Tesla will Wasserverbrauch der Giga Berlin massiv reduziert haben

Tesla will Wasserverbrauch der Giga Berlin massiv reduziert haben

Copyright Abbildung(en): Markus Mainka / Shutterstock.com

Der Wasserverbrauch von Teslas deutscher Gigafactory in Grünheide bei Berlin ist eines der kontroversesten Themen des Projekts. Umweltverbände und Anwohner befürchten, dass das Wasser in der Region knapp werden könnte, sobald Tesla mit der Produktion von Elektroautos und den dazugehörigen Akkus startet. Diese berechtigten Befürchtungen könnte Tesla nun entkräften.

Dem Tagesspiegel zufolge soll die Giga Berlin deutlich weniger Wasser verbrauchen als ursprünglich geplant. War zu Projektbeginn Ende 2019 noch die Rede davon, dass Tesla allein für die Autoproduktion mit einem Jahresverbrauch von 3,3 Millionen Kubikmetern rechnet, korrigierte der Elektroauto-Primus seine Kalkulation nun auf nur noch 1,42 Millionen Kubikmeter, wie dem aktualisierten Tesla-Antrag im laufenden Hauptgenehmigungsverfahren für die erste Ausbaustufe zu entnehmen sei. Das wäre weniger als die Hälfte, und das für Autoproduktion plus die zwischenzeitlich hinzugekommene Produktion von Elektroauto-Akkus.

Die Einsparungen seien durch Verbesserungen diverser Produktionstechnologien möglich geworden, sowohl auf Fahrzeug- als auch Akkuseite. Die Batterien etwa will Tesla in Grünheide in einem neuartigen „Trockenverfahren“ herstellen und zum Teil direkt in die Karosserie integrieren. Bislang waren Batteriefabriken für ihren enormen Wasserverbrauch bekannt. Dies könnte sich nun ändern.

Tesla hat in Grünheide großes vor: eine halbe Million Elektroautos pro Jahr sollen dort vom Band laufen und den europäischen Markt bedienen, zudem soll die auf dem Gelände gelegene Batteriefabrik die weltweit größte ihrer Art sein. Zum Vergleich: Tesla hatte insgesamt in seinen bislang drei Fabriken im Jahr 2020 nur knapp mehr als 500.000 Fahrzeuge produziert.

Den Wasserverbrauch für die Giga Berlin in Höhe von 1,42 Millionen Kubikmetern hatte sich Tesla bereits im Jahr 2020 gesichert und entsprechende Verträge mit dem örtlichen Wasserversorger Strausberg-Erkner (WSE) abgeschlossen. Ende 2021 will Tesla mit der E-Auto-Produktion in Grünheide beginnen, zunächst rollt dort der kompakte SUV Model Y vom Band

Quelle: Tagesspiegel – Pressemitteilung vom 01.06.2021

Über den Autor

Michael ist freier Autor und hat stets das große Ganze im Blick: Darum schreibt er nicht nur über E-Autos, sondern auch andere Arten fossilfreier Mobilität sowie über erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit im Allgemeinen.

Newsletter

Erhalte jeden Montag, Mittwoch und Freitag aktuelle Themen wie „Tesla will Wasserverbrauch der Giga Berlin massiv reduziert haben“ sowie die neusten Informationen aus der Welt der Elektromobilität kostenfrei direkt ins eigene Postfach. Kuratiert aus einer Vielzahl von Webseiten und Blogs.
Ja, ich möchte den gratis E-Mail-Newsletter von Elektroauto-News.net abonnieren. Die Datenschutzerklärung habe ich gelesen. Die Einwilligung zum Versand des Newsletters kann jederzeit widerrufen werden. Hierzu reicht es auf den Abmeldelink zu klicken, welcher sich in jedem Newsletter befindet.

Fakten & MeinungenDiskutiere mit der E-Community

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
14 Comments
Oldest
Newest Most Voted
Inline Feedbacks
View all comments

na das wird ja spannend jetzt

vlt hat TESLA auch erkannt dass das Bescheißen in D so gewollt ist. Gute Daten angeben und wenns schlechter wird… ja mei…passiert halt

wäre schade wenn es so kommt…hoffen wir das Beste

es bleibt spannend

Es wrid eine ganze Weile dauern, bis die Fabrik wirklich auf 500.000 Stück pro Jahr kommt. D.h. es könnte noch im laufenden Prozeß reduziert werden, wenn das wirklich nötig ist.

Keine Ahnung, was Tesla genau für den Kubikmeter Wasser und Abwasser zahlt. Aber bei der Menge sollte sich eine eigene Wasseraufbereitungsanlage schon auszahlen. Für viele Anwendungen werden sie ja kein Trinkwasser benötigen. Aber alles auf einmal geht halt auch nicht.

Selbstverständlich ist eine eigene Aufbereitungsanlage geplant, die können die ungeklärten Abwässer nicht einfach so ableiten, weder in den Boden noch in die Kanalisation.

Aus ecomento.de, Fragen zum Wasserverbrauch, bereits in 2019:
Maximilian Fichtner, Direktor am Helmholtz-Institut für elektrochemische Energiespeicherung in Ulm, erklärte im Gespräch mit dem Tagesspiegel, dass für das Lithium einer Batterie mit einer Kapazität von 64 Kilowattstunden (kWh) 3840 Liter Wasser verdunstet werden. Das entspreche dem Wasserverbrauch bei der Produktion von 250 Gramm Rindfleisch, 10 Avocados, 30 Tassen Kaffee oder einer halben Jeans.

