Nico Muench, Webasto: „Volumenhochlaufkurve der Batterie mit der des iPhones vergleichbar“

Copyright Abbildung(en): Webasto

Im gemeinsamen Gespräch mit Nico Münch, Director Business Development (Battery Systems) bei der Webasto Group, habe ich mich gut dreißig Minuten mit ihm über aktuelle Entwicklungen am PKW- und Nutzfahrzeugmarkt unterhalten. Hierbei standen vor allem die Aktivitäten der Webasto Group im Fokus, welche sich im Jahr 2016 entschlossen haben die E-Mobilität als eines der damaligen Wachstumsfelder zu besetzen und Fuß zu fassen. Mit dem Bereich Battery & Charging hat man einen weiteren Kernbereich – die anderen beiden sind Roof-Systems, Heating & Cooling – ins eigene Unternehmen aufgenommen, welcher maßgeblich zum Geschäftserfolg beitragen soll.

Wer Webasto kennt, der weiß, dass dieser ein deutscher Automobilzulieferer, im Familienbesitz ist. Die Zentrale liegt im Ortsteil Stockdorf der oberbayerischen Gemeinde Gauting bei München. Von dort aus agiert das Unternehmen weltweit. Blickt darüber hinaus auf zig Produktionsstätten, welche gerade beim Ausbau der E-Mobilität eine entscheidende Position einnehmen werden, wie uns Nico im Gespräch zu verstehen gab. Aktuell zählt Webasto zu den weltweit 100 größten Zulieferern der Automobilindustrie. Die Gruppe hat 2019 einen Umsatz von 3,7 Mrd. Euro erwirtschaftet und beschäftigt weltweit knapp 15.000 Mitarbeiter.

Der Bereich Battery & Charging brachte es hierbei 2018 auf 19 Millionen Euro Anteil, 2019 auf bereits 43 Millionen Euro, das große Wachstum sei aber vor allem 2021 und den folgenden Jahren zu erwarten. Wie es sich auch schon im vergangenen Jahr abgezeichnet hat. Nico gab hierzu zu verstehen, dass die Anlaufphase ein wenig länger sind, da eben erst erste Verträge unterzeichnet, als auch dann in die eigentliche Serie überführt werden müssen. Auf diesem Gebiet habe man schon entsprechende Fortschritte erzielt und blicke auch positiv in die Zukunft. Der Verweis auf die bauma 2022 – die weltweit bedeutendste Fachmesse der Baumaschinen- und Bergbaumaschinenbranche – lässt vermuten, dass wir im kommenden Jahr noch mehr von Webasto zu hören bekommen.

Denn die eigene Batterie-Strategie ist bei Webasto zweigeteilt. Zu einem fokussiert man sich auf sogenannte Individual-Lösungen für Automobilhersteller. Sprich, gemeinsam mit Webasto entwickeln die OEMs individuelle Akku-Lösungen, welche dann perfekt in das jeweilige Fahrzeug passen. Darüber hinaus verfolgt man mit gleichem Engagement auch den Bereich der Standard-Batteriesysteme, welche modular zum Einsatz kommen können. Diese sind vor allem im Nutzfahrzeugbereich gefragt, da es hier nicht auf die Ausnutzung des letzten Zentimeter Platzes ankommt. Vielmehr gehe es hier darum die Kosten geringer zu halten, was durch ein „Standard-System“ leichter zu erreichen ist, als durch Individual-Lösungen, wie Nico auszuführen weiß.

Des Weiteren zeigt er uns auf, warum Webasto sich entschieden hat, darauf zu verzichten direkt bei der Batteriezelle einzusteigen. Stattdessen konzentriere man sich auf seine Kompetenzen und Stärken, welche man bereits im Unternehmen hat. Setzt die Batterien beziehungsweise die Module vor Ort zusammen, nimmt Einfluss auf die Steuerungselektronik, die Heiz- und Kühlmöglichkeiten der Batterie und setzt den Fokus auf die Kontrolle des Energiehaushaltes, welcher bei dem Akku eine entscheidende Rolle zukommt. Aber hör doch am besten selbst rein, was Nico noch so zu berichten weiß.

Gerne kannst du mir auch Fragen zur E-Mobilität per Mail zukommen lassen, welche dich im Alltag beschäftigen. Die Antwort darauf könnte auch für andere Hörer des Podcasts von Interesse sein. Wie immer gilt: Über Kritik, Kommentare und Co. freue ich mich natürlich. Also gerne melden, auch für die bereits erwähnten Themenvorschläge. Und über eine positive Bewertung, beim Podcast-Anbieter deiner Wahl, freue ich mich natürlich auch sehr! Danke.

Über den Autor

Sebastian hat Elektroauto-News.net im Juni 2016 übernommen und veröffentlicht seitdem interessante Nachrichten und Hintergrundberichte rund um die Elektromobilität. Vor allem stehen hierbei batterieelektrische PKW im Fokus, aber auch andere Alternative Antriebe werden betrachtet.

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…Nutzfahrzeugbereich gefragt, da es hier nicht auf die Ausnutzung des letzten Zentimeter Platzes ankommt. Vielmehr gehe es hier darum die Kosten geringer zu halten, was durch ein „Standard-System“ leichter zu erreichen ist, als durch Individual-Lösungen, wie Nico auszuführen weiß.

Wenn das stimmt, wäre es nicht eine tolle Idee, das auch bei Pkw anzuwenden? Ich habe immer gedacht, die hohen Kosten der Batterien wären ein Haupthindernis für die E-Mobilitaet. Von Ausnutzung des letzten Zentimeters hört man als Anforderung eher selten.

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