter der Leitung von Ford, Bedrock und Bosch im August 2020 auf. Damals stellten die drei Unternehmen eine automatisierte Parktechnologie vor, mit der ein Fahrzeug von alleine einen freien Parkplatz finden und dort dann einparken konnte. „Parallel liegende Parkplätze oder das Finden von freien Stellplätzen in belebten und engen Umgebungen gehören zu den besonders stressigen Fahrsituationen, weshalb Ford stark in Innovationen wie unsere parallele Einparkhilfe investiert hat“, sagt Craig Stephens, Director Controls & Automated Systems, Ford Research and Advanced Engineering. „Das Detroit Smart Parking Lab wird uns helfen, mit anderen Innovatoren an noch besseren Lösungen zu arbeiten, um das Parken deutlich zu erleichtern.“

Um andere Innovatoren anzuregen, fortschrittliche Parktechnologien zu erforschen, hat die Michigan Economic Development Corporation (MEDC) in Partnerschaft mit dem Office of Future Mobility and Electrification (OFME) das Michigan Mobility Funding Program ins Leben gerufen. Es dafür gedacht, dass sich Unternehmen Finanzmittel sichern können, um Mobilitätslösungen fürs Parken innerhalb und um das Parkhaus zu entwickeln und zu testen.

Unternehmen aus dem Bereichen Immobilien und Automobil sowie die Regierung arbeiten bei diesem Projekt Hand in Hand. Das ermöglicht es uns, Detroits Position als Motor City nicht nur aufrechtzuerhalten, sondern die Stadt als das sich entwickelnde Technologiezentrum des Mittleren Westens zu präsentieren“, sagt Heather Wilberger, Chief Information Officer bei Bedrock. „Die Suche nach Parkplätzen in städtischen Umgebungen kann bis zu 30 Prozent des Fahrzeugverkehrs und der Emissionen ausmachen. Als größter Immobilienentwickler der Stadt ermöglichen uns diese Kooperationen und Programme, fortschrittliche Parktechnologien zu entwickeln, zu testen und zu implementieren, um die Parkplatzsuchzeit und die Emissionen zu reduzieren.

Automatisierte Technologien auch für Autovermieter

Der Autovermieter Enterprise wird im Rahmen des DSPL testen, wie die automatisierte Parkservice-Technologie auf einen möglichst schnellen Turnaround-Prozess angewendet werden kann, bei dem Mietfahrzeuge zurückgegeben und dann über Reinigung und Betankung bzw. Aufladung bei Elektroautos, Wartung und Bereitstellung für zukünftige Vermietungen wieder fit gemacht werden. Das erste Projekt des Smart Parking Labs untersucht, wie automatisierte Technologien – insbesondere automatisierte Parkservice- und E-Auto-Ladetechnologien – dazu beitragen können, die betriebliche Effizienz in diesem Prozess zu steigern. Das Projekt soll die technische, betriebliche und finanzielle Machbarkeit solcher Technologien im Rahmen von Mietwagenprozessen untersuchen.

Die offene Innovationsplattform in diesem intelligenten Parklabor soll Unternehmen aus dem Bereich der Mobilität mehrere Möglichkeiten bieten, die Einrichtung unabhängig zu nutzen, mit Gründungsmitgliedern an einem bestimmten Projekt zusammenzuarbeiten oder sich für Förderprojekte zu bewerben. Der Betrieb des Parklabors wird vom American Center for Mobility (ACM) verwaltet, einer gemeinnützigen Einrichtung, die sich aus Regierungs-, Industrie- und akademischen Organisationen zusammensetzt, welche sich auf die Mobilitätswende konzentrieren und fortschrittliche und wissenschaftliche Forschung, Tests, Standards und Bildungsprogramme unterstützen.

Quelle: Ford – Pressemitteilung vom 05.08.2021

worthy pixel img

Dir gefällt Elektroauto-News?

Mache uns zu deiner bevorzugten Quelle bei Google. Dadurch werden dir unsere neuesten Artikel und Testberichte in deiner Google-Suche häufiger angezeigt.

Google Preferred Badge - Elektroauto-News
Kostenlos & jederzeit in deinen Google-Einstellungen änderbar.
Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer

Michael Neißendorfer ist E-Mobility-Journalist und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über Stromnetze, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Artikel teilen:

Wird geladen...

Weiteres in Automobilindustrie

T&E-Chef Bock: Krise der deutschen Autoindustrie ist hausgemacht

T&E-Chef Bock: Krise der deutschen Autoindustrie ist hausgemacht

Tobias Stahl  —  

Nicht die Belegschaft und auch nicht die EU-Vorgaben sind Schuld an der Misere der europäischen Autoindustrie, meint T&E-Chef Bock – sondern die Chefetagen.

Schaeffler kappt E-Auto-Ziele nach US-Förderstopp

Schaeffler kappt E-Auto-Ziele nach US-Förderstopp

Sebastian Henßler  —  

Schaeffler senkt seine Umsatzziele bis 2028 deutlich, weil der Wegfall der E-Auto-Förderung in den USA das Geschäft rund um Vitesco stärker bremst als erwartet.

Batterieabhängigkeit kostet Europa bis 150 Milliarden Euro

Batterieabhängigkeit kostet Europa bis 150 Milliarden Euro

Sebastian Henßler  —  

Eine neue Deloitte-Studie zeigt, dass Europas Automobilindustrie bis 2030 bis zu 150 Milliarden Euro an Wertschöpfung verlieren könnte.

Hankooks Reifen der Zukunft: luftlos, farbig, abbaubar

Hankooks Reifen der Zukunft: luftlos, farbig, abbaubar

Sebastian Henßler  —  

Luftlos, transparent, biologisch abbaubar: Hankooks Konzeptreifen bricht mit allen Konventionen. Was heute schon geht und was fehlt, bis er serienreif ist.

Automobilindustrie vor Tabubruch: Müssen deutsche Werke bald China-Autos bauen?

Automobilindustrie vor Tabubruch: Müssen deutsche Werke bald China-Autos bauen?

Daniel Krenzer  —  

VDA-Präsidentin Hildegard Müller warnt vor gefährdeten Werken in Deutschland. Kooperationen mit chinesischen Herstellern könnten helfen, Jobs zu sichern.

Bosch-Betriebsrat fordert Taskforce für Autoindustrie

Bosch-Betriebsrat fordert Taskforce für Autoindustrie

Sebastian Henßler  —  

Nach den Protesten bei Mercedes-Benz fordert Bosch eine Taskforce. Auch beim Volkswagen-Konzern sollen laut IG Metall Beschäftigtenaktionen folgen.

Krankenstand bei Automobilzulieferern auf Rekordniveau

Krankenstand bei Automobilzulieferern auf Rekordniveau

Daniel Krenzer  —  

Bei Automobilzulieferern steigt der Krankenstand laut AOK auf 8,94 Prozent. Besonders psychische Fehlzeiten nehmen demnach zu.