Spanien nimmt größten Elektrolyseur für grünen Wasserstoff Europas in Betrieb

Spanien nimmt größten Elektrolyseur für grünen Wasserstoff Europas in Betrieb

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Der spanische Energiekonzern Iberdrola hat vor wenigen Wochen den europaweit größten Elektrolyseur für grünen Wasserstoff in Betrieb genommen. Die Anlage in Puertollano, etwa auf halber Strecke zwischen Madrid und Sevilla, hat eine Kapazität von 20 Megawatt und liegt direkt neben der Düngemittelfabrik Fertiberia, um einen Teil von deren Energiebedarf zu decken.

Die gut 150 Millionen Euro teure Anlage ist in der Lage, pro Jahr 3000 Tonnen grünen Wasserstoff zu produzieren. Dies vermeidet gut 48.000 Tonnen CO2-Emissionen jährlich – ungefähr so viel wie etwa 22.000 deutsche Haushalte im Jahr ausstoßen.

Das besondere an der Anlage ist, dass dort kein einziger Mensch vor Ort arbeitet. Gesteuert wird sie 400 Kilometer entfernt in Castellón an der Mittelmeerküste. Betreten werden dürfte die Produktionshalle aus Sicherheitsgründen ohnehin nur dann, wenn die Elektrolyseure gerade nicht in Betrieb sind. Spanien will in den kommenden Jahren verstärkt auf grünen Wasserstoff setzen, um von Energie-Importen und fossilen Brennstoffen unabhängig zu werden. Außerdem will das Land grünen Wasserstoff in den Rest Europas exportieren – vier Gigawatt an Kapazität will Spaniens Regierung bis 2030 installieren, ein Zehntel der 40 Gigawatt, welche die EU als Ziel ausgegeben hat.

Ein Vorteil für Spanien im Süden Europas ist Sonne und Wind im Überfluss, was im Endeffekt dafür sorgen könnte, dass es für einen Abnehmer wie Deutschland billiger wäre, saubere Energie aus Spanien zu importieren, als sie selbst herzustellen. Außerdem dürfte es für Deutschland schwer werden, seinen Wasserstoff-Bedarf aus alleiniger Produktion zu decken. Um Importe käme Deutschland also ohnehin nur schlecht umhin.

Allerdings benötigt Spanien den grünen Wasserstoff zunächst vor allem noch für sich. Denn allein die Düngemittelfabrik Fertiberia braucht Unmengen an Strom. Selbst die Kapazität der neuen Wasserstoff-Elektrolyseure von 20 Megawatt reicht gerade mal für zehn Prozent des Energiebedarfs der Düngemittelfabrik. Deshalb sind die nächsten Ausbaustufen bereits in Planung: Bis 2027 will der Energieversorger Iberdrola für gut 1,8 Milliarden Euro die Produktion von grünem Wasserstoff auf 40.000 Tonnen bzw. gut 270 Megawatt mehr als verzehnfachen.

Der Strom für den Elektrolyseur stammt von einer nur wenige Kilometer entfernten Photovoltaik-Anlage, die eine installierte Kapazität von 100 Megawatt und somit noch „Luft nach oben“ hat für die Produktion von grünem Wasserstoff. Den Zwischenschritt über Wasserstoff, anstatt die Energie der PV-Anlage direkt zu nutzen, nehmen Iberdrola und Fertiberia, um von der Sonne unabhängig zu sein und eine gleichbleibende Versorgung der Düngemittelfabrik sicherstellen zu können. Mit dem Wasserstoff, der in den mehr als 23 Meter hohen Lagertanks gespeichert ist, kann Fertiberia zwei Tage lang autark versorgt werden.

Quelle: Handelsblatt – Hier geht die größte Produktion Europas für grünen Wasserstoff in Betrieb

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Die Düngerfabrik braucht den Wasserstoff nicht primär für die Energieversorgung, sondern um ihn chemisch zu Ammoniak weiterzuverarbeiten. Bisher wurde der benötigte Wasserstoff aus Erdgas hergestellt.
Wie im Artikel gesagt, ist das erst ein kleiner Pilot, 90% folgen umgehend.

Aus Mobilitäts-Sicht würden die Produktion des 20MW-Elektrolyseurs für die Versorgung von etwa 500 LKW oder etwa 15’000 PKW reichen.

Lieber Jacob, bitte bitte bitte nicht schon wider das Thema PKW und Wasserstoff
Danke Danke Danke

Bei mir in der Nähe soll in den nächsten 1-2 Jahren auch ein Elektrolyseur installiert werden um lokalen EE Überschuss zu nutzen.
Versorgt werden sollen ansässige Industrieunternehmen, eine noch zu errichtenden H2-Buslienie und die Gebäudeheizung der Verbandsgemeinde.

Zwar nur mit 1 MW Leistung aber trotzdem ein spannendes Projekt.

Last edited 3 Monate zuvor by brainDotExe

Die gut 150 Millionen Euro teure Anlage ist in der Lage, pro Jahr 3000 Tonnen grünen Wasserstoff zu produzieren.

150.000.000 Euro Investition
/ 3.000.000 kg H2 pro Jahr
/ 25 Jahre Laufzeit
= 2 Euro pro kg H2 – wenn es den Ökostrom kostenlos gibt und keine Personalkosten anfallen

Kosten für 100 km in einem E-Auto (BEV = 22 kWh und FCEV = 1kg H2):

A) Bei knapp 5-facher Verteuerung auf dem Weg bis zur H2-Tankstelle wären es dann 9,50 Euro.

B) Große PV- und Windkraftanlagen ca. 0,04 Euro pro kWh x 22 kWh x 5-fache Verteuerung = 4,40 Euro.

Wasserstoff für die Industrie ist ok und auch als Speicher für den Überschuss-Ökostrom, wenn die Akkupacks in den Fahrzeugen und Gebäuden schon vollgeladen sind, aber nicht für den Betrieb von FCEV.

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