E-Mobilität im Baltikum 2021 – Stand der Dinge

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Im November 2021 gab es 4.341 reine Elektroautos und 2.972 PHEV in Litauen. Das teilte das litauische Ministerium für Verkehr und Kommunikation mit. Der Absatz von Elektroautos der Volkswagengruppe hat sich nach Angaben des Unternehmens im Verlauf des letzten Jahres vervierfacht und betrug Ende November 2021 234 E-Autos. Der Anteil von E-Autos an allen registrierten PKWs beträgt aber landesweit lediglich 0,3%.

Vidas Starkus, Leiter der Flottenwartung bei Inter Cars Lietuva, sagte im Gespräch mit dem Onlinemedium 15min.lt, dass das positive Feedback seiner Kunden zu den Elektroautos nichts Besonderes mehr darstellt, sondern immer mehr zum Geschäftsalltag geworden ist. Gerade im Bereich von gewerblich genutzten E-Fahrzeugen gibt es in Litauen viel Potenzial. Die staatliche Förderung betrug 2020 insgesamt 1,5 Millionen Euro. Bei den Lieferdiensten, die während der Pandemie auch in Litauen kräftig gewachsen sind, werden Modelle wie der Nissan E-NV200 immer beliebter. Ein Vorteil ist natürlich, dass litauische Städte und Ortschaften relativ klein sind und die täglich gefahrenen Strecken durchschnittlich unter 100 Kilometern liegen, wodurch es nicht zu Problemen mit der Reichweite kommt, da die Autos nachts aufgeladen werden können.

In Lettland war das letzte Jahr für E-Autos mit einem Wachstum von 75 % im Vergleich zum Vorjahr sehr erfolgreich. Nach den Statistiken zum 01.01.2022 gibt es einen E-Autobestand von 2,174 Fahrzeugen. Ein Jahr zuvor lag ihre Anzahl bei 1.240 Stück. Mit 475 verkauften Fahrzeugen war BMW bei weitem das beliebteste E-Auto in Lettland 2021. Mit einem relativ großen Abstand verkauften sich 314 Stromer der Marken der Volkswagengruppe. Knapp dahinter mit 292 Autos belegte Nissan den dritten Platz. Erst auf dem vierten Platz landete in Lettland Tesla mit 241 Autos.

Die lettischen E-Autofahrer können auf 139 Schnellladestationen im ganzen Land zurückgreifen, die zentral über die Verkehrs- und Straßendirektion betrieben werden.
Ähnlich wie in Litauen spielen auch in Lettland die Gewerbetreibenden aber auch die staatlichen Institutionen bei der Anschaffung von E-Autos eine wichtige Rolle. Nicht unerheblich für die Vorbildfunktion sind hierbei die lettischen Hochschulen. Die Universität von Daugavpils nutzt schon seit sieben Jahren vier E-Autos. In sieben Jahren haben diese Uni-E-Autos rund 150.000 Kilometer zurückgelegt. Vorteilhaft für das Budget der Hochschule sind die niedrigen Kosten, die sich bei einer Fahrt von 120 Kilometer Länge auf gerade einmal 3,4 Euro belaufen.

Estland gehört ebenso wie viele Staaten der Region zu jenen Neuwagenmärkten, die weniger stark von Privatkunden als von Leasingfirmen und von Gewerbetreibenden bestimmt werden. Der estnische Verband der Autoverkaufs- und Serviceunternehmen teilte mit, dass die Neuwagenverkäufe 2021 um mehr als 19% gegenüber dem Vorjahr zugenommen haben. Insgesamt wurden 2021 22.336 Neuwagen in Estland registriert. Davon waren 487 Elektroautos. Die estnischen Experten zeigen sich leicht enttäuscht über dieses Ergebnis, da sie davon ausgegangen waren, dass in Estland 2021 weit über 500 E-Autos verkauft worden waren. Für das Jahr 2022 wird von einem E-Autoabsatz von 750 Stück ausgegangen. Dies würde bedeuten, dass E-Autos dann 3-4 % aller in Estland registrierten PKWs ausmachen würden.