Worüber wird hier eigentlich gesprochen?

Für wasserintensive Produktionsprozesse wird es sicherlich noch viel mehr Verbrauchsangaben geben, als nur die an die Prangerstellung von Tesla und Batterieproduktion.

Die ganze Region weit um Stuttgart ist Wassermangelgebiet, welches keinen Produktionsbetrieb je davon abgehalten hat ausgerechnet dort irgendetwas herzustellen.
Das Wasser muss aufwändig über hunderte von Kilometern herbeigeschafft werden, damit dort überhaupt etwas wächst und gedeiht.

Rindfleisch, Avocados, Kaffee und Baumwollprodukte sind viel schädlicher als Batterien.

Eben, darum habe ich mit einer Veganerin und zwei Vegetariern in der Familie im Gegensatz zu kompletten Fleischesser-Familien auch immer ein gutes Gefühl, wenn ich ab und zu mal ein Steak – vom Metger!!! – esse 🙂

„Kann man das essen oder ist das vegan?“

Es gibt unterschiedliche Zahlen zum Wasserverbrauch z. B. bei der Fleischproduktion. Teilweise wird auch die Regenmenge benutzt die auf die Weide fällt, versickert oder verdunstet. Ein Mastbulle braucht etwa 10-40 Liter pro Tag bei einer Schlachtleistung von etwa 800g/Tag. Das reine Tier braucht also nur etwa 10 Liter für das 250g Steak.

Ein großer Teil kommt dann durch Verarbeitung, Transport und Verzehr hinzu.

Wir müssen uns ernsthaft Gedanken machen, wohin unser ungebremster Konsum hinführt. Haben wir in der Stillstandsphase von Corona wirklich irgendeine Änderung durchgemacht oder stappfen wir wieder die bequemen alten Pfade weiter ?

Wenn von Wasserverbrauch gesprochen wird, dann denken die meisten Leute immer, dass ja das Wasser dann weg wäre. Aber es ist ja letztendlich auch nur ein Durchfluss. Das Wasser was „verbraucht“ wird, muss letztendlich nur gereinigt werden und steht dann wieder zur Verfügung. Natürlich muss bei einem höheren Wasserverbrauch mehr gereinigt werden, aber eigentlich wäre es dann besser von „erhöhtem Wasserreinigungsbedarf“ und „zusätzlichem Investitionsbedarf in Reinigungsanlagen“ zu sprechen als von „Wasserverbrauch“.

Die Gegner der Fabrik werden sich was neues finden um dagegen zu sein. Umweltschutz ist wichtig, keine Frage aber dieser Standort wird zum Modernsten gehören was in Deutschland zu finden sein wird. Es werden dadurch mehr Firmen kommen und auch Forschung stattfinden. Am Ende entstehen auch wichtige und hochwertige Industriearbeitsplätze. Wie sagte Schröder einmal: Wir können nicht davon leben, dass wir ins gegenseitig die Haare schneiden.

Schon merkwürdig das Tesla mit vorab Baugenehmigungen den Backs bis heute hochziehen konnte, ohne offensichtlich ernsthaft nachweisen zu können, wie die Produktlinien dort produzieren. Tesla will in der Öffentlichkeit als „nachhaltig“ akzeptiert werden, dann muss Tesla dies auch unter Beweis stellen. Allgemein sollten wir uns von einer „Lichtgestalt“, wer immer es ist, nicht blenden lassen. Auch ein Elon Mask ist kein Messias !
Und zweitens mussen sich die Gnehmigungsbehörden die Frage gefallen lassen, ob es heute noch zeitgemäß ist, für einen multinationalen Konzern mit Vorabgenehmigungen den Eingriff in Natur und Umwelt zuzulassen. Leider sehe ich dies auch auf kommunaler Ebene nur zu oft.

Tesla baut in Grünheide die modernste Auto Trick des Planeten wenn es nach Ihren Umweltrichtlinien ging, dürften andere OEMs gar nicht mehr produzierenzim im Kessel von Stuttgart zum Beispiel – was würde wohl dort passieren, wenn irgendetwas „giftiges in Gasform“ austritt.
Es war von Anfang an klar dass in Grünheide eine Autofabrik entstehen wird (BMW wollte ja auch, hat sich dann aber für Leipzig entschieden) – und wenn das zugelassen ist, gehe ich als Normalbürger davon aus, dass man sich als Bundesland / Landkreis/ Ort vorher über die Prozesse und möglichen Umweltkonsequenzen im Klaren gewesen sein muß.
Demnach ist es nur peinlich, wenn sich ein Bau nun fast über zwei Jahre hinzieht und immer noch keine endgültige Genehmigung auf dem Tisch liegt.
Schilda lässt grüßen

Diese News könnten dich auch interessieren:

GM wird Investitionen in E-Mobilität und Autonomes Fahren auf 35 Mrd. USD erhöhen
Gerüchte um Tesla Supercharger V4 mit 350 kW Ladeleistung
Kia bietet Uber-Fahrern Elektroautos zu Sonderkonditionen an
14
0
Would love your thoughts, please comment.x
()
x

Deine Anmeldung zum Newsletter:
Ein letzter Schritt fehlt noch.

Vielen Dank für deine Anmeldung zum Newsletter von Elektroauto-News. Du erhältst in Kürze eine E-Mail, in der sich ein Link zur Freischaltung deiner E-Mail-Adresse befindet. Erst durch die Bestätigung des Links dürfen wir deine E-Mail-Adresse zum Versand unseres Newsletter freischalten (Double-Opt-In).