Startschuss für „Airbus der Batterien“ Pilotanlage in Südfrankreich

Copyright Abbildung(en): Saft

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron und Deutschlands Forschungsministerin Anja Karliczek haben den offiziellen Startschuss die Batteriezellen-Pilotfertigung in einer Fabrik des Herstellers Saft im südwestfranzösischen Nersac gegeben. Während des Besuchs der hochrangigen Politiker im Saft-Werk Nersac in der Nähe von Angoulême in der Region Nouvelle-Aquitaine kündigte Total über seine Tochtergesellschaft Saft und PSA mit Opel an, ihr Know-how für die Entwicklung der Zellproduktion für Elektroautobatterien in Frankreich zu bündeln.

Zu diesem Zweck beabsichtigen die Partner, ein Joint Venture mit dem Namen Automotive Cell Company (ACC) zu gründen. ACC wird ein 50:50-Joint-Venture zwischen Saft und der Groupe PSA / Opel für die Pilotproduktionslinie sein. Während der kommerziellen Produktionsphase soll Safts Anteil an ACC auf 33 Prozent sinken.

Das Projekt soll die neuesten Forschungs- und Entwicklungsergebnisse, insbesondere von Saft, nutzen, um ab 2023 Elektroautobatterien herzustellen. Die verwendete Technologie soll sowohl hinsichtlich Reichweite als auch Ladezeit ein Höchstmaß an Energieeffizienz und eine geringere CO2-Bilanz bieten als der Wettbewerb, und in Europa neue Maßstäbe setzen.

Die erste Phase des Projekts konzentriert sich auf Forschung und Entwicklung, einschließlich des Baus einer Pilotanlage auf dem Gelände des Saft-Werks in Nersac. Die Anlage, in die 200 Millionen Euro investiert werden, soll Mitte 2021 in Betrieb gehen. Das Projekt will in der französischen Region Nouvelle-Aquitaine rund 200 hochqualifizierte Mitarbeiter für die Entwicklung, Qualifizierung und kommerzielle Skalierung neuer Hochleistungs-Lithium-Ionen-Batterien gewinnen.

Diese erste Phase wird die Investitionsentscheidung für eine Großproduktionsanlage (zunächst 8 GWh, später 24 GWh) in Douvrin in der Region Nord-Hauts-de-France auslösen, gefolgt von einer zweiten mit gleicher Kapazität in Deutschland, bei Opel in Kaiserslautern. Die geplante Kapazität entspricht einer jährlichen Produktion von einer Million Batterien oder zehn bis 15 Prozent des europäischen Marktes. Letztendlich werden fast fünf Milliarden Euro benötigt, um dieses ehrgeizige Programm abzuschließen, welches Macron als „Airbus der Batterien“ bezeichnet.

Total und die Groupe PSA würdigen die Unterstützung der französischen, deutschen und europäischen Behörden für das Projekt, für dessen Entwicklung im Rahmen der von der EU genehmigten Initiative „Wichtige Projekte von gemeinsamem europäischem Interesse“ (IPCEI) öffentliche Mittel in Höhe von fast 1,3 Milliarden Euro veranschlagt werden.

„2015 hat sich Total das Ziel gesetzt, ein verantwortungsvoller Energiekonzern zu werden. Vor diesem Hintergrund haben wir im Jahr 2016 Saft erworben, einen großen Batteriehersteller, vor allem um Energiespeicher zu entwickeln, die das Wachstum von erneuerbaren Energien wie Sonne und Wind unterstützen. Die rasant wachsende Entwicklung der Elektromobilität bietet Total über Saft eine weitere Chance für Wachstum und Engagement in einer dekarbonisierten Wirtschaft. Mit der Unterstützung der französischen, deutschen und europäischen Behörden werden wir gemeinsam mit unserem Partner Groupe PSA unser bestes Fachwissen und unsere besten Technologien einsetzen, um eine wettbewerbsfähige europäische Batterieindustrie zu schaffen.“ — Patrick Pouyanné, Chairman und Chief Executive Officer von Total

Carlos Tavares, Vorsitzender des Vorstands der PSA-Gruppe, fügte hinzu, es sei das Ziel des Autoherstellers, „den Bürgern Mobilitätsoptionen anzubieten, die sauber, sicher und erschwinglich sind“. Er zeigte sich „überzeugt, dass dieses Projekt mit unserem Partner Total / Saft einen Benchmark-Player in Europa für die Entwicklung und Produktion von Batteriezellen für Elektroautos schaffen wird.“

Die Europäische Union hat sich im Jahr 2019 ehrgeizige und verbindliche Ziele gesetzt, um den Absatz von Elektroautos rasch zu erhöhen. Schätzungen zufolge wird der europäische Markt für Autobatterien im Jahr 2030 rund 400 GWh oder das 15-fache des aktuellen Bedarfs erreichen, was mehr als sieben Millionen Elektroautos entspricht. Die europäischen Autohersteller müssen daher ihre Strategien für die Batterieversorgung entsprechend planen, da Batterien aktuell mehr als ein Drittel der Wertschöpfung eines Elektroautos ausmachen.

Quelle: Saft — Pressemitteilung vom 30.01.2020

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2 Antworten

  1. Tja, wenn auch Macron im Spiel ist, wird wohl bald ein A 380 mit Batterie in den Himmel steigen……
    Sie wollen auch das Know How von PSA in die Entwicklung einbinden. Dann geht’s noch lange die haben noch gar keines. Hatten bis jetzt nicht einmal reine E Autos und der Mief war von Mitsubishi.
    Sorry Stephan, die Batterien würden im E Auto ein Drittel der Wertschöpfung ausmachen.
    Die Wertschöpfung ist der Gewinn den der Hersteller mit einem Auto macht. Für Batterien der ersten E Autos lag der Preis zwischen 10 und 20 T.
    Habe ich das falsch verstanden? Die wenigsten werden 20 T am E Auto verdienen.

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