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Webasto: „Es war richtig, massiv in die E-Mobilität zu investieren“

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Für den Automobilzulieferer Webasto war 2021 ein durchwachsenes Jahr. Trotz erschwerter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen erreichte das Unternehmen mit seinem Umsatz Vorkrisenniveau, hielt an seinem Transformationskurs fest und baute seine Geschäftsfelder mit Batterien, Ladelösungen und elektrischen Heizsystemen erheblich aus. „Mit einer Verdopplung des Umsatzes in diesem Bereich und gut gefüllten Auftragsbüchern sind wir dem Ziel, die Elektromobilität zum zweiten starken Standbein von Webasto zu machen, einen sehr großen Schritt nähergekommen. Spätestens 2025 planen wir, die Umsatzmarke von einer Milliarde Euro zu erreichen“, sagte Dr. Holger Engelmann, Vorstandsvorsitzender der Webasto SE, anlässlich des Jahrespressegesprächs 2022.

Der Umsatz der Webasto Gruppe stieg demnach 2021 im Vergleich zum Vorjahr um 12,2 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro. Das Wachstum lag damit deutlich über dem des Marktes von 3,2 Prozent. Die positive Entwicklung ist vor allem auf höhere Umsätze im Kerngeschäft zurückzuführen. Mit Dächern erzielte Webasto im vergangenen Jahr einen Umsatz von 3,1 Milliarden Euro (83 Prozent), mit kraftstoffbetriebenen Heiz- und Kühlsystemen 485 Millionen Euro (13 Prozent) und mit Lösungen für die Elektromobilität 155 Millionen Euro (4 Prozent). Mit Blick auf die weltweite Verteilung gab es von 2020 auf 2021 eine Verschiebung: Während sich der Umsatz in den Regionen Americas und Europa klar erhöhte, sank er in Asien leicht. Grund dafür war ein im Vergleich zum Vorjahr schwächeres Geschäft in China, dem größten Einzelmarkt von Webasto. Das führte zu folgender prozentualen Veränderung: Asien -7 Prozentpunkte auf 42 Prozent, Europa +2 Prozentpunkte auf 36 Prozent und Americas +5 Prozentpunkte auf 22 Prozent.

Ein positives Ergebnis konnte Engelmann in diesem Jahr nicht präsentieren. 2021 lag die Umsatzrendite von Webasto bei -3,9 Prozent (2020: -2,1 Prozent). „Der anhaltenden Pandemie, Halbleiterengpässen und explodierenden Materialkosten haben wir uns im vergangenen Jahr noch erfolgreich entgegengestemmt, und auch weitere Zukunftsinvestitionen waren einkalkuliert. Aber ein einzelnes, äußerst herausforderndes, technologisch innovatives Großprojekt mit großer strategischer Bedeutung für die Region Americas hat dazu geführt, dass wir erneut ein negatives Ergebnis verkraften mussten“, erklärte Engelmann.

Wie geplant, hat Webasto sowohl seine Ausgaben für Forschung und Entwicklung als auch seine Investitionen 2021 im Vergleich zum Vorjahr wieder deutlich angehoben. Die R&D-Aufwendungen summierten sich auf 315 Millionen Euro (+17,6 Prozent) und flossen zu einem Großteil in die Vorbereitung von Projektanläufen mit Dach- und Batteriesystemen in Europa und Asien sowie Ladelösungen in der Region Americas. Auch die Investitionen standen im vergangenen Jahr überwiegend im Zusammenhang mit einer erhöhten Nachfrage nach Webasto Produkten. So investierte das Unternehmen 281 Millionen Euro (+45 Prozent) in den Ausbau von Kapazitäten unter anderem in den USA, Japan und Südkorea.

Aufgrund der guten Auftragslage und vorhandener Wachstumspotenziale in Kerngeschäft und Elektromobilität baute Webasto 2021 zudem seine Belegschaft weiter auf. „Um mit kompetenten Teams anstehende großvolumige Projekte stemmen zu können, haben wir mehr als 1500 neue Mitarbeitende an Bord geholt. Auch das war eine wichtige Investition in die Zukunft“, so Engelmann. Die Anzahl der Beschäftigten bei Webasto stieg im vergangenen Jahr um elf Prozent. Der Aufbau fand vor allem in den USA, Mexiko, Osteuropa und Südkorea statt.

Kostendruck steigt: Maßnahmen zur nachhaltigen Zukunftssicherung

Mit dem Ukraine-Krieg und seinen Auswirkungen auf die Automobilindustrie ist das Krisenmanagement auch für Webasto in diesem Jahr noch anspruchsvoller geworden als in den beiden Jahren zuvor. „Viele Mitarbeitende sind in Task-Force-Runden eingebunden und suchen täglich nach Lösungen für die Realisierung von Kundenprojekten unter den erschwerten Bedingungen. Das ist nicht nur finanziell für unsere Organisation sehr belastend“, erläutert der Vorstandsvorsitzende.

Das Unternehmensergebnis im ersten Quartal 2022 spiegelt die Herausforderungen für Webasto wider: Zwar stieg der Umsatz des Unternehmens im Vergleich zum Vorjahresquartal um 5,4 Prozent, aber das Ebit lag weiterhin im negativen Bereich. „Zur Sicherung unseres Ergebnisses 2022 und der künftigen Entwicklung von Webasto intensivieren wir unser Kostenmanagement, sind in langfristig orientierten Gesprächen mit unseren Kunden und Lieferanten und stellen unsere Investitionspläne auf den Prüfstand“, betont Engelmann.

Elektromobilität wird zweites großes Standbein

Sehr positiv entwickelt sich das Geschäft von Webasto mit Lösungen für die Elektromobilität, aktuell insbesondere das mit Batteriesystemen. Seit 2019 produziert das Unternehmen Batterien für Nutzfahrzeuge in Deutschland, 2021 folgte der Einstieg in den Pkw-Markt in Asien. Anfang dieses Jahres erhielt Webasto zwei neue Pkw-Aufträge von einem deutschen und einem südkoreanischen Automobilhersteller mit einem Volumen von insgesamt mehr als einer Milliarde Euro. Damit überstieg der Auftragseingang von Webasto im Bereich E-Mobilität in den ersten drei Monaten 2022 erstmals den des Kerngeschäfts mit Dachsystemen und kraftstoffbetriebenen Heiz- und Kühllösungen.

Der Anteil der Systeme für die E-Mobilität machte mit rund fünf Milliarden Euro Ende März 2022 rund 20 Prozent des Auftragsbestands der Unternehmensgruppe aus. Engelmann betont: „Die Zahlen zeigen: Webasto hat sich im Elektromobilitäts-Markt erfolgreich etabliert und beste Perspektiven. Es war richtig, massiv in diesen Bereich zu investieren. Unsere Doppelstrategie geht auf. Konzentriert werden wir den eingeschlagenen Transformations- und Wachstumskurs weiter fortsetzen.“

Quelle: Webasto – Pressemitteilung vom 17.05.2022

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