Aleksandra Fedorska ist polnisch-deutsche Politologin und Publizistin. Sie arbeitet als Korrespondentin für polnische und deutsche Medien in den Fachbereichen Energiepolitik und E-Mobilität. Fedorska lebt und arbeitet im schleswig-holsteinischen Jagel und in der polnischen Stadt Poznań.

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Nicht gerade berauschend für Tesla, hier machen andere das Geschäft.

Ja wenn wir jetzt auf Staaten zurückgreifen, die eine Einwohnerzahl wie die einzelnen neuen Bundesländer im Osten haben, ist das ja sehr Richtungsführend. Das da Großkonzerne nicht den Schwerpunkt darauf legen ist verständlich. „ die Zahl der Elektroautos in Brandenburg hat sich durch den Verkauf weiterer 100 Fahrzeuge um 167% erhöht“. In Kleinkleckersdorf wurde das erste Elektroauto gekauft. 1000% Erhöhung und mehr.

Hallo Zusammen ich wohne seit 20 Jahren in Lettland und bin relativ viel unterwegs mit dem Auto! Nachdem ich 5 Jahre einen Toyota Auris Sport Wagon Hybrid gefahren bin, habe ich seit 2 Jahren einen Hyundai Kona 64KW Elektro!
Lettland ist das Land der alten Autos aus Europa oder der großen schwarzen gefährlichen SUV! Natürlich ist nicht das Auto schuld sondern die Fahrer und die sind einfach sehr kriminell unterwegs! Nun mit dem Elektroauto in Lettland ist überhaupt kein Problem, Ladesäulen gibt es gut verteilt im Land genug und normal lade ich zu Hause an meiner Lade Box!
Da wir lange und öfters auch sehr kalte Winter haben, ist die Angst groß das man mit dem Elektroauto zu wenig Reichweite haben könnte !
Bei einem Durchschnittslohn von 1000 Euro im Monat ist es sehr schwer ein neues Auto zu kaufen!

Elektroautos werden schlecht gemacht, als Occasion sowieso, auf Grund des Akkus, der wird immer verglichen mit einem Telefon Akku! Telefon Akkus halten immer schlechter und das weiß hier jeder!

Mein Auto fährt im Winter und im Sommer gleich viele Kilometer, im Jahr ungefähr 15000!
Im Winter habe ich eine Reichweite von ca 330 Km mit einer 90% Ladung und im Sommer ca 420Km! 100% Lade ich nur in Ausnahmefällen, wenn ich zu Beispiel in den Osten fahren will!
Was ein weiteres sehr großes Problem ist, Service, schon bei einem OTTO Motor entweder im Hinterhof ohne irgendwelche Garantie oder in den großen Werkstätten in Riga zu einem Preis wo man Wohnungen einen Monat mieten kann!
Für Elektroautos ist das ein größeres Problem, denn wir haben Starkstrom und dafür musst du eine Ausbildung haben!
Diese Ausbildung gibt es in den Baltischen Staaten nicht und deshalb kaufen die die es sich leisten können Autos von den Marken mit Vertretungen in Riga damit der Service und die Garantie gewährt ist!
Somit ist Tesla im Nachteil da es keinen Service oder Händler in den Baltischen Staaten gibt!

Stand Heute in Lettland 2016 Elektroautos und 158 Schnelllader!

Mein Elektroauto ist Billiger als es der Hybrid war und noch viel Billiger als ein rein Otto Motor betriebenes Auto!
Staatliche Förderung gibt es erst in diesem Jahr also haben wir den vollen Kaufpreis auf unsere Autos bezahlt!
Ich persönlich werde auch noch ein zweites Elektroauto kaufen für meine Frau!

Mit rund 19 Euro Cent pro Kilowatt Strom und meiner 11 KW großen Sonnen Anlage ist mein Auto richtig grün!

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